Die besten Klimaanlagen 2019: Welche soll ich kaufen?

Marco Kratzenberg 9

Rekordtemperaturen kurbeln jeden Sommer wieder die Verkäufe von Klimaanlagen an. Die Tagesschau berichtet von Hitzerekorden. GIGA hat sich für euch den Markt angesehen und gibt euch ein paar begründete Kaufempfehlungen und Tipps.

Statt Billig-Ventilator lieber die Luxus-Klimaanlage mit Fernbedienung kaufen und in heißen Räumen für eine Abkühlung zu sorgen. Hier sind die wichtigsten Faktoren für den Kauf:

  • Preis: Billige Ventilatoren bekommt man für 20 Euro, während ihr für Klimaanlagen mehrere Hundert (Monoblock-Geräte) bis Tausende Euro (Split-Geräte) anlegen könnt.
  • Geräuschpegel: Niemand will Hitze gegen Lärm eintauschen. Speziell in Büros und Schlafzimmern dürfen die Geräte nicht zu laut sein.
  • Stromkosten: Während Ventilatoren zwischen 25 und 100 Watt verbrauchen, bewegen sich Klimaanlagen im Bereich von 1.300 bis 2.000 Watt (und mehr).
  • Umweltschutz: Die meisten Klimaanlagen nutzen als Kühlmittel häufig sehr umweltschädliche Chemikalien, die entweichen können und dann mit für Klimaschäden sorgen, gegen deren Auswirkungen sie angeschafft wurden.

Eins müsst ihr auf jeden Fall bedenken: In einem heißen Sommer sind die gewünschten Klimaanlagen und Ventilatoren häufig vergriffen. Das ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage…

Wir habren für euch auch ein paar Kauftipps zu Ventilatoren.

Bilderstrecke starten(11 Bilder)
Die 10 besten Android-Smartphones unter 100 Euro 2018

GIGA-Kauftipp Klimaanlagen: De’Longhi PAC EX100 Silent

Fakten:

  • Für Räume bis zu 110 m³
  • Gewicht: 30 kg
  • Maße in cm: 44,5 x 39 x 80,5 cm
  • Energy Efficiency Ratio: 3,6

Besonderheiten:

  • Energieeffizienzklasse: A++
  • Leistungsaufnahme: Nur 700 Watt / Stunde(!)
  • Schalldruckpegel dB(A): 49-53
  • Treibhauseffekt-neutrales Kältemitte R290 (Propan)
  • Fensterablufthalterung

Jetzt bei Amazon ansehen

GIGA meint:

Durch das Kondenswasser-Recycling-System wird der Stromverbrauch der Klimaanlage massiv gesenkt, sodass sie tatsächlich die Energieeffizienzklasse A++ erreicht. Das ist umweltfreundlich und spart Stromkosten. Gleichzeitig ist sie mit einem Schalldruckpegel zwischen 49 und 53 dB(A) leiser als ein sprechender Mensch. Die Rezensionen bei Amazon sind überwiegend sehr positiv und versprechen beispielsweise eine Abkühlung von 29 auf 22 Grad Celsius innerhalb von 3 Stunden. Im Test Juli 2018 der Stiftung Warentest war die Anlage der Testsieger unter den Monoblock-Geräten.

Nachteil: Wegen der positiven Eigenschaften ist das Gerät sehr häufig vergriffen und ihr müsst in der Regel ein paar Wochen warten. Schnelle Hilfe bei einem Hitzekoller bekommt ihr also nicht. Außerdem ist diese Klimaanlage mit einem Preis ab cirka 950,00 Euro nicht gerade ein Schnäppchen.

