Elektrofahrräder sind im Mainstream angekommen: Das Design ist mittlerweile ansprechend und das Preis-Leistungs-Verhältnis interessant. Aber welches E-Bike soll man sich 2021 kaufen? GIGA zeigt Modelle, die empfehlenswert sind.

 

Kaufberatung

Facts 

Die besten E-Bikes 2021: Alle Empfehlungen im Überblick

 

Bestseller bei FahrradXXL Klappbarer E-Bike-Bestseller E-Bike-Testsieger der Stiftung Warentest 2020 Design-E-Bike
Modell Winora Yucatan 8 (2020) NCM Paris+ KTM Macina Tour 510 Cowboy 3
Preis (ca.) 1.800 Euro 1.700 Euro 2.900 Euro 2.290 Euro
Vorteil Gut ausgestattet Zusammenklappbar Fahrverhalten und Motor sehr gut Design & Software top
Nachteil etwas schwer Fahrkomfort eingeschränkt schwer zu bekommen App erforderlich
Angebot  FahrradXXL  Amazon  FahrradXXL (KTM Macina City P610)  Cowboy (Direktvertrieb)
Preisvergleich  idealo  idealo  idealo -

Der Bestseller bei FahrradXXL: Winora Yucatan 8 (2020)

Winora Yucatan 8 (Bild: Hersteller)

Vorteile:

  • Umfassend ausgestattet
  • Gutes Fahrverhalten

Nachteile:

  • Etwas schwer

Wer nach einem E-Bike sucht, wird früher oder später auf den Händler FahrradXXL aus Frankfurt am Main stoßen. Das Unternehmen bietet nach eigenen Angaben „Deutschlands größte Auswahl“. Entsprechend interessant ist also ein Blick auf die E-Bike-Bestseller, die im Onlineshop zu sehen sind.

Auf den vorderen Rängen vertreten ist das Winora Yucatan 8 (2020) – ein vollausgestattetes Pedelec mit Tiefeinstieg, das mit aktuell Rabatt angeboten wird: Statt 1.999 Euro sind nur 1.799 Euro fällig. Die Kundenbewertungen bei FahrradXXL betragen sind durchweg gut. Gelobt werden unter anderem das Fahrverhalten und die leichte Bedienung. Ein Kunde erwähnt das etwas hohe Gewicht von 23,3 kg. Das Drehmoment des Winora Yucatan 8 (2020) wird vom Händler mit 70 Nm angegeben, der Motor stammt von Yamaha. Die Ausstattung (u.a. hydraulische Scheibenbremsen, Federgabel, 8-Gang Kettenschaltung, Beleuchtung) ist ordentlich.

Der klappbare E-Bike-Bestseller: NCM Paris+

NCM Paris + (Bild: Leon Cycle GmbH)

Vorteile:

  • Kompakt zusammenklappbar

Nachteile:

  • Eingeschränkter Fahrkomfort
  • Für große Menschen nicht geeignet

Ein Blick in die E-Bike-Bestseller bei Amazon, diesmal mit Fokus auf die Gattung der klappbaren E-Bikes (Falträder), die sich besonders platzsparend im Kofferraum eines Autos oder in der Bahn transportieren lassen. Hier fällt das NCM Paris+ von Leon Cycle aus Hannover ins Auge, das mit unter 1.700 Euro bezahlbar ist und durchschnittlich mit 4,4 von 5 Sternen bewertet wurde. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei 70 bis 130 Kilometern pro Ladung.

Der Alurahmen besitzt einen Klappmechanismus, das Faltmaß beträgt kompakte 90 cm x 70 cm x 50 cm. Allerdings schränken die 23 kg Gewicht die Mobilität ein wenig ein – vor allem ältere Nutzer sollten das Pedelec nicht allzu schwungvoll in den Kofferraum wuchten. Das könnte in die Bandscheiben gehen.

