Ihr möchtet euren nächsten Gaming-PC selber zusammenstellen, seid aber durch die riesigen Auswahl an Komponenten überfordert? Welcher Prozessor passt zu welchem Mainboard? Welche Grafikkarte wird für welche Auflösung benötigt? Damit ihr nicht den Überblick verliert, stellt GIGA-Redakteur Daniel gleich mehrere Konfigurationen vor und erklärt, worauf ihr sonst beim Zusammenstellen des eigenen Gaming-Rechners achten müsst.

 

Kaufberatung

Facts 

Beinahe im jährlichen Turnus veröffentlichen große Hardwarehersteller neue Prozessoren, Grafikkarten und mehr. Bislang galt Intel als der Vorreiter in Sachen Prozessoren. Inzwischen hat sich AMD aber zur ernstzunehmenden Konkurrenz entwickelt – und das kommt in erster Linie den Verbrauchern zugute. Damit ihr nicht selber nach der optimalen Hardware suchen müsst, stellen wir hier insgesamt vier Konfigurationen vor.

Vom absoluten Preis-Leistungs-PC für unter 600 Euro bis hin zum Highend-Monster für knapp 3.000 Euro. Als Bonus stellen wir außerdem einen Mini-Gaming-PC vor, der trotz seiner geringen Größe keineswegs auf Leistung verzichtet. Zusätzlich gehen wir näher auf die einzelnen Komponenten ein und erklären euch, warum sich der Zusammenbau eines eigenen Gaming-PCs lohnt.

Der Preis-Leistungs-PC: Wer braucht schon eine Konsole?

Hinweis: Die hier gelisteten Preise sind gerundet und können sich jederzeit ändern. Außerdem ist kein Betriebssystem enthalten. (Stand: 24.08.2020)
Komponente Produkt Angebot Preisvergleich
Prozessor (CPU) AMD Ryzen 3 3100 (4x 3.60 GHz) 94 Euro bei Mindfactory idealo
Kühler Luftkühler beim Prozessor inklusive
Mainboard Gigabyte B450 Gaming X (ATX) 74 Euro bei Mindfactory idealo
Arbeitsspeicher (RAM) 16 GB G.Skill Aegis (DDR4-3200) 48 Euro bei Mindfactory idealo
Grafikkarte (GPU) Gigabyte GTX 1660 Super Gaming OC (6 GB GDDR6) 215 Euro bei Mindfactory idealo
Speicher Crucial BX500 240 GB (SATA 6 GB/s)  28 Euro bei Mindfactory idealo
  Seagate Barracuda 1 TB (7.200 U/min) 34 Euro bei Mindfactory  idealo
Netzteil be quiet! System Power 9 500 Watt (80+ Bronze, Non-Modular) 46 Euro bei Alternate idealo
Gehäuse Corsair Carbide 270R  55 Euro bei Mindfactory  idealo
Summe  594 Euro

Vorteile:

  • Top Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Kann nach Bedarf aufgerüstet werden
  • Ideal für Gaming in Full-HD

Nachteile:

  • Kaum Übertaktungspotenzial
  • Kein eingebautes WiFi-Modul

Das Motto dieser Konfiguration ist ganz klar: Maximale Leistung für so wenig Geld wie möglich. Hier kommt der Ryzen 3 3100 gerade recht, denn für weniger als 100 Euro erhält man hier eine durchaus leistungsfähige CPU samt Kühler. Die nächste wichtige Komponente ist dann die Grafikkarte, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht – nämlich die Gigabyte GTX 1660 Super Gaming OC. Zwar muss man hier sowohl auf Raytracing als auch auf DLSS verzichten, das ist in dieser Preisklasse aber absolut verschmerzbar.

Insgesamt erhaltet ihr hier einen wirklich soliden Gaming-Rechner, der sich zukünftig auch problemlos upgraden lässt. Je nachdem wie teuer die neuen Konsolen aus dem Hause Sony und Microsoft tatsächlich werden, könnte dieser PC also durchaus eine Alternative darstellen. Insbesondere dann, wenn ihr nicht ausschließlich zocken wollt, sondern den PC auch für andere Zwecke wie die Schule, Uni, Arbeit etc. verwendet.

