Gaming-PC selber bauen 2020: Die besten Builds für aktuelle Spiele

Daniel Nawrat

Ihr möchtet euren nächsten Gaming-PC selber zusammenstellen, fühlt euch aber von der riesigen Auswahl an Komponenten erschlagen? Welcher Prozessor passt zu welchem Mainboard? Welche Grafikkarte wird für welche Auflösung benötigt? Damit ihr nicht den Überblick verliert, stellt GIGA-Redakteur Daniel gleich mehrere Konfigurationen vor und erklärt, worauf ihr sonst beim Zusammenstellen des eigenen Gaming-Rechners achten müsst.

Beinahe im jährlichen Turnus veröffentlichen große Hardwarehersteller neue Prozessoren, Grafikkarten und mehr. Bislang galt Intel als der Platzhirsch, was Prozessoren anbelangt. Inzwischen hat sich AMD zur ernstzunehmenden Konkurrenz entwickelt – und das kommt natürlich in erster Linie den Verbrauchern zugute. Eine derart große Auswahl an PC-Hardware macht 2020 also zum idealen Jahr, um euren eigenen Gaming-PC zusammenzustellen.

Damit ihr nicht selber nach der optimalen Hardware suchen müsst, stellen wir hier insgesamt vier Konfigurationen vor. Angefangen beim Einsteiger-PC für etwa 800 Euro über einen Mini-Gaming-PC bis hin zum Highend-Monster für 3.000 Euro ist garantiert für jeden etwas dabei. Zusätzlich gehen wir näher auf die einzelnen Komponenten ein und erklären euch, worauf ihr vor dem Kauf unbedingt achten solltet und warum sich der Zusammenbau des eigenen Gaming-PCs lohnt.

Gaming-PC zusammenstellen 2020: Alle Konfigurationen in der Übersicht

Der Einsteiger-PC: Full-HD-Genuss für wenig Geld

Hinweis: Die hier gelisteten Preise sind gerundet und können sich jederzeit ändern. Außerdem ist kein Betriebssystem enthalten. (Stand: 25.02.2020)
Komponente Produkt Angebot Preisvergleich
Prozessor (CPU) AMD Ryzen 5 3600 (6x 3.60 GHz) 177 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Kühler beim Prozessor inklusive
Mainboard MSI B450-A Pro Max (ATX) 85 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Arbeitsspeicher (RAM) 16 GB Corsair Vengeance LPX (DDR4-3200) 79 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Grafikkarte (GPU) ASRock Radeon RX 5700 Challenger D 8G OC (8 GB GDDR6) 318 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Festplatte WD Green 120 GB M.2 (SATA 6 GB/s) 26 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
WD Blue 1 TB (7.200 U/min) 38 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Netzteil Corsair CX550M 550 Watt (80+ Bronze) 69 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Gehäuse Fractal Design Meshify C (schallgedämmt) 85 Euro bei Alternate Bei Idealo
Summe 877 Euro

Das Herzstück des Einsteiger-PCs bildet neben dem AMD-Ryzen-3600-Prozessor die ASRock Radeon RX 5700 Challenger D 8G OC. Laut Hersteller ist die Grafikkarte zwar primär für Gaming in Full-HD ausgelegt, dennoch liefert sie in WQHD ebenso respektable Framezahlen. Grafisch anspruchsvolle Spiele sollten mit dieser Konfiguration auf maximalen Einstellungen problemlos mit 60 FPS und mehr laufen. Bei weniger anspruchsvollen Esports-Titeln hingegen sind umso mehr FPS drin.

Je nachdem wie eng euer Budget geschnürt ist, wäre die Sapphire Radeon RX 5600 XT Pulse eine etwas günstigere Alternative mit nahezu identischer Leistung, aber dafür nur 6 GB VRAM. Das Mainboard erfordert einen BIOS-Flash, da Ryzen-3000-Prozessoren nicht nativ unterstützt werden. Hier ist es ratsam, vorher einen Blick ins Handbuch zu werfen. Der mitgelieferte Kühler für die CPU ist mehr als ausreichend, insofern ihr euren Prozessor nicht übertakten wollt.

