Die besten Fernseher 2019: Welches TV-Gerät soll ich kaufen – und was muss ich wissen?

Frank Ritter

In den letzten Jahren hat sich bei Fernsehern technisch viel getan und es gibt hunderte von Modellen bei den großen Händlern zur Auswahl: von spottbillig bis sauteuer, von kompakt bis riesig, garniert mit Kürzeln wie UHD, HDR und natürlich auch einem Begriff wie „Smart“. Da fällt es schwer, sich für ein Modell zu entscheiden. GIGA-Experte Frank erklärt, welche Fernseher sich 2019 wirklich lohnen – und worauf man beim TV-Kauf achten muss.

Der beste kompakte Fernseher mit 32 Zoll: LG 32LK6200

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Ob als Platzsparer in der Studentenwohnung, Gartenlaube oder als Zweitgerät fürs Schlafzimmer – die kompakten Geräte der 32-Zoll-Klasse haben nach wie vor ihre Berechtigung. Unsere Empfehlung in diesem Bereich ist der LG 32LK6200. Das Gerät hat ein gutes Bild, die Software ist bewährt und leistungsfähig. Dank der großen App-Auswahl kann man den Fernseher direkt aus dem Netz per LAN oder WLAN mit Netflix, Amazon Prime Video, DAZN, Sky Ticket und dergleichen nutzen. Im 32-Zoll-Bereich haben praktisch alle Geräte 1080p-Auflösung (Full HD) – angesichts der Displaygröße ist das Fehlen von 4K kein Problem. Typisch für 32-Zoll-TVs wie diesen ist jedoch dünner Sound. Soundbars machen hier wenig Sinn, da sie meist größer sind als der Fernseher, aber schon ein externer Lautsprecher kann den Klang deutlich verbessern. Mit einem Preis von rund 270 Euro reißt der Fernseher kein Loch in den Geldbeutel.

  • Vorteile: Preisgünstig, kompakt, gute Software
  • Nachteile: Magerer Sound, Bildgröße nur für geringen Sitzabstand geeignet

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55-Zoll-TV mit 4K und Top-Preis-Leistungs-Verhältnis: Samsung UE55NU7409U

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55-Zoll-Fernseher bieten den wohl besten Kompromiss aus Bildschirmgröße, Preis und „Aufstellbarkeit“ in den meisten Wohnzimmern. Die Preisspanne ist jedoch groß: Während mancher „Billigheimer“ bereits für unter 400 Euro zu haben ist, kosten teure Modelle deutlich über 1.000 Euro.

Eine gute Balance aus Preis und Leistung bietet Samsungs Modell UE55NU7409U. Die hohe 4K-Auflösung, HDR-Fähigkeit und ein realistisches Farbbild sind spitze in dieser Preisklasse, dafür kann man auch die geringere Bildwiederholrate und seitlichen Betrachtungswinkel verschmerzen. Samsungs Tizen OS, das auf dem TV läuft, ist eine bewährte Software-Plattform mit gutem App-Support. Die Anschlussvielfalt, ein Game-Modus sowie die hervorragende Fernbedienung runden das Angebot ab. Nur Kopfhörer-Fans könnten aufgrund des Fehlens von Bluetooth und Klinkenbuchse verärgert sein. Trotzdem: Für rund 600 Euro bietet das Samsung-Gerät ein starkes Gesamtpaket!

Tipp: Samsung bietet das Modell auch in anderen Größenvarianten an, die ebenfalls viel Leistung für verhältnismäßig wenig Geld bieten.

  • Vorteile: Gute Bildqualität, preiswert, großes Display, gute Software
  • Nachteile: Schlechte seitliche Blickwinkel

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Der beste OLED-Fernseher: LG OLED C97LA

Filmfans schwören aufgrund ihrer hervorragenden Bildqualität auf Fernseher mit OLED-Panel. LG aktualisiert seine OLED-TVs mittlerweile im Jahrestakt, das aktuelle Spitzenmodell stellt der „C9“ dar. Mehr Fernseher, abgesehen von fast unbezahlbaren Luxusausführungen der „Signature“-Reihe, gibts aktuell nicht fürs Geld.

