In verschiedenen Farben, Formen und mit diversen Funktionen – Handyketten gibt es wie Sand am Meer. Aber welche Modelle lohnen sich für Android- und iOS-Smartphones? Wir stellen euch 4 Empfehlungen in unserem ausführlichen Ratgeber vor.

Seit einigen Jahren sieht man vermehrt Menschen, die ihr Smartphone mittels einer Handykette diagonal um den Körper oder auch um den Hals tragen. Während der Trend anfangs noch belächelt wurde, gehört es heute zur Normalität.

Doch welche Handyketten lohnen sich bei dem Überangebot eigentlich? Und kann man selbst bei solchen Accessoires auf Nachhaltigkeit achten? Um Letzteres vorwegzunehmen: Ja, man kann. Welche Handyketten einen Blick wert sind, zeigen wir euch mit unserer folgenden Auswahl.

Woodcessories: Alles anders mit dem Change Case

Die Handyketten von Woodcessories sind eine schicke und vor allem nachhaltige Alternative (Bildquelle: Hersteller).
Die Handyketten von Woodcessories sind eine schicke und vor allem nachhaltige Alternative (Bildquelle: Woodcessories)

GIGA-Tipp Beginnen wir mit einer 2-in-1-Handykette: Woodcessories (für 40 Euro bei Avocadostore) hat bei seinen Produkten das Augenmerk auf Nachhaltigkeit gelegt. Während die Kordel aus Baumwolle besteht (zertifiziert nach Oeko-Tex), wurde das Case aus Weizen und Stroh hergestellt und lässt sich nach der Verwendung wieder relativ einfach dem Recycling-Prozess zuführen. Ein weiteres Plus: Das Material ist antibakteriell. Mit der Hülle tut ihr nicht nur der Umwelt, sondern auch euch was Gutes.

Kommen wir aber noch zu dem 2-in-1-Vorteil, denn die Kette lässt sich bei den Change Cases abnehmen. Habt ihr also keine Lust mehr, das Handy umzuhängen, könnt ihr es ganz einfach ohne das Band nutzen – Change hat hier also viele Bedeutungen. Einziger Nachteil von Woodcessories: Die Hüllen sind ausschließlich für iPhones entwickelt.

Caslord: Für einen festen Halt

Die Handykette von Caslord ist trotz ihres günstigen Preises sehr stabil (Bildquelle: GIGA).
Die Handykette von Caslord ist trotz ihres günstigen Preises sehr stabil (Bildquelle: GIGA)

Preis-Tipp Möchte man nicht viel Geld in eine Handykette investieren, lohnt sich die Hülle von Caslord (bei Amazon ansehen). Als die Hülle bei uns ankam, fiel sofort auf, dass die Ösen für das Band an dem Case angeschraubt sind. Das Handy hängt somit sehr sicher am Körper. Anders als Woodcessories bietet Caslord Handyketten für verschiedene (Android-)Smartphones an, wir haben uns für eine passend zum Google Pixel 6 entschieden. Für die verschiedenen Modelle gibt es zusätzlich zahlreiche Farbvariationen.

Das Google Pixel 6 sitzt sehr sicher in der Hülle. Zusätzlich sorgen Verstärkungen an den Kanten und der Rückkamera für mehr Sicherheit, sollte das Handy doch mal auf den Boden fallen. Ebenso gibt es Erhebungen für die seitlichen Tasten, sodass man diese gut bedienen kann. Für knapp 10 Euro macht man hier nichts falsch.

Popsockets: Die 3-in-1-Handykette

Just Elegance Case + PopSockets Popgrip: Die Kordel ist leicht abnehmbar (Bildquelle: GIGA)

Ebenfalls von uns getestet: Das Just Elegance Case mit Popgrip von Popsockets für unter 40 Euro (bei Amazon ansehen). Hier treffen gleich 3 praktische Funktionen aufeinander. Die Silikonhülle schützt das Handy, der Popsocket-Griff auf der Rückseite erleichtert den Griff mit einer Hand und die (abnehmbare) Kordel ermöglicht das Umhängen. Hülle, Grip und Kordel lassen sich frei kombinieren, sodass für jeden Stil eine Variante dabei ist.

Der ausziehbare Popgrip von Popsockets kann getauscht werden (Bildquelle: GIGA)

Die Verarbeitungsqualität ist unserer Einschätzung nach gut und dem Preis angemessen. Die beiden oberen Ecken am Case sind etwas dicker ausgeführt, sodass diese, wie bei der obigen Caslord-Hülle, besonders gut vor Stößen schützen. Der ausziehbare Griff von Pop Socket ist selbsthaftend, wird an einer beliebigen Stelle auf der Case-Rückseite aufgeklebt und sitzt bombenfest. Doch auch hier haben wir den Nachteil, dass es die Handykette ausschließlich für iPhones gibt.