Für Einsteiger: Full-HD-Genuss für wenig Geld

Hinweis: Die hier gelisteten Preise sind gerundet und können sich jederzeit ändern. Außerdem ist kein Betriebssystem enthalten. (Stand: 24.08.2020)
Komponente Produkt Angebot Preisvergleich
Prozessor (CPU) AMD Ryzen 5 3600 (6x 3.60 GHz)  165 Euro bei Mindfactory idealo
Kühler Luftkühler beim Prozessor inklusive
Mainboard MSI B450-A Pro Max (ATX) 84 Euro bei Mindfactory idealo
Arbeitsspeicher (RAM) 16 GB Corsair Vengeance LPX (DDR4-3200) 54 Euro bei Mindfactory idealo
Grafikkarte (GPU) Sapphire Radeon RX 5600 XT Pulse Aktiv (6 GB GDDR6) 270 Euro bei Mindfactory idealo
Speicher WD Green 120 GB M.2 (SATA 6 GB/s)  26 Euro bei Mindfactory idealo
  Seagate Barracuda 1 TB (7.200 U/min) 34 Euro bei Mindfactory  idealo
Netzteil Corsair TX550M 550 Watt (80+ Gold, teilweise Modular) 69 Euro bei Mindfactory idealo
Gehäuse Fractal Design Meshify C (schallgedämmt)  82 Euro bei Alternate  idealo
Summe  784 Euro
Vorteile:
  • Perfekt für Einsteiger
  • Für Gaming in Full-HD mit bester Grafik geeignet
  • Schallgedämmtes Gehäuse

Nachteile:

  • Kaum Übertaktungspotenzial
  • BIOS-Flash vom Mainboard erforderlich
  • Kein eingebautes WiFi-Modul

Das Herzstück des Einsteiger-PCs bildet neben dem AMD-Ryzen-3600-Prozessor die Sapphire Radeon RX 5600 XT Pulse Aktiv. Laut Hersteller ist die Grafikkarte zwar primär für Gaming in Full-HD ausgelegt, dennoch liefert sie in WQHD ebenso respektable Framezahlen. Grafisch anspruchsvolle Spiele sollten mit dieser Konfiguration auf maximalen Einstellungen problemlos mit 60 FPS und mehr laufen. Bei weniger anspruchsvollen eSport-Titeln hingegen sind umso mehr FPS drin.

Je nachdem wie eng euer Budget geschnürt ist, wäre die Gigabyte Radeon RX 5700 XT Gaming OC 8G eine weitere Alternative. Die Karte kostet zwar rund 100 Euro mehr, bringt dafür aber deutlich mehr Leistung sowie 8 GB VRAM mit sich. Das Mainboard erfordert einen BIOS-Flash, da Ryzen-3000-Prozessoren nicht nativ unterstützt werden. Hier ist es ratsam, vorher einen Blick ins Handbuch zu werfen. Der mitgelieferte Kühler für die CPU ist mehr als ausreichend, insofern ihr euren Prozessor nicht übertakten wollt.

Hinweis: Viele Händler wie beispielsweise Mindfactory bieten euch zusätzliche Dienstleistungen nach dem Kauf der Hardware an. Das reicht von der BIOS-Aktualisierung bis hin zum kompletten Zusammenbau des PCs. Diese sind entsprechend mit Mehrkosten verbunden, dafür könnt ihr euch aber sicher sein, dass hinterher alles funktioniert.
Ihr fragt euch, was das BIOS überhaupt ist? In unserem Video erklären wir genau das und noch mehr:
Was sind BIOS und UEFI? – TECHfacts

Für Fortgeschrittene: Jedes Spiel problemlos in bester Grafik zocken

Hinweis: Die hier gelisteten Preise sind gerundet und können sich jederzeit ändern. Außerdem ist kein Betriebssystem enthalten. (Stand: 24.08.2020)
Komponente Produkt Angebot Preisvergleich
Prozessor (CPU) AMD Ryzen 7 3700X (8x 3.60 GHz) 269 Euro bei Mindfactory idealo
Kühler Thermalright Le GRand Macho RT 66 Euro bei Mindfactory idealo
Mainboard Asus ROG Strix B550-F Gaming (WiFi, ATX) 191 Euro bei Amazon idealo
Arbeitsspeicher (RAM) 16 GB G.Skill Trident Z Neo (DDR4-3600) 102 Euro bei Mindfactory idealo
Grafikkarte (GPU) Gigabyte RTX 2070 Super Gaming OC X3 (8 GB GDDR6) 499 Euro bei NBB idealo
Speicher Samsung 970 Evo M.2 500 GB 76 Euro bei Mindfactory idealo
  Seagate Baracuda 1 TB (7.200 U/min) 34 Euro bei Mindfactory idealo
Netzteil EVGA SuperNOVA G5 650 Watt (80+ Gold, Modular)  103 Euro bei Computeruniverse  idealo
Gehäuse Fractal Design Meshify C (Dark TG) 79 Euro bei Amazon idealo
Summe 1.419 Euro

Vorteile:

  • Ideal für WQHD-Gaming oder Full-HD mit 144 Hz oder mehr
  • Übertaktung der CPU möglich
  • Mainboard mit eingebautem WiFi und Bluetooth

Nachteile:

  • Ungeeignet für flüssiges 4K-Gaming

Bei dieser Konfiguration handelt es sich um einen wahren Allrounder. Angetrieben wird der Gaming-PC vom AMD Ryzen 7 3700X. Dabei handelt es sich um eine Achtkern-CPU, die durch ihre herausragende Multicore-Performance glänzt. Weiterhin befindet sich eine Gigabyte RTX 2070 Super Gaming OC X3 8G im Allrounder-PC.

Somit steht euch mehr als genug Leistung zur Verfügung, um sämtliche Spiele in WQHD-Auflösung mit mindestens 60 FPS zu genießen. Bei Bedarf könnt ihr außerdem die CPU übertakten, um wirklich das absolute Maximum aus eurem PC herauszuholen.

Für Enthusiasten: 4K-Gaming, VR, Streaming und mehr

Hinweis: Die hier gelisteten Preise sind gerundet und können sich jederzeit ändern. Außerdem ist kein Betriebssystem enthalten. (Stand: 24.08.2020)
Komponente Produkt Angebot Preisvergleich
Prozessor (CPU) AMD Ryzen 9 3900X (12x 3.80 GHz) 389 Euro bei Mindfactory idealo
Kühler NZXT Kraken X63 (AIO-Wasserkühlung, 280 mm) 141 Euro bei Cyberport idealo
Mainboard Asus ROG Strix X570-E Gaming (WiFi, ATX) 288 Euro bei Amazon idealo
Arbeitsspeicher (RAM) 32 GB G.SKill Trident Z Neo (DDR4-3600) 162 Euro bei Mindfactory idealo
Grafikkarte (GPU) Asus RTX 2080 Ti ROG Strix Gaming OC (11 GB GDDR6) 1271 Euro bei MediaMarkt idealo
Speicher Sabrent Rocket PCIe 4.0 M.2 1 TB  200 Euro bei Amazon idealo
  Samsung 970 Evo M.2 1 TB 133 Euro bei Mindfactory idealo
Netzteil EVGA SuperNOVA G5 750 Watt (80+ Gold, Modular) 120 Euro bei Proshop idealo
Gehäuse Phanteks Enthoo Evolv X (TG, RGB-Beleuchtung) 195 Euro bei Caseking idealo
Summe 2.899 Euro 

Vorteile:

  • Zukunftssicher
  • Hohes Übertaktungspotenzial dank Wasserkühlung
  • Ideal für 4K-Gaming, VR, Streaming, Videobearbeitung und mehr
  • Mainboard mit eingebautem WiFi und Bluetooth

Nachteile:

  • Hoher Preis

Ihr möchtet die Crème de la Crème in Sachen Gaming-Hardware? Dann kommt ihr an der Asus RTX 2080 Ti Gaming OC nicht vorbei. Diese macht nebenbei erwähnt beinahe die Hälfte des Gesamtpreises unseres Highend-Monsters aus. Dafür gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keine andere Grafikkarte mit derart viel Power – die Titan RTX ausgenommen. Die alleine würde nämlich beinahe das gesamte Budget dieser Konfiguration ausmachen.

Ergänzt wird der Rechner um den AMD Ryzen 9 3900X mit insgesamt 12 Kernen und 24 Threads. Insbesondere bei Multithreading-optimierten Anwendungen sind derart viele Kerne von Vorteil – also beispielsweise Videoschnitt, 3D-Modellierung oder Streaming. Schließlich befinden sich noch 32 GB RAM und insgesamt 2 TB NVMe-Speicher in der Highend-Konfiguration. Einer der beiden Datenträger verfügt außerdem über den PCIe-4.0-Standard und ist somit nochmal etwas schneller als Vorgänger mit einer PCIe-Schnittstelle der 3. Generation. Auf herkömmliche Festplatten wurde verzichtet, da SSDs weitaus höhere Lese-/Schreibraten liefern, lautlos arbeiten und weniger Platz benötigen.

Gaming im Miniformat: Klein, aber oho!

Hinweis: Die hier gelisteten Preise sind gerundet und können sich jederzeit ändern. Außerdem ist kein Betriebssystem enthalten. (Stand: 24.08.2020)
Komponente Produkt Angebot Preisvergleich
Prozessor (CPU) AMD Ryzen 5 3600 (6x 3.60 GHz)  165 Euro bei Mindfactory idealo
Kühler AIO-Wasserkühler beim Gehäuse inklusive
Mainboard Asus ROG Strix B450-I Gaming (WiFi, ITX) 142 Euro bei Caseking  idealo
Arbeitsspeicher (RAM) 16 GB Corsair Vengeance LPX (DDR4-3200) 54 Euro bei Mindfactory idealo
Grafikkarte (GPU) Gigabyte RTX 2070 Super Gaming OC X3 8G (8 GB GDDR6)  499 Euro bei NBB idealo
Speicher Samsung 970 Evo M.2 1 TB 133 Euro bei Mindfactory idealo
Netzteil Netzteil mit 650 W (80+ Gold, Modular) beim Gehäuse inklusive
Gehäuse NZXT H1 (13,6 L Volumen)  350 Euro bei Proshop idealo
Summe  1.343 Euro
Vorteile:
  • Schlichte Optik
  • Viel Leistung auf wenig Raum
  • Anfängerfreundlicher Zusammenbau
  • Leicht transportierbar
  • Mainboard mit eingebautem WiFi und Bluetooth

Nachteile:

  • Verhältnismäßig hoher Preis
  • Einschränkungen bei der Wahl der Komponenten
  • Lautstärke und Temperaturen nicht optimal

Das Herzstück dieses minimalistisch anmutenden Rechners bildet ganz klar das Gehäuse. Genauer gesagt das NZXT H1, das gerade mal mit einem Volumen von 13,6 Litern daherkommt. Zum Vergleich: Der Innenraum des Phanteks Enthoo Evolv X der vorangegangenen Konfiguration ist satte 65 Liter groß! Die restliche Hardware ist außerdem perfekt aufeinander abgestimmt, da bei so einem kompakten Gaming-PC wirklich jeder Millimeter zählt. Äußerst praktisch ist außerdem die mitgelieferte AIO-Wasserkühlung sowie das passende Netzteil mit 650 Watt.

Durch die verbaute Gigabyte RTX 2070 Super Gaming OC X3 8G und den AMD Ryzen 5 3600 bietet diese Maschine trotz ihrer geringen Größe mehr als genug Leistung, um sämtliche aktuellen Games in bester Grafik zocken zu können. Dieser Mini-PC ist also ideal für Puristen oder diejenigen unter euch, die ihren Rechner gerne mit auf Reisen oder die nächste LAN-Party nehmen möchten.