Der LG OLED C97LA bietet eine Ausstattung, die praktisch keine Wünsche offenlässt: Diverse Anschlüsse, unter anderem das zukunftssichere HDMI 2.1, ein betörendes Design, guten Sound über die integrierten Speaker, neueste Technologien zur Bildverbesserung, LGs funktionales webOS-Betriebssystem. Gamer freuen sich zudem über die Unterstützung variabler Bildraten bis 120 Hz, die für angeschlossene Xbox-One-Konsolen und PCs besonders ruhige Bilder garantieren. Dazu 4K-Auflösung mit gutem Upscaling von niedriger auflösenden Bildern, HDR, Dolby-Vision- und Dolby-Atmos-Support, eine klasse Fernbedienung mit Sprachsuche und per Luftgesten ausführbarer „Maussteuerung“. Apps für die gängigen Streaming-Dienste und der Google Assistant sind auch an Bord, zukünftig sollen per Software-Update auch Alexa und Apple AirPlay integriert werden.

Den C9 gibt es mit 55 Zoll Bilddiagonale für rund 2.300 Euro, mit 65 Zoll für etwa 3.200 Euro.

  • Vorteile: Hohe Bildqualität für alle Inhalte, Anschlussvielfalt, guter Sound, Bildverbesserungen, Software und Apps, gute Fernbedienung
  • Nachteile: Geringere Helligkeit und Burn-In-Gefahr bei statischen Inhalten

Fernseher kaufen: Was man wissen muss

Der Markt für Fernseher ist fast unüberschaubar. Neben den von uns vorgestellten Exemplaren gibt es hunderte von Modellen, teilweise im Angebot zu Spottpreisen. Wenn du einen Fernseher kaufst, solltest du wissen, worauf du achten solltest. Deswegen hier ein paar der wichtigsten Infos.

Welche Größe für welchen Abstand?

Die Frage nach der optimalen Größe des Fernsehers hängt von vier Faktoren ab:

  • Wie sind die Bedingungen des Raums, in dem der Fernseher stehen soll?
  • Wie groß ist mein Sitzabstand zum TV?
  • Für welche Inhalte nutze ich den Fernseher?
  • Persönliche Präferenzen und Anforderungen

Laut einer bekannten Faustregel soll der Abstand zum Fernseher etwa das 2- bis 3-fache der Bildschirmdiagonale betragen. Ein Fernseher hat zum Beispiel einen Bildschirm mit 55 Zoll in der Diagonale, das sind rund 140 cm – der optimale Sitzabstand zum Gerät beträgt demnach 2,80 m bis 4,20 m. Höhere Abstände erfordern größere Bildschirme, wer aufgrund von Platzmangel näher am TV sitzt, darf auch guten Gewissens zu einem kleineren Gerät greifen. Wenn man viel hochauflösendes Material schaut, also beispielsweise Filme und Serien in 4K, ist auch ein geringer Abstand oder größerer Fernseher vertretbar, um die Schärfe des Bildes richtig genießen zu können. Konsolenspieler sollten sich wiederum im Zweifel für ein kleineres Modell entscheiden – für bessere Übersicht im Spiel. Natürlich können bei der Wahl der Größe auch Faktoren wie der individuelle Geschmack oder Sehschwächen eine Rolle spielen.

LCD vs. LED vs. QLED vs. OLED: Kampf der Bildschirm-Technologien

Wichtigste Eigenschaft eines Fernsehers ist die Bildqualität, und die hängt im Wesentlichen vom Panel ab, also dem Bildschirm. Inwiefern sich die einzelnen Bildschirm-Technologien voneinander unterscheiden, welche Vor- und Nachteile sie bieten – das haben wir für euch in diesem Video zusammengefasst:

LCD vs. OLED: Was ist wirklich besser? – TECHfacts.

Röhren- und Plasmabildschirme sind technisch überholt und spielen heute praktisch keine Rolle mehr. Die verbreitetsten Panels sind LC-basierte Displays, auch LCDs genannt. Diese werden von vielen Herstellern gefertigt, haben unterschiedliche technische Eigenschaften und eine breite Streuung, was die Qualität angeht. Vor- wie Nachteil aller LC-basierten Technologien ist die rückwärtige Beleuchtung. So gibt es kein „echtes“ Schwarz auf diesen Bildschirmen und die Beleuchtung kann unregelmäßig sein, dafür können deutlich höhere Helligkeitswerte als bei OLED erreicht werden.