Corkando: Handytasche für alle Fälle

Die Handytasche von Corkando bietet Platz für das Smartphone und weitere Wertgegenstände (Bildquelle: Corkando).
Die Handytasche von Corkando bietet Platz für das Smartphone und weitere Wertgegenstände (Bildquelle: Corkando)

Möchte man nicht ewig nach der passenden Handykette suchen und zusätzlich noch mehr in der Hülle verstauen, lohnt sich eine Handytasche. Das Modell „Der Plauderer“ von Corkando (bei Avocadostore ansehen) ist 18,5 Zentimeter hoch und 11 Zentimeter breit, groß genug für jegliche Smartphones und beispielsweise Karten oder Schlüssel. Das Besondere: Die Handytasche besteht aus veganem Korkleder, importiert aus Portugal.

Obwohl Kork oftmals nur schwer recyclebar ist, handelt es sich dennoch um ein umweltfreundliches und schmutzabweisendes Material, das zudem sehr langlebig und pflegeleicht ist (weitere Informationen rundum Kork findet ihr bei Utopia).

Handyketten: Ein Trend der bleiben wird (oder muss)

Der rasante Aufstieg der Handykette wurde von Anfang an belächelt und von Kritik begleitet. In verschiedenen Meinungsartikeln werden sie als „Zeichen für Handy-Abhängigkeit“ (Quelle: Stern) eingestuft, die uns „ein bisschen blöd aussehen“ (Quelle: Zeit) lassen. Was meiner Einschätzung nach bei diesen Artikeln außer Acht gelassen wird, ist das Hosentaschen-Handtaschen-Dilemma: Ich selbst suche oft vergeblich nach Taschen bei meinen Hosen, Röcken und Kleidern. Diese wurden weiblich gelesenen Menschen im Laufe der Geschichte weggenommen, da es ihre Pflicht war, sich im Haus aufzuhalten. Also gab es für sie keinen Anlass, Gegenstände mitzunehmen.

Auch die patriarchalen und kapitalistischen Strukturen haben ihre Spuren hinterlassen: Vollgestopfte Hosentaschen lassen den weiblich gelesenen Körper nicht mehr so ästhetisch wirken (Stichwort: male gaze) und fehlende oder zu kleine Hosentaschen kurbeln wiederum den Handtaschen-Markt an (für mehr Infos: Deutschlandfunk, TAZ).

Klar, eine Handy-Kette ist da zwar keine Lösung für das Problem, sondern nur ein Drumherum-Arbeiten, aber wenigstens lässt sie mich mein Smartphone nah am Körper tragen, ohne dass ich es in der Hand halten oder extra eine Handtasche mitnehmen muss. Aber das heißt natürlich nicht, dass Handyketten nur weiblich gelesene Personen tragen dürfen – wie unser Redakteur Stefan betont:

Stefan Bubeck
Stefan Bubeck, GIGA-Redakteur, Experte für Consumer Electronics, insbesondere Audio.

Dürfen alle Handyketten tragen?
Ja klar, warum auch nicht! Wer sich in Szenebezirken umschaut, kann bestätigen, dass Handyketten längst von allen Menschen getragen werden – ganz unabhängig von Geschlecht, Alter oder sonstigen Aspekten. Unser Tipp: Wenn ihr euch trotzdem noch unsicher seid, dann wählt erstmal ein dezentes Modell und schaut, wie es euch gefällt. Es geht also nicht um die Frage, wer Handyketten tragen darf – sondern eher darum welche und wie.

Die besten Handyketten 2022: So haben wir ausgewählt

Bei Produkten wie Handyketten gibt es die Qual der Wahl. Um bei den zahlreichen Modellen eine passende Auswahl zu treffen, haben wir uns einerseits auf unsere eigenen Erfahrungen gestützt, andererseits haben auch die Wertungen von Nutzerinnen und Nutzern Einfluss auf die Auswahl. Letztere waren hilfreich, weil sie individuelle Eindrücke betonten. Wie wir bei GIGA mit Produktempfehlungen und Tests umgehen, erfahrt ihr in unserem separaten Artikel. Mit unserer Recherche wollen wir bei GIGA euch passende Produkte empfehlen und Fehlkäufe vermeiden. Euer Vertrauen ist uns wichtig – deshalb könnt ihr euch auf uns verlassen.

Ihr sucht nicht nur nach der passenden Handykette, sondern vor allem nach dem richtigen Smartphone? Dann kommt unser Smartphone-Berater wie gerufen:

Welches Handy soll ich kaufen? Frag unseren interaktiven Smartphone-Kaufberater!

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