Mit der bevorstehenden PS5 sowie der Xbox Series X findet 4K-Gaming seinen Weg endgültig in den Mainstream – von leistungsfähigen Spiele-PCs ganz zu schweigen. Spätestens dann lohnt es sich also, den passenden Monitor oder eben Fernseher anzuschaffen, um das Maximum aus den Konsolen oder dem Rechner herauszuholen. GIGA stellt die besten 4K-Gaming-TVs vor und erklärt, was bei einem Kauf sonst noch zu beachten ist.

 

Kaufberatung

Facts 

Hoher Input-Lag oder zu geringe Bildwiederholraten waren bisher die Hauptgründe, warum sich vor allem PC-Spieler davor gescheut haben, einen Fernseher anstelle eines Monitors zu verwenden. Inzwischen gibt es immer mehr Geräte, die genau in diesen Disziplinen trumpfen wollen. Selbst G-Sync oder FreeSync steht mittlerweile bei einigen Modellen zur Verfügung.

Da der Funktionsumfang von TV-Geräten immer mehr zunimmt, wird man dementsprechend auch mit umso mehr Fachwörtern konfrontiert. VRR, ALLM oder HDR um nur einige davon zu nennen. Wir stellen Gaming-TVs verschiedener Preiskategorien vor, die sich alle besonders gut zum Zocken in 4K eignen. Außerdem geht GIGA auf die wichtigsten Features solcher Fernseher ein und erklärt, welche davon für Gamer relevant sind.

Die besten 4K-Gaming-TVs 2020: Alle GIGA-Empfehlungen in der Übersicht

GIGA-Preis­tipp Ein­stei­ger Mit­tel­klas­se High­end für Konsolen High­end für PC-Gamer
Mo­dell Hi­sense 55AE7200F LG 55UM71007LB Sony KD-55XH8096 Sony KD-55XH9005 LG OLED 55CX9LA
Preis (ca.) 400 Euro 500 Euro 750 Euro 1.100 Euro 1.600 Euro
Vor­tei­l Top-Preis Preis-Leistung Ideal für Play­Station Geringer Input-Lag G-Sync/ FreeSync
Nach­teil Mit­tel­mä­ßi­ger Sound Ge­rin­ge Bild­wie­der­hol­ra­te Ge­rin­ge Bild­wie­der­hol­rate Kein G-Sync/ FreeSync Kein HDR10+
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Mehr Informationen:
Falls ihr statt eines Fernsehers doch lieber einen herkömmlichen Gaming-Monitor bevorzugt, dann haben wir hierfür ebenfalls die passende Kaufberatung: Gaming-Monitore im Test 2020: Die besten Modelle im Überblick. Weitere lohnende TV-Geräte stellen wir in unserem Artikel „Die besten Fernseher 2020 im Test“ vor.

GIGA-Preistipp: Hisense 55AE7200F

Hisense 55AE7200F (55 Zoll)

Hisense 55AE7200F (55 Zoll)

Vorteile

  • Top-Preis
  • Viele Anschlussmöglichkeiten
  • Solide Bildqualität

Nachteile

  • Mittelmäßiger Sound
  • Geringe Bildwiederholrate (50/60 Hz)

Den Anfang macht ein wahres Preis-Leistungs-Wunder – der Hisense 55AE7200F. Für einen Preis von rund 400 Euro erhaltet ihr einen durchaus soliden 4K-Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 55 Zoll. Darüber hinaus verfügt er einen Game-Mode, der den Input-Lag bei Bedarf auf unter 20 ms herabsenkt. Damit bewegt er sich in dieser Hinsicht zwar eher im Mittelfeld, in dieser Preisklasse ist das aber durchaus ein solider Wert.

Auch die verhältnismäßig geringe Bildwiederholrate von maximal 60 Hz und das Wegbleiben weiterer praktischer Gaming-Funktionen sind für diesen Preis zu verschmerzen. Insgesamt erhält man hier ein gelungenes Gesamtpaket an der untersten Preisgrenze für gaming-taugliche TVs, das außerdem noch HDR10/HDR10+ unterstützt und ebenfalls über Smart-Funktionen verfügt. Wer zusätzlich auch Serien und Filme genießen möchte, sollte für ein optimales Erlebnis allerdings eine Soundbar in Erwägung ziehen.