Kostengünstige Alternative: Comfee Eco Friendly Pro

Fakten:

  • Für Räume bis zu 80 m³
  • Maße: 46,7 x 39,7 x 76,5 cm
  • Temperaturwahl zwischen 17 und 35 Grad Celsius
  • Leistungsaufnahme: 1kW/h

Besonderheiten:

  • Energieeffizienzklasse A+
  • Natürliches Kältemittel R290 (Propangas)
  • Kann Kühlen, Entfeuchten oder nur Ventilieren
  • Fernbedienung
  • Schlafmodus
  • LED-Display
  • Automatisch schwingender Luftauslass
  • Timer

Jetzt bei Amazon ansehen

GIGA meint:

Beim Test der Stiftung Warentest hat die mobile Klimaanlage den zweiten Platz belegt. Dafür ist sie aber auch nur halb so teuer wie der Testsieger. Im eigenen Versuch konnten wir feststellen, dass die Anlage schon relativ laut ist, wenn man in der Nähe sitzt. Dafür ist die Kühlleistung aber wirklich gut und besonders der verstellbare Luftaustritt sowie die praktische Fernbedienung haben uns gefallen. Die Kühlleistung ist gut und die Bedienung sehr einfach.

Luftkühler: Zwitter zwischen Klimaanlage und Ventilator

Ventilatoren bewegen Luft, Klimaanlagen kühlen sie mit Hilfe spezieller Kühlmittel unter Druck. Irgendwo dazwischen bewegen sich die . Diese Geräte erreichen nicht die Abkühlung einer Klimaanlage, doch sie können auf jeden Fall mehr als ein einfacher Ventilator.

Die Geräte gibt es in Tischformat oder so große wie Klimaanlagen. Sie alle haben dasselbe Kühlprinzip gemeinsam: Die Verdunstung von Wasser entzieht der Raumluft Wärme und die abgekühlte Luft wird ins Zimmer geblasen.

Dabei werden verschiedene Techniken genutzt, wie etwa kaltes Wasser, Kühl-Akkus oder auch einfach wassergetränkte Bahnen aus saugfähigem Stoff, die durch einen Ventilator angepustet werden.

Vorteile von Luftkühlern:

  • Billiger als eine Klimaanlage.
  • Im Gegensatz zu einem Ventilator wird die Luft wirklich abgekühlt.
  • Es werden keine Abluftschläuche gebraucht.
  • Brauchen nicht mehr Strom als ein Ventilator.
  • Meist leiser als Klimaanlagen.
  • Sie enthalten keine umweltschädlichen Kältemittel.

Nachteile der Luftkühler:

  • Die Kühlleistung ist wesentlich geringer als die einer Klimaanlage.
  • Die Reichweite ist begrenzt.
  • Je nach Technik können beispielsweise die saugfähigen Materialen anfangen zu schimmeln.
  • Die Verdunstungstechnik erhöht gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit im Raum.
  • Man muss bei einigen Geräten ständig gefrorene Kühl-Akkus parat halten.

Klimaanlage oder Ventilator – Pro und Contra

Für eine Entscheidung muss man sich die „Kühl-Wirkung“ der beiden Alternativen vor Augen führen. Ein Ventilator sorgt für sich allein genommen für keine Abkühlung im Raum, was jeder mit einem Zimmerthermometer leicht selbst feststellen kann. Der Effekt der „kühlen Luft“ ist derselbe, wie beim Blasen von Luft auf eine Hand: Spitzt man die Lippen, ist die Luft kühl. Haucht man auf die Hand, ist sie warm. Dieser sogenannte „Joule-Thomson-Effekt“ hat mit der Temperaturänderung eines Gases bei Kompression zu tun. Eigentlich erfolgt aber insgesamt keine messbare Raumabkühlung. Tatsächlich kann die Wärme des Motors sogar noch zu einer Temperatursteigerung führen.

Das ist bei Klimaanlagen anders, was unter anderem damit zu tun hat, dass die Abwärme durch Schläuche nach außen geführt wird. Das ist aber gleichzeitig bei extremen Außentemperaturen ein großes Problem, weil zumindest bei den transportablen Monoblock-Geräten meist ein Fenster angelehnt bleiben muss, wodurch wieder warme Luft von außen eindringt. Abhilfe schaffen hier entweder Fensterabdeckungen, Bohrungen oder die Split-Geräte, bei denen die Klimaanlage außen hängt und nur die kalte Luft ins Innere geleitet wird. Klimaanlagen sorgen also für eine echte Absenkung der Raumtemperatur. Allerdings darf man keine Wunder erwarten. Je nach Raumgröße reden wir hier von einer Absenkung um einige wenige Grad und nicht um ein schnelles Abkühlen von 36 auf 21 Grad. Wer also im Anzug in einem Büro sitzen muss oder nachts nicht im eigenen Schweiß schlafen möchte, der sollte sich für eine Klimaanlage entscheiden. Das direkte Anpusten eines Ventilators kann auf lange Sicht sogar zu Gesundheitsschäden führen.