Hinweis: Viele Händler wie beispielsweise Mindfactory bieten euch zusätzliche Dienstleistungen nach dem Kauf der Hardware an. Das reicht von der BIOS-Aktualisierung bis hin zum kompletten Zusammenbau des PCs. Diese sind entsprechend mit Mehrkosten verbunden, dafür könnt ihr euch aber sicher sein, dass hinterher alles funktioniert.
Vorteile:
  • Gute Preis-Leistung
  • Ideal für Gaming in Full-HD
  • Schallgedämmtes Gehäuse

Nachteile:

  • Kaum Übertaktungspotenzial
  • BIOS-Flash vom Mainboard erforderlich
  • Kein eingebautes WIFI-Modul
Ihr fragt euch, was das BIOS überhaupt ist? In unserem Video erklären wir genau das und noch mehr:
Was sind BIOS und UEFI? – TECHfacts.

Der Allrounder-PC: Jedes Spiel problemlos in bester Grafik zocken

Hinweis: Die hier gelisteten Preise sind gerundet und können sich jederzeit ändern. Außerdem ist kein Betriebssystem enthalten. (Stand: 25.02.2020)
Komponente Produkt Angebot Preisvergleich
Prozessor (CPU) AMD Ryzen 7 3700X (8x 3.60 GHz) 309 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Kühler be quiet! Dark Rock 4 PRO 70 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Mainboard MSI MPG X570 Gaming Edge WIFI (ATX) 193 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Arbeitsspeicher (RAM) 16 GB G.Skill Trident Z Neo (DDR4-3600) 117 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Grafikkarte (GPU) Gigabyte RTX 2070 Super Windforce OC (8 GB GDDR6) 526 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Festplatten Samsung 970 Evo M.2 500 GB 92 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
WD Blue 1 TB (7.200 U/min) 38 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Netzteil EVGA SuperNOVA G3 650 Watt (80+ Gold) Bei Idealo
Gehäuse Fractal Design Meshify C (Sichtfenster) 92 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Summe 1.557 Euro

Wie der Name es bereits vermuten lässt, handelt es bei dieser Konfiguration um einen wahren Alleskönner. Angetrieben wird der Gaming-PC vom AMD Ryzen 7 3700X. Dabei handelt es sich um eine Achtkern-CPU, die durch ihre herausragende Multicore-Performance glänzt. Weiterhin befindet sich eine Gigabyte RTX 2070 Super Windforce OC im Allrounder-PC. Somit steht euch mehr als genug Leistung zur Verfügung, um sämtliche Spiele in WQHD-Auflösung und 60 FPS und mehr zu genießen. Bei Bedarf könnt ihr außerdem die CPU übertakten, um wirklich das absolute Maximum aus eurem PC herauszuholen.

Vorteile:

  • Ideal für WQHD-Gaming oder Full-HD/144 Hz
  • Übertaktung der CPU möglich
  • Mainboard mit eingebautem WIFI und Bluetooth

Nachteile:

  • Ungeeignet für flüssiges 4K-Gaming

Das Highend-Monster: 4K-Gaming, Streamen und mehr

Hinweis: Die hier gelisteten Preise sind gerundet und können sich jederzeit ändern. Außerdem ist kein Betriebssystem enthalten. (Stand: 25.02.2020)
Komponente Produkt Angebot Preisvergleich
Prozessor (CPU) AMD Ryzen 9 3900X (12x 3.80 GHz) 479 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Kühler NZXT Kraken X63 (Wasserkühlung, 280 mm) 150 Euro bei Caseking Bei Idealo
Mainboard Asus ROG Strix X570-E Gaming (ATX) Bei Idealo
Arbeitsspeicher (RAM) 32 GB G.SKill Trident Z Neo (DDR4-3600) 209 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Grafikkarte (GPU) Asus RTX 2080 Ti ROG Strix Gaming OC (11 GB GDDR6) 1269 Euro bei MediaMarkt Bei Idealo
Festplatten Samsung 970 Evo M.2 500 GB 92 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Samsung 970 Evo M.2 1 TB 172 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Netzteil EVGA SuperNOVA G3 750 Watt (80+ Gold) Bei Idealo
Gehäuse Phanteks Enthoo Evolv X (Sichtfenster, Beleuchtung) 200 Euro bei Caseking Bei Idealo
Summe 3.002 Euro

