Obwohl viele im Alltag mittlerweile Video-Calls über ihre Smartphones tätigen, gibt es immer noch einen Markt für Webcams. Besonders Streaming auf Plattformen wie Twitch hat die Nachfrage erhöht. Aber auch für Videotelefonie mit besserer Qualität sind die kleinen USB-Kameras weiterhin notwendig. GIGA hat für euch eine Auswahl der besten Webcams 2020 für verschiedene Einsatzbereiche getroffen, die einen Blick wert sind.

 

Kaufberatung

Facts 

Die besten Webcams 2020: Alle vorgestellten Modelle im Überblick

Platzierung Modell Preis Angebot
Preis-Leistungs-Tipp: Logitech C920 HD Pro ca. 90 Euro
Full-HD-Kamera: Logitech C922 Pro ca. 120  Euro
4K-Webcam: Logitech Brio ca. 240 Euro
Mit Beleuchtung: Razer Kiyo ca. 90 Euro
Hinweis: Trotz der Aufhebung vieler Kontaktbeschränkungen sind Webcams weiterhin größtenteils nur zu erhöhten Preisen erhältlich. Wir haben die Preise entsprechend angepasst. (Stand: 15.07.2020).

Die beste Webcam mit Full-HD-Auflösung: Logitech C922 Pro

Fakten:

  • Preis: aktuell circa 115–120 Euro
  • Maximale Auflösung: 1.920 x 1080 Pixel (1080p)
  • Bildrate: 30 FPS (1080p), 60 FPS (720p)
  • Belichtungskorrektur: Ja
  • Sichtfeld: 78 Grad
  • Autofokus: Ja
  • HDR: Nein
  • Anschluss: USB-A

Besonderheiten:

  • 3 Monate Premium-Lizenz für XSplit beim Kauf inklusive
  • Tischstativ inklusive

Logitech hat mit dem Modell „C920“ lange die führende Webcam auf dem Markt angeboten. Mit der C922 Pro hat man einen leicht überarbeiteten Nachfolger entwickelt, der neben der Full-HD-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde auch HD-Auflösung mit 60 FPS unterstützt. Mit Logitechs Kamera-Software könnt ihr außerdem einen künstlichen Greenscreen erzeugen. Dieser fordert allerdings auch mehr PC-Leistung als gewöhnlich für eine Webcam nötig ist. Wer auf der Suche nach der aktuell besten 1080p-Webcam ist, sollte sich die Logitech C922 Pro ansehen. Besonders Streamer profitieren von der Option mit 60 FPS übertragen zu können. Zusätzlich erhaltet ihr beim Kauf eine dreimonatige Premium-Lizenz der Streaming-Software „XSplit“.

Logitech C922 Pro, Full-HD (1080p), Schwarz

Logitech C922 Pro, Full-HD (1080p), Schwarz

Die beste Webcam mit 4K-Auflösung: Logitech Brio

Fakten:

  • Preis: aktuell circa 195–240 Euro
  • Maximale Auflösung: UHD (4K)
  • Bildrate: 30 FPS (4K), 60 FPS (1080p), 90 FPS (720p)
  • Sichtfeld: 90, 78, 65 Grad
  • Autofokus: Ja
  • HDR: Ja
  • Anschluss: USB-A (3.0 für 4K, 2.0 für 1080p)

Besonderheiten:

  • HDR-Modus
  • Bessere Belichtung durch „RightLight 3“
  • „Windows Hello“-kompatibel (ab Windows 10)
  • Abdeckblende inklusive
  • Transportetui inklusive
  • 12 Monate Premium-Lizenz für XSplit beim Kauf inklusive

Die aktuell beste Ausstattung unter den Webcams bietet die „Logitech Brio“. Wer seine Videos in 4K-Auflösung übertragen möchte, findet hier die passende Kamera. Sie eignet sich eher für Business-Level Konferenz-Anrufe, richtet sich aber auch an Streamer. Selbst bei einer Full-HD-Auflösung schafft die Brio bis zu 60 Bilder pro Sekunde. Wer die volle Auflösung nutzen will, benötigt mindestens einen USB-3.0-Port. Ein Alleinstellungsmerkmal der Brio ist das variable Sichtfeld. Hier könnt ihr flexibel zwischen 90, 78 oder 65 Grad wählen. Dank der verbauten Sensoren lässt sich außerdem die „Windows Hello“-Funktion zur Verifizierung und Anmeldung am eigenen PC nutzen. Bei schlechten Lichtverhältnissen helfen HDR und die automatische Belichtungssteuerung „RightLight 3“. Streamer freuen sich auch über die kostenlose, 12-monatige Premium-Lizenz für das Streaming-Tool „XSplit“.

Logitech Brio, 4K UHD, Schwarz

Logitech Brio, 4K UHD, Schwarz

Die beste Webcam nach Preis-Leistung: Logitech C920 HD Pro

Fakten:

  • Preis: aktuell circa 67–97 Euro
  • Maximale Auflösung: 30 FPS (1080p, 720p)
  • Bildrate: 30 FPS
  • Sichtfeld: 78 Grad
  • Autofokus: Ja
  • HDR: Nein
  • Anschluss: USB-A

Besonderheiten:

Wer die beste Leistung für weniger Geld sucht, kann beim mittlerweile betagten, aber immer noch starken Paket der Logitech C920 HD Pro zugreifen. In puncto Bildqualität unterscheidet sich die Webcam praktisch nicht vom oben erwähnten Nachfolger „C922“. Wenn man mit 30 Bildern pro Sekunde streamt oder hauptsächlich Video-Anrufe mit guter Qualität tätigen möchte, kann hier mit dem ehemaligen Spitzenreiter „C920 HD Pro“ rund 20 bis 30 Euro sparen. Auf 60 FPS muss man bei diesem Modell allerdings verzichten. Auch der Webcam-Test von Computer Bild setzte die beliebte Kamera auf den 2. Platz und vergab die Note 1,9 (gut). Wer einen größeren Ausschnitt des eignen Raums aufnehmen möchte, findet im Modell „Logitech C930e“ eine Alternative mit einem 90-Grad-Sichtfeld, die technisch und preislich in der gleichen Liga spielt.

