Die besten E-Bikes 2020: Das sind die Testsieger- und Bestseller-Pedelecs

Stefan Bubeck 5

Elektrofahrräder sind im Mainstream angekommen: Das Design ist mittlerweile cool und das Preis-Leistungs-Verhältnis interessant. Aber welches E-Bike soll man sich 2020 kaufen? GIGA zeigt im ausführlichen Vergleich, welche Modelle in Tests gewonnen haben und welche besonders begehrt sind.

E-Bikes und Pedelecs: Was ist das und wo liegt der Unterschied?

Gemeint sind Fahrräder mit Unterstützung durch einen Elektromotor. Allerdings sind die Begriffe „E-Bike“ und „Pedelec“ im Handel und im allgemeinen Sprachgebrauch nicht immer eindeutig getrennt. Wir richten uns nach dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.), der drei Arten von Elektrofahrrädern nennt, die unterschieden werden können:

  • Pedelecs: Der Begriff steht für „Pedal Electric Cycle“ und meint die in Deutschland bekannteste Art von Elektro-Rädern. Ein Elektromotor bis maximal 250 Watt schaltet sich hinzu, wenn der Nutzer selbst in die Pedale tritt. So bekommt man Unterstützung und spart Muskelkraft – allerdings nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Die beigesteuerte Leistung des elektromotorischen Hilfsantriebs ist abhängig von der Trittfrequenz des Fahrers. Für Deutschland geregelt im Straßenverkehrsgesetz (StVG) § 1.
  • Schnelle Pedelecs („Schweizer Klasse“): Auch „S-Klasse“ oder „S-Pedelecs“ genannt. Motorunterstützung für höhere Geschwindigkeiten (bis 45 km/h). Gelten rechtlich nicht mehr als Fahrräder, sondern als Kleinkrafträder. Benötigen einen Führerschein der Klasse AM, ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis. Bei der Nutzung besteht Helmpflicht, Radwege dürfen nicht benutzt werden.
  • E-Bikes im engeren Sinn: Im engeren Sinn versteht man unter einem E-Bike ein Fahrrad mit Elektroantrieb und Drehgriff oder Schaltknopf, das auch ohne körperlichen Einsatz (Pedale treten) des Nutzers fährt (max. 20 km/h). Es ist also mit einem „Elektro-Moped“ verwandt und wird vom deutschen Gesetzgeber entsprechend als Kleinkraftrad eingestuft. Um sie fahren zu dürfen, braucht man einen „Mofa-Führerschein“ (Prüfbescheinigung) und ein Versicherungskennzeichen.

Die hier im GIGA-Vergleich vorgestellten Testsieger und Bestseller sind allesamt Pedelecs laut obiger Definition. Die Preisspanne ist groß: Es gibt einfache Modelle für rund 500 Euro bis hin zum vollgefederten Mountainbikes mit Elektromotor für mehrere Tausend Euro. Aktuell sollte man mit 1.100 Euro aufwärts für ein Pedelec rechnen, dass täglich zum Einsatz kommen soll. Je mehr man ausgibt, desto besser die verbauten Komponenten wie Schaltung, Bremsen, Motor und Akku.

Die besten E-Bikes 2020: Alle Testsieger im Überblick

Platzierung Produkt Preis Angebot
Der Stiftung-Warentest-Sieger KTM Macina Fun 9 SI-P5I (2018) ca. 2.800 Euro (2020er-Nachfolgemodell) Nachfolgemodell 2020 bei FahrradXXL
Der Testsieger unter 2.000 Euro Stevens E-Molveno ca. 2.000 Euro Stevens E-Molveno 2020 bei Bikesnboards
Der Trekking-E-Bike NCM Milano ca. 1.080 Euro
Der Klapprad-Bestseller Zündapp Z101 ca. 750 Euro
Der Komfort-Testsieger E-Bike Manufaktur 19zehn ca. 3.000 Euro E-Bike Manufaktur 19ZEHN 2019 bei FahrradXXL
Unser Design-Liebling Cowboy E-Bike ca. 1.990 Euro Zur Website des Herstellers

Der E-Bike-Testsieger der Stiftung Warentest: KTM Macina Fun 9 SI-P5I (2018)

