Wer nicht gerade mit dem Controller zockt wird um ein Utensil kaum herumkommen – der Gaming-Tastatur. Doch was macht eine gutes Keyboard überhaupt aus? GIGA stellt gleich mehrere Modelle unterschiedlicher Preisklassen vor und erklärt außerdem, worauf es beim Kauf einer Gaming-Tastatur ankommt.

Die besten Gaming-Tastaturen 2021: Alle GIGA-Empfehlungen auf einen Blick

Es gibt inzwischen kaum etwas, das Gaming-Tastaturen nicht können: Das reicht von aufwändiger RGB-Beleuchtung über zusätzliche Displays bis hin zu speziellen Schaltern, deren Auslösepunkt sich per Software individuell kalibrieren lässt. Neben klassischen Rubberdome-Tastaturen kommen außerdem vermehrt Modelle mit mechanischen Schaltern verschiedenster Art auf den Markt. Wir erklären euch die Unterschiede und gehen ebenso auf wichtige Zusatzfunktionen von Gaming-Tastaturen ein, damit ihr garantiert die richtige Wahl trefft.

GIGA-Preistipp Der Allrounder Platzsparende Tastatur Kabellose Freiheit Das Anpassungswunder
Modell Roccat Magma Razer BlackWidow V3 Roccat Vulcan TKL Pro Logitech G915 Lightspeed Steelseries Apex Pro
Preis (ca.) 60 Euro 100 Euro 150 Euro 200 Euro 210 Euro
Vorteil Stimmungsvolle Beleuchtung Langlebige Tastenkappen Optische Schalter Kabelloser Betrieb OmniPoint-Schalter
Nachteil Membranschalter Lauter Tastenanschlag Keine separaten Medientasten Begrenzte Akkulaufzeit Hoher Preis
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Deshalb könnt ihr GIGA vertrauen

Wir betreiben für jeden Artikel dieser Art intensive Recherche, damit wir das gewonnene Wissen hinterher kompakt und vor allem verständlich an unsere Leserinnen und Leser weitergeben können. Ebenso werden alle gelisteten Produkte stets mit Sorgfalt ausgewählt und ebenso verschiedene Einsatzzwecke sowie Preissegmente berücksichtigt. Weitere Infos zu unseren Kaufberatungen findet ihr übrigens im Artikel „So beraten wir“.

Ich selbst begeistere mich bereits seit meiner Kindheit für Videospiele und die dafür notwendige Hardware sowie Software. Meinen ersten eigenen Gaming-Rechner habe ich bereits vor knapp 10 Jahren zusammengebaut und seitdem sind noch zahlreiche weitere gefolgt. Jegliches Wissen in Bezug auf Games und Technik habe ich mir über die Jahre also selbst angeeignet – oft zur Freude meiner Familie oder meinem Freundeskreis. Dort bin ich meist die erste Anlaufstelle wenn es darum geht, etwas zu reparieren oder sie bei der Anschaffung neuer Geräte zu beraten.

Um euch den bestmöglichen Überblick verschaffen zu können, haben wir uns neben eigenen Erfahrungen auch auf Nutzerwertungen sowie externe Testinstitutionen gestützt.

GIGA-Preistipp: Roccat Magma

Roccat Magma (Membran)

Roccat Magma (Membran)

Vorteile

  • Leiser und taktiler Tastenanschlag
  • Abnehmbare Handballenauflage
  • Stimmungsvolle Beleuchtung
  • Doppelt belegte Medientasten

Nachteile

  • Geringere Lebensdauer im Vergleich zu mechanischen Schaltern
  • Keine Makrotasten

Die Roccat Magma stellt unseren Preistipp dar. Für rund 60 Euro erhaltet ihr hier nämlich wirklich viel Tastatur für verhältnismäßig wenig Geld. Das umfasst mitunter eine abnehmbare Handballenauflage, äußerst taktile Rubberdome-Schalter sowie eine außergewöhnliche RGB-Beleuchtung, die ihresgleichen sucht. Die zuvor erwähnten Schalter können zwar nicht mit der Präzision ihrer mechanischen Vertreter mithalten, dennoch fühlen sie sich keinesfalls schwammig an. Das Tippgefühl lässt sich vermutlich am ehesten mit Cherry MX-Browns vergleichen, wobei der Auslösepunkt hier nochmal etwas weiter hinten liegt und somit mehr Kraft erfordert.