Hinweis: Aufgrund der hohen Beliebtheit des NZXT H1 Gehäuses kann es hin und wieder zu Lieferengpässen kommen. Hier lohnt es sich, Vergleichsportale wie idealo im Blick zu behalten und sich ggf. einen Preiswecker einzurichten.

Wir haben in der GIGA-Redaktion ebenfalls einen Mini-Gaming-PC zusammengebaut. Im folgenden Video könnt ihr euch den Prozess Schritt für Schritt ansehen:

Der GIGA-TECH-Mini-Gaming-PC

So wurden die Komponenten ausgewählt

Stellt ihr euch einen Gaming-PC zusammen, so gibt es nahezu unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten, was die Hardware angeht. Das ist in erster Linie ein großer Vorteil. Andererseits kann eine derart vielfältige Auswahl auch total überfordern, zumal alle Komponenten genau aufeinander abgestimmt sein müssen. Aus diesem Grund wurde bei jedem der hier vorgestellten Systeme darauf geachtet, dass sämtliche Bauteile wie beispielsweise der Prozessor, das Mainboard oder die Grafikkarte optimal zueinander passen.

Selbstverständlich ist keiner der Konfigurationen in Stein gemeißelt und bei Bedarf können einzelne Komponenten durch andere ersetzt werden. Wir beziehen uns hier vor allem auf eigene Erfahrungen und haben besonderen Wert darauf gelegt, qualitative Hardware auszuwählen, die außerdem möglichst zukunftssicher ist.

Gaming-Rechner konfigurieren: Das gibt es zu beachten

Der Preis

Stellt ihr euch euren Gaming-PC selber zusammen, dann hängt der Preis natürlich komplett von euch ab. Dabei solltet ihr euch immer die folgende Frage stellen: Welche Anforderungen stelle ich an meinen Gaming-PC? Möchtet ihr ausschließlich damit zocken oder soll er zusätzlich zum Streamen oder für andere rechenintensive Software genutzt werden? Anschließend solltet ihr eurer Budget festlegen und etwa ein Drittel davon für die Grafikkarte einplanen.

Ein weiterer Tipp wäre, dass ihr gerade bei weniger beachteten Komponenten wie dem Mainboard oder dem Netzteil nicht am falschen Ende spart und euch auch hier für hochwertige Komponenten entscheidet. Ihr möchtet ja nicht riskieren, dass eure gesamte Hardware beispielsweise durch einen Kurzschluss des Netzteils gebrutzelt wird.

Schließlich gilt es, euch zu entscheiden, wo ihr eure Hardware kauft. In unserem Fall haben wir versucht, uns möglichst auf einen Händler zu beschränken. Das mag zwar nicht immer die günstigste Option sein, dennoch ist es im Hinblick auf Garantie und Support deutlich sinnvoller.

Die Komponenten

Prozessor: Intel vs. AMD

Lange Zeit war Intel in Sachen CPUs die unangefochtene Nummer Eins. Inzwischen sieht die Sache schon anders aus. AMD hat mit der Einführung der Ryzen-Prozessoren einen gewaltigen Sprung in Sachen Performance hingelegt und sich somit zum Liebling zahlreicher Hardware-Fans gemausert. Dennoch haben beide Prozessoren nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Wichtig bei der Wahl eines Prozessors ist in erster Linie der Anwendungsbereich sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bei letzterem hat AMD momentan ganz klar die Nase vorne. Gepaart mit der längerfristigen Kompatibilität zwischen ihren Mainboards und CPUs sowie der ausgezeichneten Multicore-Performance sind sie eine hervorragende Wahl. Insbesondere dann, wenn ihr euren Rechner abseits von Gaming auch für andere Zwecke wie beispielsweise Videobearbeitung nutzt.

Im Gegensatz dazu verfügen die Intel-Prozessoren über eine ungeschlagene Singlecore-Performance. Da der Großteil aktueller Spiele genau davon profitiert, führt Intel daher auch viele der Benchmark-Listen in diesem Bereich an. Diesen Bonus lässt sich der Hersteller aber entsprechend vergüten.

Spieglein, Spieglein an der Wand, welcher ist der beliebteste Prozessor im ganzen Land? Unsere Bilderstrecke verrät es euch:

Bilderstrecke starten(11 Bilder)
Top 10: Die aktuell beliebtesten Prozessoren in Deutschland

Grafikkarte: Nvidia vs. AMD

Bei der Wahl einer passenden Grafikkarte habt ihr erneut die Qual der Wahl. Die Auswahl wird dann nochmal durch die Tatsache erschwert, ob ihr mit eurem Monitor von einer Variable Refresh Rate (VRR) profitieren wollt. Mit FreeSync aus dem Hause AMD und G-Sync von Nvidia verfügen beide Hersteller über besagte Technologie, welche die Bildwiederholrate eures Monitors mit eurer jeweiligen Grafikkarte synchronisiert.

Dadurch soll ein möglichst flüssiges Spielerlebnis ohne Tearing oder andere Artefakte gewährleistet werden. Inzwischen können sogar Nvidia-GPUs von Freesync-Monitoren profitieren, was eine Kaufentscheidung unter Umständen erleichtern könnte.

Letztlich kommt es darauf an, wie viel Leistung ihr tatsächlich benötigt. Gerade im unteren Preissegment bis hin zur Mittelklasse bietet AMD meist die bessere Preis-Leistung. Möchtet ihr jedoch das absolute Maximum an Leistung, dann kommt ihr an Nvidia momentan nicht vorbei. Zusätzlich sind Features wie Raytracing oder DLSS bislang nur Nvidia-Karten vorbehalten. All diese Punkte sollten vor dem Kauf in Betracht gezogen werden.

Seht euch dieses Video an und erfahrt, was Raytracing genau ist und wie es eingesetzt wird:

Raytracing von Nvidia: So geht's – und so setzen die Entwickler das Feature ein

Arbeitsspeicher: Welche Speichergröße und Frequenz?

Im Idealfall verfügt euer Gaming-PC über mindestens 16 GB Arbeitsspeicher, damit ihr für die nächsten Jahre gewappnet seid. Solltet ihr neben dem Zocken noch weitere rechenintensive Anwendungen nutzen, könnt ihr euch natürlich auch für 32 GB oder gar 64 GB RAM entscheiden. Neben der Speichergröße unterscheidet sich RAM noch in der Taktfrequenz (z.B. 3.600 MHz) sowie den Timings (z.B. CL14 oder CL16).

Diese bestimmen grob gesagt wie effizient der Arbeitsspeicher am Ende in eurem PC werkelt. Grundsätzlich profitieren Ryzen-CPUs deutlich mehr von einer erhöhten Taktfrequenz als Intel-Prozessoren es tun. Viel entscheidender ist aber welche Frequenzen euer Mainboard tatsächlich unterstützt. Meistens ist es außerdem deutlich klüger, sein Geld lieber in einen stärkeren Prozessor oder eine leistungsfähigere Grafikkarte zu investieren als in überteuerten RAM.

Festplatten: Die wichtigsten Unterschiede erklärt

Grundsätzlich habt ihr bei Festplatten die Wahl zwischen einer herkömmlichen Hard Drive Disk (HDD) oder einer Solid State Disk (SSD). Erstere sind nach wie vor die günstigere Option und eignen sich daher ideal als Medium für Massenspeicher. Der große Nachteil hingegen ist ihre geringe Lese- und Schreibrate. SSDs arbeiten deutlich schneller und sollten daher in keinem modernen PC fehlen. Dafür kostet dieser Speicher aber deutlich mehr und hat aufgrund seiner Bauweise auch eine geringere Lebensdauer.

Bislang galten SSDs im 2,5-Zoll-Format noch als Standard, allmählich etabliert sich aber die platzsparende Variante im M.2-Format. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass M.2-Festplatten sowohl über den SATA-Anschluss als auch über die PCIe-Schnittstelle (NVMe) angebunden sein können. Letzteres ist definitiv zu empfehlen, da die Datenübertragungsraten nochmal deutlich flotter sind und lange Ladezeiten in Spielen somit der Vergangenheit angehören. Zum Vergleich die maximalen Lese-/Schreibraten verschiedener Festplatten:

  • HDD mit 7.200 U/min: etwa 100 MB/s
  • SATA-SSD: etwa 500 MB/s
  • NVMe-SSD: bis zu 3.500 MB/s

Erfahrt in unserem Video alle wichtigen Fakten rund um das Thema SSDs:

Alles über SSDs – TECHfacts

Mainboard, Gehäuse und co.