Einsteigermodell: LG 55UM71007LB

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Vorteile

  • Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Gute Bildqualität
  • Geringer Input-Lag (11 ms)
  • Solider Sound

Nachteile

  • Geringe Bildwiederholrate (50/60 Hz)

Nun zu unserem Einsteigermodell: Der LG 55UM71007LB. Dabei heißt günstig nicht automatisch schlecht, denn laut Stiftung Warentest ist der LED-Fernseher immerhin mit „gut“ (2,4) bewertet worden. Insgesamt bietet das Modell ein enorm gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gamer müssen sich dennoch mit entsprechend weniger Features zufrieden geben, da dieses Gerät weder eine variable Bildwiederholrate (VRR) noch Unterstützung für FreeSync oder G-Sync bietet. Sowas findet man in dieser Preisklasse aber ohnehin nur selten.

Dafür bekommt ihr aber einen 55-Zoll in der Diagonale messendes Bildschirm-Panel mit 4K-Auflösung und guter Bildqualität. Der Sound ist ebenso solide. Außerdem liegt der Input-Lag bei diesem Modell bei gerade mal 11 ms, weshalb er sich ideal zum Zocken eignet. Leider beträgt die maximale Bildwiederholrate bei diesem Modell nur 50/60 Hz. Das sollte vor einem Kauf in Betracht gezogen werden, zum Spielen mit der Konsolen-Generation Xbox One X/PS4 Pro, die fast ausnahmslos maximal 60 FPS ausspielen, reicht das aber allemal.

Mittelklasse-TV: Sony KD-55XH8096

Sony KD-55XH8096 (55 Zoll)

Sony KD-55XH8096 (55 Zoll)

Vorteile

  • Praktische Features für PS4-Besitzer
  • Geringer Input-Lag (13 ms)
  • Gute Bildqualität auch in hellen Räumen

Nachteile

  • Geringe Bildwiederholrate (50/60 Hz)
  • Schwarzwerte und Kontrast nur mittelmäßig
  • Keine VRR

Der Sony KD-55XH8096 bildet mit einem Preis von rund 750 Euro die Mittelklasse unserer Auswahl. Auch hier handelt es sich um einen 55-Zoll-Gerät mit 4K-Auflösung. Hervorzuheben sind das tolle Display, das selbst in hellen Räumen noch eine gute Figur macht. Der Sound hingegen ist leider nur Mittelmaß. Insbesondere für Besitzer einer PS4 dürfte der Fernseher interessant sein: Mit einem einfachen Klick auf den PS-Button schaltet sich der Fernseher in den Spielmodus. Dadurch werden sämtliche Einstellungen automatisch dahingehend angepasst, um so für ein möglichst optimales Spielerlebnis zu sorgen.

Auch der äußerst geringe Input-Lag von 13 ms unterstreicht weiterhin die Gaming-Fähigkeiten des 4K-TVs. Wer jedoch einen Fernseher sucht, der sich ebenso gut für die bevorstehende Konsolengeneration eignet, muss wohl leider etwas tiefer in die Tasche greifen: Eine variable Bildwiederholrate oder HDMI 2.1 sucht man hier vergeblich. Für aktuelle Konsolen wie die PS4 Pro oder Xbox One X ist der Fernseher aber bestens gerüstet.

Highend-TV für Konsolen: Sony KD-55XH9005

Sony KD-55XH9005 (55 Zoll)

Sony KD-55XH9005 (55 Zoll)

Vorteile

  • Bereit für PS5 (HDMI 2.1 mit 4K und bis zu 120 FPS)
  • VRR und ALLM (bis 120 Hz)
  • Automatischer Wechsel in den Spielmodus
  • Geringer Input-Lag (15 ms)
  • Helles Display
  • Solider Sound

Nachteile

  • Derzeit kein G-Sync/FreeSync
  • Kein HDR10+
  • Hoher Preis

Ihr sucht den perfekten Fernseher für eure zukünftige PS5? Dann könnte der Sony KD-55XH9005 genau das Richtige für euch sein. Im Vergleich zu den günstigeren Modellen der XH80-Serie unterstützt das Gerät dank HDMI 2.1 Zocken in 4K mit bis zu 120 FPS. Ebenso wechselt der Fernseher automatisch in den Spielmodus sobald eine Konsole angeschlossen wird (ALLM). Der Input-Lag fällt mit 15 ms ebenfalls entsprechend gering aus.

Durch ein Firmware-Update verfügt der 4K-TV außerdem über variable Bildwiederholrate (VRR). Auf G-Sync oder FreeSync muss man derzeit allerdings verzichten – bei einem stolzen Preis von über 1.000 Euro schmerzt das dann doch ziemlich. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass hier nochmal mit einem Update nachgeholfen wird.

Highend-TV für PC-Gamer: LG OLED 55CX9LA

LG OLED55CX9LA (55 Zoll)

LG OLED55CX9LA (55 Zoll)

Vorteile

  • Unterstützt G-Sync und FreeSync
  • HDMI 2.1
  • VRR und ALLM (bis 120 Hz)
  • Geringer Input-Lag (13 ms)
  • Exzellente Bildqualität für alle Inhalte
  • Guter Sound

Nachteile

  • Kein HDR10+
  • Hoher Preis

Dieser Fernseher lässt wirklich kaum mehr Wünsche offen. Die hier aufgeführte Variante des LG OLED 55CX9LA ist 55 Zoll groß und verfügt über eine 4K-Auflösung. Es gibt den Fernseher auch noch in 65 oder sogar 77 Zoll, der Preis dann aber entsprechend höher. Auch eine 48-Zoll-Version gibt es. Die ist nicht nur etwas günstiger, sonder aufgrund ihrer Größe für manch einen sicher auch noch eine Option für den Schreibtisch. Weiterhin verfügt der Fernseher über vier HDMI 2.1-Ports, eine variable Bildwiederholrate (VRR) sowie einen Auto Low Latency Mode (ALLM) – Funktionen, die sowohl beim Zocken auf der Konsole als auch am PC äußerst nützlich sind.

Die maximale Bildwiederholrate liegt bei 120 Hz und passt sich dynamisch an, um so für möglichst ruhige Bilder zu sorgen. Was Besitzer einer Nvidia- oder AMD-Grafikkarte besonders freuen dürfte: Dieses Modell unterstützt sowohl G-Sync als auch FreeSync und kann dadurch verzerrte Bilder (Tearing) durch Synchronisation der Bildraten zwischen Grafikkarte und Fernseher verhindern. Auch der Input Lag wird damit verringert.

Die besten Gaming-TVs: Nach diesen Kriterien wurde ausgewählt

Die Auswahl an Fernsehern ist heutzutage immens. Gleichzeitig werben Hersteller mit immer mehr speziellen Funktionen, was eine Entscheidung umso schwieriger macht. Gerade was den Bereich Videospiele angeht, erhalten Fernseher zunehmend mehr Gaming-Funktionen, die sie zu einer attraktiven Alternative gegenüber herkömmlichen PC-Monitoren machen sollen.

Wir haben bei unserer Auswahl also bewusst Modelle gewählt, die über besagte Eigenschaften verfügen. Ebenso wurden verschiedene Preissegmente abgedeckt. Damit wir euch den bestmöglichen Überblick verschaffen können, haben wir uns neben unseren eigenen Erfahrungen auch auf Nutzerwertungen sowie externe Testinstitutionen wie test.de gestützt.

Spielen auf dem Fernseher: Darauf sollte man achten

Die wichtigsten Merkmale eines Fernsehers sind zunächst die Auflösung sowie die Bildschirmdiagonale. Bei ersterem haben wir uns bewusst ausschließlich für Geräte mit 4K-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) entschieden. Besagte Auflösung hat sich inzwischen zum Standard etabliert, ist zukunftssicher und Besitzer einer PS4 Pro oder Xbox One X können ihre Spiele so in bester Grafik genießen. Aber auch kleinere und ältere Konsolen wie die Nintendo Switch, die PS4 und die Xbox One (S) lassen sich natürlich anschließen – in diesem Fall wird das Bild, oft in Full-HD (1.920 × 1.080) vom Fernseher hochskaliert. Die Qualität des so genannten „Upscalings“ hängt dabei direkt von der Güte der Bildverarbeitungsmechanismen ab.

Welche Spiele wünscht ihr euch für die nächste Konsolengeneration? Wir stellen unsere Favoriten vor:

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PS5: 13 Spiele, die auf der Next-Gen-Konsole nicht fehlen dürfen

Was die Größe des Fernsehers angeht, so ist ein Gerät mit einer Mindestgröße von 55 Zoll (140 cm Bildschirmdiagonale) zu empfehlen. Kleinere Gaming-TVs haben oft den Nachteil, dass sich ihre Bildwiederholrate auf nur 50/60 Hz beschränkt. An sich ist das kein Problem, im Hinblick auf die zukünftige Konsolengeneration ist es aber sinnvoll, wenn euer Fernseher 100/120 Hz oder mehr darstellen kann und einen HDMI-2.1-Anschluss aufweist. Letzteres ist Grundbedingung dafür, dass die Konsole ein 4K-Bild mit mehr als 60 Einzelbildern pro Sekunde an den Fernseher senden kann.

