Egal ob ihr nur gelegentlich Mails schreibt, den Großteil des Tages am Schreibtisch verbringt oder hauptsächlich auf eurem Gaming-PC zockt. In jedem dieser Fälle werdet ihr auf ein Utensil kaum verzichten können: die passende Tastatur. Doch welche eignet sich am besten für die jeweiligen Szenarien? GIGA stellt euch die besten Tastaturen vor und erklärt zusätzlich, was vor einem Kauf unbedingt beachtet werden sollte.

 

Tastatur

Facts 

Sitzt ihr nur selten vor dem Bildschirm, reicht in den meisten Fällen eine Tastatur, die nur über die nötigen Basics verfügt. Arbeitet ihr hingegen fast ausschließlich am Computer, solltet ihr auf ein ansprechendes Design und praktische Zusatzfunktionen achten. Und nutzt ihr die Tastatur primär für Gaming, dann legt ihr sicherlich Wert auf mechanische Schalter und eine ansprechende RGB-Beleuchtung.

Wir zeigen euch, welche Tastaturen sich am besten für welchen Zweck eignen und empfehlen euch entsprechende Modelle. Schließlich gehen wir noch auf diverse Zusatzfunktionen sowie die Unterschiede zwischen den einzelnen mechanischen Schaltern und der Rubberdome-Variante ein.

 Die besten Tastaturen 2020: Alle Modelle in der Übersicht

Platzierung Modell Preis Angebot
Preis-Leistungs-Tipp: Cherry KC 1000 ca. 15 Euro Zu Amazon
Home Office: Logitech MX Keys ca. 100 Euro Zu Saturn
Professionell: Das Keyboard 4 Professional ca. 150 Euro Zu Otto
Gaming: Steelseries Apex Pro ca. 210 Euro Zu Amazon

Preis-Leistungs-Tipp: Cherry KC 1000

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Die Marke Cherry ist vor allem für ihre Schalter bekannt, die heutzutage in fast jeder mechanischen Tastatur zu finden sind. Im Falle der Cherry KC 1000 handelt es sich schon um ein Komplettpaket  allerdings mit herkömmlichen Rubberdome-Tasten. Dafür ist dieses Modell äußerst preiswert und soll laut Hersteller etwa 10 Millionen Tastenanschläge wegstecken können. Das sollte für Gelegenheitsnutzer allemal ausreichen.

Cherry KC 1000

Cherry KC 1000

Vorteile:

  • Leiser Tastenanschlag
  • Geringer Preis

Nachteile:

  • Kürzere Lebensdauer durch Rubberdome-Tasten
  • Keine Beleuchtung

Die beste Tastatur fürs Home Office: Logitech MX Keys

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Ihr arbeitet derzeit primär im Home Office und sucht noch die perfekte Tastatur? Die Logitech MX Keys scheint wie gemacht für den Job. Sie funktioniert kabellos und verfügt über eine dynamische Beleuchtung, die sich durch verbaute Sensoren automatisch an- oder ausschaltet. Bei Bedarf lässt sich die Beleuchtung auch komplett deaktivieren, was die Akkulaufzeit auf satte fünf Monate verlängern soll. Mit Beleuchtung hingegen hält sie dann lediglich zehn Tage.

Aufgeladen wird sie per USB-C-Anschluss. Die verfügbare Logitech-Software funktioniert vor allem in Kombination mit einer Logitech MX Master 3 wunderbar. Besagte Maus und Tastatur in Kombination können eure Produktivität also durchaus steigern.

Logitech MX Keys

Logitech MX Keys

Vorteile:

  • Dynamische Beleuchtung
  • Kabellose Verbindung
  • Mit Windows und Mac kompatibel
  • Software mit nützlichen Zusatzfunktionen
  • USB-C-Anschluss

Nachteile:

  • Hoher Preis
  • Gewöhnungsbedürftige Tasten
  • Deutlich geringere Akkulaufzeit mit aktivierter Beleuchtung

Die beste professionelle Tastatur: Das Keyboard 4 Professional

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Welche Tastatur wäre wohl besser für den professionellen Einsatz gedacht als Das Keyboard 4 Professional? In diesem Fall ist der Name Programm: Neben den äußerst langlebigen Cherry-MX-Brown-Switches verfügt die Tastatur ebenfalls über einen integrierten USB-3.0-Hub sowie einem handlichen Lautstärkeregler und nützliche Zusatztasten. Diese können unter anderem zur Steuerung von Medien genutzt werden oder euren PC per Knopfdruck in den Ruhezustand versetzen.

