Die besten Bluetooth-Kopfhörer 2019: Übersicht und Kaufberatung

Stefan Bubeck

Die Auswahl bei kabellosen Kopfhörer ist riesig: Over-Ear, In-Ear, für Sport, mit aktivem Noise-Cancelling oder ohne – GIGA-Audioexperte Stefan zeigt dir seine Auswahl der besten Kopfhörer-Modelle mit kabelloser Verbindung per Bluetooth.

Inhaltsverzeichnis: Die besten Bluetooth-Kopfhörer 2019

Ihr sucht nach anderen Kopfhörer-Typen? Bei uns findet ihr auch:

Noise-Cancelling-Kopfhörer Headsets

Der beste Bluetooth-Kopfhörer für wenig Geld: Anker Soundbuds Flow

Preiswerte Bluetooth-Kopfhörer gibt’s in unüberschaubarer Zahl. Die Hersteller sind meist chinesische Marken wie TaoTronics, Mpow oder eben Anker (manchmal auch als „Anker Soundcore“ gekennzeichnet). Das Modell Anker Soundbuds Flow ist ein Paradebeispiel dafür, was man heutzutage für 19,99 Euro* an brauchbarer Leistung bekommt. Dieser Kopfhörer funktioniert wunderbar mit jedem Smartphone, bietet einen durchschnittlichen Klang und bis zu 7 Stunden Akkulaufzeit. Natürlich merkt man die Sparmaßnahmen: Die Verarbeitungs- und Materialqualität ist kaum auf langjährige Nutzung ausgelegt und der Sound entspricht nicht gerade audiophilen Ansprüchen. Aber dafür spart man sich im Vergleich zu so manchem Premiumprodukt schnell eine dreistellige Summe, das ist ein gewichtiges Argument.

  • Vorteile: Spielt zuverlässig Musik mit ordentlichem Klang ab.
  • Nachteile: Kein Produkt für die Ewigkeit (kann bei umsichtiger Nutzung aber trotzdem lange halten).

Anker Soundbuds Flow bei Amazon*
Preisvergleich bei idealo*

Der beste Bluetooth-Kopfhörer für Sport: Beats Powerbeats Pro

Die Beats Powerbeats Pro für 249 Euro* (UVP) sind das, was sich sportliche Apple-Fans von den AirPods immer gewünscht haben: Ein absolut kabelloser Kopfhörer („True Wireless Earbuds“), der aber schweiß- und wasserbeständig ist und dank flexibler Ohrbügel sicher sitzt – egal was man damit macht. Die Akkulaufzeit ist dank des effizienten H1-Chips mit bis zu 9 Stunden pro Ladung ausgesprochen gut. Wichtiges Detail für alle, die Touch-Bedienung bei Kopfhörern kritisch gegenüberstehen: Die Lautstärke kann mit Hardware-Buttons am Gehäuse eingestellt werden. Das Case ist ziemlich groß und übrigens nicht wassergeschützt. Die Beats Powerbeats Pro sind in erster Linie für iPhone-Nutzer gedacht, denn sie verfügen über die Funktion „Hey Siri“ – die digitale Assistentin lässt sich einfach per Zuruf während des Workouts starten, ein Knopfdruck ist nicht notwendig. Ähnliches werden wir in naher Zukunft auch von anderen Herstellern sehen. Abgesehen davon ist das Modell auch für Android-Nutzer eine interessante Wahl, aber dann nur mit den wichtigen Grundfunktionen. Am Klang scheiden sich die Geister: Manche lieben die temperamentvolle Abstimmung, manchen ist der Sound auf Dauer zu anstrengend.

  • Vorteile: Konsequent für Sport konzipiert mit sicherem Sitz und hervorragender Akkulaufzeit.
  • Nachteile: Relativ großes Case; Ohrbügel könnten Brillenträger stören; hoher Preis.

Beats Powerbeats Pro bei MediaMarkt*
Preisvergleich bei idealo*

Der beste Over-Ear mit Noise Cancelling: Sony WH-1000XM3

Sony hat mehrere Anläufe gebraucht, aber es dann mit dem WH-1000XM3 für 379 Euro (UVP)* endlich geschafft: Der beste Klang, kombiniert mit dem besten Noise Cancelling. Bose kontert beim Klassiker QuietComfort 35 II mit einem noch etwas bequemeren Sitz. Beyerdynamic bietet beim Lagoon ANC individualisierbare Klangprofile. Aber das beste Gesamtpaket, die klare Empfehlung für jeden Vielreisenden mit hohem klanglichem Anspruch – dieses Prädikat geht aktuell an den Sony.

  • Vorteile: Guter Klang und wirkungsstarkes Noise Cancelling.
  • Nachteile: Touch-Bedienung statt Hardwarebuttons – das gefällt nicht jeden.

Sony WH-1000XM3 bei Amazon*
Preisvergleich bei idealo*

Der beste In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling: Libratone Track Air+

Das dänische Unternehmen ist ein verhältnismäßig kleiner Hersteller mit einer überschaubaren Auswahl an Kopfhörern und Lautsprechern. Dafür kann man von jedem behaupten, dass hier große Sorgfalt bei der Entwicklung geherrscht hat. Das gilt für das typisch skandinavische Produktdesign, aber auch für technische Eigenschaften. Die Libratone Track Air+ für 199 Euro (UVP)* schlagen sogar teurere Konkurrenten, was bestimmte Eckdaten angeht. Zwei davon muss man hervorheben: Die Akkulaufzeit ist mit bis zu 6 Stunden pro Ladung für die kompakte Gehäusegröße beachtlich und das Feature der aktiven Geräuschunterdrückung (ANC) haben aktuell nur wenige Wettbewerber zu bieten. Mein bisheriges Highlight unter den 2019 erschienenen True-Wireless-Kopfhörern.

  • Vorteile: Kompakte Bauweise (gilt auch für das drahtlos aufladbare Transportcase); effektives Noise Cancelling; stattliche Ausdauer; guter Sitz.
  • Nachteile: Die dazugehörige Smartphone-App lässt sich nur nutzen, wenn man sich einen Login anlegt.

Libratone Track Air+ bei Amazon*

Der beste Bluetooth-Kopfhörer für basslastige Musik: Nura Nuraphone

Etwas schwer, etwas unbequem, nicht platzsparend zusammenklappbar und dann auch noch Gummiteile im Inneren, die in den Gehörgang eindringen: Der Nuraphone ist ein etwas seltsamer Kandidat, der einige Zugeständnisse beim Nutzer einfordert. Aber: Dieses High-Tech-Gerät ermittelt automatisch die individuellen Hörfähigkeiten des Trägers und passt den Sound entsprechend an. Per Schieberegler in der dazugehörigen Smartphone-App lässt sich zudem die „Immersion“ einstellen – gemeint ist im Wesentlichen ein geradezu körperlich spürbarer Bass. Wer den Nuraphone (UVP 399 Euro)* besitzt und Techno bei angemessenem Pegel (=sehr laut) hört, wird direkt in den Club gebeamt. Ein phänomenales Gänsehaut-Erlebnis, das man bei den meisten anderen Kopfhörern so nicht geliefert bekommt.

  • Vorteile: Persönlich angepasster, präziser Sound mit unfassbarem Druck – ideal für alle Musikrichtungen mit einer Kickdrum. Nutzer spart das Geld für Eintritte in Technoclubs.
  • Nachteile: Ungefähr so bequem wie ein zu enger Helm. Aber aus Gummi.

Nuraphone bei Thomann*

Preisvergleich bei idealo*

Der beste Bluetooth-Kopfhörer für iPhones und iPads: Apple AirPods (2. Generation)

Ob es wohl Menschen gibt, die sich ein iPhone gekauft haben, nur damit sie die AirPods nutzen können? Ich würde so ein Szenario nicht ausschließen. Die zweite Generation der AirPods sieht aus wie der Vorgänger, läuft aber dank fortschrittlichem H1-Chip bei Telefongesprächen länger, startet Siri ohne Knopfdruck (einfach „Hey Siri“ sagen reicht) und klingt wirklich gut. Das Pairing mit Apple-Geräten passiert praktisch von alleine. Da hier keine Silikon-Passstücke zum Einsatz kommen, hat man ein leichteres Tragegefühl als bei anderen In-Ears.

Interessanterweise haben die AirPods einen gewissen sozialen Status erreicht, wie schon damals ihre kabelgebundenen Vorgänger: Wer sie trägt, hat einfach das Original. Wie Apple-Hasser Apple-Kritiker dazu stehen, ist dabei schlichtweg egal – der Konzern aus Cupertino hat mit seiner gewaltigen Technik-, Design- und Marketing-Macht nämlich (mal wieder) Fakten geschaffen. Wer’s nicht glauben will, kommt nach Berlin, Hamburg, New York, Tokyo und schaut sich dort um. Wo ist der Haken? Die AirPods sind für Menschen ohne Apple-Handy kaum zu empfehlen. Die anderen genießen pure Magie.

  • Vorteile: Sie sind magisch. Perfekt für iOS und macOS, dank spielend leichtem Pairing; sitzen locker-luftig im Ohr, laufen lang (5 Stunden) und Siri springt auf Sprachkommando hin an.
  • Nachteile: Außengeräusche werden kaum abgeschirmt (ist schlecht in der Bahn, aber gut im Straßenverkehr); gibt’s nur in Weiß; Android-User können nicht alle Vorteile nutzen.

AirPods bei Cyberport*
Preisvergleich bei idealo*

Bluetooth-Kopfhörer kaufen: Was man wissen muss

Kopfhörer sind etwas, das man direkt am Körper trägt („Wearable“). Das bedeutet, dass ein guter Sitz entscheidend ist. Um teure Fehlkäufe und nervige Retouren zu vermeiden, sollte man das gewünschte Modell vorher selbst ausprobieren – sei es ausgeliehen von einem Freund oder in einem Ladengeschäft (wo man den passenden Artikel fairerweise auch gleich erwirbt).

Bei In-Ear-Modellen kommt es auf die Silikon-Passstücke an, ob der Sitz im Gehörgang richtig ist. Nur eine gute Isolation sorgt für satten Sound: Sitzen die Gehäuse zu locker in den Ohren, geht der Bass verloren. Sitzen sie zu fest, führt das innerhalb von Minuten zu einem unangenehmen Druckgefühl und sogar zu Schmerzen. Empfehlenswert sind Passstücke aus flexiblem Memory-Schaum. Beim Hantieren mit In-Ears sollte man übrigens auch auf die Hygiene achten (saubere Hände) – immerhin steckt man sich einen Gegenstand in die Nähe des Trommelfells.

Zum Thema Gesundheit gibt es auch vereinzelt Bedenken wegen der Strahlenbelastung, die durch Bluetooth-Geräte ausgeht. Die elektromagnetischen Felder sind zwar klar messbar, aber selbst für Wissenschaftler nicht so leicht zu interpretieren. „Gemäß heutigem Kenntnisstand (…) ist die durch Bluetooth-Netzwerke erzeugte hochfrequente Strahlung zu schwach, um (…) akute gesundheitliche Wirkungen auslösen zu können,“ so das Faktenblatt des schweizerischen Bundesamts für Gesundheit (PDF). Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt generell, die Strahlenbelastung zu minimieren, um mögliche, aber „bisher nicht erkannte gesundheitliche Risiken“ gering zu halten (Infoblatt als PDF). Weiterführende Informationen findet ihr im GIGA-Artikel: „Ist Bluetooth schädlich oder ungefährlich? Einfach erklärt.“

Über Klang wird viel geschrieben und diskutiert, auch hier bei GIGA. Trotzdem muss man sich bewusst sein, dass es sich um eine individuelle Sinneswahrnehmung handelt. Dem einen Hörer gefällt ein neutraler Sound (geradliniger Frequenzgang), ein anderer empfindet das als steril und langweilig. Ein Klassik-Fan hat andere Anforderungen an einen Kopfhörer als jemand, der Tech-House mag. Tendenziell gilt: Ein hochwertiger Kopfhörer schafft es besonders gut, all die verschiedenen Herausforderungen zu meistern und eine Art Allround-Werkzeug zu sein. Ein schlecht klingender Kopfhörer lässt sich hingegen selbst mit Software-Equalizern per App kaum noch retten.

Wer einen modernen Bluetooth-Kopfhörer kauft, bezahlt im Prinzip nicht nur für den Kopfhörer selbst (Hardware), sondern auch für Firmware und App, die zum Betrieb dazu gehört (Software). Manche Kopfhörer lassen sich ohne Smartphone-App nicht in vollem Umfang nutzen – das rückt dann in den Fokus, wenn man zur App-Nutzung einen Login anlegen muss, über den wiederum Daten gesammelt und an den Hersteller übertragen werden. Wer großen Wert auf Datenschutz legt, sollte diesen Aspekt berücksichtigen und sich vorher informieren, wie sich der Hersteller die Nutzung vorgestellt hat.

Test: So leise ist Noise Cancelling.

Das Thema Noise Cancelling drängt seit einigen Jahren immer stärker zu den Konsumenten durch. Die aktive Absenkung von Außengeräuschen durch Gegenschall kann tatsächlich für wohltuende Ruhe sorgen, indem vor allem tieffrequente und monotone Störquellen (Motorbrummen, Klimaanlagenrauschen) ausgeblendet werden. Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass so manches Werbeversprechen der Hersteller übertrieben ist. Absolute Stille wie in einem schalltoten Raum bekommt auch der beste ANC-Kopfhörer nicht hin, das ist technisch (noch) nicht machbar. Es wird aber hörbar angenehmer, auf Flug- oder Bahnreisen Musik zu genießen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung