Das Final Fantasy 7 Remake soll mehr als ein Remake werden – was wundervoll sein kann

Marina Hänsel

Werfen wir alles, was wir über das Final Fantasy 7 Remake wissen, in einen Topf – was genau kommt dann raus? Ein traditionelles Hauptgericht (nicht Bratwurst mit Sauerkraut), ein exotischer Salat, der neue Geschmackseindrücke verspricht oder irgendetwas Experimentelles, das weder die einen noch die anderen richtig satt macht? Ich glaube ja, es kann recht deliziös werden.

Das Final Fantasy 7 Remake wird – offensichtlich – ein Remake des 97er-Final Fantasy. Aber es wird auch kein Remake, oder besser gesagt: mehr als ein Remake. Denn Square Enix‘ Entwickler inzwischen schon andere Inhalte besprochen haben, als nur dieses eine Spiel, an das du dich aus deiner Kindheit erinnerst. Wir wissen bereits, dass es in mehrere Episoden aufgeteilt sein wird, das wirklich Schmackhafte ist aber deren Länge: Jede einzelne Episode soll so groß werden, wie ein ganzes Spiel. Sagen wir also so … 30-50 Stunden?

Das ist gigantisch.

Je nachdem natürlich, wie viele Episoden es geben wird – aber seien wir ehrlich, es werden wohl kaum nur zwei sein; ich glaube eher an einer Anzahl von drei bis vier Teilen. Aus was also soll der Final Fantasy-Salat bestehen – um die Metapher einmal aufrecht zu erhalten? Ohne Frage verspricht allein die Größe der Episode neue Inhalte, und die wurden auch schon bestätigt. Ebenso wie die Vision eines Final Fantasy 7, das mehr umfassen wird, als das Original. Das sagte FF7-Produzent Yoshinori Kitase The Verge während einer Hand-On-Session:

Our goal here is to remake this genre-defining RPG for a new audience, for a new era, and not just to make a straight one-to-one copy or a remaster.

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Sie nennen es „Spiele“ – nicht „Episoden“

Als Erstes ist mir aufgefallen, dass die Entwickler stets von „games“ sprechen und nicht etwa von Episoden. Der Länge – aber sicher auch der inhaltlichen Fülle – wegen sollen die Teile des Remakes einzelnen Spielen gleichen, wobei schon der erste Part mehr bietet, als nur ein Fragment der Hauptstory: Was 2020 erscheint, ist mit einem „eigenständigen Spielerlebnis“ gewürzt, das als Einstieg ins Spiel einen Fokus auf Midgar legen wird.

Und Fokus bedeutet hier, dass der gesamte erste Teil in Midgar stattfindet. Du übernimmst Cloud, der mithilfe der Rebellengruppe Avalanche den Megakonzern Shin-Ra daran hindern möchte, das Ökosystems des Planeten zu ruinieren. Derweil wird die Stadt Midgar massiv erweitert, ebenso wie die Level, welche größer ausfallen werden und die Dialoge, die an etlichen Stellen mehr Optionen als im Original bieten sollen. Das erste Spiel der Final Fantasy 7-Reihe (das klingt ziemlich seltsam, huh?) wird mit all dem zwei Blu-rays füllen.

Das Gute an einem riesigen Final Fantasy 7 ist aber nicht nur der Gedanke, „Dann können wir alle ewig Final Fantasy 7 spielen!“ (was auch schön ist, ich gebe es zu). Nein, es eröffnet den Entwicklern auch die Möglichkeit, zusätzlich zum Remake einerseits Fan-Service zu betreiben – und andererseits neue Spieler ins Boot zu holen, die mit einer blanken Neugestaltung des Originals vielleicht nichts hätten anfangen können.

Wie wäre es mit ein bisschen Gameplay? So sieht das Final Fantasy 7 Remake aus – und was du darüber wissen musst, erzähle ich dir auch:

Final Fantasy 7 Remake: Alles, was du wissen musst.

Zwischen taktischem Gameplay und hack sie alle tot

All die Final Fantasy 15-Spieler und -Fans? Ich glaube, sie werden das Final Fantasy 7-Remake lieben. Warum auch nicht, wenn es in Gameplay und Grafik an den letzten Teil erinnert? Gerade im Kampf wirst du wie in FF15 deine Gegner in Echtzeit angehen und kannst derweil zwischen den Mitgliedern deiner Gruppe wechseln. Abseits von der Action-Achterbahn und hack sie alle tot hat Square Enix allerdings auch an taktische Elemente gedacht.

Du weißt natürlich, wovon ich spreche: Der endlosen Diskussion, welche Kampfmechanik besser gewesen ist – rundenbasiert und strategisch, wie in den alten Teilen oder actiongeladen und in Echtzeit, wie in den jüngeren Final Fantasy-Abkömmlingen. Na, was ist besser? Ist eigentlich fast egal, wenn du über das FF7-Remake nachdenkst – denn hier sollen beide Mechaniken kombiniert werden: Das Ergebnis aus Beidem ist eine wundervoll-blaue ATB-Leiste am unteren rechten Spielrand, die sich immer dann füllt, wenn du gerade mit dem Schwert zuhaust (und triffst, bestmöglich). Ist sie voll, kannst du die Zeit verlangsamen und darfst dir ganz taktisch überlegen, welche deiner Spezialfähigkeiten du einsetzen möchtest.

Das Knifflige an einer derartigen Kombination ist natürlich, dass es wunderbar oder auch schrecklich ausgehen kann: Entweder, alle sind zufrieden und freuen sich – oder alle sind unglücklich und hätten lieber eines von Beidem, aber nicht alles gemixt. Letztendlich können sich Fans des FF15-Kampfsstils aber durchaus eher glücklich schätzen, da hier ganz klar der Fokus liegt. (Außerdem soll es möglich sein, die Slow-Motion-Taktik ganz außen vor zu lassen und die Fähigkeiten auf Shortcuts zu legen).

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Final Fantasy 7 ist die Art von Remake, welche weniger das Original wieder spielbar machen möchte, als es für eine neue Generation zu übersetzen. Hinzu kommen etliche Inhalte, die das Universum um den siebten Teil vergrößern, erweitern und vertiefen – etwas, das alte wie neue Fans freuen dürfte. Insgesamt malen die Entwickler mit dem, was sie über das Remake verraten, ein rundes, durchdachtes Bild; und ich hoffe, genau das werden sie auch mit dem Release der ersten Episode / des ersten Spiels am 3. März 2020 einhalten können.

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