Einige Hersteller bieten LED-TVs an, Samsung hält mit seinen Marketingbegriff „QLED“ dagegen. Streng genommen handelt es sich bei LED und QLED um eine Verfeinerung der LCD-Technik, die Leuchtdioden (LEDs) für die Hintergrundbeleuchtung nutzen. Samsung nutzt zudem so genannte Quantom-Dot-Nanokristalle, um die Darstellung zu verbessern. Vorteil von LED-TVs gegenüber OLED sind deutlich höhere Helligkeitswerte und eine sehr natürliche Farbwiedergabe, außerdem findet kein „Burn-In-Effekt“ statt. Dafür sind LED-TVs in dunklen Farbbereichen weniger gut, wiewohl Samsungs QLED-TVs hier auch aufgeholt haben.

Bei Fernsehern mit OLED-Technik müssen Pixel nicht rückwärtig beleuchtet werden, die Dioden leuchten selbst, was zunächst einmal noch dünnere Fernseher ermöglicht. Großer Vorteil von OLED-Fernsehern sind folglich die „echten“ Schwarztöne, die hervorragende Kontraste und Detailnuancen auch in extrem dunklen Szenen ermöglichen, außerdem intensive, tiefe Farben mit extrem guten seitlichen Blickwinkeln. Zwar kommt die Maximalhelligkeit nicht ganz an die klassischer LCD-TVs heran und es gibt den so genannten Burn-In-Effekt, der bei längerer Darstellung desselben Motivs über tausende Stunden dauerhafte „Schatten“ im Bild erzeugt – beide Probleme können bei normaler Nutzung aber vernachlässigt werden.

Darüber, ob (Q)LED- oder OLED-TVs die bessere Bildqualität aufweisen, herrschen unterschiedliche Meinungen vor. Die Frage hängt vom persönlichen Geschmack ab, tolle Bilder können beide Technologien produzieren.

4K-Fernseher kaufen oder nicht?

4K-Auflösung, auch UHD genannt, besitzt viermal so viele Bildpunkte wie FullHD. Schaut man Inhalte an, die 4K-Aufklösung vorliegen, erhält man ein schärferes und lebensnaheres Bild. Wer nur klassisches Fernsehen und DVDs schauen möchte und nicht vorhat, das zu ändern, braucht keinen 4K-Fernseher. Aber: 4K ist mittlerweile etabliert, insbesondere für Streaming-Dienste und 4K-BluRays lohnt es sich, die hohe Auflösung zu nutzen. Ab einer Bildschirmgröße von 49 Zoll raten wir daher zu 4K, zumal es in diesen Größen in absehbarer Zeit sowieso kaum noch gute FullHD-Geräte geben wird.

HDR – eine Investition in die Zukunft

HDR, kurz für „High Dynamic Range“, sorgt für ein breiteres Farbspektrum, stärkere Kontraste und eine höhere Maximalhelligkeit gegenüber dem „normalen“ SDR (Standard Dynamic Range). Wenn HDR vom abgespielten Inhalt und dem Fernseher genutzt wird, ist der Effekt überzeugend und ein echter Mehrwert. Allerdings gibt es noch nicht allzu viele Medien, Standards konkurrieren miteinander (HDR10, HDR10+, Dolby Vision) und viele Fernseher in unteren Preisbereichen nutzen HDR nicht richtig, sodass der Unterschied entweder kaum bemerkt wird oder, auf schlechten Geräten, HDR sogar schlechter aussieht als SDR. Derzeit ist HDR nur in höheren Preisregionen „Pflicht“. Aber auch dort empfiehlt sich, Testberichte im Netz zu lesen, wie gut HDR auf dem jeweiligen funktioniert.