Der bislang größte Nachteil, den Fernseher gegenüber Monitoren hatten: der Input-Lag. Dieser hängt neben der Reaktionszeit noch von weiteren Faktoren wie der Auflösung und der Bildwiederholrate des Fernsehers ab. Der Input-Lag stellt somit die benötigte Gesamtdauer aller Prozesse dar, um eure Eingaben entsprechend zu verarbeiten und sie anschließend auf dem Fernseher anzuzeigen. Anders formuliert: Input Lag ist die Zeit zwischen dem Tastendruck und der Reaktion des Bildes, das in eurem Auge ankommt. Je geringer dieser Wert ist, desto direkter fühlt sich die Steuerung an, desto besser. Ein Input-Lag von 16 ms oder weniger ist insbesondere für reaktionsschnelle Spiele zu empfehlen – 16 ms entspricht in etwa der Anzeige eines Frames bei 60 FPS.

Wichtig zu wissen: Auch andere Faktoren als das Fernseher-Modell spielen in den Input Lag hinein: die aktuell dargestellte Framerate, ob im Spiel VSync aktiv ist, ob der Fernseher Bildverbesserungsalgorithmen nutzt, die Qualität der Internetverbindung (bei Online-Games) und der Controller.

Um den Input-Lag beim Spielen so gering wie möglich zu halten, solltet ihr also nicht nur einen tauglichen Fernseher besitzen, sondern auch, falls vorhanden, den Gaming-Mode im TV aktivieren oder zumindest Bildverbesserungen wie Motion Smoothing ausschalten, den Fernseher per LAN-Kabel an euren Router anschließen, Original-Controller verwenden, die Controller-Firmware auf dem neuesten Stand halten und, bei hektischen Online-Games, den Controller möglicherweise sogar per USB-Kabel an die Konsole anschließen.

Diese Features sind besonders wichtig

Je nachdem für welchen Einsatzzweck ein Fernseher primär gedacht ist, bietet er unterschiedliche Funktionen, die vor einem Kauf in beachtet werden sollten. Da es in diesem Fall ausschließlich um Gaming geht, haben wir uns entsprechend auf jene Features beschränkt, die in diesem Bereich besonders nützlich sind.

Einen Gaming Mode bzw. Spiele-Modus besitzen viele moderne Fernseher. Wenn ihr diesen aktiviert, werden automatisch Bildverbesserungsalgorithmen aus- und andere Modi eingeschaltet, um den Input Lag so gering wie möglich zu halten. Wir empfehlen euch, auf einen solchen Modus beim Kauf zu achten und diesen beim Zocken auch zu aktivieren. Fazit: Braucht ihr.

Bei den Anschlüssen sollte der Fernseher im Idealfall HDMI 2.1 unterstützen, das ist aktuell freilich nur bei wenigen und teuren Modellen der Fall. Der neue Standard weist eine höhere Bandbreite auf als die Vorgänger und ist Pflicht, wenn man in 4K mit höheren Bildraten als 60 FPS spielen möchte – gerade für die PS5 und Xbox Series X ist das relevant. Auch 8K-Gaming mit bis zu 60 FPS wird durch HDMI 2.1 ermöglicht. Wer nur auf älteren Konsolen spielen möchte oder weniger Geld ausgeben möchte, kann aktuell aber noch auf HDMI 2.1 verzichten. Momentan handelt es sich um eine Investition in die Zukunft. Fazit: Braucht ihr, wenn ihr in die neue Konsolengeneration etwas mehr investieren wollt.

HDR (High Dynamic Range) bedeutet, dass Spiele mit größerem Kontrast und Dynamikumfang dargestellt werden können. So sieht ein Sonnenaufgang in „The Last of Us Part 2“ oder eine Strandszenerie in „Forza Horizon 4“ im Idealfall noch einmal deutlich heller, „blendender“ und damit hübscher aus. HDR bieten fast alle neuen Fernseher an, allerdings variiert die Qualität von HDR stark. Wir empfehlen euch, HDR auszuprobieren und, sollte der Effekt nicht überzeugen, das Bild weiter in „normalem“ SDR anzeigen zu lassen. Mehr zu HDR und den unterschiedlichen Standards erfahrt ihr in unserem Artikel „Die besten Fernseher 2020“. Fazit: Braucht ihr nur, wenn der HDR-Effekt überzeugend ist.

Was ist HDR? – TECHfacts

Die Bildwiederholrate bezeichnet die Anzahl der Bilder, die ein Fernseher maximal pro Sekunde darstellen kann. 50/60 Hz sind Standard, 100/120 Hz sind gut und zukunftssicher. Xbox One S/X, PS4/PS4 Pro und Nintendo Switch geben in der Regel nur 60 FPS aus, notwendig sind 100/120 Hz aktuell also noch nicht. Zwei Abers: Für die zukünftige Konsolengeneration macht's Sinn, auf eine hohe Bildwiederholrate zu achten, wenn HDMI 2.1 gegeben ist. Außerdem bedeutet 120 Hz durchschnittlich weniger Input Lag, kann sich also auch für ältere Konsolen lohnen. Fazit: Ihr braucht 100/120 Hz nicht unbedingt, wir empfehlen es aber trotzdem, wenn das Budget es hergibt.

