Grusel garantiert: Diese Horrorspiele legen wir dir ans Herz

Marina Hänsel

Wir hassen sie. Wir lieben sie. Ich liebe sie ganz besonders – Horrorspiele. Splatter. Psycho-Terror-Szenarien zum Selbsterleben. Albträume, die sich – wenn sie denn gut gemacht sind – wie ein brennendes Eisen in das eigene Gehirn eingravieren. Ja schlimmer, desto besser; wobei schlimm wohl auch hier Ansichtssache ist, richtig? Das sind die Angstmacher, die sich in die Schwarmintelligenz der GIGA GAMES-Redaktion eingraviert haben.

Grusel garantiert: Diese Horrorspiele legen wir dir ans Herz

Horrorspiele in einer Games-Redaktion zu lieben (wie ich es tue), hat einen ganz besonderen Vorteil: Es ist sehr wahrscheinlich, dass man ganz allein in der dunklen Horror-Ecke umherkrabbelt und sich alle neuen, alten, wichtigen und besonderes schlimmen Höllenspiele ohne Konkurrenz von anderen zu Gemüte führen darf. Zudem sind Horrorerfahrungen meist gar nicht derart lang wie etwa Open-World-Rollenspiele oder gar Multiplayer-Spiele.

Nein, sie sind oft kurz, intensiv und kreativ, denn was jemandem Angst macht, ist vielmals sehr viel persönlicher, als gedacht. Es hat übrigens auch einen Nachteil, sich so oft mit Horror auseinanderzusetzen: Ich stumpfe ab. Nicht alles kann mich mehr erschrecken und viele einst gruselige Geschichten oder Gameplay-Mechaniken verlieren ihren „OH GOTT WAS PASSIERT HIER??“-Reiz. Und dennoch…

Dennoch gibt es da diese Top 3. Oder diesen einen Favoriten. Spiele, die einem irgendwie nicht mehr aus dem Kopf gehen. Die es unter all den anderen schafften, mich und meine Kollegen an der Hand zu packen und zu sich in die Dunkelheit zu ziehen, in den Abgrund, in diese bizarre andere Welt, die irgendwie an die Realität erinnert und doch anders ist. Unheilvoller. Lass mich dir also vorstellen, welche Spiele unter der Flut an Titeln, die wir alle schon durchforstet haben, schmerzhaft hängen geblieben sind – und warum.

Marina: Amnesia – The Dark Descent

Ich weiß. Amnesia – The Dark Descent gehört zu den klassischsten Horror-Klassikern aller jemals existenter Horror-Klassiker (und ich sage jetzt nie wieder Horror-Klassiker in diesem Artikel). Es ist ein bisschen langweilig, ein so bekanntes Spiel zu wählen – und doch: Das schöne Amnesia The Dark Descent vom wundervollen Frictional Games hat sich seiner Zeit tief in mein Gedächtnis eingraviert. Nicht nur, weil es die Kunst der Angst wunderbar beherrscht, indem es den Charakter im Spiel vor Angst keuchen und sogar in Ohnmacht fallen lässt – was für eine fantastische Idee! – sondern auch, da es schlicht und ergreifend eine der besten Inszenierungen einer Gothic-esquen Geistergeschichte ist (obwohl ‚Geist‘ hier das falsche Wort sein mag): Ein großes, leeres Haus mit knarzenden Türen. Ein wehrloser Protagonist, der an Amnesie leidet. Und unsagbare Grauen, die sich im Schatten verbergen, während du tiefer und tiefer und tiefer in das Haus eindringst.

Heimgesuchte Häuser oder Schlösser sind ohne Frage mein favorisiertes Setting für jenen Horror, der mir wirklich Angst macht.

Marina: Concluse

Es ist kostenlos. Und gleichsam eine der seltsamsten, dunkelsten – im wahrsten Sinne des Wortes – und bedrückendsten Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren machen durfte. Concluse ist ein atmosphärisches schwarz-weiß Horror-Adventure im PS1-Stil, das sich ohne Frage und sehr erfolgreich an den alten Silent-Hill-Teilen orientiert hat. Zudem ist es derart dunkel und unförmig, dass du es in der Dunkelheit spielen musst, um überhaupt etwas zu erkennen. Dabei spielt Concluse erfolgreich mit der Idee, dir etwas Bizarres zu zeigen, das du nicht zuordnen kannst – und dir dann erst ins Ohr zu flüstern, das seien aufgeschlitzte Menschen, die du gerade siehst. Spiel es auf Steam, wenn das genau nach deinem Geschmack klingt – und besuche auch die Seite zum zweiten Teil Concluse 2: The Drifting Prefecture, der Ende des Jahres erscheinen soll.

Ich habe nicht gelogen, es ist SO dunkel:

Concluse Final Trailer.

