Concrete Genie ist ein Freund, an den ich mich erst gewöhnen muss

Kamila Zych 1

GIGA GAMES-Redakteurin Kamila durfte bei einem Event das kommende Concrete Genie anspielen. Wie es war und wann das Spiel rauskommt, das verrät sie dir in unserer Vorschau.

Concrete Genie ist ein Freund, an den ich mich erst gewöhnen muss

Hattest du als Kind früher einen imaginären Freund? Ich für meinen Teil hatte nie einen, doch Concrete Genie hat mir gezeigt, wie sowas aussehen könnte. In dem Spiel geht es um Ash, einen Jungen, der von einer Gruppe Gleichaltriger gehänselt wird. Und so flüchtet er sich in sein Skizzenbuch, in das er fluffige Fantasiewesen zeichnet, die ein Stück weit seine Freunde ersetzen. Eines Tages schnappt sich besagte Mobber-Gruppe sein Skizzenbuch, reißt alle Seiten raus und wirft ihn in einen verlassenen Zug, der in ihn zum Leuchtturm der verwaisten Hafenstadt Denska führt. Und dort beginnt eine wundersame Geschichte …

Concrete Genie - Story Trailer.

Wie im Trailer zu sehen ist, erhält Ash auf mysteriöse Weise einen übergroßen Pinsel mit dem er auf Hauswände malt. Was sich zunächst nach purem Vandalismus anhört, ist in Wirklichkeit etwas, was sich am ehesten mit Magie vergleichen lässt: Der Junge ist in der Lage, seine Zeichnungen zum Leben zu erwecken. Aus Spielersicht sieht das folgendermaßen aus: Du wählst aus einer Palette vorgegebener Pinsel und kreierst dein ganz individuelles Monster, auch Genie genannt, indem du R2 gedrückt hältst und den Controller entsprechend bewegst. Du kannst den Genie groß oder klein machen und je nachdem, wie du den Körper positionierst oder wie viele Hörner oder Ohren du ihm verpasst, wird er mit einem entsprechenden Verhalten darauf reagieren. Bei einem Genie habe ich beispielsweise den Körper horizontal gezeichnet, was dazu führte, dass er vier Beine erhielt und sich weitaus „tierähnlicher“ verhalten hat, als seine zweibeinigen Kollegen.

Um ehrlich zu sein, ist die Steuerung für mein Empfinden etwas fummelig, denn teilweise hat der Controller nicht so präzise reagiert, wie ich es gerne hätte. Für eine Perfektionistin wie ich ist das schon etwas gewöhnungsbedürftig. Vielleicht wäre hier das Zeichnen über das Touchpad oder mithilfe von Move-Controllern als alternative Option sinnvoll. Andererseits haben die so entstandenen, teilweise asymetrischen Genies auch irgendwie ihren Charme.

Wurde deinem Genie erst einmal Leben eingehaucht, geht es an die eigentliche Arbeit: Ash wurde durch seine (nicht mehr?) imaginären Freunde nämlich dazu beauftragt, die komplette Stadt Denska zu bemalen, um sie wieder erstrahlen zu lassen und hoffentlich ihre Bewohner wieder zurückzulocken. Hierfür stehen dir weitere Pinsel zur Verfügung, mit denen du die Wände der Stadt verschönern kannst. Ob Blumen, Sterne oder Bäume – du hast du Wahl. Manchmal geben dir aber auch deine Genies zu verstehen, welchen Pinsel sie gerne hätten. Gelegentlich triffst du auf hartnäckige, mysteriöse, dunkle Stellen an Wänden, die nur mithilfe von „Super Paint“, also Farbe, die weitaus größer und pomöser ist, bemalt werden können. Super Paint ist jedoch nur begrenzt einsetzbar und muss immer wieder bei deinem Genie „aufgeladen“ werden.

Übrigens konnte ich während des Events auch den VR-Modus von Concrete Genie antesten. Dieser ist unabhängig vom Hauptspiel und spielt sich mit Move-Controllern, was ich persönlich weitaus intuitiver finde. Der Modus dreht sich um einen kleinen Genie auf einer leeren Graslandschaft. Diese kannst du nach deinem Belieben mit vorgegebenen 3D-Pinseln gestalten. Gelegentlich gibt dir der Genie – ähnlich wie im Hauptspiel – Hinweise darauf, welche Objekte er in der Welt sehen möchte. Hast du ihn zufriedengestellt, gibt es zur Belohnung weitere Pinsel-Motive. Frei nach dem Motto „ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt“ hat der VR-Modus etwas Meditatives und du versinkst nach und nach in deiner eigenen kleinen Fantasiewelt.

Im Verlauf des Spiels sammelst du immer wieder herumfliegende Seiten aus deinem Skizzenbuch, die weitere Pinsel-Varianten freischalten. Mit einer solch großen Auswahl an Pinseln sind deiner Fantasie also scheinbar keine Grenzen gesetzt. Aber nur scheinbar, denn du hast zwar viele Pinsel aus denen du wählen kannst, doch sind das im Grunde auch nur Stempel, die du in beliebiger Reihenfolge immer wieder nutzt. Ein DIY-Tool oder selbst ein simpler Pinselstrich mit dem du eigene Motive kreieren könntest, wäre es tolle Ergänzung für all diejenigen, die sich kreativ noch mehr ausleben wollen.

Ungeachtet dessen solltest du fürs Spielen von Concrete Genie trotzdem ein gewisses Interesse am Malen haben, denn das macht gefühlt 80 Prozent des Gameplays aus: Ist eine Stadtzone fertigbemalt, geht es weiter zur nächsten und so weiter. Ich kann mir vorstellen, dass das auf Dauer für einige durchaus monoton und langweilig werden könnte, ist die grundsätzliche Freude am Malen nicht gegeben.

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Immerhin kann ich mir vorstellen, dass das Spiel trotz des eintönig wirkenden Gameplays sehr viel mit seiner Story punkten kann. Die Handlung spielt sich auf zwei Ebenen ab: Einerseits der Protagonist, der offensichtlich gemobbt wird und mit dem sich viele, vor allem junge Spieler sicherlich identifizieren können. Andererseits die einst blühende Stadt Denska, die durch eine Öl-Katastrophe total verkommen ist und von den Bewohnern verlassen wurde. Beides sehr sensible Themen, die den einen oder anderen ansprechen. Außerdem lässt auch schon der Story-Trailer erahnen, dass es noch einen „dunklen“ Story-Twist geben wird. Ich kann zumindest schon verraten, dass du im Verlauf des Spiels eine Art Surf-Fähigkeit erlangst und auch Kämpfe eine Rolle spielen werden. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Nach dem Anspielen von Concrete Genie kann ich abschließend sagen, dass es ein Spiel ist, an das ich mich – vorranigig in Bezug auf die Steuerung – gewöhnen muss, doch wenn ich erst etwas Zeit damit verbracht habe, könnte es mir durchaus viel Freude bereiten. Ähnlich wie bei einem Fremden, dem du zunächst etwas skeptisch gegeüberstehst, ihr euch aber nach und nach immer besser versteht und ihr am Ende ein gute Freunde werdet. Einen garatierten Pluspunkt hat Concrete Genie aber schon jetzt: Du kannst im Spiel Katzen streicheln.

Concrete Genie erscheint am 9. Oktober 2019 zum Preis von 29,99 Euro exklusiv für PlayStation 4.

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