Ein großer Nachteil mechanischer Tasten ist deren Lautstärke beim Schreiben. Die hier verbauten Schalter gehören zwar bereits zur leiseren Sorte, sind aber trotzdem noch deutlich hörbar. In diesem Fall wären entweder die zuvor genannte Logitech MX Keys oder das Apple Magic Keyboard entsprechende Alternativen. Sind euch hingegen die ergonomischen Eigenschaften einer Tastatur besonders wichtig, so wäre die Logitech Ergo K860 ebenfalls eine gute Wahl.

Das Keyboard 4 Professional

Das Keyboard 4 Professional

Vorteile:

  • Hohe Lebensdauer durch mechanische Schalter
  • Integriertes USB-3.0-Hub
  • Lautstärkeregler und Medientasten

Nachteile:

  • Hoher Preis
  • Lauter Tastenanschlag

Die beste Gaming-Tastatur: Steelseries Apex Pro

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Mit der Steelseries Apex Pro sind wir nun in der Königsklasse der Tastaturen angekommen. Das liegt einerseits am enormen Funktionsumfang und gleichzeitig am stolzen Preis von über 200 Euro. Die Hauptmerkmale sind ganz klar das integrierte OLED-Smart-Display sowie die sogenannten OmniPoint-Schalter, deren Auslösepunkt sich individuell anpassen lässt. Nicht grundlos hat sie unserem Test fast in jeder Hinsicht überzeugen können.

Ihr möchtet bei eurem Gaming-Setup auf unnötige Kabel verzichten? Die Logitech G915 hört sich da für viele vermutlich wie ein wahr gewordener Traum an: kabellos, mechanisch und sogar RGB-Beleuchtung. Einziger Wermutstropfen ist der stattliche Preis. Sollte euch dieser ganze Schnickschnack nicht wichtig sein, wäre die Ducky One 2 Skyline TKL einen Blick wert. Der Hersteller ist zwar eher unbekannt, dennoch ist die Tastatur hervorragende verarbeitet und die verbauten Cherry MX-Brown-Switches sind gute Allrounder, die sich gleichermaßen zum Zocken und zum Schreiben eignen.

SteelSeries Apex Pro TKL

SteelSeries Apex Pro TKL

Vorteile:

  • OmniPoint-Schalter mit anpassbarer Empfindlichkeit
  • OLED-Smart-Display
  • RGB-Beleuchtung
  • Integrierter USB-Passthrough-Port
  • Lautstärkeregler und Medientasten
  • Inklusive Handballenauflage

Nachteile:

  • Hoher Preis
  • Lauter Tastenanschlag
  • Nicht alle Tasten sind mit OmniPoint-Schaltern ausgestattet

So wurde getestet

Bei der Wahl einer neuen Tastatur wird man heutzutage förmlich erschlagen. Dementsprechend schwierig ist es auch, diesbezüglich immer den Durchblick zu haben. Dabei gilt es zunächst festzustellen, für welchem Bereich die Tastatur primär eingesetzt werden soll: Home Office, Büro oder Gaming? Welches Budget steht euch zur Verfügung und welche Schalter sollen verbaut sein?

Bei unserer Auswahl haben wir uns daher bewusst für Exemplare entschieden, die einerseits ein möglichst breites Spektrum abdecken und ebenso ein optimales Preis-Leistung-Verhältnis aufweisen. Um euch den bestmöglichen Überblick verschaffen zu können, haben wir neben unseren eigenen Erfahrungen ebenso externe Nutzerwertungen in unsere Entscheidung mit einfließen lassen.