Sieht aus wie ein Unfall, ist aber Absicht und durchaus praktisch: Das Falt-E-Bike NCM Paris+ in zusammengeklapptem Zustand (Bild: Leon Cycle GmbH)

Kleinere Fahrten auf guten Wegen und in Kombination mit dem öffentlichen Nahverkehr – das ist der typische Einsatzzweck eines faltbaren E-Bikes. Die 20-Zoll-Bereifung fordert Kompromissbereitschaft in Sachen Fahrkomfort und Fahrstabilität – darüber muss man sich im Klaren sein. Für gelegentliche Einsätze in der Stadt ist das NCM Paris+ genau das Richtige. Wer hingegen ausgiebige Touren unternehmen will, sollte lieber ein normal großes Modell nehmen und auf den Klappmechanismus verzichten.

Der E-Bike-Testsieger der Stiftung Warentest 2020: KTM Macina Tour 510

KTM Macina Tour 510 (Bild: Hersteller)

Vorteile : 

  • Fahrverhalten sehr gut
  • Ansprechverhalten und Motorunterstützung sehr gut
  • Lässt sich auch ohne zugeschaltetem Motor vergleichsweise gut fahren

Nachteile:

  • Schwer zu bekommen

Der letzte große E-Bike-Test der Stiftung Warentest fand Mitte 2020 statt (Ausgabe 06/2020). Es wurden 12 Pedelecs mit Mittelmotor verglichen, als Sieger ging das KTM Macina Tour 510 hervor. Das laut Stiftung Warentest als „klarer Favorit“ eingestufte Pedelec wurde in der Modellversion 2020 und mit Tiefeinstieg („Wave“) getestet.

Das KTM Macina Tour 510 erhält man auch als klassisches Herren („Gents“)- oder Damenrad („Ladys“). Es erhielt die Gesamtnote 1,7 („gut“) und wurde unter anderem für die sehr guten Fahreigenschaften sowie den gut abgestuften und kraftvollen Motor  gelobt. Die gemessene Reichweite von 55 Kilometern ist auf Augenhöhe mit den Mittbewerbern im Testfeld – getestet wurde übrigens unter „anspruchsvolle Bedingungen“, also Hügeln und schlechtem Asphalt.

Hinweis: Das KTM Macina Tour 510 ist im Handel seit Monaten ausverkauft und praktisch nirgends mehr zu bekommen. Wer der Marke KTM aber nach dem 2020er-Testerfolg vertraut, kann sich neuere Alternativen anschauen. Interessant sind etwa das KTM Macina Tour CX 610 oder das KTM Macina City P610.

Das E-Bike mit dem besten Design: Cowboy 3

Alle Infos zu E-Bikes in unserem Video. Hier werfen wir auch einen genaueren Blick auf das Cowboy 3:

E-Bikes und Pedelecs: Das kann das Cowboy 3

Vorteile : 

  • Tolles Design
  • Ansprechverhalten gut und Motorunterstützung vollautomatisch
  • Handy-App mit nützliches Zusatzfunktionen (z.B. Voraussage des Akkustands am Zielpunkt)

Nachteile:

  • Ohne App nicht nutzbar

Auch wenn sich in Sachen Design in den letzten Jahren viel getan hat – so richtig sexy sind nur ganz wenige E-Bikes. Ein glänzendes Beispiel setzt an der Stelle das E-Bike Cowboy 3 von belgischen Startup Cowboy. Ein minimalistischer und futuristischer Look, der die Blicke auf sich zieht. Dank geschmeidiger Formgebung ist es aber nicht sofort als Elektro-Fahrrad erkennbar. Ist das aus einem Science-Fiction-Film oder direkt aus der Zukunft?