Der letzte große E-Bike-Test der Stiftung Warentest fand Mitte 2018 statt (Ausgabe 06/2018). Damals wurden 12 Trekking-Pedelec-Modelle verglichen, als Sieger ging das KTM Macina Fun 9 SI-P5I hervor. Es erhielt die Gesamtnote 1,7 („gut“) und wurde für das ausgeglichene Fahrverhalten, den kraftvollen Motor und die beste Handhabung gelobt. Die Reichweite von 73 Kilometern reichte für das Mittelfeld im Test. Kritikpunkt: Das laut Hersteller zulässige Gesamtgewicht (124 kg) erlaubt rein rechnerisch mit 25 kg Gepäck nur einen Fahrer mit einem Körpergewicht von maximal 74 kg. Interessantes Detail: Fast alle der von Stiftung Warentest untersuchten E-Bikes waren mit einem Antrieb aus der Bosch Performance Line ausgestattet – trotzdem gab es große Unterschiede bei der Teilnote „Antrieb“. Nur die Marke des Elektromotors ist also noch keine Aussage über das tatsächliche Ansprechverhalten oder die Reichweite.

Das 2018 von der Stiftung Warentest zum Gesamtsieger erkorene Modell KTM Macina Fun 9 SI-P5I ist mittlerweile nur noch gebraucht zu finden. Wir haben beim Hersteller in Mattighofen (Österreich) nachgefragt: Das offizielle Nachfolgemodell unter den aktuellen 2020er-E-Bikes das KTM Macina Fun 510 (ca. 2.800 Euro), das von der Ausstattung her sehr ähnlich ist. Das zulässige Gesamtgewicht wurde auf 143 kg angehoben, womit einer der damaligen Kritikpunkte der Stiftung Warentest beim aktuellen Modell nicht mehr zutreffen dürfte.

Vorteile (KTM Macina Fun 9 SI-P5I ): 

  • Sehr gutes Fahr- und Schaltverhalten
  • Breiter Lenker, angenehme Griffe
  • Motor spricht gut an

Nachteile (KTM Macina Fun 9 SI-P5I ):

  • Maximales Gesamtgewicht eher niedrig bemessen
  • Reichweite nur Durchschnitt

Das beste Elektrofahrrad unter 2.000 Euro: Stevens E-Molveno

Das Magazin „Elektrobike“ lobte in der Ausgabe 02/2019 (auch bei Readly verfügbar) das E-Molveno der Hamburger Fahrradmarke Stevens: Es ist der Testsieger in der Kategorie „günstige E-Bikes“ (bis 2.000 Euro) und wird als „durch und durch vernünftiges E-Bike“ bezeichnet. Die positive Beurteilung findet sich in ähnlicher Form auch bei „Bike Bild“, hier reichte es aber nur für ein Gesamturteil mit der Note „befriedigend“.

Das Stevens E-Molveno ist gut ausgestattet (Schutzbleche, Gepäckträger, Beleuchtung, hydraulische Scheibenbremsen) und bietet mit seinem 400-Wh-Akku eine brauchbare Reichweite (ca. 50 km in der Stadt), mit der die meisten Fahrer im Alltag auskommen dürften.

Vorteile:

  • kaum hörbarer Elektromotor
  • vollausgestattetes Pedelec

Nachteile:

  • Motorleistung etwas zu leistungsschwach für sportlich-flotte Fahrer

Der Bestseller bei Amazon: Trekking-E-Bike NCM Milano

Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 22.2.2020 18:20 Uhr

Wer sich die anschaut, wird schnell auf die Marke „NCM“ stoßen, die mit verblüffend günstigen Preisen stark vertreten ist. Dahinter steckt das Unternehmen Leon Cycle aus Hannover, das mit dem E-Bike-Label NCM auf Direktvertrieb setzt.

Das Trekking-E-Bike NCM Milano ist bei Amazon aktuell ganz oben platziert (Stand: 27.01.2020) – ein klarer Bestseller, der sich mit 1.079 Euro dazu noch in sehr günstigen Gefilden aufhält. Einen Bosch-Motor gibt’s dafür nicht, aber das Milano setzt immerhin bei Schaltung (Shimano Altus) und Reifen (Schwalbe Marathon) auf bekannte Namen, die unter Radfans Vertrauen genießen. Die fast Kundenrezensionen bei Amazon sind , immer wieder wird das gute Preis-Leistungs-Verhältnis gelobt. Einer der Käufer berichtet, er müsse nach bewegungsreichen Fahrten auf Waldwegen „regelmäßig Bremsen und Schaltung nachjustieren“, ein anderer findet den „verzögert reagierenden Antrieb“ gewöhnungsbedürftig.