Trotzdem bieten Ventilatoren auch eine Abkühlung, unter anderem wegen der Verdunstung auf der Haut. Bläst der Propeller auf ein aufgehängtes feuchtes Handtuch, kann durch die Verdunstung tatsächlich langfristig eine Senkung der Raumtemperatur erfolgen. Außerdem sind sie viel billiger, umweltfreundlicher, haben geringere Folgekosten und lassen sich leicht transportieren. Meist sind sie auch deutlich leiser als eine Klimaanlage und ihr könnt das Fenster zulassen, um die Hitze auszusperren.

Klimaanlage: Die richtige Größe

Beim Kauf einer Klimaanlage gilt das Gleiche, wie bei eBay-Auktionen: Ihr müsst die Beschreibung richtig lesen! Wenn da eine Raumgröße angegeben ist, bezieht sie sich auf Kubikmeter – nicht auf Quadratmeter! Es geht um den gesamten Rauminhalt und nicht um die Bodenfläche. Ihr müsst also die Quadratmeter-Zahl des Raumes nochmal mit seiner Höge multiplizieren, um auf den Rauminhalt zu kommen, dessen Luft gekühlt werden soll.

In Deutschland beträgt die durchschnittliche Raumhöhe von Wohnungen, die nach dem Krieg gebaut wurden, etwa 2,40 bis 2,50 Meter.

Bei einem Raum mit den Maßen 5 x 6 Meter (30 m2) ergibt sich dadurch also ein Rauminhalt von 75 Kubikmetern (m3).

Klimaanlage aufstellen – Basteln oder Zubehör

Es wäre so schön: Draußen ist eine Bullenhitze, man stellt die Klimaanlage auf, schaltet sie ein und es wird sofort kühl…

Aber so läuft das nicht. Transportable Monoblock-Klimaanlagen haben einen dicken Schlauch als Warmluft-Ablass. Der muss so ans Fenster gehängt werden, dass die warme Luft nach außen abgegeben wird – und das ist ein Problem.

Ein offenes Fenster bedeutet, dass die heiße Luft in den Raum kommt und diesen aufheizt. Das macht den Betrieb der Klimaanlage unsinnig und muss verhindert werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Eine Kernbohrung durch die Wand, ähnlich wie bei der Dunstabzugshaube in der Küche. Das ist dann aber das ganze Jahr da und muss in der kalten Jahreszeit geschlossen und isoliert werden.
  • Ein Brett oder eine ähnliche Konstruktion, die unter die herabgelassene Rollladen geklemmt wird. Dann ist der Raum aber gleichzeitig immer dunkel – was im Schlafzimmer ja egal ist.
  • Ein , das mit Klettband am Rahmen des geöffneten Fensters befestigt wird und dann den Schlauch aufnimmt. So dringt keine warme Luft von außen ein.

Bei manchen Klimaanlagen werden Schiebekonstruktionen mitgeliefert, an die man den Schlauch anschließen kann, um sie dann unter Rollladen oder Schiebefenster zu klemmen. Für Kippfenster und normale Fensterflüge sind sie weniger geeignet.

Da empfehlen sich die Abdichtungs-Sets, die zwar nicht besonders schick aussehen, aber relativ preisgünstig ihren Zweck erfüllen.

Beispiel: Das „“ kostet rund 16 Euro und eignet sich für Fenster mit einem Umfang bis zu 4 Metern. Es wird mit Klettband befestigt, ist weiß und hat einen umlaufenden Reißverschluss. Das Fenster wird geöffnet und dann führt man das Rohr durch eine Öffnung im Reißverschluss. Das funktioniert an Dachfenstern, Fensterflügeln und Kippfenstern. Heiße Luft bleibt weitgehend draußen, kalte drinnen und man entscheidet selbst, ob die Rollladen auf oder zu bleiben.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung