In der Welt des autonomen Fahrens überschlagen sich seit einigen Jahren die Ereignisse. Es ist ein echtes Rennen zwischen Tesla, Mercedes, BMW und Co, nun steigen auch Technologie-Giganten aus Kfz-fernen Themengebieten wie Apple und Nvidia mit in den Ring. Wie es um das autonome Fahren bestellt ist, von neueren Entwicklungen bis hin zu den größten Hindernissen, das lest ihr hier.

 
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Autonomes Fahren: Die spannendsten neuen Entwicklungen

Apple hat jüngst ein neues Carplay-Update vorgeschlagen, das in der Branche einige Fragen aufgeworfen hat. Eigentlich kann jeder Hersteller selbst entscheiden, wie er das Infotainment in seinem Wagen am nutzerfreundlichsten designt, doch Apple erhebt Anspruch auf alles: Infotainment, Tacho und Navigation. Die zentralen Fragen lauten: Wer übernimmt die Kommunikation zum Fahrer, wenn alles andere von alleine funktioniert? Wer ist so gut in Sachen UX-Design, dass sich der Verbraucher einem selbstfahrenden Wagen anvertraut? Apple scheint von sich selbst überzeugt.

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Technische Herausforderungen von selbstfahrenden Autos

Sensoren sind derzeit das dringendste Thema und ein einfaches Problem, das verhindern könnte, dass wir jemals Level 5 erreichen: Das Wetter macht nicht immer mit. Viele Hersteller wie Tesla testen in den Wüsten Arizonas oder Kaliforniens, doch was passiert, wenn die Fahrbahn dank Eis und Schnee selbst für menschliche Fahrer kaum sichtbar ist? Auch Starkregen und Nebel können die Funktionalität der Sensoren massiv einschränken (Quelle: tomorrow.io). Quintessenz ist, dass Menschen bei jedem Wetter ihrem System vertrauen können müssen.

Doch selbst wenn erkannt wird, dass dringender Handlungsbedarf auf der Straße besteht, sind spontane Ausweichmanöver nicht immer automatisch möglich. Nvidia hat kürzlich ein Patent zur Erkennung von Notfallwägen angemeldet (Quelle: Screenrant). Sollte es hart auf hart kommen, können Menschen für die Rettungsgasse auf den die Fahrbahnen trennenden Grünstreifen fahren – der Computer nicht. Der Mensch fährt im Notfall ein Straßenschild oder einen Leitpfosten um – auch hier streikt der Computer. Das könnte die bisher größte Hürde darstellen, denn die soziale Akzeptanz hängt davon ab.

Ein dritter Kritikpunk betrifft TÜV und Konsorten: Wie können Machine-Learning, Softwareupdates und Upgrades over the Air zukünftig verifiziert, zertifiziert und reguliert werden? Diese Fragen bleiben noch offen.

Autonomes Fahren: Wann erreichen wir Level 4?

Erst im Mai 2022 hat der Bundesrat einer Verordnung zugestimmt (20. Mai 2022, TOP 33), die die weltweit erste behördlich für den Alltag zugelassene vollautomatische Parkfunktion nach Level 4 erlaubt. Doch wann können wir die Funktion voraussichtlich erstmals selbst im Parkhaus beobachten? Die technischen Rahmenbedingungen stehen soweit, aber ob das Produkt auch vom Ottonormalverbraucher akzeptiert wird, das bleibt eine zentrale Frage für Hersteller.

Zudem könnte auch die mangelhafte Internetverbindung in Teilen Deutschlands ein großes Problem bei der Umsetzung hierzulande darstellen, besonders wenn die Anzahl von Nutzern dieser Technik in Zukunft steigt – flächendeckende 5G-Infrastruktur gehört zu einer der Grundbedingungen für autonomes Fahren (Quelle: Telekom)

Verbesserungspotenzial für selbstfahrende Autos

Wir sind also schon relativ weit, was den technischen Stand angeht, selbst wenn noch einige Feinheiten ausgearbeitet werden müssen. Es fehlt noch der letzte Schritt: das Gesamtpaket. Die Branche muss alle verfügbaren Technologien – Sensoren, UX et cetera – zusammenbringen und robust genug gestalten, um den Verbraucher zu überzeugen. Das könnte der ausschlaggebende Grund für den Erfolg oder das Scheitern der Bestrebungen sein. Dafür müssten sich allerdings bittere Rivalen wie Tesla, Mercedes oder BMW im Rennen hin zum komplett autonomen Fahren zusammenschließen und an einem Strang ziehen.

Alleine gestaltet sich das Vorhaben komplizierter als gedacht:

Letztendlich kommt es jetzt für Hersteller auch darauf an, für soziale Akzeptanz zu werben. Zielgruppe sind allerdings nicht nur Kunden, sondern auch Fahrradfahrer, Fußgänger und weitere Verkehrsteilnehmer. Bis dahin könnte sich auch die Gesetzgebung bei Verordnungen hinsichtlich dem komplett fahrerlosen Auto auf Stufe 5 noch querstellen.

Schließlich hat autonomes Fahren auch seine Schattenseiten: