Welcher Drucker druckt gut, welche Folgekosten muss man einkalkulieren? GIGA stellt Testsieger der Stiftung Warentest vor und gibt Tipps, was man beim Kauf eines Druckers beachten sollte.

 

Drucker

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Zu Hause sind es die Grußkarten und der Brief an das Finanzamt, im kleinen Büro sind es die Rechnungen und der Hinweiszettel für die Kaffeemaschine – so ganz ohne Drucker läuft es nun mal nicht. Viele Geräte sind günstig und können zudem scannen und kopieren. Aber sind sie auch gut? Die Stiftung Warentest hat für Heft 4/2020 Drucker getestet. Das Ergebnis fiel etwas ernüchternd aus: Die Bestnote ist ein „Befriedigend“. Immerhin: Die Teilnoten für das Drucken an sich sind oft deutlich besser, es hapert eher beim Scannen und/oder Kopieren.

Welches Modell legt man sich am besten zu? Hier kommen die Empfehlungen:

Die besten Drucker 2020: Alle Testsieger im Überblick

PlatzierungProduktPreisAngebot
Stiftung-Warentest-SiegerEpson Expression Photo XP-8600ca. 140 EuroEpson Expression bei Amazon
Top-Modell für VieldruckerEpson Ecotank ET-2750ca. 255 EuroEpson Ecotank bei Cyberport
Testsieger Laserdrucker (S/W)HP Laserjet Pro M118dwca. 130 EuroHP Laserjet Pro bei Cyberport

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Testsieger bei Stiftung Warentest: Epson Expression Photo XP-8600

Epson Expression Photo XP-8600 3-in-1 A4 Drucker

Epson Expression Photo XP-8600 3-in-1 A4 Drucker

Der Epson Expression Photo XP-8600 kann drucken, scannen und kopieren. Er besitzt zwei Papierfächer, für normales Papier (das er doppelseitig bedrucken kann) und Fotopapier. Über eine App schickt man vom Smartphone und Tablett aus Dokumente an das Gerät, oder man verwendet Apples AirPrint-Standard.

Mit Note 1,9 bei Stiftung Warentest erreichte der Expression Photo XP-8600 das beste Druckergebnis über alle Geräte. Die Gesamtnote 2,7 machte ihn zum Testsieger unter den Modellen ohne Fax. Nicht nur Texte, auch Fotos gibt er sehr überzeugend aus. Von der Kopieren-Funktion waren die Warentester nicht sehr überzeugt, erst recht nicht von den Tintenkosten: Eine Textseite kostet ihren Berechnungen zufolge 6 Cent, ein A4-Foto 1,80 Euro. Wer nicht sehr viel druckt, der fährt mit diesem Gerät dennoch am besten. Denn bei Tintenstrahldruckern ohne teure Patronen sind zwar die Druckkosten niedriger (siehe nächstes Modell), dafür die Anschaffungskosten höher.

Vorteile:

  • Sehr gute Druckqualität
  • Sehr gute Ausstattung

Nachteile:

  • Druckkosten recht hoch

Für Vieldrucker: Epson Ecotank ET-2750

EPSON EcoTank ET-2750 Drucker Scanner Kopierer

EPSON EcoTank ET-2750 Drucker Scanner Kopierer

Wer sehr viel druckt, wählt ein Modell mit großen Tintenbehältern statt Patronen. Für den Drucker selbst sind dann zwar die Anschaffungskosten höher, dafür die Druckkosten wesentlich niedriger. Stiftung Warentest verweist für diese Gerätekategorie auf den Test in Heft 4/2019, konkret auf den Epson Ecotank ET-2750. Er erzielte die Gesamtnote 2,2, für den Druck gab es die Teilnote 2,3. Seine Druckkosten sollen sich auf nur 0,2 Cent für eine Textseite und 8 Cent für ein A4-Foto belaufen. Tintenflaschen, die laut Hersteller für 4500 Schwarzweiß- und 7500 Farbseiten reichen, liegen bei.

Auch dieses Modell kann beidseitig drucken, scannen und kopieren und unterstützt die gängigen Standards, um über WiFi von verschiedenen Computern und Smartphones drucken zu können.