Mit der Swarm-Software lässt sich die Beleuchtung all eurer kompatiblen Roccat-Geräte individuell anpassen und ebenso synchronisieren. (Bild: GIGA)

Was ich etwas schade fand, war das Wegbleiben einer FN-Lock-Taste, zumal es bereits Modelle des Herstellers gibt, die über diese Funktion verfügen. Statt nur einer Taste müsst ihr so also immer beide Tasten zur Steuerung eurer Medien drücken. Insgesamt handelt es sich bei der Roccat Magma dennoch um eine grundsolide Tastatur, die sich gerade für Gaming-Einsteiger mit schmalem Geldbeutel eignet. Die stimmige Beleuchtung sowie die enthaltene Handballenauflage sind außerdem ein toller Bonus. Zwar kann die Lebensdauer einer Rubberdome-Tastatur meist nicht mit der von mechanischen Modellen mithalten, dafür ist sie aber wesentlich leiser.

Übrigens: Wer auf bunte Beleuchtung und anderen Schnickschnack verzichten kann, greift zur kostengünstigen Alternative in Form der Cherry Stream.

Der Allrounder: Razer BlackWidow V3

Razer BlackWidow V3 (Clicky)

Razer BlackWidow V3 (Clicky)

Vorteile

  • Mechanische Schalter
  • Multifunktionales Scrollrad inkl. Medientaste
  • RGB-Beleuchtung
  • Handballenauflage inklusive

Nachteile

  • Zweitfunktionen der Tasten nicht beleuchtet
  • Lauter Tastenanschlag

Bei der Razer BlackWidow V3 handelt es sich um einen wahren Allrounder in Sachen Gaming-Tastaturen. Zum einen verfügt das Modell über Razers hauseigenen Green-Switch, der dem Cherry Blue wohl am nächsten kommt. Jeder Tastenanschlag ist somit durch ein deutlich hörbares Klacken gekennzeichnet. Viele möchten ein derartiges akustisches Feedback nicht missen, wiederum andere bevorzugen möglichst leise Schalter. Glücklicherweise existiert das baugleiche Modell aber auch mit anderen Schaltertypen.

Weiterer Pluspunkt der Tastatur sind die Tastenkappen, die aus sogenanntem Doubleshot-ABS gefertigt sind, also einer besonders langlebigen Kunststoffverbindung. Ein multifunktionales Scrollrad sowie eine Medientaste finden sich ebenfalls auf der Tastatur. Damit lassen sich dann die Lautstärke oder aber Helligkeit der RGB-Effekte steuern. Weniger erfreulich ist hingegen die Tatsache, dass die sekundären Funktionen zahlreicher Tasten leider nicht beleuchtet sind.

Mehr Platz auf dem Schreibtisch: Roccat Vulcan TKL Pro

Roccat Vulcan TKL Pro (Linear)

Roccat Vulcan TKL Pro (Linear)

Vorteile

  • Kompakte Bauweise inkl. flacher Tasten
  • Praktischer Lautstärkeregler
  • Optische Schalter
  • RGB-Beleuchtung
  • Abnehmbares USB-Kabel

Nachteile

  • Zweitfunktionen der Tasten nicht beleuchtet
  • Keine separaten Medientasten
  • Hoher Preis

Die Roccat Vulcan TKL Pro macht in erster Linie durch die flachen Tasten sowie der ohnehin sehr kompakten Bauweise auf sich aufmerksam. Auf einen Ziffernblock wurde bewusst verzichtet, damit so mehr Bewegungsfreiraum auf eurem Schreibtisch entsteht. Es handelt sich außerdem um ein Exemplar mit optischen Schaltern, die laut Hersteller bis zu 100 Millionen Tastenanschläge überstehen sollen. Obendrein arbeiten die Schalter nochmal präziser als herkömmliche mechanische Schalter, da Signale über eine Lichtschranke erfasst werden.

