Die besten Dashcams 2019: Welche Autokamera sollte ich kaufen? Was sollte ich wissen?

Robert Kägler

In Ländern wie Russland gehören die kleinen Dashcams (Autokameras) besonders für Berufsfahrer schon zur Standardausstattung. Aber auch in Deutschland kaufen sich immer mehr PKW-Fahrer eine Autokamera. GIGA zeigt euch, welche der Dashcams sich lohnen und worauf man beim Kauf sowie der Verwendung achten sollte.

Die besten Dashcams 2019: Welche Autokamera sollte ich kaufen? Was sollte ich wissen?
Bildquelle: Getty Images / mari_art.

Auf Seiten wie Amazon findet man mittlerweile auch in Deutschland eine riesige Auswahl an sogenannten „Dashcams“. Die kleinen Kameras für das Armaturenbrett (engl. „dashboard“) gibt es vor allem von vielen unbekannten Herstellern in allen Größen, Formen und Preisklassen – was die Suche erschwert, wenn man die für sich beste Dashcam finden möchte. So kann man für eine Autokamera zwischen 50 bis über 500 Euro ausgeben. Günstig heißt hier jedoch nicht gleich schlecht und umgekehrt. Wir stellen euch drei Kameras vor, die unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden.

Die Dashcam mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis: Garmin 56

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Vorteile
  • Sehr kompaktes Design
  • Hohe Auflösung (1440p)
  • Viele Funktionen
  • Sprachsteuerung
  • Einfache Updates über „Garmin Express“
  • WLAN-Anbindung
  • Parkmodus
Nachteile

Die kleine Dashcam von Garmin hat die meisten Funktionen in unserer Auswahl und gleicht fast einem Fahrassistenzsystem. Sie lässt sich nur mit einer magnetischen Halterung an die Frontscheibe anbringen. Wer einen Saugnapf verwenden will, kann diesen von Garmin nachkaufen*. Aufgenommen werden die GPS-gestützten Videos mit einem 140°-Weitwinkelobjektiv und einer maximalen Auflösung von 1440p – dann allerdings nur mit 30 fps. 60 Bilder pro Sekunde erreicht man nur, indem man die Auflösung auf 1080p verringert, was aber im Normalfall ausreicht. Zusätzlich kann auch ein HDR-Modus eingeschaltet werden, um auch bei Gegenlicht oder schlechten Sichtverhältnissen brauchbare Bilder zu erhalten. Alle Aufnahmen werden in 1-minütigen Clips gemacht, die in einer Schleife überschrieben werden, sobald die microSD-Karte voll ist. Die „Loop-Länge“ lässt sich hier nicht bestimmen.

Die Garmin Dashcam 56 zeichnet sich vor allem neben Funktionen wie der Unfallerkennung (G-Sensor) und automatischer Aufzeichnung durch Zusatzfeatures wie der Kollisionswarnung, Sprachsteuerung, einem Spurhalteassistenten sowie Losfahrtassistenten aus. Insgesamt macht das die Garmin 56 für rund 190 Euro* viel mehr zu einem umfassenden Helfer als zu einer einfachen Autokamera.

Die günstigste Dashcam: Apeman C660 Autokamera

 

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Vorteile
  • 170°-Weitwinkelobjektiv
  • Infrarot-Sensor
  • Saugnapf- und Klebehalterung im Lieferumfang enthalten
  • Loop-Modus: Wählbare Intervalle
  • Parkmodus
Nachteile
  • Nur 1080p-Auflösung (FHD)
  • GPS nur über separate GPS-Antenne

Apeman ist ein chinesisches Unternehmen, das vor allem für günstige Action-Cams bekannt ist. Mit der der Dashcam „Apeman C660“ bekommt man eine sehr günstige Autokamera, die trotzdem eine Menge Features bietet.

Wer nicht viel Geld ausgeben möchte, sollte sich diese Dashcam ansehen. Funktionen wie ein 170°-Weitwinkelobjektiv, der G-Sensor für die Unfallerkennung, einstellbare Loop-Aufnahmen (2 / 3 / 5 Min.) sind hier auch mit dabei. Durch den integrierten Infrarot-Sensor können zudem Videos bei schlechten Lichtverhältnissen verbessert werden. Für den Preis müsst ihr jedoch auf eine hohe Auflösung und spezielle Software verzichten. Videos werden mit 30 fps in 1080p (FHD) aufgezeichnet. Für GPS-Informationen müsst ihr eine Antenne separat nachrüsten. Sowohl Klebe- als auch Saugnapfhalterung sind bereits im Lieferumfang enthalten. Bei der Apeman C660* bekommt ihr für rund 60 Euro viel geboten.