Tastatur kaufen: Das solltet ihr beachten

Befindet ihr euch die meiste Zeit in einem Büro mit anderen Kollegen, wäre eine Tastatur mit möglichst leisem Tastenanschlag vermutlich die beste Wahl. Arbeitet ihr hingegen im Home Office, so sind die etwas lauteren, dafür aber präziseren mechanischen Schalter wiederum eine Option. Möchtet ihr euch von lästigen Kabeln trennen und daher ein kabelloses Modell? Gamer haben wiederum völlig andere Anforderungen. Von bunter RGB-Beleuchtung über zusätzliche Displays auf der Tastatur bis hin zu Makro-Tasten wird inzwischen alles angeboten.

Mechanisch vs. Rubberdome

Mechanisch Rubberdome
Tastenanschlag Eher laut Sehr leise
Tippgefühl Taktil, Linear oder Clicky Eher schwammig
Lebensdauer ca. 50 bis 100 Millionen Anschläge ca. 5 bis 10 Millionen Anschläge
Preis Teurer Günstiger

So unterscheiden sich Cherry-Switches

Das Unternehmen Cherry stellt verschiedene Schalter (Switches) her, die heutzutage in einem Großteil der mechanischen Tastaturen verbaut werden. Die beliebtesten Ausführungen sind dabei braune, rote, schwarze oder blaue Cherry-Switches, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften beim Schreiben oder Spielen aufweisen.

Die Hauptunterschiede liegen einerseits in der nötigen Betätigungskraft, die in Zentinewton (cN) angeben wird. Ebenso verfügen die Schalter über unterschiedlich lange Auslösewege, die in Millimetern angegeben werden. In der folgenden Tabelle sind alle Typen mit ihren entsprechenden Eigenschaften im Detail aufgelistet:

MX-Brown MX-Red MX-Black MX-Blue
Einsatzgebiet
Spielen, Schreiben Spielen (Ego-Shooter) Spielen (RTS, Ego-Shooter) Schreiben
Schaltertyp Taktil (2 mm) Linear (2 mm) Linear (2 mm) Clicky (2,2 mm)
Druckpunkt Spürbar (55 cN) Nicht spürbar (45 cN) Nicht spürbar (60 cN) Spürbar (60 cN)

Neben den bereits erwähnten Schaltern von Cherry gibt es inzwischen auch zahlreiche weitere Hersteller, die ihre eigene Variante der beliebten Switches auf den Markt gebracht haben:

  • Kailh-Switches: Diese Schalter vom gleichnamigen chinesischen Unternehmen orientieren sich stark an der bekannten Cherry-Vorlage. Die Bauweise ist beinahe identisch, verglichen mit dem Original sind sie nicht unbedingt von minderer Qualität.
  • Logitech Romer-G: Diese Switches sind relativ leise, haben taktiles Feedback und richten sich daher vor allem an Gamer. Am ehesten ähneln sie den Cherry MX-Brown.
  • Razer-Switches: Die Schalter gibt es insgesamt in drei Varianten. Der grüne Schalter erinnert stark an den Cherry MX-Blue, der orangene an den Cherry MX-Brown und der gelbe an den Cherry MX-Red. Jeder dieser Switches hat allerdings einen verkürzten Auslöseweg und richten sich somit vor allem an Gamer.
  • Steelseries OmniPoint-Switches: In diesen Switches sorgt ein Magnetfeld dafür, dass der Auslösepunkt exakt bestimmt werden kann. Durch die entsprechende Software können dann wiederum individuelle Auslösepunkte eingestellt werden. Der physisch spürbare Tastendruck ähnelt dem der Cherry MX-Red am ehesten.

So funktionieren Rubberdome-Tastaturen

Standardmäßig kommt in den meisten Tastaturen nach wie vor die Membrantechnik mittels sogenannter Rubberdomes zum Einsatz. Dabei befindet sich unterhalb der Taste eine Art Gummikuppel, die beim Tippen zusammengedrückt wird. Darunter befinden sich dann wiederum zwei Folien, die durch den entstandenen Kontakt einen Stromkreis schließen und damit auch letztlich den Tastendendruck registrieren.

Weil die Schalter von Membrantastaturen größtenteils aus Kunststoff und Folie bestehen, sind die Klickgeräusche in der Regel deutlich leiser als es bei mechanischen Tastaturen der Fall ist. Ob man nun eine Rubberdome oder eine mechanische Tastatur verwenden möchte, hängt letztlich von den individuellen Vorlieben ab. Beide haben verschiedene Vor- und Nachteile, die vor einem Kauf in Betracht gezogen werden sollten.