Ich habe das Cowboy 3 mehrere Tage im Berliner Großstadtdschungel ausprobiert. Keine Gangschaltung, keine Motorsteuerung, trotzdem dynamische E-Unterstützung und jede Menge Software-Features – dieses E-Bike zeigt, wohin sich Pedelecs entwickeln könnten. Ein spannendes Konzept, mit 2.290 Euro (UVP, Modell Cowboy 3) preislich fair, mit 16,9 kg recht leicht und abgesehen davon auch sehr nice schön anzusehen. Den ausführlichen Bericht lest ihr hier:

E-Bike Test 2021: So haben wir die Empfehlungen ausgewählt

GIGA-Redakteur Stefan hat in diese Zusammenfassung eigene Erfahrungen mit Pedelecs und Recherche in Fachzeitschriften einfließen lassen. Vorgestellt werden aktuelle E-Bike-Modelle, die besonderes Lob von Presse und Kunden erhalten haben und sich daher für einen Kauf empfehlen. Das von der Stiftung Warentest angewendete Testverfahren für E-Bikes wird auf der entsprechenden Webseite erläutert. Verwendete Quellen: Stiftung Warentest (Ausgabe 06/2020)

Die besten Fahrradschlösser stellen wir euch in unserer Kaufberatung vor:

 

E-Bike-Testsieger und -Bestseller 2021: Das sollte man vor dem Kauf wissen

E-Bikes und Pedelecs: Was ist das und wo liegt der Unterschied?

Gemeint sind Fahrräder mit Unterstützung durch einen Elektromotor. Allerdings sind die Begriffe „E-Bike“ und „Pedelec“ im Handel und im allgemeinen Sprachgebrauch nicht immer eindeutig getrennt. Wir richten uns nach dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.), der drei Arten von Elektrofahrrädern nennt, die unterschieden werden können:

  • Pedelecs: Der Begriff steht für „Pedal Electric Cycle“ und meint die in Deutschland bekannteste Art von Elektro-Rädern. Ein Elektromotor bis maximal 250 Watt schaltet sich hinzu, wenn der Nutzer selbst in die Pedale tritt. So bekommt man Unterstützung und spart Muskelkraft – allerdings nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Die beigesteuerte Leistung des elektromotorischen Hilfsantriebs ist abhängig von der Trittfrequenz des Fahrers. Für Deutschland geregelt im Straßenverkehrsgesetz (StVG) § 1.
  • Schnelle Pedelecs („Schweizer Klasse“): Auch „S-Klasse“ oder „S-Pedelecs“ genannt. Motorunterstützung für höhere Geschwindigkeiten (bis 45 km/h). Gelten rechtlich nicht mehr als Fahrräder, sondern als Kleinkrafträder. Benötigen einen Führerschein der Klasse AM, ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis. Bei der Nutzung besteht Helmpflicht, Radwege dürfen nicht benutzt werden.
  • E-Bikes im engeren Sinn: Im engeren Sinn versteht man unter einem E-Bike ein Fahrrad mit Elektroantrieb und Drehgriff oder Schaltknopf, das auch ohne körperlichen Einsatz (Pedale treten) des Nutzers fährt (max. 20 km/h). Es ist also mit einem „Elektro-Moped“ verwandt und wird vom deutschen Gesetzgeber entsprechend als Kleinkraftrad eingestuft. Um sie fahren zu dürfen, braucht man einen „Mofa-Führerschein“ (Prüfbescheinigung) und ein Versicherungskennzeichen.

Die hier im GIGA-Vergleich vorgestellten Testsieger und Bestseller sind allesamt Pedelecs laut obiger Definition. Die Preisspanne ist groß: Es gibt einfache Modelle für rund 500 Euro bis hin zum vollgefederten Mountainbikes mit Elektromotor für mehrere Tausend Euro. Aktuell sollte man mit 1.100 Euro aufwärts für ein Pedelec rechnen, dass täglich zum Einsatz kommen soll. Je mehr man ausgibt, desto besser die verbauten Komponenten wie Schaltung, Bremsen, Motor und Akku.