Logitech C920 HD Pro, Full-HD (1080p), Schwarz

Logitech C920 HD Pro, Full-HD (1080p), Schwarz

Die beste Webcam mit Beleuchtung: Razer Kiyo

Fakten:

  • Preis: aktuell circa 88–117 Euro
  • Maximale Auflösung: 1080p
  • Bildrate: 30 FPS (1080p, 480p, 360p), 60 FPS (720p)
  • Sichtfeld: 81,6 Grad
  • Autofokus: Ja
  • HDR: Nein
  • Anschluss: USB-A

Besonderheiten:

  • Stufenweise einstellbares Ringlicht

Die Razer Kiyo richtet sich ganz klar an Streamer und Gamer, die von einer besseren Ausleuchtung des Gesichts profitieren. Mit dem verstellbaren Ring-Licht um die Kamera-Linse lässt sich eine Lichtquelle stufenweise hinzuschalten, um auch in dunklen Räumen gute Aufnahmen machen zu können. Sie ist eine gute Option für angehende Streamer, die noch kein Geld in ein Softbox-Setup investieren wollen. Über Razers Software „Synapse 3“ lässt sich das Bild der Webcam zusätzlich anpassen. Wer mit 60 FPS übertragen möchte, muss allerdings auf HD-Auflösung runterschalten. Beim Autofokus zeigt die Kiyo hin und wieder Schwächen. Im Test von Computer Bild konnte die Razer Kiyo mit einer Schulnote von 1,7 (gut) und dem 1. Platz überzeugen.

Razer Kiyo Full-HD (1080p), Ringlicht, 60 FPS (720p), Schwarz

Razer Kiyo Full-HD (1080p), Ringlicht, 60 FPS (720p), Schwarz

Webcams: Wissenswertes vor dem Kauf

Im Folgenden beantworten wir einige Fragen, die beim Kauf einer Webcam je nach Einsatzzweck aufkommen könnten.

Wie wichtig ist die Auflösung?

Allgemein gilt, dass eine Full-HD-Auflösung (1080p) für die meisten Anwendungsszenarien völlig ausreichend ist. Wer seine Webcam beispielsweise für einen Streaming-Kanal auf Twitch oder YouTube verwenden möchte, muss nicht auf höher auflösende Kameras setzen. In der Regel wird das Bild verkleinert am Rand des Streams dargestellt. Hier reicht Full-HD für ein scharfes Bild aus. Wichtiger sind die Bildoptimierungs-Möglichkeiten und die Belichtungssteuerung der Kamera, um ein für seine Zwecke ideales Bild zu erzeugen.

Wer die Webcam vorrangig für professionellere Videokonferenzen einsetzen möchte, kann für die bestmögliche Bildqualität auch auf eine höhere Auflösung setzen. Da hier das eigene Bild im Vollbildmodus angezeigt wird, kommen die Vorteile einer 4K-Webcam zum Tragen.

Wie wichtig ist die Bildrate?

Die meisten Webcams zeichnen Videos standardmäßig mit 30 Bildern pro Sekunde (FPS) bei maximaler Auflösung auf. Für normale Videotelefonie benötigt man keine höhere Bildrate. Als kleiner Vergleich: Kinofilme werden mit 24 FPS aufgenommen.

Auch fürs Streamen eignet sich diese Standard-Bildrate (30 FPS). Reduziert man die maximale Auflösung der Kamera, können manche Webcams auch Videos mit 60 FPS übertragen. Das lohnt sich allerdings nur wirklich, wenn der eigene Stream auch mit 60 Bildern pro Sekunde auf der jeweiligen Plattform gesendet wird. In der Regel Betrifft dies Gamer, da Spiele höhere Bildraten haben. Allgemein werden mit einer höheren Bildrate die aufgenommenen Bewegungen flüssiger oder „weicher“ dargestellt.

Weitere Infos: Ihr wollt mehr über verschiedene Webcam-Typen wissen? Dann lest auch „Webcam kaufen: Tipps der GIGA-Redaktion“.

Brauche ich einen Autofokus?

Nicht jede Webcam hat einen Autofokus, der Objekte automatisch scharfstellt, wenn sie beispielsweise sehr nah an die Linse gehalten werden. Wie wichtig diese Funktion für euch sein kann, hängt von der Art des Videos ab. Wer sich zum Beispiel beim Spielen filmt, sich also kaum bewegt und in gleicher Distanz zur Kamera bleibt, kann den Autofokus auch abstellen. Das kann sogar von Vorteil sein, wenn die Kamera aufgrund der Lichtverhältnisse das Bild immer wieder neu fokussiert. Der Autofokus ist also nicht immer eine zuverlässige oder notwendige Hilfe.

Robert Kägler
Robert Kägler, GIGA-Experte.

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