Im hektischen Stadtverkehr ist der Fahrradhelm für Radfahrende meist unverzichtbar. So ein Gadget kann in brenzligen Situationen nämlich wahrlich über Leben und Tod entscheiden. GIGA stellt die besten Modelle inklusive dem aktuellen Testsieger vor und erklärt, was ihr vor einem Kauf unbedingt beachten solltet.

Die besten Fahrradhelme 2021: Alle Modelle im Vergleich

Für die meisten Radfahrerinnen und Radfahrer ist der Helm ein absolutes Muss. Er hat in erster Linie die Aufgabe, euren Kopf bei ungewollten Kollisionen vor dem Schlimmsten zu bewahren. Inzwischen existieren aber immer mehr Fahrradhelme, die noch mehr als nur das versprechen. Von smarter Beleuchtung, integrierten Lautsprechern oder einem selbstauslösenden Airbag sind diesen Gadgets heutzutage kaum Grenzen gesetzt. Doch was davon braucht ihr wirklich? Wir stellen unterschiedliche Modelle verschiedener Preisklassen vor, damit ihr so garantiert den passenden Helm findet.

Testsieger Stiftung Warentest GIGA-Preistipp Für E-Bikes und Pedelecs Smarter Helm Airbag-Alternative
Modell Uvex City i-vo MIPS Giro Isode Abus Pedelec 2.0 ACE Lumos Street Hövding 3
Preis (ca.) 130 Euro 65 Euro 180 Euro 180 Euro 320 Euro
Vorteil Integriertes Rücklicht Top-Preis Integriertes Visier Smarte Beleuchtung Sicherer als Helme
Nachteil Verhältnismäßig teuer Nur in einer Größe erhältlich Hohes Gewicht Begrenzte Akkulaufzeit Extrem teuer
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Darum könnt ihr GIGA vertrauen

Wir betreiben für jeden Artikel dieser Art intensive Recherche, damit wir das gewonnene Wissen hinterher kompakt und vor allem verständlich an unsere Leserinnen und Leser weitergeben können. Ebenso werden alle gelisteten Produkte stets mit Sorgfalt ausgewählt und ebenso verschiedene Einsatzzwecke sowie Preissegmente berücksichtigt. Weitere Infos zu unseren Kaufberatungen findet ihr übrigens im Artikel „So beraten wir“.

Neben meiner Faszination für Videospiele und (PC) Hardware, zählt das Fahrrad ebenso zu meinem bevorzugten Fortbewegungsmittel – sei es mit dem Singlespeed im täglichen Stadtverkehr oder mit dem Gravelbike auf mehrtägigen Touren. Umso mehr Spaß habe ich bei der Sache natürlich mit der passenden Ausrüstung, wo erneut meine Leidenschaft für Technik ins Spiel kommt. So wird die Anschaffung jedes neuen Gadgets zuerst gründlich recherchiert, was sich inzwischen auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis herumgesprochen hat. Um euch den bestmöglichen Überblick zu verschaffen, haben wir uns neben unseren eigenen Erfahrungen ebenso auf externe Testinstitutionen wie der Stiftung Warentest und den ADAC gestützt.

Stiftung-Warentest-Sieger: Uvex City i-vo MIPS

Uvex City i-vo MIPS (52-57 cm)

Uvex City i-vo MIPS (52-57 cm)

Vorteile

  • Hoher Tragekomfort
  • Zusätzlicher Schutz durch MIPS
  • Integriertes Rücklicht
  • Gute Ventilation

Nachteile

  • Rücklicht mit Batterien statt Akku
  • Verhältnismäßig teuer

Der Testsieger bei Stiftung Warentest (Ausgabe 07/2021) mit einer Note von 1,8 („gut“) ist der Uvex City i-vo MIPS. Gelobt wurde bei dem Modell vor allem der hohe Tragekomfort, der durch die gelungene Ventilation nochmals gesteigert wird. Das hier verwendete „Multi-directional Impact Protection System“ – auch MIPS genannt – verspricht zusätzlichen Schutz im Falle eines Aufpralls.

