E-Book-Reader im Test: Die besten Lesegeräte im Vergleich

Sebastian Trepesch

Bücher unterwegs lesen – hierfür sind E-Book-Reader beliebt. In Bus und Bahn, aber auch im Urlaub sind die elektronischen Geräte beliebt, wie Umfragen ergaben. Kein Wunder: Die Reader sind leichter und platzsparender als gedruckte Bücher, zudem schonen sie im Vergleich zu Smartphones Akku und Augen. Dank E-Ink-Technologien kann man die Geräte problemlos im Sonnenschein benutzen, da das Display nicht spiegelt wie bei Tablets.

Mit den Kindles hat Amazon beliebte E-Book-Reader im Programm, doch mit den Tolinos bietet die Konkurrenz für den deutschsprachigen Markt interessante Alternativen. Die Preise der Modelle reichen von rund 70 Euro bis über 300 Euro. Was man beim Kauf beachten sollte und welches Produkt man am besten wählt, klären wir im Folgenden.

Die besten E-Book-Reader im Test: Die Test-Sieger im Überblick

E-Book-Reader im Test: So kam es zu der Auswahl

GIGA hat in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder neue E-Book-Reader einzeln getestet. Zudem haben wir weitere Testlisten studiert und geprüft, ob wir wichtige Produkte noch nicht in der Redaktion hatten.

Wichtige Institution für Produkttests ist in Deutschland die Stiftung Warentest. Der letzte Vergleichstest von E-Book-Readern stammt allerdings von 2015. Die dort gelisteten Produkte sind nicht mehr auf aktuellem Stand.

Um den persönlichen Favoriten zu finden, muss man wissen: Amazon kocht sein eigenes Süppchen, sprich: nutzt einen eigenen Kopierschutz für Bücher. Amazon-eBooks kann man deshalb z.B. auf Tolinos nicht lesen. Umgekehrt kann man auf einem Amazon Kindle nur Bücher von Amazon oder komplett ohne Kopierschutz öffnen.

Testsieger: Die besten E-Book-Reader

Kindle Oasis: Testsieger über alle E-Book-Reader

Der Kindle Oasis ist in der Kategorie der E-Book-Reader bis 7 Zoll Bildschirmdiagonale das beste Produkt. Im Test auf GIGA erreichte es in der Wertung stolze 90 Prozent. Hier stimmt so ziemlich alles: Das Schriftbild ist sehr gut, eine bessere Hintergrundbeleuchtung inklusive Farbanpassung und automatische Helligkeitsanpassung ist uns nicht bekannt. Bücher lassen sich somit sehr komfortabel lesen. Im Alltag punktet die Hardware nicht nur mit der hohen Qualität, sondern durch ein leichtes und schlankes Gehäuse mit Spritzwasserschutz.

Für einen E-Book-Reader bietet der Kindle Oasis zudem viele Funktionen, die Software läuft zuverlässig. Das Gerät bereitet allerdings nur Freude, wenn man sich gerne im Amazon-Universum bewegt: Leihbücher von Büchereien (z.B. über Onleihe) oder von anderen Buchhändlern lassen sich nicht öffnen.

Vorteile:

  • Sehr guter Bildschirm
  • Sehr gute Beleuchtung
  • Sehr hohe Qualität
  • Viele Funktionen

Nachteile:

  • Keine Onleihe, keine Bücher von anderen Händlern nutzbar
  • Teuer

Kindle Paperwhite: Preis-Leistungs-Sieger

Wer E-Book-Reader über 150 Euro ausklammert, landet unweigerlich beim Kindle Paperwhite von 2019. Der Amazon-Reader übertrifft im normalen Preisbereich mit einer guten Hard- und Software-Qualität die Konkurrenz (zum Einzeltest). Dass er und nicht der Billig-Kindle unser Preistipp ist, das ist dem besser auflösenden Bildschirm geschuldet (300 dpi statt nur 167 dpi), dem Spritzwasserschutz, einem etwas besseren Licht und mehr Speicher. Auch er bietet viele Funktionen, unter anderem wird der Lesefortschritt mit einem Audible-Abo () zwischen E-Book und zugehörigem Hörbuch synchronisiert.

Vorteile:

  • Sehr guter Bildschirm
  • Hohe Qualität
  • Viele Funktionen

Nachteile:

  • Keine Onleihe, keine Bücher von anderen Händlern nutzbar

Tolino Shine 3: Die E-Reader-Alternative für den deutschen Markt

Was nützt einem die beste Hardware, wenn man damit keine eBooks von Büchereien ausleihen kann? Die beste Alternative für Onleihe-Nutzer und Kunden von verschiedenen deutschen Buchhandlungen ist der Tolino Shine 3. Wie der Test von GIGA ergab, liegt die Qualität zwar nicht ganz auf dem Niveau eines Kindle Paperwhite. Sie ist dennoch hoch. In der Ausstattung punktet der E-Book-Reader vor allem mit Spritzwasserschutz und einer Hintergrundbeleuchtung mit Farbanpassung.

Übrigens: Die Stiftung Warentest kürte im großen E-Reader-Vergleich aus dem Jahre 2015 als Testsieger unter den Produkten mit Adobe-Kopierschutz (also ohne Kindles) ein Tolino. Der damalige Vision 2 entspricht aber nicht direkt dem aktuellen Vision 5 oder dem Shine 3.

Vorteile:

  • Guter Bildschirm
  • Bücher aus verschiedenen Quellen (auch Onleihe) nutzbar
  • Spritzwasserschutz

Nachteile:

  • Bedienung teilweise umständlich

E-Book-Reader kaufen: Was ihr dazu wissen solltet

Wer sich einen E-Book-Reader kaufen möchte, muss sich zunächst überlegen: Soll er mit Amazon oder mit anderen Händlern und Diensten funktionieren? Nach dieser Entscheidung fällt die Wahl auf ein konkretes Modell. Wer selbst noch tiefer in die Recherche einsteigen möchte, bekommt hier noch wichtige Infos und Tipps:

Kobo, Sony, Trekstore – welche weiteren Marken gibt es?

Natürlich gibt es nicht nur E-Book-Reader von Tolino und Kindle. Weitere Hersteller und Modelle:

  • Kobo: Bei Kobo und Tolino handelt es sich um die selbe Hardware, da beide Marken mittlerweile zum japanischen Hersteller Rakuten gehören.
  • Sony: Die PRS-Reader von Sony waren auch in Deutschland bekannt. Seit 2014 entwickelt das Unternehmen aber keine E-Book-Reader mehr.
  • PocketBook: In Tests überzeugte mit seiner guten Verarbeitung und umfangreichen Ausstattung. Die Möglichkeit, Onleihe-Medien zu nutzen, fehlt allerdings.
  • TrekStor: Hierzulande spielen TrekStor-Reader keine Rolle mehr, seit die deutschen Buchhandlungen die Tolino-Allianz gegründet haben.

Bildschirm und Beleuchtung – was ist beim E-Reader hier wichtig?

Wie gut lässt es sich auf einem E-Book-Reader lesen? Hierüber entscheidet vor allem die Bildschirmqualität. Die Pixeldichte sollte bei 300 dpi (oder höher) liegen, was für ein scharfes Schriftbild sorgt. Die Technologie E-Ink Carta sorgt für einen hohen Kontrast und fast kein Ghosting. So bezeichnet man das Nachscheinen der zuletzt angesehenen Seite nach dem Umblättern.

Eine Bildschirmbeleuchtung ist mittlerweile Standard. Angenehme Ergänzung ist hier die Anpassung der Farbtemperatur: Hiermit kann man die Hintergrundbeleuchtung von einem neutralen Weiß in ein warmweißes oder sogar gelbes Licht ändern. Das kann am Abend und bei warmem Umgebungslicht angenehm wirken.

Hülle, Ladegerät – welches Zubehör benötigt man für einen E-Book-Reader?

Im Lieferumfang vieler E-Book-Reader liegt meist nur ein Ladekabel bei. Einen USB-Ladeport benötigt man also selbst. Man kann hierfür den Ladestecker des Smartphones nutzen, einen vernünftigen USB-Anschluss am Computer oder einen Stecker kaufen. Auch für das Auto gibt es USB-Ladestecker. Zum Glück ist die Akkulaufzeit von E-Book-Readern sehr ausdauernd. Selbst Vielleser müssen nicht jede Woche nachladen.

Außerdem ist ein Case oder eine Tasche als Schutz sinnvoll. Für die populären E-Book-Reader Hüllen. Im Notfall hilft auch mal eine wiederverschließbare weiter.

Reader-Hüllen bei Amazon ansehen

Spezialangebote beim Kindle – was bedeutet das?

Amazon bietet seine Kindles am günstigsten in der Ausführung „mit Spezialangeboten“ an. Bei diesen Modellen blendet der Händler im Sperrbildschirm und auf der Startseite Buchangebote – also Werbung – ein. Das Lesen wird nicht durch Anzeigen gestört.

Kindle Paperwhite mit oder ohne Spezialangebote

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Tolino Vision 5, Shine 3, Epos 2 und Page 2 im Vergleich: Unterschiede der neuen E-Book-Reader

E-Book-Reader: Reicht eine App für Android, iOS und Windows?

Wer will, kann seine E-Books auch auf einem Smartphone oder Tablet lesen. Amazon bietet Kindle-Apps für die wichtigsten Systeme, und auch von Tolino gibt es eine Anwendung für iOS und Android. Für Medien ohne Kopierschutz ist die Auswahl an verfügbaren Apps groß.

Fleißige Bücherleser werden aber nur ungern auf die Apps zurückgreifen. Auf dem spiegelnden Display liest es sich nun mal nicht so angenehm wie auf einem Reader.

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