Elektroautos werden als die große Hoffnung im Kampf gegen den Klimawandel gepriesen. Im Vergleich zu Diesel- und Benzin-Verbrennern haben sie allerdings noch einen großen Nachteil: Die Akkus brauchen eine Weile, bis sie geladen sind. Wie ihr die Ladezeit berechnet und ein paar Minuten sparen könnt, erfahrt ihr hier.

 
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Für Vielfahrer sind zu geringe Reichweiten ein echtes Problem, daher solltet ihr schon vor dem Kauf oder dem Leasen eures Wunsch-Stromers auf den vom Hersteller angegebenen WLTP-Wert achten. Wie ihr mit nur wenigen Daten die Ladedauer errechnen könnt und was sonst noch die Wartezeit beeinflussen kann, sagen wir euch in diesem Ratgeber.

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Ladezeiten errechnen: So geht die Formel

Zuallererst solltet ihr wissen, welche Akkukapazität in Kilowattstunden (kWh) euer E-Auto hat. Wie viel Energie euer Auto speichern kann, lest ihr zumeist ohne großes Suchen auf der Website des Herstellers. Das ist allerdings nicht immer gegeben. Fahrt ihr beispielsweise ein Tesla Model 3, schaut ihr in die Röhre – auf der Website werden nur die ungefähre Reichweite und der Verbrauch angegeben. In diesem Falle könnt ihr die „Electric Vehicle Database“ zu Rate ziehen.

Eine weitere Information, die ihr dringend braucht, ist die Ladeleistung in Kilowatt (kW). Hier müsst ihr unterscheiden, ob ihr an der Ladesäule mit Gleichstrom (DC) oder Wechselstrom (AC) ladet. Dabei kommt es nicht nur auf den Output der Ladesäule an, auch stellt sich die Frage, wie schnell der Akku den Strom aufnehmen kann. Die Informationen zu eurem Auto könnt ihr wieder in der Electric Vehicle Database nachsehen. Solltet ihr euer Auto nicht finden, wird es wahrscheinlich nicht mehr produziert. Dann könnt ihr in vielen Fällen auf der Website des ADAC in einem Bericht zu eurem Pkw nach den Infos suchen.

Auf GIGA haben wir zudem die wichtigsten Informationen zu folgenden E-Autos aufgeführt:

E-Auto Nutzbare Akkukapazität in kWh Ladeleistung in kW (AC/DC)
Skoda Enyaq IV 80 77 11/125
Tesla Model X Plaid 95 16,5/250
Mercedes EQS 450+ 107,8 11/207
Nissan Leaf 39 3,6/46
VW e-UP 32,3 7,2/40
Honda E 28,5 6,6/46
VW ID.4 (Pro Performance) 77 11/135
Hyundai Ioniq 5 74 11/233
Audi e-tron (GT Quattro) 85 11/268
VW ID.3 (Pro Performance) 58 11/124
BMW i3 38 11/51,2 (geschätzt)
Renault ZOE (R110) 52 22/46
e-Golf 35,8 7,2/40
Tesla Model S (Plaid) 95 16,5/250

Nehmen wir wieder das Tesla Model 3 als Beispiel: Der Stromer lädt via AC mit 11 kW auf, per DC sind es hingegen 170 kW. Es lohnt sich also, nach Schnellladestationen und Superchargern Ausschau zu halten, wenn man es eilig hat.

Habt ihr beide Daten, tragt sie in diese Formel ein:

Akkukapazität (kWh) / Ladeleistung (kW) = Ladezeit (in Stunden)

Unser Tesla Model 3 hat eine nutzbare Batteriekapazität von 57,5 kW/h. Laden wir ihn an einer normalen Wallbox mit 11 kW auf, benötigt der Vorgang etwas über 5 Stunden und 20 Minuten. Am Supercharger mit einem maximalen Output von 170 kW sind braucht ihr bei einem komplett leeren Tank knapp über 30 Minuten. Beachtet, dass sich die Wartezeit verkürzt, je voller euer Akku noch ist.

Tipps zum Laden: Elektroautos jederzeit bereit halten

Die Ladezeiten können variieren, wenn sich die Variablen, also Akkukapazität und Ladeleistung, ändern. Autos mit größerem Akku brauchen bei gleicher Ladeleistung länger, bis sie wieder voll sind. auch kommt es auf die Frage an, wie schnell kann das Auto lädt. Gibt es eine Begrenzung seitens des Pkw? Wie viel Output hat die Stromquelle?

Eine gewöhnliche Haushaltssteckdose bietet euch maximal nur 3,5 kW, an die solltet ihr aus Sicherheitsgründen allerdings kein E-Auto anschließen. Eine Wallbox versorgt euch normalerweise mit 11 kW, auch wenn hier gelegentlich noch Luft nach oben ist. Als Schnellladestationen werden Ladesäulen bezeichnet, die mehr als 50 kW Output haben. Das Flaggschiff-Modell von Enercharge soll das Zehnfache an Leistung bieten (Quelle: enercharge.at).

Ansonsten ist die Außentemperatur ein weiterer Faktor für die Ladegeschwindigkeit. Liegen die Temperaturen stark unter oder über 20 Grad Celsius solltet ihr ebenfalls mit kleineren Abweichungen rechnen – je nachdem, ob der Akku eures Auto gerade zu kalt oder zu heiß ist.

Denkt zudem daran, dass ihr die Batterie nie wirklich tiefenentladen oder zu 100 Prozent füllen solltet. Der Akku fühlt sich bei Ladeständen zwischen 20 und 80 Prozent am Wohlsten. Darüber oder darunter lädt das Auto langsamer, um Schäden zu vermeiden.

Wie ihr in eurem E-Auto noch mehr Strom sparen und somit mehr aus eurem Akku rausholen könnt, lest ihr in unserem Ratgeber zu Rekuperation und Co.