Weiterhin ist im Helm ein Rücklicht integriert, das bei Bedarf zum Batteriewechsel entnommen werden kann. Wer einen guten sowie sicheren Allrounder sucht und sich am Preis nicht stört, kann hier also beherzt zugreifen.

GIGA-Preistipp: Giro Isode

Giro Unisex (Universal Fit, Grau)

Giro Unisex (Universal Fit, Grau)

Vorteile

  • Hoher Komfort durch üppige Ventilation
  • Reflektierende Elemente für zusätzliche Sichtbarkeit
  • Geringes Gewicht

Nachteile

  • Nur in einer Größe erhältlich
  • Kein integriertes Rücklicht

Unser Preistipp ist der Giro Isode für derzeit rund 65 Euro. Dabei bedeutet günstig nicht gleich, dass der Helm weniger sicher ist – der Preis kommt eher daher zustande, weil hier auf zusätzliche Extras wie die integrierte Beleuchtung verzichtet wurde, um den Helm so erschwinglicher zu machen. Ähnlich wie das Modell von Uvex verfügt der Helm von Giro ebenfalls über zahlreiche Lüftungsschlitze. Mit seinen 300 Gramm ist er außerdem ein wahres Leichtgewicht, was sich abermals positiv auf den Tragekomfort auswirkt.

Es gibt das Modell allerdings nur in der universellen Größe mit 54-61 cm. Menschen mit besonders kleinem oder großem Kopfumfang müssen sich also womöglich nach Alternativen umsehen. Alle anderen dürfen sich jedoch über einen gelungenen Fahrradhelm mit allen notwendigen Features für den schmalen Geldbeutel freuen.

Ideal für E-Bikes und Pedelecs: Abus Pedelec 2.0

ABUS Pedelec 2.0 ACE (52-57 cm)

ABUS Pedelec 2.0 ACE (52-57 cm)

Vorteile

  • Herausnehmbares Rücklicht
  • Integrierter Regenschutz
  • Visier schützt vor Fahrtwind, Regen und Insekten
  • Optionales Winterkit erhältlich

Nachteile

  • Nur bedingt für heiße Sommer geeignet
  • Hohes Gewicht

Der Abus Pedelec 2.0 ACE richtet sich, wie der Name schon vermuten lässt, primär an Besitzer eines Pedelec. Neben zusätzlichem Schutz für euren Nacken und die Schläfen verfügt der Helm ebenso über ein integriertes Visier, das euch vor Fahrtwind sowie Insekten schützt. Insbesondere für Besitzer eines S-Pedelec, das euch bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h unterstützt, wäre so ein Fahrradhelm durchaus eine sinnvolle Anschaffung.

Darüber hinaus erfüllt der Helm die holländische Norm NTA 8776, welche den zusätzlich erforderlichen Schutz für derartige Fahrräder garantiert. Ein derart hohes Maß an Schutz schlägt sich aber auch im Gewicht nieder – der Helm ist mit 910 Gramm nämlich alles andere als leicht. Wer übrigens auch bei Minusgraden mit dem Rad unterwegs sein möchte, kann den Helm mit dem optional erhältlichen Winterkit nachrüsten.

Smarter Helm für die City: Lumos Street

Lumos Street MIPS (56-61 cm)

Lumos Street MIPS (56-61 cm)

Vorteile

  • Integriertes Front- und Rücklicht
  • Blinker via Fernbedienung oder Apple Watch steuerbar
  • Automatisches Bremslicht
  • Zusätzlicher Schutz durch MIPS

Nachteile

  • Verhältnismäßig schwer
  • Begrenzte Akkulaufzeit
  • Hoher Preis

Der Lumos Street ist mit einem Preis von knapp 200 Euro definitiv im hochpreisigen Segment angesiedelt. Dafür ist er aber auch kein gewöhnlicher Helm, denn er verfügt über zahlreiche smarte Extras: automatisches Bremslicht, Vorder- und Rücklicht mit Blinker sowie eine dazugehörige Companion-App. Durch die App-Anbindung kann der Helm außerdem mit Strava sowie eurer Apple Watch verbunden werden. Letztere kann durch Gestensteuerung dann sogar die enthaltene Fernbedienung des Blinkers ersetzen.

