Ghost Recon: Breakpoint in der Vorschau – Der ganz normale Open-World-Wahnsinn!

Olaf Bleich 1

Ein typisches Open-World-Abenteuer der Marke Ubisoft oder doch ein rundum verbesserter Nachfolger? Unser freier Autor Olaf reiste nach Paris und probierte dort Multiplayer, Kampagne und Koop von Ghost Recon: Breakpoint aus.

Wenn ich an Ghost Recon: Wildlands denke, dann habe ich vor allem launige Multiplayer-Partien mit Freunden im Kopf. Ganz egal, ob wir gemeinsam Stützpunkte aushoben oder einfach nur in der gewaltigen Open-World Chaos anrichteten – Wildlands war unkomplizierter Action-Spaß.

Mit dem voraussichtlich am 4. Oktober 2019 für PC, Playstation 4 und Xbox One erscheinenden Ghost Recon: Breakpoint verfeinert Ubisoft diese Spielformel noch einmal. Der Third-Person-Shooter bezieht seine Faszination weiterhin aus dem Teamwork und der gewaltigen Spielwelt, setzt aber zugleich mehr auf Story-Elemente und PvP-Optionen.

Wie sich das anfühlt, konnte ich bereits antesten. Ubisoft lud nämlich zur sechsstündigen Anspielrunde nach Paris, wo ich mich in der Welt von Ghost Recon: Breakpoint austoben durfte.

Nomad und ein bekannter Gegenspieler

Ghost Recon: Breakpoint spielt auf der fiktiven Pazifikinsel Aurora. Auf dieser herrscht der Konzern Skell Technology und macht schnell mit unlauteren Machenschaften die US-Regierung auf sich aufmerksam. Nachdem der erste Angriff auf Aurora fehlschlägt, rückt ein 32-köpfiges Team der Ghost-Spezialeinheit nach … und wird prompt von den Abwehrsystemen vom Himmel geholt.

In all diesem Chaos übernehme ich den Ghost Nomad. Ob dieser männlich oder weiblich ist entscheide ich im Editor ebenso wie das grundsätzliche Aussehen. Die ersten Minuten kämpfe ich mich an der Absturzstelle durch Feindesland und lerne dabei die Steuerung kennen. Wenig überraschend erinnert Breakpoint spielerisch stark an seinen Vorgänger.

Allerdings bekommt Ubisoft Verstärkung aus Hollywood: Jon Bernthal, bekannt aus Punisher und The Walking Dead, mimt Bösewicht Lt. Colonel Cole D. Walker. Gemeinsam mit seinen Truppen kontrolliert er Aurora. Dazu verbindet ihn eine lange Vergangenheit mit Nomad, die das Spiel immer wieder in atmosphärischen Rückblenden aufgreift.

Ebenfalls sehr schön: Im Verlauf sammle ich Hinweise und erhalte in Dialogsequenzen Entscheidungsfreiheiten. Dadurch beeinflusse ich die Story. Die Einflussmöglichkeiten stehen Ghost Recon: Breakpoint gut zu Gesicht.

Ballern, brausen und … Biwak?

Überhaupt spielt sich der Open-World-Shooter noch einen Hauch freier als sein Vorgänger. Wer beispielsweise keine Lust auf Wegpunkte hat, deaktiviert diese einfach. Für Missionsziele erhaltet ihr dann lediglich Hinweise auf den ungefähren Standort und müsst das Gebiet selbst absuchen. Das sorgt gerade im Koop für mächtig Diskussionsstoff zwischen Fahrern und Passagieren.

Wenig verwunderlich bleibt aber Ghost Recon: Breakpoint ein Shooter, den du am besten mit Freunden im Online-Koop-Modus genießt. Zu viert infiltrierst du Lager, hebst Außenposten aus oder vollführst einfach wilde Stunts mit Motorrädern, Panzern, Hubschraubern und anderen Vehikeln. Die Fahrzeugsteuerung überzeugt. Ubisoft setzt hier weniger auf einen hohen Realitätsbezug, sondern mehr auf Einsteigerfreundlichkeit. Und so kontrolliere ich selbst den Helikopter mühelos.