Alles in allem ein solides E-Bike, das Basisanforderungen bedient und den Geldbeutel schont. Hinweis: Für 360 Euro mehr bekommt man das mit größerer Akkukapazität,  Shimano Acera Gangschaltung und hydraulischen Scheibenbremsen.

Vorteile:

  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • ordentliche Ausstattung
  • Reichweite von bis zu 130 km

Nachteile:

  • vereinzelte Käuferberichte über Qualitätsmängel („Motorfehler nach 60 km“) trüben den Gesamteindruck

Der klappbare E-Bike-Bestseller: Zündapp Faltrad Z101

Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 22.2.2020 18:18 Uhr

Und nochmal ein Blick in die , diesmal mit Fokus auf die Gattung der klappbaren E-Bikes, die sich besonders platzsparend im Kofferraum eines Autos oder in der Bahn transportieren lassen. Hier fällt das Zündapp Z101 ins Auge, das mit bezahlbar ist und durchschnittlich mit 4 von 5 Sternen bewertet wurde. Der Name „Zündapp“ stand einst für den Nürnberger Motorradhersteller „Zündapp-Werke GmbH“, welcher allerdings im Jahr 1984 Konkurs ging. Heutzutage wird der Markenname unter anderem für E-Bikes verwendet, die in China produziert werden.

Das E-Klapprad Z101 ist mit einer StVZO-konforme Beleuchtung ausgestattet und wird vollständig montiert ausgeliefert. Der Alurahmen besitzt einen Klappmechanismus, das Faltmaß beträgt kompakte 97 cm x 67 cm x 44 cm. Allerdings schränken die 21,1 kg Gewicht die Mobilität ein wenig ein – vor allem ältere Nutzer sollten das Pedelec nicht allzu schwungvoll in den Kofferraum wuchten. Das könnte in die Bandscheiben gehen.

„Das Bike eignet ich für kleinere Fahrten auf guten Wegen,“ fasst einer der Käufer bei Amazon zusammen und trifft den Einsatzzweck eines faltbaren E-Bikes damit auf den Punkt. Die 20-Zoll-Bereifung fordert Kompromissbereitschaft in Sachen Fahrkomfort- und -Stabilität, darüber muss man sich im Klaren sein. Für gelegentliche Einsätze in der Stadt ist das Zündapp Z101 genau das Richtige – wer mehr will, muss mehr ausgeben und auf den Klappmechanismus verzichten.

Vorteile:

  • Niedriger Preis
  • StVZO-konforme Ausstattung

Nachteile:

  • eingeschränkter Fahrkomfort
  • Reichweite nur 35 bis 45 km pro Akkuladung, laut einzelnen Nutzerberichten auf Stufe 3 auch erheblich weniger

Das komfortabelste E-Bike: E-Bike Manufaktur 19ZEHN

Wer viel ausgibt, bekommt auch viel. Das Modell „19ZEHN“ der E-Bike Manufaktur aus Oldenburg kostet stattliche 4.199 Euro (UVP) und ist technisch vom Feinsten ausgestattet. Die hochwertige Federgabel (Suntour Mobie45), die geferderte Sattelstütze (Cane Creek Thudbuster ST) und breite Reifen (Continental Contact Travel) sorgen zusammen für einen überragenden Fahrkomfort, wie man ihn von einem Premium-Trekking-E-Bike erwarten darf. Damit ist man auch für längere Ausfahrten gut gerüstet.

Das Magazin Elektrobike (Ausgabe 02/2019, auch bei Readly verfügbar) vergibt die Note „sehr gut“ und das Prädikat „Komfort-Tipp 2019“. Der „starke und zuverlässige Allrounder“ E-Bike Manufaktur 19zehn wird kaum bemängelt, allenfalls das auffällige Design und das hohe Gewicht könnten so manchen Interessenten vom Kauf abhalten. Zum ausgesprochen hohen Preis gibt’s gute Nachrichten: Wer sich im Handel umschaut, kann das 2019er-Modell dort für rund 3.000 Euro finden – das rückt den Testsieger nochmal in ein ganz anderes Licht.

Das E-Bike mit dem besten Design: Cowboy E-Bike

Das beste Pedelec? Cowboy Bike im Test.

Auch wenn sich in Sachen Design in den letzten Jahren viel getan hat – so richtig sexy sind nur ganz wenige E-Bikes. Ein glänzendes Beispiel setzt an der Stelle das E-Bike von belgischen Startup Cowboy. Ein minimalistischer und futuristischer Look, der die Blicke auf sich zieht. Dank geschmeidiger Formgebung ist es aber nicht sofort als Elektro-Fahrrad erkennbar. Ist das aus einem Science-Fiction-Film oder direkt aus der Zukunft?