Schließlich findet sich bei diesem Modell erneut MIPS, das für zusätzlichen Schutz sorgt. Einziger Nachteil von derart vielen smarten Extras: Die Akkulaufzeit ist auf maximal 10 Stunden beschränkt und daher muss der Helm regelmäßig an die Steckdose. Mit 590 Gramm ist das Modell außerdem verhältnismäßig schwer, was gerade bei längeren Fahrten Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich zur Folge haben könnte.

Airbag fürs Fahrrad: Hövding 3 Airbag-Helm

Hövding 3 Airbag Helm (52 - 59 cm)

Hövding 3 Airbag Helm (52 - 59 cm)

Vorteile

  • Wird um den Hals getragen
  • Automatische Sturzerkennung
  • Sicherer als reguläre Fahrradhelme
  • App-Verbindung möglich

Nachteile

  • Hohes Gewicht
  • Für heiße Sommer weniger geeignet
  • Extrem teuer

In Autos sind Airbags längst Standard. Warum also nicht auch etwas Vergleichbares fürs Fahrrad entwickeln? Den Gedanken hatte wohl das schwedische Unternehmen Hövding als sie den gleichnamigen Hövding 3 Airbag-Helm entwickelten. Eins vorweg: Bei einem Preis von über 300 Euro ist dieser „Helm“ alles andere als günstig – dank der automatischen Sturzerkennung aber bis zu acht Mal sicherer als herkömmliche Modelle. So lautet zumindest die Aussage des Herstellers. Wie es sich für Gadgets dieser Art heutzutage gehört, gibt es außerdem eine passende App. Dort können unter anderem Fahrdaten aufgezeichnet oder im Falle eines Unfalls automatisch Notfallkontakte benachrichtigt werden.

Laut Stiftung Warentest und ADAC, die den Hövding 3 getestet haben, ist der Airbag prinzipiell sicherer als klassische Fahrradhelme – insofern er auch öffnet. Das muss nämlich nicht in jedem Szenario der Fall sein. Außerdem wird das hohe Gewicht von annährend einem Kilo für viele zunächst gewöhnungsbedürftig erscheinen. Im Sommer kann es unter dem Airbag außerdem schnell mal warm werden. Diese Kriterien sollten vor einem Kauf also definitiv berücksichtigt werden.

Fahrradhelm kaufen: Das solltet ihr unbedingt beachten

Je nachdem wie oft und intensiv ihr eurer Fahrrad nutzt, gibt es für nahezu jede Situation auch einen entsprechenden Fahrradhelm. Damit euch die Entscheidung etwas leichter fällt, stellen wir im Folgenden einige typische Szenarien vor:

  • Ihr nutzt euer Fahrrad hin und wieder für kurze Strecken, um beispielsweise Einkäufe oder andere Aufgaben zu erledigen? Hier genügt vermutlich ein herkömmlicher Fahrradhelm, der auf zusätzlichen Schnickschnack verzichtet und somit auch deutlich erschwinglicher ist.
  • Wer mit dem Rad nahezu täglich längere Strecken zurücklegt – etwa beim Pendeln zur Arbeit – und durch hektischen Stadtverkehr manövriert, kann hier die Investition in einen hochwertigen Helm mit praktischen Extras durchaus in Erwägung ziehen. Für mehr Komfort und noch mehr Sicherheit sorgt die Alternative in Form des Hövding 3 Airbag-Helms. So bleibt die Frisur auf dem Weg zur Arbeit auch erhalten.
  • Als Besitzer eines Pedelecs oder S-Pedelecs lohnt sich die Investition in einen Helm, der die speziell für diesen Radtyp vorgesehene Norm NTA 8776 erfüllt. Dabei handelt es sich um Helme, die über einen zusätzlichen Schutz für Schläfe und Nacken verfügen. Einige Hersteller integrieren außerdem noch ein Visier in den Helm, damit ihr vor störendem Fahrtwind, Insekten oder schlechter Witterung geschützt seid.