Wichtig für Streaming-Gucker: Netflix liefert HDR-Inhalte in den Standards HDR10 und Dolby Vision aus, Amazon Prime unterstützt HDR10 und HDR10+. Samsungs und Philips neuere High-End-Fernseher unterstützen HDR10 und HDR10+, die LG-Geräte HDR10 und Dolby Vision. Soll heißen: Ein optimales Netflix-Bild gibt’s bei LG, hübschere Amazon-Prime-Inhalte bei Samsung und Philips – natürlich nur, wenn die Inhalte die jeweiligen Standards unterstützen. Künftige TV-Modelle sollen sowohl HDR10+ als auch Dolby Vision unterstützen.

Was heißt Smart TV – und brauche ich das?

Smart-TV-Funktionen sind für jeden sinnvoll, der sich Inhalte aus dem Netz anschauen möchte – von YouTube über Netflix und Amazon Prime bis hin zu Sky, Maxdome und DAZN. Zudem erleichtern Smart-TVs die Bedienung über ausgefeilte Benutzer-Oberflächen. Eine weitere wichtige Funktion ist schließlich das Abspielen von lokalen Inhalten per USB-Datenträger oder im Netzwerk.

Es gibt eine ganze Reihe von Smart-TV-Plattformen, dank denen vor allem Apps und Streaming-Dienste genutzt werden können. Die wichtigsten sind Tizen (Samsung), webOS (LG) und Android TV (Sony, Philips und andere).

Wer einen alten oder leistungsschwachen Fernseher hat, ein Gerät mit mangelhaften Smart-TV-Funktionen oder einen Bildschirm, der keine Smart-TV-Eigenschaften besitzt (viele Projektoren, PC-Monitore und dergleichen), kann trotzdem Smart-TV-„aufrüsten“. Dafür muss man ein zusätzliches Gerät anschließen. Neben Spielkonsolen wie Sony PlayStation 4 und Xbox One, die teilweise auch Smart TV-Funktionalität bieten, gibt es günstigere oder spezialisierte Optionen:

Preiswert: Chromecast

Google Chromecast ist ein kleines Gerät, das direkt an einem HDMI-Port des Fernsehers eingestöpselt wird. Damit können Medieninhalte von Netflix und anderen Diensten gestreamt werden. Die Steuerung findet komplett über das Smartphone statt. Chromecast kostet rund 40 Euro in der Basis-Version Chromecast 3, 70 Euro für den 4K-fähigen Chromecast Ultra. Mehr zum Thema Google Chromecast.

Chromecast-Alternative von Amazon: Fire TV Stick 4K

Ähnlich viel wie ein Chromecast kostet Amazons Alternative, der Fire TV Stick. Vorteil: eine eigene Oberfläche, die man per mitgelieferter Fernbedienung direkt auf dem Fernseher bedienen und über die man Apps installieren kann. Nachteil: Werbung und ein starker Fokus auf Amazons eigene Inhalte. Mehr in unserem Test zum Fire TV Stick 4K.

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Vielseitig: Nvidia Shield TV

Eine Box, über die man ein komplettes Android-TV-System erhält, alle relevanten Streaming-Dienste nutzen kann und lokale Medien per USB-Anschluss oder per Freigabe im Netzwerk abspielt. Zusätzlich erhältliche Game Controller lassen das Gerät zur Spielkonsole werden – entweder direkt auf dem Gerät (Spiele-Apps aus dem Play Store), gestreamt vom PC im lokalen Netzwerk (Nvidia-Geforce-Grafikkarte im PC notwendig) oder aus dem Internet über Nvidias Geforce Now Service (Beta-Stadium, zukünftig kostenpflichtig). Mehr Infos zu Nvidia Shield TV.

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Für Apple-Fans: Apple TV 4K

Hinter einer polierten Oberfläche kann man mit der Streaming-Set-Top-Box Apple TV 4K Apples eigene und andere Streaming-Dienste nutzen, natürlich mit 4K- und HDR-Unterstützung. Über den App Store lädt man, in Verbindung mit zusätzlich erhältlichen Controllern, Spiele herunter. Regelmäßige Updates und optimale Unterstützung von AirPlay 2 zeichnen die Box außerdem aus. Die beste Option, wenn man bereits andere Apple-Geräte hat. Mehr in unserem Test zu Apple TV 4K. Kostenpunkt: rund 190 Euro.

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