Ihr möchtet die Crème de la Crème in Sachen Gaming-Hardware? Dann kommt ihr an der Asus RTX 2080 Ti Gaming OC nicht vorbei. Diese macht nebenbei erwähnt beinahe die Hälfte des Gesamtpreises unseres Highend-Monsters aus. Dafür gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keine andere Grafikkarte mit derart viel Power, die Titan RTX ausgenommen. Die allein würde nämlich beinahe das gesamte Budget dieser Konfiguration ausmachen.

Ergänzt wird der Rechner um den AMD Ryzen 9 3900X mit insgesamt 12 Kernen. Insbesondere bei der Videobearbeitung oder beim Streamen kommen euch so viele Kerne zugute. Schließlich befinden sich noch 32 GB RAM und insgesamt 1,5 TB NVMe-Speicher in der Highend-Konfiguration. Auf herkömmliche Festplatten wurde verzichtet, da SSDs weitaus höhere Lese- und Schreibraten bieten, lautlos arbeiten und deutlich weniger Platz benötigen.

Vorteile:

  • Zukunftssicher
  • Hohes Übertaktungspotenzial dank Wasserkühlung
  • Ideal für 4K-Gaming, Streaming, Videobearbeitung und mehr
  • Mainboard mit eingebautem WIFI und Bluetooth

Nachteile:

  • Hoher Preis

Mini-Gaming-PC: Minimale Größe mit maximaler Leistung

Der GIGA-TECH-Mini-Gaming-PC.
Hinweis: Die hier gelisteten Preise sind gerundet und können sich jederzeit ändern. Außerdem ist kein Betriebssystem enthalten. (Stand: 25.02.2020)
Komponente Produkt Angebot Preisvergleich
Prozessor (CPU) AMD Ryzen 5 3600 (6x 3.60 GHz) 177 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Kühler Noctua L9x65 45 Euro bei Alternate Bei Idealo
Mainboard Gigabyte X570 Aorus Pro WIFI (Mini-ITX) 222 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Arbeitsspeicher (RAM) 16 GB Corsair Vengeance LPX (DDR4-3200) 79 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Grafikkarte (GPU) EVGA RTX 2070 Super XC Gaming (8 GB GDDR6) 594 Euro bei computeruniverse Bei Idealo
Festplatte Samsung 970 Evo M.2 1 TB 172 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Netzteil Corsair SF600 (80+ Platin) 120 Euro bei Mindfactory Bei Idealo
Gehäuse LOUQE Ghost S1 (8,2 L Volumen) 270 Euro bei Proshop Bei Idealo
Summe 1.679 Euro

Das Herzstück dieses minimalistisch anmutenden Rechners bildet ganz klar das Gehäuse. Genauer gesagt das LOUQE Ghost S1, das gerade mal mit einem Volumen von 8,2 Litern daherkommt. Zum Vergleich: Der Innenraum des Phanteks Enthoo Evolv X unseres Highend-Monsters ist satte 65 Liter groß! Die restliche Hardware ist außerdem perfekt aufeinander abgestimmt, da bei so einem kompakten Gaming-PC wirklich jeder Millimeter zählt. Bei Bedarf kann das Gehäuse aufgrund seiner modularen Bauweise noch erweitert werden, um so beispielsweise Platz für eine Wasserkühlung zu bieten.

Durch die verbaute EVGA RTX 2070 Super XC Gaming und den AMD Ryzen 5 3600 bietet diese Maschine trotz ihrer geringen Größe mehr als genug Leistung, um sämtliche aktuellen Games in bester Grafik zocken zu können. Dieser Mini-PC ist also ideal für Puristen oder diejenigen unter euch, die ihren Rechner gerne mit auf Reisen oder die nächste LAN-Party nehmen möchten.

