E-Scooter sind das Problem? Es sind die wahnsinnigen Piloten!

Sven Kaulfuss 3

Deutschland und die Welt hat ein neues Hassobjekt – den E-Scooter. Die elektrischen Kleinstroller vermüllen die Straßen der Metropolen und entwickeln sich vielerorts immer mehr zum großen Ärgernis. Doch wer zeichnet eigentlich verantwortlich für derlei Schandtaten? Die Schuldfrage kläre ich mal kurz in meiner Wochenend-Kolumne.

E-Scooter sind das Problem? Es sind die wahnsinnigen Piloten!
Bildquelle: GIGA.

Ich gebe es zu, ich bin und bleibe wohl auch weiterhin ein Skeptiker hinsichtlich der Sinnhaftigkeit von E-Scootern. Insofern möchte ich meine bereits zuvor geäußerte Meinung nicht komplett revidieren, sondern vielmehr einen weiteren Blickwinkel hinzufügen. Im Grunde sind nämlich nicht die E-Scooter das eigentliche Problem bei der anhaltenden Diskussion, es sind am Ende die „geistig herausgeforderten“ Fahrer.

Zwei dieser umnachteten Piloten wurden beispielsweise jüngst im Berliner Tiergarten-Tunnel angetroffen. Da es sich um eine Kraftverkehrsstraße handelt, haben E-Scooter und vergleichbare Fahrzeuge dort natürlich nichts zu suchen. Da greift man sich doch am Kopf über so viel – man verzeihe mir meine direkte Aussprache – hirnverbrannte Blödheit. Wer derart sein und das Leben anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet, sollte nicht nur zur Nachschulung geschickt werden, sondern müsste dazu verdonnert werden, in Zukunft ausschließlich mit dem Kinderdreirad auf dem Gehweg zu fahren – aber auch nur dann, wenn Mutti aufpasst und die „Straßenkünstler“ an die Hand nimmt.

Was man schon immer über E-Scooter wissen sollte:

E-Scooter in Deutschland: Was ist erlaubt?

Bestseller der E-Scooter bei Amazon *

Problematik der E-Scooter mal näher betrachtet …

Aber nicht nur die Fahrer und ihr unglaublich verantwortungsloses Benehmen sind das Problem. Generell ist es die Gattung Mensch, die einen zweifeln lässt. Zweifelsohne werden die Städte von den Massen an Leihrollern nahezu überrannt und zugestellt. Aber wo sollen die E-Scooter denn auch hin? So richtig hat sich wohl keiner der Politiker und Stadtväter Gedanken gemacht, wie man mit der Horde an Kleinstrollern umgehen sollte – einfach mal loslegen? Eine schlechte Idee.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Doch es geht auch anders. Bei meinem Trip nach Stockholm erblickte ich sie schon: ausgemachte Abstellplätze für E-Scooter. Hier stören sie nicht die Passanten – alles hat seine Ordnung. Von mir aus dürfen dafür zukünftig auch Autoparkplätze in Beschlag genommen werden. So bekommt man die Innenstädte frei vom PKW – besser für Mensch und Umwelt. Park & Ride könnte so konsequent umgesetzt werden. Das automobile Gefährt wird vor der Stadt geparkt, dann nimmt man Bus und Bahn und wer zu faul zum Laufen ist, auf den wartet halt der E-Scooter in der autofreien Innenstadt. Die könnten sich den freien Platz und die gut ausgebauten Straßen dann gerne mit Fahrrädern und E-Bikes teilen.

Ergo: Es muss nachgebessert und eine tatsächlich wirksame Infrastruktur geschaffen werden – die Menschen bei Leihanbietern und Kommunen müssen daran arbeiten und gemachte Fehler korrigieren. Wie soll das sonst erst werden, wenn die Flugtaxis kommen? „Einstürzende Neubauten“ allerorten? ;-) Lieber nicht. In diesem Sinne: Fahrt voraus, aber vorher Gehirn einschalten.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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