Ich konnte die Tastatur auf Herz und Nieren prüfen und muss vorweg sagen: Die Roccat Vulcan TKL Pro hat mich auf ganzer Linie beeindruckt. Das fängt bei der Verarbeitung an, die durch den Einsatz von gebürstetem Aluminium einen äußerst hochwertigen sowie stabilen Eindruck macht. Der präzise Lautstärkeregler ist gleichermaßen gut gelungen. Weiterhin haben mir die optischen Titan-Schalter wirklich gut gefallen. Einerseits wegen des angenehmen Feedbacks beim Tippen selbst und andererseits wegen der absolut verzögerungsfreien Eingabe. Die Software funktioniert ebenso tadellos und bietet zahlreiche Möglichkeiten der individuellen Anpassung. Einzige Kritikpunkte wären die fehlende Ausleuchtung der Zweitfunktionen einiger Tasten sowie das Wegbleiben dedizierter Medientasten.

Adieu, Kabel! – Logitech G915 Lightspeed

Logitech G915 Lightspeed (Clicky)

Logitech G915 Lightspeed (Clicky)

Vorteile

  • Kabellose Verbindung via Dongle oder Bluetooth
  • Mechanische Schalter
  • Lautstärkeregler inkl. separater Medientasten
  • RGB-Beleuchtung
  • Zusätzliche Makrotasten

Nachteile

  • Zweitfunktionen der Tasten nicht beleuchtet
  • Kein USB-C-Anschluss
  • Begrenzte Akkulaufzeit
  • Hoher Preis

Der Logitech G915 Lightspeed ist etwas gelungen, das vor ihr kaum eine andere Tastatur geschafft hat: Sie verfügt über mechanische Schalter, RGB-Beleuchtung und funktioniert dabei komplett kabellos. Für viele vermutlich der wahrgewordene Gamer-Traum. Das hat allerdings seinen Preis, denn mit rund 200 Euro ist die Tastatur alles andere als günstig. Im Gegenzug dafür erhaltet ihr eine hochwertig verarbeitete Tastatur mit zusätzlichen Medien- sowie Makrotasten. Außerdem habt ihr die Wahl zwischen unterschiedlichen Varianten mit Clicky, Taktilen oder Linearen Schaltern.

Leider fallen bei einem derart stolzen Preis kleinere Makel umso schneller auf. So musste ich während des Testzeitraums feststellen, dass nicht alle Funktionen der Tasten auch entsprechend beleuchtet sind. Gerade bei schlechteren Lichtverhältnissen könnte das schnell in Frust münden. Außerdem verfügt der Lautstärkeregler über keinerlei haptisches Feedback, was die Bedienung unnötig erschwert.

Auch bei der TKL-Variante der Logitech G915 Lightspeed sind die Zweitfunktionen vieler Tasten leider nicht beleuchtet. (Bild: GIGA)

Der nächste Kritikpunkt bezieht sich auf den Mikro-USB-Anschluss – so langsam könnte Logitech wirklich mal den neuen Standard in Form von USB-Typ-C adaptieren, wie ich finde. Wer sich an diesen Punkten und der begrenzten Akkulaufzeit von etwa 30 Stunden bei aktiver Beleuchtung nur bedingt stört, kann hier dennoch beherzt zugreifen. Mit ausgeschalteter Beleuchtung hält die Tastatur laut Software sogar mehr als 200 Stunden durch, was je nach Nutzungsverhalten für mehrere Wochen reichen dürfte. Für Fans kompakter Tastaturen gibt es außerdem die Logitech G915 Lightspeed TKL, die auf Ziffernblock sowie Makrotasten verzichtet.

