Eine Woche World of Warcraft Classic: Ich bin wieder 15 Jahre alt

Alexander Gehlsdorf

Vor 15 Jahren ist auch unser Redakteur Alex wie Millionen anderer Spieler dem Charm von World of Warcraft verfallen. Dank WoW: Classic kann er nun eine einzigartige Zeitreise in seine Jugend unternehmen.

Meine World of Warcrat-Karriere startete ja eigentlich mit einem ganz anderen Spiel: Dem aus heutiger Sicht grauenvollen, koreanischen MMORPG KAL-Online: Ein Endlos-Grinder ohne echte Quests, schmerzlich langsamen Spieltempo und wer stirbt, verliert die Hälfte seiner Erfahrungspunkte. Spaß, Spaß, Spaß!

Warum ich das Ding trotzdem viel zu lange gespielt habe? Weil ich mit 15 Jahren kein Geld hatte und kostenlose Spiele wie KAL-Online kamen mir da gerade Recht. Gratis-Spiele waren schließlich ein guter Weg, spielend Geld zu sparen. Dennoch hatte ich spätestens ab Level 30 die Nase voll und wollte endlich ein richtiges MMORPG spielen. Wie passend, dass sich mein Counter-Strike: Source-Clan zu dieser Zeit mehr oder weniger aufgelöst hat, da die meisten Mitglieder diesem ominösen World of Warcraft verfallen sind … Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, selbst damit anzufangen!

A Toast to 15 Years (of World of Warcraft).

Die für mich wohl wichtigste Änderung im Vergleich zum endlosen Grind von KAL-Online: Es gab Quests! Echte Quests! Die führten mich nicht nur sinnvoll von A nach B, sondern erzählten auch kleine Geschichten. Allein dafür nahm ich gern die monatlichen Gebühren entgegen, die dem Konto eines 15-jährigen durchaus wehtun konnten. Aber die Logik war ebenso simpel wie einleuchtend: World of Warcraft ist so umfangreich, dass ich nie mehr Geld für ein anderes Spiel ausgeben muss. Durch WoW spare ich also sogar Geld! Mit dieser lupenreinen Argumentation konnte ich die Kosten schließlich auch vor meinen Eltern rechtfertigen.

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Ich wollte immer ein Magier sein

Meine Klassenwahl fiel mir ursprünglich sehr leicht. Ein Bekannter war bereits auf Level 60 und Mitglied einer Gilde, denen es noch an Hexenmeistern mangelte. Gesagt, getan – mein Hexenmeister ward geboren. Dass ich letztendlich nie einen Highlevel-Raid mit der Gilde unternommen habe, sei an diesem Punkt nur am Rande erwähnt.

Bis ich mich so wirklich mit meinem Hexer anfreunden konnte, verging jedoch viel Zeit. Meine dämonischen Begleiter waren zwar eine nette Erleichterung, aber eigentlich fühlte ich mich stets nur wie ein schlechterer Magier. Jene Magier wiederum waren schließlich die beste Klasse im Spiel. Die konnten alles. Eigene Nahrung herbeizaubern, Gegner einfrieren und sogar per Portal in die einzelnen Hauptstädte schnellreisen!

Da im klassischen World of Warcraft jedoch bekanntlich sehr langsam gelevelt wurde und sich meine „eigentlich wäre ich viel lieber Magier“-Erkenntnis erst nach Stufe 30 so richtig manifestierte, war es mir nicht den Zeitaufwand wert, einen neuen Charakter zu erstellen. Auf lange Sicht würde ich bestimmt auch mit meinem Hexer viel Spaß haben und genau das hat sich ja bewahrheitet.

Nach 15 Jahren endlich die Wunschklasse

Mit World of Warcraft: Classic konnte ich jetzt aber von Anfang an alles richtig machen! Einloggen, zwei Stunden in der Warteschleife hängen und schon war mein Magier geboren! Die Wahl fiel diesmal auf einen Gnom, aber dennoch konnte ich den Ruf meiner alten Heimat nicht widerstehen. Nachdem also die wichtigsten Quests in Dun Morogh abgearbeitet waren, nahm ich die erstbeste U-Bahn Richtung Sturmwind- pardon, Stormwind!

Bis es jedoch soweit war, verging viel Zeit. Mehr als zehn Stunden habe ich allein im Startgebiet sowie anschließend im Wald von Elwynn verbracht und mich inzwischen bis Level 12 gekämpft. Dass manch ein Spieler bereits in der ersten Wochen das Höchstlevel erreicht hat, ist mir bewusst, aber ich verfolge andere Ziele. Ich will meine Zeit in Azeroth genießen, mir Ruhe gönnen, Questbeschreibungen lesen, angeln(!) und im Chat mit anderen Abenteurern plaudern. Kurz gesagt, ein Einwohner der World of Warcraft sein.

Genau diese Entschleunigung ist für mich der große Reiz von WoW: Classic. Eine Rückbesinnung auf eine Zeit, in der nicht Leistungsoptimierung, Terminplanung und Effektivität im Fokus stand, sondern ich noch Zeit für die wirklich schönen Dinge im Leben hatte. Zum Beispiel Westfall, dem besten Gebiet aller Zeiten und Thema meiner zweiten Woche in World of Warcraft: Classic.

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