Die Dashcam mit der besten Ausstattung: BlackVue DR900S-2CH

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Vorteile
  • Separate Front- und Rückkamera
  • 4K UHD-Auflösung (Frontkamera)
  • 162°-Weitwinkelobjektiv
  • Nachtsicht-Modus
  • Cloud-Anbindung
  • GPS
  • WLAN-Anbindung
  • Loop-Modus: Wählbare Intervalle (1 / 2 / 3 Min.)
  • Parkmodus
Nachteile
  • UHD-Auflösung nur mit 30 fps
  • Nur Klebehalterung
  • Verwaltung der Videos nur über BlackVue-Software

Mit der „DR900S-2CH“ produziert der koreanische Hersteller „BlackVue“ aktuell die beste Dashcam, wenn es um die Ausstattung geht. G-Sensor, GPS, Parkmodus und eine flexible Loop-Funktion sind auch hier vorhanden.  Die Dashcam hebt sich vor allem von der Konkurrenz ab, weil sie nicht aus nur einer Kamera besteht, sondern aus zwei Modulen. So kann das Geschehen vor und hinter dem Auto aufgezeichnet werden. Wem 1440p noch nicht genug sind, der bekommt hier sogar 4K-UHD mit 3.840 x 2.160 Pixeln und 30 fps. Die Rückkamera filmt jedoch nur mit Full-HD. Wer Videos mit 60 fps aufnehmen will, muss die Auflösung der Frontkamera auf 1080p (FHD) reduzieren.

Über das WLAN-Modul können Videos mit dem Smartphone live abgerufen und verwaltet werden. Wenn ihr den Cloud-Service nutzt, lässt sich die DR900S auch aus der Ferne ansteuern. Zur Bearbeitung am Computer benötigt ihr die eigene BlackVue-Software für Windows-PCs oder Macs. Wer auf der Suche nach der besten Gesamtausstattung ist, findet sie in der BlackVue DR900S-2CH für rund 479 Euro*. Alternativ gibt es auch eine Full-HD-Version*.

Die beste Dashcam kaufen: Was muss man wissen?

Wenn ihr auf der Suche nach der besten Dashcam für euer Auto seid, gibt es in Deutschland durchaus einiges zu beachten. Auf Seiten wie Amazon wird man nicht nur durch die schiere Anzahl der verschiedenen Kameras verwirrt. Auch die unterschiedlichen Funktionen der Geräte sind nicht leicht zu durchblicken – was benötigt man wirklich? Worauf sollte man achten?

Allgemein kann man sagen, dass Dashcams mit den wirklich notwendigen Features und einer geeigneten Videoqualität nicht teuer sein müssen (siehe Apeman C660). Wer auf spezielle Extras wie Cloud-Anbindung, Fahrassistenzsysteme, GPS, Zweitkameras oder eine besonders hohe Auflösung Wert legt, muss jedoch etwas mehr Geld ausgeben.

Ein weiteres Problem beim Kauf ist die Rechtslage in Deutschland. Hierzulande gibt es einige Regeln, viele Punkte sind rechtlich aber auch noch in einer Grauzone und nicht eindeutig geklärt. Zudem unterscheiden sich die Gesetze bezüglich der kleinen Autokameras von Land zu Land teilweise stark.

Welche Auflösung reicht für ein gutes Bild? Wie groß sollte der Blickwinkel sein?

Wenn ihr nach einer Autokamera sucht, spielt die Videoqualität eine besonders wichtige Rolle. In der Regel genügt hier eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln (Full-HD) mit 30 Bildern pro Sekunde (fps) und ein Bildsensor einer bekannten Marke (z. B. Sony Exmor IMX323) , um ausreichend scharfe Videos im normalen Straßenverkehr zu erhalten.

Idealerweise kann eure Dashcam Videos mit 60 fps aufzeichnen. Das ist nützlich, sobald ihr außerhalb der Stadt mit höheren Geschwindigkeiten fahrt oder ein besseres Bild während der Zeitlupe benötigt. Müsst ihr dafür die Auflösung auf unter Full-HD reduzieren, lohnt sich der Kompromiss nicht.