Das Anpassungswunder: Steelseries Apex Pro

SteelSeries Apex Pro (Linear)

SteelSeries Apex Pro (Linear)

Vorteile

  • Anpassbare OmniPoint-Schalter
  • OLED-Smart-Display
  • RGB-Beleuchtung
  • Integrierter USB-Passthrough-Port
  • Multifunktionales Scrollrad
  • Handballenauflage inklusive

Nachteile

  • Nicht alle Tasten sind mit OmniPoint-Schaltern ausgestattet
  • Kein abnehmbares USB-Kabel
  • Hoher Preis

Mit der Steelseries Apex Pro sind wir nun endgültig in der Königsklasse der Tastaturen angekommen. Das liegt einerseits am enormen Funktionsumfang und gleichzeitig am stolzen Preis von über 200 Euro. Die Hauptmerkmale sind ganz klar das integrierte OLED-Smart-Display sowie die sogenannten OmniPoint-Schalter, deren Auslösepunkt sich per Software individuell konfigurieren lässt. Nicht grundlos hat sie in unserem Test fast in jeder Hinsicht überzeugen können.

Meckern auf hohem Niveau: Nicht alle Tasten sind mit den beworbenen OmniPoint-Schaltern ausgestattet. Bei dem Preis ist das enorm schade. Weiterhin lässt sich das USB-Kabel nicht entfernen, was zwar kein Beinbruch ist, aber dennoch ein schöner Bonus gewesen wäre. Falls ihr das Format ohne Ziffernblock bevorzugt, gibt es außerdem auch die Steelseries Apex Pro TKL.

Darum lohnt sich der Kauf einer Gaming-Tastatur

Hierfür müsst ihr euch zunächst die Frage stellen, wie genau ihr die Tastatur nutzen möchtet. Soll sie neben dem Zocken auch zum Erledigen von Schreibarbeiten dienen? Spielt ihr nur gelegentlich? Oder erwartet ihr beim Zocken absolute Präzision? Um euch die Entscheidung also etwas zu erleichtern, stellen wir einige mögliche Szenarien vor:

  • Als Gelegenheitsspieler kommt ihr in der Regel mit einem entsprechend preiswerten Modell aus, das über die nötigen Basisfunktionen verfügt. Eine Membrantastatur mit Rubberdome-Schaltern wäre hier vermutlich die beste Option.
  • Wer regelmäßig zockt oder viel tippt, sollte einen Blick auf mechanische Tastaturen werfen. Die haben einerseits den Vorteil, dass sie deutlich langlebiger sind und andererseits sind die Eingaben viel präziser. Ganz nebenbei ist das Gefühl beim Tippen kaum vergleichbar mit einer herkömmlichen Membrantastatur. Hierbei stehen euch eine Vielzahl unterschiedlicher Schalter zur Verfügung, die vor einem Kauf idealerweise im Elektronikmarkt eures Vertrauens getestet werden sollten.
  • Ihr möchtet in hektischen Shootern oder Action-Spielen das absolute Maximum an Präzision aus eurer Tastatur herausholen? Hier haben sich inzwischen Gaming-Tastaturen mit optischen Schaltern als Favorit herausgestellt. Die eigentlichen Schalter funktionieren dabei nach wie vor mechanisch, aber die Signalerfassung erfolgt durch eine Lichtschranke oder ein Magnetfeld. Die verhältnismäßig neue Technologie ist dabei um einiges präziser als reguläre mechanische Schalter, was sich auch unmittelbar im Preis niederschlägt. Eine leistungsfähige Maus sollte ebenso wenig fehlen.

Gaming-Tastatur kaufen: Das sollte man vorher wissen

Rubberdome vs. mechanische Tastaturen

Gerade bei günstigeren Modellen kommen in aller Regel sogenannte Rubberdome-Schalter zum Einsatz. Hier findet sich unterhalb der eigentlichen Taste eine Art Gummikuppel, die beim Auslösen der Taste zusammengedrückt wird – daher auch der Name. Dadurch kommen beim Tippen zwei Folien in Kontakt, die dann wiederum einen Stromkreis schließen und letztlich den Tastendruck registrieren. Der größte Nachteil von derartigen Schaltern ist das baubedingte schwammige Tippgefühl sowie die verhältnismäßig hohe Eingabeverzögerung.