Pedelec-Elektromotor (Active Line Plus) und abnehmbarer Akku (PowerTube) von Bosch (Bild: Hersteller)

E-Bike vom Discounter: Angebote bei Aldi und Lidl

Prophete E-Bike "CARGO 3R" Dreirad, erhältlich bei Lidl (Bild: Lidl)

E-Bikes sind wesentlich teurer als vergleichbare herkömmliche Fahrräder – das ist kein Wunder, denn Elektromotor, Akku und Elektronik verursachen Zusatzkosten bei der Herstellung. Um dennoch günstig an ein E-Bike zu kommen, lohnt sich der Gang zum Discounter. Die beiden Supermarkt-Riesen Lidl und Aldi (Hofer in Österreich), aber auch der Autodienstleister A.T.U haben immer wieder bezahlbare (Marken)-Pedelecs im Angebot – GIGA berichtet regelmäßig darüber. Verkauft werden nicht nur normale E-Bikes, sondern auch Modelle mit drei Rädern und Ladefläche (Cargo-E-Bike/Lastenrad) oder klappbare Pedelecs.

E-Bike-Helmpflicht und geeignete Helme

Eine Helmpflicht für Pedelec-Fahrer besteht in Deutschland laut aktueller Gesetzgebung nicht. Trotzdem ist wie bei herkömmlichen Fahrrädern auch das Tragen eines Helms zu empfehlen, da dieser im Fall der Fälle dem Fahrer das Leben retten kann. Ein Blick in die Amazon-Bestseller in den Kategorien Trekking-, City- & Rennradhelme zeigt, dass man gute Modelle bereits ab 35 Euro finden kann.

Airbag statt Helm: Hövding 3 (Herstellervideo)

Ein etwas außergewöhnlicher „Helm“ ist der Airbag von Hövding (ca. 300 Euro), den man um den Nacken trägt. Der Kopf bleibt während der Fahrt frei – erst bei einem Sturz bläst sich blitzschnell ein schützendes Kissen auf, dass mögliche Stöße sicher abfängt.

Übrigens sind Kopfhörer  und Handy auf dem E-Bike erlaubt – aber es gelten bestimmte Vorschriften:

Akkus von E-Bikes: Verschleiß und Entsorgung

Die Energieversorgung des E-Bike-Motors während der Fahrt erfolgt über eine Batterie (meist Lithium-Ionen-Akku). Je nach Kapazität hält eine Ladung für eine Reichweite von 40 bis 100 Kilometern. Der Akku ist ein Verschleißteil und muss nach einigen Jahren ausgetauscht werden, da er mit der Zeit an Leistung verliert. Tipp: Extremtemperaturen sind auf Dauer zu vermeiden, am besten ergeht es E-Bike-Akkus bei Raumtemperatur. Die Entsorgung von alten E-Bike-Akkus geschieht übrigens nicht über den Hausabfall! Entsorgt werden muss fachgerecht in Deutschland über das „Gemeinsame Rücknahmesystem Batterien“ des Fachhandels und über kommunalen Sammelstellen.

Die besten E-Lastenräder stellen wir in unserer Kaufberatung vor:

Umweltsituation: Wie umweltfreundlich sind E-Bikes?

Die Nutzung eines E-Bikes schont die Umwelt – zumindest im Vergleich zum PKW. Hier einige Punkte, bei denen E-Bikes in Sachen Umweltschutz besser abschneiden als Autos:

  • weniger CO2-Emissionen
  • weniger Stickstoffoxide (NOX)
  • weniger Feinstaub

Vollkommen emissionsfrei oder umweltschonend sind E-Bikes allerdings nicht, man denke an die Herstellung (Abbau von Lithium für die Akkus) und die für die Fahrt benötigte Energie. Wenn letztere nicht aus einer erneuerbaren Quelle stammt, dann hat das negative Auswirkungen auf die Umweltbilanz jeder einzelnen Pedelec-Fahrt. Ein E-Bike ist in der Regel nur dann eine umweltschonendere Alternative, wenn man stattdessen das Auto stehen lässt. Die umweltfreundlichsten Fortbewegungsarten bleiben weiterhin zu Fuß gehen oder das herkömmliche Rad ohne Elektromotor.