Durch sogenanntes „Local Dimming“ oder, besser, „Full-Array Local Dimming“ (FALD) können Kontraste sowie der HDR-Effekt auf LCD-basierten Fernsehern verbessert werden, indem Teile des Bildschirms mit dunklen Farben weniger stark rückbeleuchtet werden müssen. Die Funktion spielt aber nur bei dunklen Bildern eine merkliche Rolle. Local Dimming kann in Zonen geregelt werden – je mehr Zonen, desto besser. OLED-Fernseher brauchen kein Local Dimming, da hier die Pixel selbst leuchten. Die Qualitätslevel in aufsteigender Reihenfolge: Edge-LED/Edge-lit → Local Dimming → FALD → OLED. Fazit: Für Filme und Serien gut, zum Zocken nicht unbedingt notwendig.

„Variable Refresh Rate“ (VRR) bedeutet, dass der Fernseher seine Bildwiederholrate an die Framerate anpasst, dass also Bildwiederholrate und Framerate kontinuierlich synchronisiert werden – deswegen wird die Funktion teilweise auch Adaptive Sync genannt. Dieses bislang nur in neueren und hochpreisigen Fernsehern verbaute Feature sorgt für ein ruhigeres Bild ohne Risse (Tearing), mit geringerem Input Lag und weniger stark wahrnehmbaren Mikrorucklern – zumindest wenn die Konsole (derzeit nur Xbox One S/X, Series S/X, PlayStation 5 noch nicht bestätigt) bzw. der angeschlossene PC die Technik unterstützen. Informiert euch aber unbedingt, ob der Fernseher auch die konkret benötigte VRR-Technologie, also FreeSync oder G-Sync, unterstützt. VRR ist in der Regel eine Funktion von Geräten mit HDMI 2.1. Fazit: Nur dann empfohlen, wenn das Budget es hergibt.

Der „Auto Low Latency Mode“ (ALLM) ist keine einzelne Technologie, sondern Teil von HDMI 2.1. Es handelt sich im Grunde um eine Komfortfunktion, die dafür sorgt, dass der Fernseher „merkt“, wenn eine Spielkonsole angeschlossen ist und läuft. Sie stellt automatisch diverse Einstellungen auf solche um, die für einen geringen Input Lag optimiert sind. ALLM wurde in Zusammenarbeit von Microsoft mit verschiedenen Fernseher-Herstellern entwickelt. Ob die PlayStation 5 ALLM unterstütz, ist noch nicht bekannt. Fazit: Braucht man nicht, wenn man die benötigten Einstellungen selbst trifft.

TECHfacts: FPS vs. Bildwiederholrate

Für wen lohnt sich ein Gaming-Fernseher?

Eine größere Bildschirmfläche hat grundsätzlich den Vorteil, dass ihr Spiele deutlich immersiver erleben könnt. Umso mehr, wenn euer Fernseher über entsprechende Lautsprecher oder eine zusätzliche Soundbar verfügt. Für viele gibt es kaum etwas besseres, als sich nach einem anstrengenden Tag aufs Sofa oder das Bett zu legen und gemütlich zu zocken. Vor allem Konsolen sind für ein solches Szenario perfekt geeignet, wobei das bei Gaming-PCs genauso denkbar ist.

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Guter Sound ist mindestens genauso wichtig wie atemberaubende Grafik:

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Top 10: Die beliebtesten TV-Soundbars in Deutschland

Wann lohnt sich der Kauf eines Gaming-Fernsehers?

  • Ihr möchtet Spiele möglichst immersiv und in bester 4K-Grafik erleben – beispielsweise auf eurer PS4 Pro oder Xbox One X.
  • Ihr plant den Kauf einer PS5 oder Xbox Series X und möchtet zukünftig das volle Potenzial der Konsole auf eurem TV nutzen.
  • Ihr besitzt eine Xbox One und möchtet von FreeSync und weiteren praktischen Features profitieren.
  • Ihr zockt generell lieber gemütlich vom Sofa aus als am Schreibtisch und herkömmliche Monitore sind euch zu klein.
Daniel Nawrat
Daniel Nawrat, GIGA-Experte für Computer, Gaming-Hardware und Games.

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