Beim Zocken ist vor allem von Bedeutung, wie schnell eure Tastatur die Eingaben tatsächlich registriert. Aus diesem Grund werden in diesem Bereich fast ausschließlich mechanische Schalter verbaut. (Bild: Getty Images, gorodenkoff)

Im Gegensatz zu mechanischen Vertretern sind sie aber deutlich leiser, was für viele ein entscheidendes Kaufkriterium darstellen könnte. Tastaturen mit mechanischen Schaltern hingegen haben eine deutlich längere Lebensdauer. Außerdem ist das Feedback der Tastenanschläge um einiges präziser und ebenso werden Eingaben zuverlässiger registriert. Zu den Nachteilen zählen allerdings die erhöhte Lautstärke sowie der größere Kostenaufwand. Hier findet ihr die wichtigsten Vor- und Nachteile beider Schaltertypen nochmal im Überblick:

Mechanisch Rubberdome
Tastenanschlag Eher laut Sehr leise
Tippgefühl Taktil, Linear oder Clicky Eher schwammig
Lebensdauer ca. 50 bis 100 Millionen Anschläge ca. 5 bis 10 Millionen Anschläge
Preis Teurer Günstiger

Unterschiede bei Cherry-Switches

Cherry ist neben den Tastaturen vor allem für seine branchenführenden Schalter (Switches) bekannt. Zu den bekanntesten Ausführungen gehören braune, rote und blaue Cherry-Switches. Die Hauptunterschiede liegen dabei einerseits in der nötigen Betätigungskraft, die in Zentinewton (cN) angeben wird. Andererseits verfügen die Schalter über unterschiedlich lange Auslösewege, die in Millimetern angegeben werden. In der folgenden Übersicht sind nochmal die wichtigsten Eigenschaften aufgelistet:

MX-Brown MX-Red MX-Blue
Feedback Spürbarer Widerstand Glatt Hörbares Tastenklacken
Schaltertyp Taktil Linear Clicky
Auslösepunkt 2 mm  2 mm 2,2 mm
Betätigungskraft
55 cN 45 cN 60 cN
Einsatzmöglichkeit FPS MMOs, MOBAs, Action-Spiele Tippen mit gewohntem Klickgefühl

Da sich die Schalter anderer Hersteller ohnehin oft am Vorbild der Cherry-Switches orientieren, verhalten sie sich meist sehr ähnlich. Viel entscheidender ist die Schaltercharakteristik – also Taktil, Linear oder Clicky.

Taktil, Linear oder Clicky?

Was mechanische Schalter angeht, so steht euch mittlerweile eine große Bandbreite an Schaltern zur Verfügung: Neben den allseits beliebten Cherry-Switches gibt es ebenso eigens entwickelte Versionen von bekannten Herstellern wie etwa Razer, Logitech, Roccat oder Steelseries. Zusätzlich werden mechanische Schalter stetig verbessert, um ihre Eingabeverzögerung auf ein Minimum zu reduzieren. Inzwischen existieren auch optische Schalter oder solche, deren Auslösepunkt sich per Software individuell kalibrieren lässt. Ganz gleich von welchem Hersteller der jeweilige Schalter stammt, in fast jedem Fall lässt er sich mittels einer der drei folgenden Eigenschaften charakterisieren:

  • Taktil: Beim Betätigen spürt ihr einen leichten Widerstand. Dadurch wird die Gefahr falscher Eingaben verringert und gleichzeitig werden präzise Anschläge ermöglicht. Daher glänzt der Schalter vor allem in Shootern.
  • Linear: Durch den fließenden Tastenanschlag eignet sich der Schalter besonders gut für schnelle aufeinanderfolgende Eingaben. Gerade in MOBAs oder Action-Spielen kann das nützlich sein.
  • Clicky: Bietet deutlich hör- und spürbares Feedback und ist gleichzeitig einer der lautesten Schalter. Wird vor allem von Vielschreibern bevorzugt, die nicht auf das unverkennbare Klickgeräusch beim Tippen verzichten möchten.