Tastatur kaufen: Nützliche Zusatzfunktionen

Beleuchtung

Die Beleuchtung einer Tastatur ist nicht zu unterschätzen. Im Dunkeln noch angenehm tippen zu können, ohne eine weitere Lichtquelle zu benötigen, kann sich durchaus als nützlich erweisen. Sollte man noch nicht blind tippen können, profitiert man umso mehr davon. Zudem sieht die Beleuchtung natürlich auch sehr dekorativ aus.

Gaming-Tastaturen können dank RGB-Beleuchtung in allen erdenklichen Farben leuchten und lassen sich somit farblich an eure restliche Peripherie oder den Gaming-PC anpassen. Je nach Software gibt es somit teils sehr umfangreiche Möglichkeiten, eure Tastatur in neuem Licht erstrahlen zu lassen. Blinken, Wellenmuster oder Regenbogen? Alles kein Problem.

Integrierte USB-Anschlüsse

Hochpreisige Tastaturen haben oft USB-Anschlüsse integriert, an die man schnell mal einen USB-Stick oder auch ein Ladekabel anschließen kann. Dadurch muss man etwaige Geräte nicht mehr mühsam in den jeweiligen Port am PC stecken. Manchmal ist auch ein Kopfhörer-Anschluss dabei. Das sind zwar alles eher Kleinigkeiten, dennoch können sie die den Alltag unheimlich erleichtern.

Kompakte Tastaturen ohne Ziffernblock

Üblicherweise verfügen die meisten Tastaturen über einen Ziffernblock. Wer diesen aber kaum nutzt, kann genauso darauf verzichten und die Maus mit dem zusätzlich gewonnenen Platz deutlich näher neben der Tastatur platzieren, was vor allem beim Spielen von Vorteil sein kann. Diese Art der Tastatur nennt sich Tenkeyless (TKL).

Darüber hinaus existieren noch zahlreiche weitere Formate wie in etwa 75% oder 60%. Die Prozentangaben beziehen sich dabei auf eine standardmäßige Tastatur, die inklusive Ziffernblock den vollen 100 Prozent entspricht. Je nach Größe werden dann entweder die F-Tasten oder sogar die Navigationstasten weggelassen.

Im Home Office ist neben passender Hardware die Software mindestens genauso wichtig:

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Welche Tastatur ist die richtige für mich?

Um diese Frage zu beantworten, sollte vorher feststehen, wofür die Tastatur hauptsächlich genutzt werden soll. Auf welche Funktionen legt ihr besonders Wert und auf welche könnt ihr verzichten? Möchtet ihr die Tastatur ausschließlich für gelegentliches Verfassen von E-Mails und das Surfen im Web nutzen oder soll sie euch bei eurer täglichen Arbeit im Büro oder Home Office unterstützen? Soll sie womöglich kabellos an mehreren Geräten nutzbar sein oder reicht euch eine herkömmliche Kabelverbindung?

Welche Tastatur passt am besten zu mir?

  • Gelegenheitsnutzer sind am besten mit einer relativ simplen Tastatur bedient, die über alle nötigen Basics verfügt. Eine Membrantastatur mit Rubberdome-Schaltern wäre daher die beste Wahl.
  • Fürs Büro oder das Home Office lohnt sich die Anschaffung einer qualitativ hochwertigen Tastatur definitiv. Je nachdem in welcher Umgebung ihr arbeitet, sind außerdem mechanische Schalter eine Option. Insofern ihr Wert auf Flexibilität legt und Kabelsalat vermeiden möchtet, wäre ein kabelloses Modell eine Überlegung wert.
  • In Sachen Gaming kommt es in erster Linie auf Präzision an. Aus diesem Grund sind Tasten mit mechanischen Schaltern nahezu ein Muss. Da es so eine enorme Vielfalt an Schaltern gibt, wäre es durchaus ratsam, die Tastatur vorher zu testen, insofern die Möglichkeit besteht. Was Beleuchtung und sonstige Features angeht, so hängt das ganz von euren individuellen Bedürfnissen und vor allem dem Budget ab.
Daniel Nawrat
Daniel Nawrat, GIGA-Experte für Computer, Gaming-Hardware und Games.

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