Fairy Tail in der Vorschau - Wer eine schöne Gilde will, muss viele Quests erfüllen

Franziska Behner

Wir waren für euch auf der Paris Games Week unterwegs und haben mit Keisuke Kikuchi von Koei Tecmo über Fairy Tail gesprochen. Welchen Ersteindruck nach wenigen Spielminuten wir haben, lest ihr hier nach.

Vor einigen Jahren erschuf der Mangaka Hiro Mashima sein bis jetzt beliebtestes Werk: Fairy Tail. Zahlreiche Bände und eine Anime-Umsetzung in vielen Ländern folgten. Auch in Deutschland sind die Abenteuer vom Dragonslayer Natsu und seinen Freunden zu sehen. Viele hundert Episoden später entschließt sich Entwickler GUST gemeinsam mit Koei Tecmo, die Helden auch auf den Spielbildschirm zu bringen. Mit kreativen Ideen von Keisuke Kikuchi soll irgendwann 2020 das Rollenspiel zur Serie erscheinen.

FAIRY TAIL - Reveal Trailer.

 

Willkommen in Mangolia!

Da sich das Videospiel am Anime orientiert, werden Fans der Serie die Stadt direkt erkennen: Magnolia. Wie Kikuchi im Interview erwähnt, ist es das erste Mal, dass sie komplett in 3D modelliert wurde. Obwohl viele der Häuser nicht betretbar sind, können sich die Spieler durch die Straßen treiben lassen und bekannte Schauplätze selbst erforschen. Da springt das Fan-Herz höher!

In unserer kurzen Demo-Session haben wir davon nicht viel gesehen, denn es hat uns direkt zum namensgebenden Herzstück des Spiels getrieben: der Gilde Fairy Tail. Im ganzen Land existieren verschiedene Gilden mit begabten Magiern. Fairy Tail beheimatet einige der talentiertesten Kämpfer, jedoch spiegelt das ihre Unterkunft nicht wieder. Marode Holzwände, keine Deko und alles eher spartanisch eingerichtet. Das kann so nicht weitergehen!

Ziel des Spiels ist es, aus Fairy Tale eine blühende Gilde zu machen, die auch optisch ansprechend ist. Dazu benötigt ihr allerdings Geld, das sich durch Aufgaben der Dorfbewohner verdienen lässt. Dazu schnappt ihr euch einfach eine Quest am schwarzen Brett und liefert den Dorfbewohnern, was sie sich wünschen. Es wirkt, als würden die Aufgaben dabei nicht besonders tief gehen: Monster fangen, Materialien sammeln, die Menschheit retten. Eben die typischen Aufgaben eines Videospielhelden. Allerdings müssen wir dazusagen, dass wir bisher nur eine kurze Demo gespielt haben und gar nicht die Möglichkeit hatten, uns länger mit dem Quest-System auseinanderzusetzen.

Kämpfe mit Köpfchen

Müsst ihr einmal nicht die auffällig platzierten Items am Wegesrand aufsammeln, geht es meist in den Kampf gegen riesige Monster oder andere Magier. Um sich ein wenig von anderen Rollenspielen abzuheben, verpasste das Entwicklerteam den Auseinandersetzungen mit Feinden einen kleinen Kniff. Ihr könnt Monster für den Angriff nicht direkt bestimmen, sondern müsst euch im Menü eine Attacke aussuchen, dessen Trefferradius das gewünschte Ziel einschließt.

Das gesamte Schlachtfeld unterteilt sich in ein gitterartiges Muster, in dessen einzelnen Quadraten jeweils ein Monster steht. Jede Attacke trifft eine auf bestimmte Art angeordnete Anzahl an Feldern. Dieses Treffermuster könnt ihr auf dem Bildschirm frei bewegen, sodass sich möglichst viele Störenfriede gleichzeitig treffen lassen. Die Attacken selbst sind ein kleiner Augenschmaus und an die Funken sprühenden Momente des Anime angelehnt.

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Unsere Demo spielte sich noch ziemlich weit am Anfang der Geschichte ab. Insgesamt werdet ihr gut 50 Stunden für das Abenteuer benötigen – viel Zeit für die Entwicklung und das Wachstum eurer Gilde. Mit dem über Missionen verdienten Geld könnt ihr verschiedene Aspekte von Fairy Tail verbessern. Es liegt in eurer Hand, welche Stationen euch im Haus wichtig sind und wo ihr eure Energie hineinstecken wollt. So entwickelt sich die Holzhütte langsam zu einem florierenden Platz für die Magier, wo sie immer bessere Items bekommen und sich andere Vorteile sichern.

Insgesamt gibt es zehn spielbare Charaktere aus dem Fairy-Tail-Universum. Die ersten wurden bereits angekündigt, die letzten fünf Charaktere sind noch ein großes Geheimnis. Natsu, Grey, Lucy, Erza und Wendy warten bereits auf euch. Mit welcher Figur ihr die Welt in der Third-Person-Ansicht entdeckt, bleibt völlig euch überlassen und kann über einen Knopfdruck jederzeit verändert werden. Im Menü stellt ihr euch aus allen Charakteren ein Team zusammen, sodass ihr immer drei Kämpfer zur Verfügung habt. Der Rest wartet auf der Ersatzbank, erhält bei den Kämpfen allerdings ebenfalls stetig Erfahrung. So leveln auch die anderen Charaktere konstant mit und niemand bleibt zahlenmäßig zurück.

Ein klassisches RPG ohne Skillbaum?!

Ihr könnt eure Kämpfer mit verschiedenen Ausrüstungsteilen ein wenig an die nächsten Kämpfe anpassen. Eine Veränderung der Fähigkeiten, etwa über einen Skillbaum, gibt es nicht. Diesen Aspekt haben die Entwickler völlig weggelassen. Das macht das ganze Spiel gut für Einsteiger, die sich als Fans der Serie einfach mal einen Schritt weiter wagen wollen. Obwohl sich die Geschichte an den Geschehnissen des Manga und Anime orientiert, wollen die Entwickler laut Kikuchi einen Schritt weiter gehen. Kleine Nebengeschichten, interessante Wendungen  und Missionen, die es so in der Serie nicht gibt, sollen das Spielerlebnis erweitern und auch langjährigen Fans etwas Neues bieten.

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Ausblick

Es bleibt abzuwarten, ob Fairy Tail als Spiel auf dem Markt Bestand hat. Wir lehnen uns an dieser Stelle ein wenig aus dem Fenster und vermuten, dass es an den riesigen Erfolg des Anime nicht anknüpfen kann. Dafür sind viele Spielmechaniken einfach zu veraltet und rudimentär dargestellt. Was gleichzeitig nicht bedeutet, dass es schlecht wird! Mit interessant erzählten Geschichten und einigen Überraschungen kann das klassische Gameplay auch mit seinem Charme überzeugen. Man achte sehr darauf, die Eigenarten der Charaktere zu übernehmen, damit es sich so anfühlt, als seien die Figuren direkt aus dem Anime in das Spiel gesprungen. Zumindest für Fan-Herzen könnte das ein kleines Highlight werden.

Die wenigen Spielminuten konnten sicherlich nicht alles aus Fairy Tail herausholen. Wir sind gespannt, was uns in einer längeren Spielphase erwartet.

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