Was die restliche Hardware anbelangt, so sind vor allem die Abmessungen der einzelnen Komponenten dringend zu beachten. Passen der CPU-Kühler und die Grafikkarte in das Gehäuse? Ist der RAM niedrig genug, damit er unter oder neben dem CPU-Kühler Platz findet? Hierfür sollten einfach die Abmessungen der jeweiligen Komponenten miteinander verglichen werden. Auf den Herstellerseiten finden sich meist detaillierte Abmessungen, die euch diese Arbeit erleichtern.

Ist das Mainboard mit dem Prozessor kompatibel? Hier kommt es zunächst darauf an, ob ihr einen AMD-Prozessor oder einen Prozessor von Intel verbaut. Beide nutzen verschiedene Standards beziehungsweise Sockel. Im Falle von AMD wäre das derzeit der AM4-Sockel. Intel hingegen verwendet für aktuelle Core-Prozessoren den 1151-Sockel. Zusätzlich gibt es innerhalb der Sockel verschiedene Serien, die wiederum zu den jeweiligen Prozessor-Generationen passen.

Intel-CPUs der 8. und 9. Generation verwenden beispielsweise die 300er-Serie, also zum Beispiel Z390. Das Gegenstück bei Ryzen-3000-CPUs von AMD wäre entsprechend die 500er-Serie, also ein X570-Mainboard. In vielen Fällen funktionieren aber auch ältere Mainboards mit den jeweils neuesten CPUs, wenn zuvor das BIOS aktualisiert wurde.

Schließlich sollte euer Netzteil über genügend Leistung verfügen, um euren PC mit ausreichend Strom zu versorgen. Mindestens genauso wichtig ist auch die Effizienz des Netzteils, die in Bronze, Silber, Gold, Platin oder gar Titan angegeben wird. In der Regel reicht ein 80+ Gold zertifiziertes Netzteil zwischen 550 und 750 Watt mehr als aus. All diese Faktoren und mehr wurden bei unseren Konfigurationen natürlich beachtet, damit hinterher keine böse Überraschung auf euch wartet.

Wir verraten euch, welche Fehler ihr beim Zusammenbau eures Gaming-Rechners am besten vermeiden solltet:

Bilderstrecke starten(23 Bilder)
21 Fehler beim PC-Zusammenbau, die wirklich jeder kennt und was ihr dagegen tun könnt

Warum sollte ich meinen Gaming-PC selber zusammenbauen?

Bei der Wahl der richtigen Komponenten für euren Gaming-PC kommt ihr meist nicht um eine entsprechende Recherche herum. Eine große Hilfe kann hier PCPartPicker sein. Das ist eine Website, auf der ihr virtuell euren Rechner zusammenstellen könnt und die euch zusätzlich auf Inkompatibilitäten eurer ausgewählten Hardware aufmerksam macht. Ebenso könnt ihr dort Preise vergleichen, wobei idealo hier deutlich zuverlässiger ist.

Zusätzlich könnt ihr euch an Bewertungen zu einzelnen Produkten bei vertrauenswürdigen Online-Shops wie Mindfactory, Caseking oder Alternate orientieren. Lasst euch außerdem genügend Zeit für die Recherche, zumal PC-Hardware mit der Zeit ohnehin tendenziell günstiger wird.

Vorteile:

  • Zahlreiche Upgrade-Möglichkeiten
  • Investition für die Zukunft
  • Wartung und Reparatur problemlos möglich
  • Bessere Preis-Leistung als bei einem System von der Stange

Nachteile:

  • Recherche erfordert viel Zeit und Geduld
  • Zusammenbau in Eigenregie kann abschreckend wirken
  • Gezielte Fehlerbehebungen sind gerade für Anfänger nur schwer möglich

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