Marina: Doki Doki Literature Club

Und wieder: Dieses Spiel unterscheidet sich gänzlich von denen, die ich zuvor genannt habe, aber es ist schon wieder kostenlos (ich schwöre, ich suche sie nicht danach aus). Doki Doki: Literature Club ist ein…. hm. Ein Anime-Dating-Spiel? Und es gehört zu der Art von Spielen, die du auf eigene Faust erleben solltest, anstatt dich spoilern zu lassen. Es ist schon Spoiler genug, dass ich Doki Doki im Zusammenhang mit Horror nenne, aber eines möchte ich dennoch loswerden: Es ist fantastisch verstörend und du solltest dem Spiel anfangs ein wenig Zeit geben, denn nein, es ist beginnt nicht mit aufgeschlitzten Bäuchen oder Jump-Scares, denn es ist ja ein Dating-Spiel, richtig? Spiel es auf Steam, wenn du dich traust.

Alex: Get Even

Eigentlich ist es kein klassisches Horrorspiel, dennoch kann Get Even in mehreren seiner Level mit intelligenten Horror-Elementen punkten. Da sind zum Beispiel die unheimlichen Schaufensterpuppen, die sich bewegen, wenn ich meinen Blick von ihnen abwende. Die Angels aus Doctor Who lassen grüßen. Subtiler Horror ohne Jump Scares, dafür kann sich sogar ein Angsthase wie ich begeistern.

Kamila: Slender The Eight Pages

Auch wenn ich mich ins Horror-Genre so gut wie nie verlaufe, gibt es doch ein Spiel, dass ich jedem ans Herz lege: Slender – The Eight Pages. Das Spiel gilt inzwischen schon als moderner Klassiker und schafft es, dir mit nur wenigen Mittel große Angst einzuflößen. Perfekt für Spielabende im Dunkeln mit Freunden – oder allein.

Marinas Kommentar dazu: „Slender - The Eight Pages mag ein älteres, kleineres Spiel sein, von dem sicher jeder unter uns schon einmal gehört hat. Aber hast du es schon erlebt? Was mich wirklich an dem Spiel fasziniert ist nicht, dass es mich schlimmere schocken kann als so manch andere Horror-Titel – aber, dass es den Horror auf seine Essenz konzentriert. Es ist nicht einfach, jemandem Angst zu machen (und nein, Jump-Scares ist nicht gleich Angst). Slender zeigt trotz seiner Einfachheit mit Bravur, wie Angst bei einer großen Menge an Menschen ausgelöst werden kann.

Daniel: SOMA

Ich liebe Science Fiction – und ich liebe Science Fiction umso mehr, wenn sie philosophische oder politische Fragen aufwirft, versucht zu beantworten oder sie einfach als Gedankenanstoß im Hirn verebben. Also, dachte ich mir, ist SOMA wohl voll mein Ding.

Na ja, bis auf den Umstand, dass ich bei Horrorspielen die totale Flasche bin – ich habe einfach zu viel Angst. EIn bisschen habe ich mich dann aber doch geschämt, als ich die Kreaturen im Spiel auf passiv gestellt habe. Dafür konnte ich dann die tolle Handlung genießen.

Martin Maciej: Alien – Isolation

Gute Games-Umsetzungen von großen Filmen sind ja eher Mangelware. Auch bei Alien: Isolation war mir bange, schließlich war die vorhergehende Aliens-Umsetzung Colonial Marines eine Enttäuschung. Creative Assembly hat für mich aber dann eines der besten Spiele der letzten zehn Jahre auf den Bildschirm gezaubert. Noch heute, knapp 5 Jahre nach dem Release, denke ich an die schönsten “Albträume“, die man sich vorstellen kann, zurück. Nie zuvor und nie danach habe ich mich vor dem Bildschirm so gefürchtet, wie in Momenten, in denen man im Schrank eingeschlossen gewartet hat, bis das brutale Wesen den Raum wieder verlassen hat. Die Atmosphäre, die den Filmklassiker von Ridley Scott gut auf den Bildschirm führt, tut ihr Übriges.

Worauf können wir uns dieses Jahr noch freuen, eh, ängstigen?

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HORROR: Die besten Schocker, die 2018 & 2019 aus ihrem Grabe kriechen.

Na, und wovor hast du eigentlich am meisten Angst? Welche Spiele haben dich, lieber GIGA GAMES-Leser, das Fürchten gelehrt? Ich frage völlig eigennützig, denn es fehlt mir an schlimmen Horror-Erfahrungen, die mich vor Angst den Controller durch die Gegend werfen lassen. Das letzte Mal ist das vor Jahren bei einer Runde WoW passiert, als meine Mutter plötzlich und unerwartet in mein Zimmer gekommen ist, also… es ist zu lange her.

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