Vorteile:

  • Reduzierte Optik
  • Viel Leistung auf wenig Raum
  • Modulares Gehäuse
  • Rechner kann problemlos transportiert werden
  • Mainboard mit eingebautem WIFI und Bluetooth

Nachteile:

  • Verhältnismäßig hoher Preis
  • Komplizierter Zusammenbau
  • Geringes Übertaktungspotenzial durch kompakten Kühler

Gaming-PC zusammenstellen 2020: So wurden die Komponenten ausgewählt

Stellt ihr euch einen Gaming-PC zusammen, so gibt es nahezu unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten, was die Hardware angeht. Das ist in erster Linie ein großer Vorteil. Andererseits kann eine derart vielfältige Auswahl auch total überfordern, zumal alle Komponenten genau aufeinander abgestimmt sein müssen. Aus diesem Grund wurde bei jedem der hier vorgestellten Systeme darauf geachtet, dass sämtliche Bauteile wie beispielsweise der Prozessor, das Mainboard oder die Grafikkarte optimal zueinander passen.

Selbstverständlich ist keiner der Konfigurationen in Stein gemeißelt und bei Bedarf können einzelne Komponenten durch andere ersetzt werden. Wir beziehen uns hier vor allem auf eigene Erfahrungen und haben besonderen Wert darauf gelegt, qualitative Hardware auszuwählen, die außerdem möglichst zukunftssicher ist.

Gaming-PC zusammenstellen: Worauf sollte ich achten?

Der Preis

Stellt ihr euch euren Gaming-PC selber zusammen, dann hängt der Preis natürlich komplett von euch ab. Dabei solltet ihr euch immer die folgende Frage stellen: Welche Anforderungen stelle ich an meinen Gaming-PC? Möchtet ihr ausschließlich damit zocken oder soll er zusätzlich zum Streamen oder für andere rechenintensive Software genutzt werden? Anschließend solltet ihr eurer Budget festlegen und etwa ein Drittel davon für die Grafikkarte einplanen.

Ein weiterer Tipp wäre, dass ihr gerade bei weniger beachteten Komponenten wie dem Mainboard oder dem Netzteil nicht am falschen Ende spart und euch auch hier für hochwertige Komponenten entscheidet. Ihr möchtet ja nicht riskieren, dass eure gesamte Hardware beispielsweise durch einen Kurzschluss des Netzteils gebrutzelt wird.

Schließlich gilt es, euch zu entscheiden, wo ihr eure Hardware kauft. In unserem Fall haben wir versucht, uns möglichst auf einen Händler zu beschränken. Das mag zwar nicht immer die günstigste Option sein, dennoch ist es im Hinblick auf Garantie und Support deutlich sinnvoller.

Die Komponenten

Prozessor: Intel vs. AMD

Lange Zeit war Intel in Sachen CPUs die unangefochtene Nummer Eins. Inzwischen sieht die Sache schon anders aus. AMD hat mit der Einführung der Ryzen-Prozessoren einen gewaltigen Sprung in Sachen Performance hingelegt und sich somit zum Liebling zahlreicher Hardware-Fans gemausert. Dennoch haben beide Prozessoren nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Wichtig bei der Wahl eines Prozessors ist in erster Linie der Anwendungsbereich sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bei letzterem hat AMD momentan ganz klar die Nase vorne. Gepaart mit der längerfristigen Abwärtskompatibilität ihrer Mainboards und der ausgezeichneten Multicore-Performance sind sie eine hervorragende Wahl. Insbesondere dann, wenn ihr euren Rechner abseits von Gaming auch für andere Zwecke wie beispielsweise Videobearbeitung nutzt.

Im Gegensatz dazu verfügen die Intel-Prozessoren über eine ungeschlagene Singlecore-Performance. Da der Großteil aktueller Spiele genau davon profitiert, führt Intel aktuell auch viele der Benchmark-Listen in diesem Bereich an. Diesen Bonus lässt sich der Hersteller aber entsprechend vergüten.