Teamplay steht im Mittelpunkt: Mit Hilfe von Drohnen markiere ich Gegner für meine Mitspieler. Die von mir ausgewählte Klasse bringt zudem spezifische Verbesserungen für die jeweilige Soldatengattung sowie ein eigenes Gadget mit. Als Sanitäter belebe ich gefallene Kameraden mit einer Erste-Hilfe-Drohne wieder, als Assault werfe ich Gasgranaten. Im Verlauf schalte ich jede der vier Klassen mit verdienten Talentpunkten frei und wechsle zwischen ihnen.

Talentpunkte verteile ich zudem über die in 15 Knotenpunkte kategorisierten Fähigkeiten. Beispielsweise drücke ich meinen Charakter so eher in die Nahkampf-Richtung, indem ich Schrotflinten stärke oder mache sie zum Scharfschützen über entsprechende Skills.

Eine interessante Neuerung betrifft die sogenannten Biwaks – also Lagerfeuer. Hier ruhen sich die Soldaten aus und kochen sich etwas zu Essen. Durch ein gepflegtes Mahl verschaffe ich mir eine Verletzungsresistenz von einer Stunde und halte somit Feuergefechte besser aus. Zudem verarbeite ich gefundene Ressourcen zu Rationen, die ich ebenfalls später einsetze und meine Ausdauerleiste wieder auffülle. Die Survival-Elemente wirken in den ersten Stunden noch recht unauffällig. Abwarten, wie das in den extremeren Regionen der Karte aussehen wird.

Der Scharfschütze in mir

Als Third-Person-Shooter präsentiert sich Ghost Recon: Breakpoint von seiner besten Seite. Nicht nur, dass das Spiel ausgezeichnet aussieht, das Action-Gameplay überzeugt ebenfalls. Einzig das automatische Deckungssystem bedarf noch etwas mehr Feintuning. Hier hatte ich gerade bei Stellungswechseln Probleme und konnte oftmals nur schwer abschätzen, ob ich auch wirklich in Deckung bin.

Diese Schwierigkeiten wirkten sich auch auf den vorgestellten PvP-Modus aus. Hier ging’s in zwei Vierer-Teams zur Sache. Mal musste meine Truppe eine Bombe pflanzen, mal das Gebiet verteidigen. Die Spezial-Fähigkeiten sind anfangs nicht aktiv. Stattdessen muss ich zunächst eine Drohne finden und eine Abklingzeit abwarten. Ebenfalls praktisch: In den weitläufigen Arenen befinden sich Überwachungsterminals, die ich hacken kann. Auf diese Weise decke ich die Positionen aller Kontrahenten auf. Ein gewaltiger Vorteil!

Im Probespiel kamen gerade Scharfschützen eine große Rolle zu. Das Ausspähen, Abschießen und Markieren von Gegnern war extrem wichtig. Umwelteinflüsse wie beispielsweise Schnee oder auch Dunkelheit beeinflussten die Kämpfe ebenfalls und erschwerten etwa das „Spotten“ liegender Widersacher. Wichtig: Ihr benutzt das Loadout aus der Kampagne auch im Multiplayer und könnt euch so einen Vorteil verschaffen. Als Belohnung winken übrigen Battle Rewards, die du mit gesammelter Erfahrung und Erfolgen freischaltet.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem was Ubisoft bis hierhin in Ghost Recon: Breakpoint abliefert. Die Geschichte ist fokussierter, die Spielwelt facettenreich und das Open-World-Chaos der Vorgänger bleibt bestehen. Hinzu kommen jede Menge Gameplay-Erweiterungen und PvP-Optionen, die das Gesamtpaket abrunden. Wer diesen aufgefrischten Wildlands-Mix mag, der wird auch mit Ghost Recon: Breakpoint viele unterhaltsame Stunden verleben.

Das Spiel erscheint voraussichtlich am 4. Oktober 2019 für PC, Playstation 4 und Xbox One. Die Closed-Beta startet am 05. September 2019.

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