Welche Größe benötige ich?

Der richtige Sitz eures Fahrradhelms ist mit der wichtigste Faktor, wenn es darum geht euren Kopf bei einem Aufprall entsprechend zu schützen. Der erste Schritt sollte deshalb in der Messung eures Kopfumfangs bestehen. Bei einem gemessenen Wert von beispielsweise 58 cm würdet ihr entsprechend einen Helm mit der Größe 56-60 cm wählen. Achtet hier aber unbedingt auf die jeweiligen Angaben der Hersteller, da Helmgrößen nicht immer einheitlich sind.

Es ist wichtig, euren Kopfumfang möglichst genau zu messen, damit der Helm eurer Wahl dann auch richtig sitzt. (Bild: Uvex)

Ebenfalls sollte der Fahrradhelm nicht wackeln und waagerecht auf dem Kopf sitzen – etwa zwei Fingerbreit oberhalb der Augenbrauen, so die Stiftung Warentest. Hierfür sollte ein entsprechender Kinnriemen sowie ein arretierbarer Kopfring vorhanden sein, die sich an eure individuelle Anatomie anpassen lassen. Für Menschen mit längeren Haaren gibt es außerdem Helme mit sogenannter Pferdeschwanz-Kompatibilität.

Schwankt ihr bei einem Modell zwischen zwei Größen, bestellt sicherheitshalber beide, damit ihr einen direkten Vergleich habt. Noch besser ist es natürlich, den Fahrradhelm vor Ort im Laden anzuprobieren.

Nützliche Extras für mehr Sicherheit

Neben der eigentlichen Schutzfunktion eines Fahrradhelms gibt es vermehrt Modelle, die mit zahlreichen Extras aufwarten. Ein integriertes Visier, smarte Beleuchtung inklusive Blinker oder Bluetooth, wodurch sich der Helm dann sogar mit eurem Smartphone verbinden lässt. Ebenso werben viele Hersteller inzwischen damit, dass ihre Helme durch das „Multi-directional Impact Protection System“ (kurz: MIPS) nochmal sicherer sind. Die Technologie sorgt durch eine bewegliche Kunststoffschale auf der Innenseite des Helms dafür, dass Rotationskräften entgegengewirkt wird, denen das Gehirn bei einem Sturz sonst umso stärker ausgesetzt wäre. Die Stiftung Warentest kam im gemeinsamen Test mit dem ADAC übrigens zum Schluss, dass MIPS keine Voraussetzung für einen guten Helm ist.

Das wichtigste Kriterium sollte stets die Sicherheit eines Helmes sein, wobei einige Zusatzfunktionen durchaus sinnvoll sind. Vor allem die integrierte LED-Beleuchtung sowie Reflektoren sorgen für ein höheres Maß an Sichtbarkeit und somit hoffentlich zu weniger Unfällen. Je nach Budget und den individuellen Bedürfnissen, sollten diese Kriterien vor dem Kauf also entsprechend berücksichtigt werden.

Der richtige Helm für Pedelecs

Für Besitzer eines Pedelecs mit einer Motorunterstützung bis 25 km/h, oder 45 km/h im Falle des S-Pedelecs, gilt in Holland die strengere Norm NTA 8776. Bei den deutlich schnelleren S-Pedelecs besteht zusätzlich eine Helmpflicht – bei regulären Pedelecs ist der Helm hierzulande nur optional, doch ist von einem Verzicht abzuraten.

Wer also primär mit einem elektrisierten Fahrrad unterwegs ist und den bestmöglichen Unfallschutz möchte, sollte beim Helmkauf auf die entsprechende Norm achten. Derartige Helme bieten in der Regel nämlich zusätzlichen Schutz für Schläfe und Nacken. Aufgrund der höheren Geschwindigkeiten kann außerdem der Fahrtwind zum Problem werden. Deshalb wurde in einigen Modelle noch ein Visier im Helm integriert, das vor besagtem Wind sowie Insekten und Regen schützt. Selbsttönende Visiere können außerdem noch zusätzlichen Schutz vor schädlichen UV-Strahlen bieten.