GIGA-Redakteur und leidenschaftlicher Radfahrer Sebastian ist eigentlich immer ohne Elektromotor unterwegs. Er hat das „iPhone unter den E-Bikes“ ausgiebig getestet und kommt zum Schluss, dass das 16 kg leichte Cowboy E-Bike seine Sicht auf Pedelecs „total verändert“ habe. Keine Gangschaltung, keine Motorsteuerung, trotzdem dynamische E-Unterstützung – das Cowboy E-Bike zeigt, wohin sich Pedelecs entwickeln könnten. Ein spannendes Konzept, mit 1.990 Euro (UVP) fair bepreist und abgesehen davon auch schön anzusehen.

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E-Bike-Testsieger und -Bestseller 2020: Das sollte man vor dem Kauf wissen

E-Bike vom Discounter: Angebote bei Aldi und Lidl

E-Bikes sind wesentlich teurer als vergleichbare herkömmliche Fahrräder – das ist kein Wunder, denn Elektromotor, Akku und Elektronik verursachen Zusatzkosten bei der Herstellung. Um dennoch günstig an ein E-Bike zu kommen, lohnt sich der Gang zum Discounter. Die beiden Supermarkt-Riesen Lidl und Aldi (Hofer in Österreich), aber auch der Autodienstleister A.T.U haben immer wieder bezahlbare (Marken)-Pedelecs im Angebot – GIGA berichtet regelmäßig darüber. Verkauft werden nicht nur normale E-Bikes, sondern auch Modelle mit drei Rädern und Ladefläche (Cargo-E-Bike/Lastenrad) oder klappbare Pedelecs.

E-Bike-Helmpflicht und geeignete Helme

Eine Helmpflicht für Pedelec-Fahrer besteht in Deutschland laut aktueller Gesetzgebung nicht. Trotzdem ist wie bei herkömmlichen Fahrrädern auch das Tragen eines Helms zu empfehlen, da dieser im Fall der Fälle dem Fahrer das Leben retten kann. Ein Blick in die zeigt, dass man gute Modelle bereits ab 35 Euro finden kann.

Airbag statt Helm: Hövding 3 (Herstellervideo).

Ein etwas außergewöhnlicher „Helm“ ist der , den man um den Nacken trägt. Der Kopf bleibt während der Fahrt frei – erst bei einem Sturz bläst sich blitzschnell ein schützendes Kissen auf, dass mögliche Stöße sicher abfängt.

Akkus von E-Bikes: Verschleiß und Entsorgung

Die Energieversorgung des E-Bike-Motors während der Fahrt erfolgt über eine Batterie (meist Lithium-Ionen-Akku). Je nach Kapazität hält eine Ladung für eine Reichweite von 40 bis 100 Kilometern. Der Akku ist ein Verschleißteil und muss nach einigen Jahren ausgetauscht werden, da er mit der Zeit an Leistung verliert. Tipp: Extremtemperaturen sind auf Dauer zu vermeiden, am besten ergeht es E-Bike-Akkus bei Zimmertemperaturen. Die Entsorgung von alten E-Bike-Akkus geschieht übrigens nicht über den Hausabfall! Entsorgt werden muss fachgerecht in Deutschland über das „Gemeinsame Rücknahmesystem Batterien“ des Fachhandels und über kommunalen Sammelstellen.

Umweltsituation: Wie umweltfreundlich sind E-Bikes?

Die Nutzung eines E-Bikes schont die Umwelt – zumindest im Vergleich zum PKW. Hier einige Punkte, bei denen E-Bikes in Sachen Umweltschutz besser abschneiden als Autos:

  • weniger CO2-Emissionen
  • weniger Stickstoffoxide (NOX)
  • weniger Feinstaub

Vollkommen emissionsfrei oder umweltschonend sind E-Bikes allerdings nicht, man denke an die Herstellung (Abbau von Lithium für die Akkus) und die für die Fahrt benötigte Energie. Wenn letztere nicht aus einer erneuerbaren Quelle stammt, dann hat das negative Auswirkungen auf die Umweltbilanz jeder einzelnen Pedelec-Fahrt. Ein E-Bike ist in der Regel nur dann eine umweltschonendere Alternative, wenn man stattdessen das Auto stehen lässt. Die umweltfreundlichsten Fortbewegungsarten bleiben weiterhin zu Fuß gehen oder das herkömmliche Rad ohne Elektromotor.

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