Spieglein, Spieglein an der Wand, welcher ist der beliebteste Prozessor im ganzen Land? Unsere Bilderstrecke verrät es euch:

Bilderstrecke starten(11 Bilder)
Top-10-CPUs: Die aktuell beliebtesten PC-Prozessoren in Deutschland

Grafikkarte: Nvidia vs. AMD

Bei der Wahl einer passenden Grafikkarte habt ihr erneut die Qual der Wahl. Die Auswahl wird dann nochmal durch die Tatsache erschwert, ob ihr mit eurem Monitor von einer Variable Refresh Rate (VRR) profitieren wollt. Mit Freesync aus dem Hause AMD und G-Sync von Nvidia verfügen beide Hersteller über besagte Technologie, welche die Bildwiederholrate eures Monitors mit eurer jeweiligen Grafikkarte synchronisiert.

Dadurch soll ein möglichst flüssiges Spielerlebnis ohne Tearing oder andere Artefakte gewährleistet werden. Inzwischen können sogar Nvidia-GPUs von Freesync-Monitoren profitieren, was eine Kaufentscheidung unter Umständen erleichtern könnte.

Letztlich kommt es darauf an, wie viel Leistung ihr tatsächlich benötigt. Gerade im unteren Preissegment bis hin zur Mittelklasse bietet AMD meist die bessere Preis-Leistung. Möchtet ihr jedoch das absolute Maximum an Leistung, dann kommt ihr an Nvidia momentan nicht vorbei. Zusätzlich sind Features wie Raytracing oder DLSS bislang nur Nvidia-Karten vorbehalten. All diese Punkte sollten vor dem Kauf in Betracht gezogen werden.

Seht euch dieses Video an und erfahrt, was Raytracing genau ist und wie es eingesetzt wird:

Raytracing von Nvidia: So geht's – und so setzen die Entwickler das Feature ein.

Arbeitsspeicher: Welche Speichergröße und Frequenz?

Im Idealfall verfügt euer Gaming-PC über mindestens 16 GB Arbeitsspeicher, damit ihr für die nächsten Jahre gewappnet seid. Solltet ihr neben dem Zocken noch weitere rechenintensive Anwendungen nutzen, könnt ihr euch natürlich auch für 32 GB oder gar 64 GB RAM entscheiden. Neben der Speichergröße unterscheidet sich RAM noch in der Taktfrequenz (z.B. 3.600 MHz) sowie den Timings (z.B. CL14 oder CL16).

Diese bestimmen grob gesagt wie effizient der Arbeitsspeicher am Ende in eurem PC werkelt. Grundsätzlich profitieren Ryzen-CPUs deutlich mehr von einer erhöhten Taktfrequenz als Intel-Prozessoren es tun. Viel entscheidender ist aber welche Frequenzen euer Mainboard tatsächlich unterstützt. Meistens ist es außerdem deutlich klüger, sein Geld lieber in einen stärkeren Prozessor oder eine leistungsfähigere Grafikkarte zu investieren als in überteuerten RAM.

Festplatten: Die wichtigsten Unterschiede erklärt

Grundsätzlich habt ihr bei Festplatten die Wahl zwischen einer herkömmlichen Hard Drive Disk (HDD) oder einer Solid State Disk (SSD). Erstere sind nach wie vor die günstigere Option und eignen sich daher ideal als Medium für Massenspeicher. Der große Nachteil hingegen ist ihre geringe Lese- und Schreibrate. SSDs arbeiten deutlich schneller und sollten daher in keinem modernen PC fehlen. Dafür kostet dieser Speicher aber deutlich mehr und hat aufgrund seiner Bauweise auch eine geringere Lebensdauer.

Bislang galten SSDs im 2,5-Zoll-Format noch als Standard, allmählich etabliert sich aber die platzsparende Variante im M.2-Format. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass M.2-Festplatten sowohl über den SATA-Anschluss als auch über die PCIe-Schnittstelle (NVMe) angebunden sein können. Letzteres ist definitiv zu empfehlen, da die Datenübertragungsraten nochmal deutlich flotter sind und lange Ladezeiten in Spielen somit der Vergangenheit angehören. Zum Vergleich die maximalen Lese-/Schreibraten verschiedener Festplatten:

  • HDD mit 7.200 U/min: etwa 100 MB/s
  • SATA-SSD: etwa 500 MB/s
  • NVMe-SSD: bis zu 3.500 MB/s

Erfahrt in unserem Video alle wichtigen Fakten rund um das Thema SSDs:

Alles über SSDs – TECHfacts.

