Dark Mode im Smartphone nur Spielerei? Mir doch egal!

Sven Kaulfuss 13

Für die Zukunft der Smartphones sehen die Anwender schwarz, denn der „Dark Mode“ entwickelt sich immer mehr zum Trend – ob gegenwärtig schon bei Android 9 oder in Zukunft auch bei Apples iOS 13 fürs iPhone. Medizinische Vorteile sind derzeit aber nicht erwiesen. Und wenn schon, mir doch egal – rufe ich frohen Mutes in der aktuellen Wochenendkolumne.

Dark Mode im Smartphone nur Spielerei? Mir doch egal!
Bildquelle: GIGA (Sven Kaulfuss) und Apple (iPhone-Screenshot).

Als Apple-Nutzer kennt man den dunklen Bildschirmmodus spätestens seit letztem Jahr als Bestandteil von macOS 10.14 Mojave, Android- und Windows-Anwendern ist er ebenfalls bekannt. Mit dem für Herbst erwarteten Release von iOS 13 und iPadOS 13 brechen die finsteren Momente nun auch für iPhone- und iPad-Nutzer an. Die Existenz seiner „dunklen Lordschaft“ wird ja oftmals mit medizinischen Vorteilen begründet. Doch die Wissenschaft erteilt dem Wunschdenken aktuell oftmals noch eine Abfuhr, wie beispielsweise schon in einem (etwas älteren) Artikel der Kollegen vom Spiegel nachzulesen war.

Nun bekommt also auch das iPhone endlich einen richtigen Dark Mode mit iOS 13:

Apple-Werbung: Dark Mode in iOS 13.

Dark Mode im Smartphone: Medizinisch ohne Vorteil für den Nutzer

Wirklich augenschonend ist der Dark Mode nämlich nicht. Augenärzte raten lieber die Nahtätigeit am Bildschirm zu unterbrechen und dafür in mehreren Pausen fernzuschauen – nicht in den TV versteht sich, sondern draußen in die Weite der Natur. Wer dies als Kind oder Jugendlicher beherzigt, der könnte die Kurzsichtigkeitsrate um bis zu 50 Prozent reduzieren. Überhaupt, Claus Cursiefen, Direktor des Zentrums für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Köln gibt zu Protokoll: „Es gibt keine seriösen Studien dazu, dass weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund entspannender für die Augen ist.“ Wenngleich der Dunkelmodus zwar oftmals von einigen Anwendern in sehr finsteren Räumen als angenehm empfunden wird, am Ende gibt’s dennoch keine medizinisch profunden Vorteile für den Nutzer. Kurz gesagt: Der Dunkelmodus ist eigentlich Humbug, sinnfreie Kosmetik.

So schaut er aus, der Dark Mode in iOS 13:

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iOS 13 mit Dark Mode: Das iPhone bekommt eine dunkle Seite.

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Wahlfreiheit statt Augenfitness

Moment, nicht so voreilig mit dem Urteil. Mag ja sein, dass der Dunkelmodus für die Gesundheit der Augen keine Rolle spielt. Meine eigene Entscheidungsfreiheit möchte ich dennoch wahrnehmen können. Meine „schwarze Seele“ will das passende Umfeld auch auf dem Smartphone – vielleicht nicht immer und bei jeder Gelegenheit, doch die Option möchte ich nicht missen. Der Mensch ist nun mal kein sonderlich vernunftbegabtes Wesen. Wir tun viele Dinge, die unsinnig sind, uns aber dennoch Freude bereiten. Mir doch egal, was der Mediziner sagt. Mein Geschmack wird getroffen.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Smartphone-Akku sagt Danke: Dark Mode als Stromsparer

Und bevor wir es vergessen, zwar nützt der Dark Mode nicht der Gesundheit des Nutzers, aber sehr wohl dem Wohlbefinden des Smartphone-Akkus. Wer nämlich einen OLED-Bildschirm im Handy besitzt, der spart Strom und schont so langfristig den verbauten Stromspender. Wo nichts leuchtet (schwarze Pixel), muss auch nichts mit Strom versorgt werden, eine ständige Hintergrundbeleuchtung entfällt ja bei OLED, anders als bei den üblichen LC-Displays. Für diese Smartphones bleibt es bei der dunklen Kosmetik.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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