Vorteile:

  • Niedrige Druckkosten
  • Sehr gute Ausstattung

Nachteile:

  • Druckqualität nicht ganz so gut

Testsieger Schwarzweiß-Laserdrucker: HP Laserjet Pro M118dw

HP LaserJet Pro M118dw S/W-Laserdrucker

HP LaserJet Pro M118dw S/W-Laserdrucker

Der Drucker soll einfach nur drucken – und zwar schnell? Laserdrucker punkten mit einer hohen Geschwindigkeit. Der HP LaserJet Pro M118dw konnte sich im Test 9/2019 der Stiftung Warentest an der Spitze der Schwarzweiß-Laserdrucker positionieren, mit der Note 2,5 – wobei die fehlende Möglichkeit, Farbseiten zu drucken, zur Abwertung führte. Eine Textseite kommt auf Tonerkosten von 3 Cent. Ein Toner, der laut Hersteller für 1000 Seiten reicht, ist im Lieferumfang enthalten.

Mit Duplexdruck und einem WiFi-Modul für Google Cloud Print, AirPrint und das Herstellereigene HP ePrint bietet er wie die Tintenstrahlkollegen oben wichtige Funktionen. Scannen und Kopieren kann er aber nicht.

Vorteile:

  • Schneller Druck
  • Kein Druckkopf, der schell eintrocknet wie bei Tintenstrahldruckern

Nachteile:

  • Nur Schwarzweiß-Druck
  • Scannen und Kopieren nicht möglich

Drucker: So wurde getestet

Der neuste Testsieger musste sich bei der Stiftung Warentest in mehreren Kategorien gegenüber der Konkurrenz beweisen. Druckqualität, Wasser- und Lichtbeständigkeit gingen zusammen mit 20 Prozent in die Gesamtnote ein, ebenso die Tintenkosten. Kopieren und Handhabung wurden mit je 15 Prozent gewichtet, Scannen, Vielseitigkeit und Umwelteigenschaften mit 10 Prozent. Übrigens: Die Stiftung Warentest veränderte 2020 die Benotung und Gewichtung einzelner Kategorien im Vergleich zu früheren Tests leicht. Die Testnoten sind somit nicht ganz vergleichbar.

Drucker kaufen: Das sollte man wissen

Wie kann man hohe Farbdruckkosten vermeiden?

Der Preisunterschied bei A4-Fotodrucken kann enorm sein: Die Druckkosten können von einigen Cent bis hin zu mehreren Euro reichen – für eine einzelne Seite! Wer Dokumente mit Bildern druckt, sollte sich überlegen, einen Drucker mit großen Farbtanks zu kaufen (siehe oben den Epson Ecotank). Fallen sehr viele Drucke an, kann sich der Abschluss eines Druck-Abos lohnen, das manche Gerätehersteller anbieten. Zum Beispiel gibt es auch den Epson Ecotank mit zwei Jahren unbegrenztem Drucken, der Aufpreis beträgt rund 180 Euro.

Wer nur selten ein Foto ganzseitig ausdrucken möchte, der braucht dafür nicht extra einen teureren Drucker mit Farbtanks: Hier ist der Weg zum Fotoautomat in einer Drogerie sinnvoll. Bei mehreren Bildern lohnt sich die Bestellung bei MediaMarkt – eine einzelne Seite (20x30) kostet nur 49 Cent. Und die Qualität ist da noch besser.

Zum MediaMarkt Fotoservice

Besser Laserdrucker statt Tintenstrahldrucker nehmen?

Laserdrucker punkten im Allgemeinen mit hohen Druckgeschwindigkeiten und günstig Betriebskosten. Wer wenig druckt, profitiert bei Laserdruckern insofern, dass die Tinte nicht schnell eintrocknet. Dafür ist das Druckergebnis bei Farbseiten normalerweise nicht so gut wie bei Tintenstrahldruckern. Zudem können Laserdrucker die Feinstaubbelastung im Raum deutlich erhöhen. Wer seinen Drucker in der Nähe des Schreibtischs positioniert hat, sollte ihn mit einem Filter ausrüsten und diesen regelmäßig austauschen.

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Muss es ein 3-in-1-Drucker sein oder reicht ein einfaches Modell?

3-in-1- oder 4-in-1-Drucker (letztere mit Fax) sind weit verbreitet und vergleichsweise günstig. So ist es nicht verwunderlich, dass die Top 10 der Drucker-Bestseller bei Amazon allesamt Multifunktionsgeräte sind. Wer aber fast nie kopiert oder scannt, braucht nicht unbedingt die Scan-Funktion – siehe zum Beispiel oben genannten Laserdrucker von HP. Muss man doch mal etwas kopieren, kann man das Dokument mit der Smartphone-Kamera abfotografieren und an den Drucker schicken. Alle oben aufgeführten Drucker besitzen ein WLAN-Modul und unterstützen die Druckprotokolle von Google und Apple.

Sebastian Trepesch
Sebastian Trepesch, GIGA-Experte für Apple-Produkte und -Software, Fotografie, weitere Technikprodukte.

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