Call of Duty: Modern Warfare in der Vorschau – Ballern wie früher

Thomas Stuchlik

Activisions kommender Ego-Shooter Call of Duty: Modern Warfare überrascht in vielerlei Hinsicht. Denn es handelt sich nicht um eine Fortsetzung der erfolgreichen Modern-Warfare-Serie, sondern um ein Reboot. Obendrein baut Entwickler Infinity Ward auf gigantische Mehrspieler-Schlachten sowie Duelle im Kleinstformat. Ein erstes Probespiel …

Erstmals zeigte Hersteller Activision spielbare Einblicke des Mehrspieler-Modus von Call of Duty: Modern Warfare. In Los Angeles konnte ich mir ein erstes Bild von den zahlreichen Neuerungen im Multiplayer machen. Eines kann ich jedoch vorab schon verraten: Es ist und bleibt ein typisches Call of Duty.

Doch Moment, der Entwickler Infinity Ward hat zahlreiche Detailverbesserungen entwickelt, damit Modern Warfare auch in unsere moderne Zeit passt. Vor allem dürfte es Spieler auf PS4, Xbox One und PC freuen, dass sie per Crossplay zusammen spielen dürfen. Dabei solle es laut Macher keine unfairen Vorteile zwischen Maus/Tastatur und Controller geben. Überhaupt wird viel Wert auf eine ausgeglichene Spielbalance gelegt.

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Call of Duty: Modern Warfare – 10 Dinge, die mich nerven, obwohl ich das Spiel wirklich mag

Zwei gegen zwei

Die vielleicht größte Überraschung beim ersten Antesten erwartet mich beim 2v2-Modus. Denn hier warten Online-Duelle im kleinen Maßstab. Zwei Zweierteams bekriegen sich im Modus „Gunfight“ auf den wohl bisher kleinsten Maps. Die sogenannten „Flash Maps“ sind so klein, dass du in Sekunden ans andere Ende gerannt bist.

Doch das wäre keine gute Taktik, denn in den schnellen Runden herrscht Permadeath. Stirbst du, steigst du erst in der nächsten Runde wieder ein. In jeder 2v2-Runde ist die Waffe für beide Teams strikt vorgegeben. Sprich dich besser mit deinem Kameraden ab, um mit sechs Siegpunkten zu gewinnen. Die Partien sind bereits in wenigen Minuten abgeschlossen und sorgen sicher für abermalige Revanche-Runden.

Große Schlachtfelder

Das Gegenteil zu 2v2 nennt sich 20v20 – 40 Spieler in zwei Teams bekriegen sich um die Vorherrschaft. Entsprechend groß fallen die speziell für diesen Modus angefertigten „Battle Maps“ aus. Diese wirken zwar nicht so groß wie typische Battlefield-Areale, erinnern jedoch immer wieder an den Ego Shooter-Rivalen. Mit großen Trupps eroberst du beispielsweise taktische Punkte und verschanzt dich an wichtigen Positionen.

Das Gameplay selbst bleibt sich immer treu: Rennen, Anpirschen, Zielen, Ausweichen, Nachladen. Das alles kennt man von vorigen Teilen von Call of Duty. Auch konventionelle Spielvarianten wie Team-Deathmatch oder Domination mit zwölf bis zwanzig Online-Soldaten sind mit an Bord. Dennoch wirkt alles in Modern Warfare ein wenig anders.

Schließlich verzichten die Macher bewusst auf unrealistische Akrobatik-Einlagen wie die in den Vorjahren bekannten Klettereien oder dem Doppelsprung. Realismus heißt das Zauberwort, der alle Ecken und Enden von Modern Warfare durchtränkt.

Authentischer Waffeneinsatz

Das Gefühl, eine echte Waffe in den Händen zu halten, wirkt in Modern Warfare realitätsnah wie nie: Der intensive Rückstoß begleitet vom knackigen Schussgeräusch samt Echo verleihen mehr Mittendrin-Gefühl. Schön auch, dass du erstmals nachladen darfst, während du weiter durch das Visier zielst.

Daneben durchdringen Geschosse auch Holz-, Gips- und Metallwände – es kommt jedoch aufs Kaliber an. Für stabileres Dauerfeuer kannst du an geeigneter Stelle deine Waffe auch aufstützen, beispielsweise auf einer Metallbarriere.

Wie üblich darf man vor den Online-Schlachten seinen Loadout individuell zusammenstellen. Sturmgewehr, SMG, Schrotflinte, Maschinengewehr, Sniper oder Selbstladegewehr dürfen mit 60 Extras ausgestattet werden. Schalldämpfer, Laserpointer, Visier, größeres Magazin oder verbesserter Lauf lassen sich verbauen. Dabei sind auch unsinnige Kombinationen wie Schrotflinte mit Sniper-Visier möglich.

Licht aus, Nachtsicht an

Ungewöhnlich sind Online-Einsätze in tiefster Dunkelheit. Nur per Nachtsichtgerät kannst du dich zurechtfinden. Doch die verrauschte Sicht macht das Erkennen und Zielen bei Gegnern schwerer. Vor allem wenn in der laufenden Runde der Realismus-Modus zugeschaltet ist.

Der Realismus-Modus deaktiviert einfach mal alle Bildschirmanzeigen. Du weißt weder etwas über deine Kameraden wegen fehlendem Radar, noch über verbleibende Munition im Magazin. Obendrein ist es nicht mal sicher, ob du gerade den Feind im Visier wirklich abgeschossen hast oder er sich weiterhin in der nächsten Deckung verschanzt.

Modern Warfare baut ungewohnt wieder auf das Prinzip der Kill Streaks. Die vormals in der Serie verwendeten Score Streaks sind Vergangenheit. Ergo sind möglichst viele Abschüsse nötig, um mächtige Belohnungen freizuschalten. So erhältst du eine Versorgungskiste, eine Drohne oder Luftunterstützung samt gezielter Bombardierungen. Obendrein schnappst du dir den Juggernaut-Anzug und räumst so richtig auf!

Grafisch aufgebohrte Kleinkriege

Modern Warfare besticht optisch mit seiner stimmigen Inszenierung dank neuer Grafik-Engine. Diese baut genauso auf 60 Bilder pro Sekunde wie bei den Vorgängern, bringt jedoch weitaus realistischere Beleuchtung und Schattenspiele in die Areale. Daneben beeindruckt der ortbare 3D-Sound. Exklusiv für PC ist daneben Raytracing geplant. Die edle „Dark Edition“ mitsamt Modell eines Nachtsicht-Geräts in Originalgröße ist dagegen für jede Plattform erhältlich.

Schön auch, dass Infinity Ward keinen kostenpflichtigen Season Pass plant. Kommende DLCs sollen gratis erhältlich sein. Unterm Strich verspricht Modern Warfare variantenreiche Online-Schlachten von Klein bis Groß. Gleichzeitig gefällt der realistische Anstrich ohne übertriebene Hüpf-Einlagen. Wenn nun noch Kampagne und Koop-Modus genauso gut werden, hat CoD: Modern Warfare im Oktober durchaus Potential, zum Shooter-Hit zu werden.

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