Optische Schalter

Vermehrt setzt sich eine neue Technologie durch, bei der die Signalübertragung nicht mehr durch einen Metallkontakt zustande kommt, sondern durch optische Signalerfassung. Dies geschieht entweder über eine Lichtschranke oder aber durch ein Magnetfeld. Das hat unter anderem den Vorteil, dass der Verschleiß der Schalter reduziert wird. Ebenso werden die Eingaben präziser erfasst. In einigen Fällen ist es außerdem möglich, den Auslösepunkt der Tasten per Software nach Belieben zu verändern.

Am typischen Tippgefühl ändert sich zwar nichts, aber die längere Lebensdauer sowie die Möglichkeit der individuellen Anpassung klingen dennoch vielversprechend. Aktuell sind Tastaturen mit besagter Schaltertechnik aber noch um einiges teurer als herkömmliche Modelle. Das sollte vor einem Kauf also entsprechend berücksichtigt werden.

Was sollte eine Gaming-Tastatur sonst noch können?

Software

Wie so oft ist Hardware nur so gut wie die dazugehörige Software. Mit ihrer Hilfe könnt ihr je nach Tastaturmodell Makros aufzeichnen, Tastenbelegungen verändern oder die RGB-Beleuchtung nach Belieben anpassen. Ebenso könnt ihr mehrere Profile erstellen, die automatisch aktiviert werden, sobald ihr das jeweilige Spiel startet. Da fast alle großen Namen in der Branche das komplette Arsenal an Gaming-Peripherie in ihrem Sortiment haben, funktioniert die Software in der Regel auch geräteübergreifend. Es kann also durchaus vorteilhaft sein, sich vor dem Kauf auf eine Marke festzulegen, damit nicht für jedes Gerät separate Software heruntergeladen werden muss.

Mittels der jeweiligen Software lassen sich unter anderem Tasten mit neuen Belegungen versehen oder die Beleuchtung anpassen. (Screenshot: GIGA)

Medien-oder Makrotasten

Zuvor war schon die Rede von Makros. Damit sind Aufzeichnungen von beliebigen Tastenabfolgen gemeint, die dann mit nur einem einzigen Tastendruck automatisch ausgelöst werden können. Einige Gaming-Tastaturen verfügen hierfür über zusätzliche Tasten, die ihr dann beliebig belegen könnt. Es lassen sich oftmals aber genauso die regulären Tasten mit alternativen Befehlen versehen. Gerade für Streamer oder Fans von Rollenspielen können sich zusätzliche Tasten durchaus bezahlt machen. Alternativ könnt ihr diesbezüglich aber auch zu einer externen Lösung greifen – wie etwa zum Elgato StreamDeck mit 15 frei programmierbaren LCD-Tasten.

Neben Makrotasten können dedizierte Medientasten ebenso von Vorteil sein. Wer gerne Musik am Rechner hört wird es sicherlich begrüßen, wenn man die Musik mit nur einem Knopfdruck pausieren oder den nächsten Song anschmeißen kann. Die Lautstärke einstellen zu können, ohne dabei in den Windows-Einstellungen fummeln zu müssen, ist auch ein nicht zu verachtender Bonus. Wer sich erstmal an derartige Bequemlichkeiten gewöhnt hat, möchte sie hinterher womöglich gar nicht mehr missen.

N-Key Rollover und Anti-Ghosting

N-Key Rollover (NKRO) beschreibt die Fähigkeit einer Tastatur, dass theoretisch unbegrenzt viele Tasten gleichzeitig gedrückt werden können, ohne dass dabei eine Eingabe verloren geht. Heutzutage verfügt beinahe jede vernünftige Gaming-Tastatur über entsprechend hohes NKRO, sodass nicht registrierte Tastendrücke kaum mehr ein Problem darstellen. Anti-Ghosting beschreibt wiederum den gegenteiligen Effekt: Hier geht es darum ungewollte Eingaben zu vermeiden, sobald eine bestimmte Kombination von Tasten gleichzeitig gedrückt wird. Auch hier handelt es sich inzwischen eher um ein Gespenst der Vergangenheit. Gerade bei mechanischen Tastaturen tritt der Effekt so gut wie nie auf, weil jede Taste auf einem eigenen Schalter haust.