Mainboard, Gehäuse und co.

Was die restliche Hardware anbelangt, so sind vor allem die Abmessungen der einzelnen Komponenten dringend zu beachten. Passen der CPU-Kühler und die Grafikkarte in das Gehäuse? Ist der RAM niedrig genug, damit er unter oder neben dem CPU-Kühler Platz findet? Hierfür sollten einfach die Abmessungen der jeweiligen Komponenten miteinander verglichen werden. Auf den Herstellerseiten finden sich meist detaillierte Abmessungen, die euch diese Arbeit erleichtern.

Ist das Mainboard mit dem Prozessor kompatibel? Hier kommt es zunächst darauf an, ob ihr einen AMD-Prozessor oder einen Prozessor von Intel verbaut. Beide nutzen verschiedene Standards beziehungsweise Sockel. Im Falle von AMD wäre das derzeit der AM4-Sockel. Intel hingegen verwendet für aktuelle Core-Prozessoren den 1151-Sockel. Zusätzlich gibt es innerhalb der Sockel verschiedene Serien, die wiederum zu den jeweiligen Prozessor-Generationen passen.

Intel-CPUs der 8. und 9. Generation verwenden beispielsweise die 300er-Serie, also zum Beispiel Z390. Das Gegenstück bei Ryzen-3000-CPUs von AMD wäre entsprechend die 500er-Serie, also ein X570-Mainboard. In vielen Fällen funktionieren aber auch ältere Mainboards mit den jeweils neuesten CPUs, wenn zuvor das BIOS aktualisiert wurde.

Schließlich sollte euer Netzteil über genügend Leistung verfügen, um euren PC mit ausreichend Strom zu versorgen. Mindestens genauso wichtig ist auch die Effizienz des Netzteils, die in Bronze, Silber, Gold, Platin oder gar Titan angegeben wird. In der Regel reicht ein 80+ Gold zertifiziertes Netzteil zwischen 550 und 750 Watt mehr als aus. All diese Faktoren und mehr wurden bei unseren Konfigurationen natürlich beachtet, damit hinterher keine böse Überraschung auf euch wartet.

Wir verraten euch, welche Fehler ihr beim Zusammenbau eures Gaming-Rechners am besten vermeiden solltet:

Bilderstrecke starten(23 Bilder)
21 Fehler beim PC-Zusammenbau, die wirklich jeder kennt und was ihr dagegen tun könnt

Warum sollte ich meinen Gaming-PC selber zusammenbauen?

Nützliche Tools und Tipps

Bei der Wahl der richtigen Komponenten für euren Gaming-PC kommt ihr meist nicht um eine entsprechende Recherche herum. Eine große Hilfe kann hier PCPartPicker sein. Das ist eine Website, auf der ihr virtuell euren Rechner zusammenstellen könnt und die euch zusätzlich auf Inkompatibilitäten eurer ausgewählten Hardware aufmerksam macht. Ebenso könnt ihr dort Preise vergleichen, wobei Idealo da deutlich zuverlässiger zu sein scheint.

Zusätzlich könnt ihr euch an Bewertungen zu einzelnen Produkten bei vertrauenswürdigen Online-Shops wie Mindfactory, Caseking oder Alternate orientieren. Lasst euch außerdem genügend Zeit für die Recherche, zumal PC-Hardware mit der Zeit ohnehin immer günstiger wird.

Vorteile:

  • Zahlreiche Upgrade-Möglichkeiten
  • Investition für die Zukunft
  • Einfache Wartung und Reparatur
  • Deutlich bessere Preis-Leistung

Nachteile:

  • Recherche erfordert viel Zeit und Geduld
  • Komplizierter Zusammenbau für Anfänger

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Daniel Nawrat
Daniel Nawrat, GIGA-Experte für Computer, Gaming-Hardware und Games.

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