eFootball: PES 2020 - Kicken mit den Stars

Olaf Bleich

Der Fußball-Wahnsinn von Manchester: Konami stellt im Trainingszentrum von Manchester United das neue eFootball: PES 2020 vor. Wie sich das neue Spiel schlägt und wieso ich danach Muskelkater hatte, erfahrt ihr im Vor-Ort-Bericht!

eFootball: PES 2020 - Kicken mit den Stars

Ich liebe guten Fußball. Noch heute erzähle ich begeistert von einer meiner ersten Fußball-Erinnerungen: Der Weltmeisterschaft 1990 in Italien und dort speziell dem Halbfinale zwischen Deutschland und England. Ich weiß um die große Tradition des Sports auf der Insel und auch wenn Manchester United nicht mein Lieblingsverein ist, so hüpfte mein Herz doch ein wenig höher, als ich das ehrwürdige Old Trafford von Außen betrachtete.

eFootball PES 2020 x FC Bayern München - Partnership Announcement Trailer.

Konami verkündete zuletzt die Zusammenarbeit mit Manchester United und präsentierte in deren Trainingszentrum eine fortgeschrittene Version der am 10. September 2019 erscheinenden Sportsimulation. Manchesters Shooting-Star Scott McTominay fungiert dabei als neuer Botschafter für Pro Evolution Soccer und grinst während der Präsentation und der kurzen Interviews brav in die Kameras. Der 22-jährige Schotte preist sich selbst als bester Gamer der Mannschaft an, verneint aber zugleich dass man intern die Spielerwerte miteinander vergleichen würde. Wer’s glaubt!

Lizenz-Kompromiss mit Köpfchen

Der größte Kritikpunkt an Konamis Fußballserie sind seit jeher die fehlenden Lizenzen. Der japanische Entwickler und Publisher rüstet daher mit immer mehr Partner-Clubs nach. Im Falle von Manchester United beispielsweise ist die gesamte Mannschaft inklusive Old-Trafford-Stadion mit von der Partie. Für eine besonders authentische Umsetzung verwendet Konami bei den Spielern Ganzkörper-3D-Scans. Auf diese Weise landen nicht nur die Gesichter mitsamt aller Details im Spiel, für eFootball: PES 2020 nimmt sich Konami auch die Tattoos der Stars vor und baut diese mit maximaler Authentizität nach.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber dennoch: Obwohl sich zuletzt Gerüchte mehrten, dass wenigstens der FC Bayern München im Spiel enthalten sein könnte, so erteilt Brand Manager Lennart Bobzien der Bundesliga-Lizenz eine erneute Absage. Diese bleibt vorerst exklusiv bei EA Sports FIFA.

Dafür baut Konami reichlich Legenden und bekannte Trainer in das Spiel ein. Letztere sollen speziell die optisch aufgemöbelte Meisterliga, den populären Karrieremodus von Pro Evolution Soccer, aufwerten. Stars wie Johann Cruyff oder Diego Maradonna sollen häufiger in Dialogsequenzen auftauchen. Ich bin gespannt, ob Konami wirklich die Versprechen hält und endlich an der Inszenierung arbeitet.

Wie gut kennst du den Konkurrenten von eFootball: PES 2020?

In Manchester jedenfalls fuhr man bereits schwere Geschütze auf: Der ehemalige irische Nationalspieler Denis Irwin und United-Publikumsliebling Park Ji Sung schnürten noch einmal ihre Fußballschuhe und kickten eine Runde mit den angereisten Journalisten und YouTuber. Mein ganz persönliches Fazit: Nach monatelanger Sportabstinenz tut jeder noch so kurze Sprint weh, dafür funktionierten aber der Standfußball und das Verteilen der Bälle noch ganz ordentlich. Beim Aufwärmprogramm inklusive Techniktraining loben mich die Coaches für meine Dribble-Künste. Ganz vorne lande ich am Ende trotzdem nicht. Vielleicht sollte ich doch mal wieder ins Fitnessstudio!

Die Kunst der Offensive

Zwischen Präsentation und Trainingsspielchen aber probierte ich eFootball: PES 2020 über eine Stunde aus. Als Kenner der Serie habe ich alle Höhen und Tiefen von Pro Evolution Soccer mitgemacht und war daher umso gespannter, wie Konami in diesem Jahr der übermächtigen FIFA-Konkurrenz die Stirn bieten möchte. Technisch jedenfalls macht PES 2020 niemand etwas vor. Mal von der weiterhin etwas steifen Mimik der Kicker abgesehen präsentiert sich PES 2020 ausgezeichnet.

In der Offensive erfreue ich mich weiterhin an der Vielzahl an Möglichkeiten. Nachdem mich Kollege Park Ji Sung bereits auf dem echten Rasen mehr als ein Mal umkurvte, weiß ich die Finesse Dribblings umso mehr zu schätzen und lasse die Konkurrenz mit dem rechten Analog-Stick mühelos aussteigen. Zugleich mag ich das erneut überarbeitete Kurzpassspiel und die verfeinerten Ballannahmen.

So beobachte ich etwa, wie sich Manu-Stürmer Rashford geschickt mit einer Körpertäuschung von seinem Gegenspieler löst und sich nach einem Steilpass eine Chance heraus arbeitet. Die Laufwege wirken auf mich sehr authentisch und gerade Außenstürmer und Verteidiger bieten sich häufig für Zuspiele an.

Unsportlich kommt weiter?

Die Defensive schaut angesichts der Vielzahl an Angriffsoptionen zwischendurch nur zu. Gerade wenn ich das richtige Timing für tiefe Pässe erwische, haben die Verteidiger keine Chance. Ich setze daher mit Vorliebe auf Raumdeckung: Mit einer Taste lasse ich Computer-Spieler angreifen, während ich selbst versuche, Passwege zuzustellen.

Im Notfall greife ich auf taktische und damit absichtliche Fouls zurück. Diese Funktion sorgte bereits im Vorfeld für Aufsehen. Brand Manager Lennart Bobzien verspricht aber im Interview, dass die Fouls zwar möglich, aber längst nicht übermächtig sein werden. Ich kann also nicht einfach einen gegnerischen Angriff dadurch unterbrechen, dass ich einen Spieler am anderen Ende des Feldes zu Boden reiße. Gut so!

Trotzdem bin ich gespannt darauf, wie diese Option gerade im Multiplayer-Modus angenommen wird. Konami hält sich aktuell noch über die Umfänge der Online-Funktionen bedeckt. Die Umbenennung der Serie in eFootball: PES 2020 zeigt aber deutlich, wo die Zukunft der Reihe zu liegen scheint. Aber wie die Coaches beim Journalistentraining schon sagten: Fußball verbindet die Menschen. Hoffen wir, dass eFootball: PES 2020 nicht bei der Community durchfällt. Qualitativ jedenfalls kann Konamis Fußballsimulation auch in diesem Jahr problemlos mit FIFA mithalten.

Willst du eFootball: PES 2020 selbst ausprobieren? Kein Problem! Konami veröffentlicht am 30. Juli 2019 eine spielbare Demo mit 14 Clubs – darunter auch Manchester United – und den Spielmodi Freies Spiel und Koop sowie dem Editor für Playstation 4, Xbox One und PC.

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