Damit ihr während der Fahrt auch alle wichtigen Bereiche aufnehmt, sollte der Blickwinkel der Kamera mindestens 140° betragen. Je nachdem wie groß euer Windschild ist, können auch Weitwinkelobjektive bis 170° hilfreich sein. Kameras mit einem kleineren Aufnahmewinkel erfassen möglicherweise nicht den gesamten Bereich eurer Scheibe.

Welche Zusatz-Funktionen brauche ich?

Viele Dashcams werben mit Funktionen wie Parkmodus, G-Sensor (Beschleunigungssensor) und „Loop“. Genau genommen braucht man davon nur die Loop-Funktion, die Videos in einstellbaren Intervallen aufzeichnet und als kleine Clips abspeichert. Sollte eure verwendete Speicherkarte voll sein, werden die ältesten Clips automatisch überschrieben. Gleichzeitig werden dadurch Videos nicht dauerhaft gespeichert und zeitnah gelöscht, was rechtlich von großer Bedeutung ist. Einen kleinen Akku besitzen die meisten Kameras. Dieser ist nicht für den Dauerbetrieb gedacht (hält oft nur wenige Minuten), sondern für das sichere Ausschalten und Abspeichern, nachdem die Stromversorgung durch das Auto wegfällt.

Der G-Sensor dient allgemein zur Unfallerkennung durch Erschütterungen. Dadurch können dann verschiedene Funktionen ausgelöst werden. Oft wird darüber das „Notfall-Feature“ aktiviert. Die aktuelle Video-Datei wird dann automatisch vor dem Überschreiben gesichert und gesondert abgespeichert. Diese Sicherung lässt sich aber auch manuell aktivieren. Ein weiterer Nutzen ist die Parküberwachung. Im Parkmodus wird der G-Sensor eingesetzt, um Erschütterungen von außen durch Personen / Autos (Beschädigungen am Auto) zu erkennen und diese dann aufzuzeichnen. In der Praxis funktioniert dies aber nur mit einem Richtigen Bewegungssensor zuverlässig.

Wer lediglich die Fahrt für den Fall der Fälle aufzeichnen möchte, eine ausreichend große SD-Karte verwendet (z. B. 32 GB für circa 6 Stunden Videos) und keine Parküberwachung benötigt, kann auf solche Features verzichten.

Dem ADAC zufolge ist das Thema Dashcams im Verkehr in Deutschland rechtlich sehr umstritten, da es je nach Entscheidungsebene unterschiedliche Meinungen und Urteile gibt. Autokameras sind hierzulande nur unter strengen Bedingungen und Auflagen eingeschränkt zulässig. Die achtlose Verwendung kann hohe Bußgelder zur Folge haben.

Kurzfassung:

  • Aus Sicht der Landesschutzbehörden ist das dauerhafte, anlasslose Aufzeichnen des Verkehrs basierend auf der DSGVO unzulässig, da das informelle Selbstbestimmungsrecht und die Informationspflicht gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern nicht beachtet werden. Dieser Einschätzung stimmte auch das VG Ansbach zu (12.8.2014, Az: AN 4 K 13.01634).
  • Allgemein ist das dauerhafte Aufzeichnen und Veröffentlichen (z. B. im Internet) von Dashcam-Videomaterial in Deutschland nicht erlaubt und kann hohe Bußgelder zur Folge haben.
  • Laut eines Urteils des Bundesgerichtshofs vom 15. Mai 2019 (Az: VI ZR 233/17) dürfen Aufnahmen als Beweismittel bei Unfällen nur verwendet werden, wenn diese nicht dauerhaft aufgezeichnet (Loop-Funktion: Intervalle von wenigen Minuten) und nur aus einem konkreten Anlass (Unfall) gespeichert wurden.
  • Das Thema Dashcam bleibt rechtlich ungeklärt, da es weiterhin keine übergreifenden Entscheidungen gibt und trotz des BGH-Urteils von Fall zu Fall unterschiedlich gehandelt wird.
  • Im Ausland: Wer außerhalb von Deutschland mit einer Dashcam unterwegs ist, sollte sich vorher mit den dort geltenden Gesetzen vertraut machen. Es gibt einige EU-Länder, die Autokameras komplett verbieten.

In einem weiteren Artikel zum Thema „Sind Dashcams legal?“ erfahrt ihr auf GIGA mehr über die Rechtslage und die verschiedenen Urteile.

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