Iron Man rettet nicht nur die Welt, sondern vielleicht auch VR

Lisa Fleischer 2

Marvel’s Iron Man VR soll VR aus der Nische bringen. Der erste VR-AAA-Titel von Sony bietet nicht nur ein relativ abwechslungsreiches Gameplay, sondern erzählt auch eine richtige Geschichte. GIGA-Redakteurin Lisa hat das Spiel auf der gamescom 2019 ausprobiert.

Ich setze die VR-Brille auf. Erst ist alles schwarz. Aber dann erklingt das aus den Iron Man-Filmen so bekannte Rattern und Klicken, die Software fährt sich hoch und die einzelnen Helm-Bauteile werden aktiv. Plötzlich ist der Bildschirm nicht mehr schwarz, sondern vor mir erstreckt sich eine weite Landschaft im Sonnenuntergang, unter mir ist sehr viel Wasser, in der Ferne sehe ich den Horizont. Ich bin im Anzug von Iron Man – und damit Tony Stark persönlich.

In der Realität habe ich ein PlayStation VR-Headset auf dem Kopf und zwei bunt leuchtende Move-Controller in der Hand, meine Arme strecke ich wahlweise vor mir aus oder gerade nach unten. Im Spiel kann ich wie der Superheld dank der Blaster an den Händen und Füßen wahlweise durch die Luft fliegen oder aber Schüsse abgeben. Außerdem kann ich meine Faust ballen und damit ordentliche Schläge austeilen. Aktionen betätige ich per Knopfdruck – weil ich tatsächlich zum ersten Mal mit Move-Controllern spiele, dauert es eine gewisse Zeit, bis ich mich an die Tastenbelegung gewöhnt habe, im Grunde ist das Spiel aber einfach zu erlernen.

Der Traum vom Fliegen – ganz ohne Motion Sickness

Als erstes geht es auf den Übungsplatz, um die grundlegende Steuerung ausprobieren zu können. Es gilt zu fliegen, zu schießen und Hindernisse aus dem Weg zu boxen. Ich bewege mich, indem ich meine Arme nahe an meinen Körper anlege und die Hände nach hinten drehe – ganz ähnlich der Bewegung, die Tony Stark in den Iron Man-Filmen macht.

Obwohl ich als Iron Man ein beachtliches Tempo drauf habe und an schwindelerregenden Hindernissen nicht gespart wurde, wird mir die gesamte Erfahrung über kein einziges Mal mulmig im Bauch – und das, obwohl mir bei anderen VR-Erfahrungen super schnell schlecht wird. Das überrascht mich durchaus positiv – ich hatte mich schon auf eine ordentliche Übelkeit nach dem Spielen eingestellt.

Hier kannst du dir einen ersten Eindruck zu Marvel’s Iron Man VR verschaffen:

Marvel's Iron Man VR – Ankündigungstrailer.

Sobald ich die Steuerung ausreichend beherrsche, lässt mich die Demo auch schon in die Story eintauchen. Ich finde mich in Tony Starks Privatjet wieder, zusammen mit der KI F.R.I.D.A.Y., die mich auch in meinem Iron Man-Anzug technisch unterstützt, und Pepper Potts. Offenbar lehnt sich die Geschichte an die vergangenen Iron Man-Filme an, Pepper Potts wurde gerade die Führung von Stark Industries übergeben. Mit den Avenger-Filmen soll die VR-Erfahrung aber nicht zusammenhängen.

Plötzlich werde ich dann von der mysteriösen Gegenspielerin Ghost angegriffen, die meine Systeme gehackt und zugleich Drohnen auf mein Flugzeug angesetzt hat. Diese reißen ein riesiges Loch in den Jet und ich bin gezwungen, über Bord zu gehen, um die Systeme wieder zum Laufen zu bringen und die fiesen Angreifer abzuwehren. Neben dem Schießen und Fliegen kommen hier weitere Mechaniken zum Tragen.

Wenn das Greifen zur größten Herausforderung wird

Einmal muss ich gezielt nach Gegenständen greifen und sie wieder in die richtige Position schieben und ziehen. Während ich bislang sehr gut mit der Steuerung zurecht kam, macht mir diese Aufgabe ganz schön zu schaffen. Denn da das Tracking der Move-Controller leider nicht ganz so genau ist und vor allem nur in einem kleinen Radius um dich herum funktioniert, glitchen meine Arme immer wieder am Ziel vorbei.

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Hinzu kommt, dass Marvel’s Iron Man VR zwar eine 360-Grad-Erfahrung ist, die PSVR aber immer noch nicht ganz ohne Kabel auskommt. Weil ich in der virtuellen Realität voll und ganz abtauche und mal wieder jegliches Gefühl für Raum und Zeit in der realen Welt verliere, bemerke ich leider viel zu spät, dass ich mich ein paar Mal zu viel um die eigene Achse gedreht habe. Ganz unbemerkt hatte ich das PSVR gleich mehrmals um meine Beine geschlungen. Gott sei Dank habe ich nur einen leichten Schritt nach vorne gemacht. Ansonsten wäre ich womöglich noch samt Brille in den vor mir stehenden Fernseher gestürzt – wie peinlich!

Mit ein paar Drehungen in die entgegengesetzte Richtung entwirre ich mich wieder. Das reißt mich leider kurzzeitig aus der sonst so immersiven Iron-Man-Erfahrung, außerdem verrutsche ich dadurch weiter aus dem Tracking-Kreis. Zum Glück zeigt das Spiel an, bist du überhaupt nicht mehr trackbar – dann gilt es, ein paar Schritte zurück oder zur Seite zu gehen und schon kannst du ganz normal weiterspielen.

Marvel’s Iron Man VR könnte die virtuelle Realität retten

Iron Man VR ist tatsächlich das erste Spiel, bei dem ich in den vollen Genuss der virtuellen Realität komme. Obwohl ich mich bewege und nicht wie bei so vielen anderen VR-Erfahrungen von Punkt zu Punkt springe, wird mir nicht schlecht. Ich bekomme ein abwechslungsreiches Gameplay geboten und kann sogar einer Geschichte folgen. Ob sie nun taugt oder nicht, werden wir wohl erst zum Release erfahren, das Spiel soll noch in diesem Jahr erscheinen. Und für eine gewisse Zeit kann ich sogar voll und ganz in den virtuellen Raum eintauchen und vergesse darüber voll und ganz meine eigene Realität – ein erstaunlich angenehmes Gefühl!

Aber selbst das gelungene Marvel’s Iron Man hat mit einigen VR-Kinderkrankheiten zu kämpfen: Meine Arme glitchen durch die virtuelle Welt, obwohl ich sie in der Realität ganz still halte. Und das Kabel des PSVR-Headsets wird zur gefährlichen Stolperfalle, wenn du zu sehr in die Erfahrung eintauchst und nicht mehr auf deine reale Umgebung Acht gibst.

Trotzdem: Marvel’s Iron Man VR könnte das erste Spiel sein, für das es sich wirklich lohnt, ein VR-Headset anzuschaffen. Bislang steckt die Technologie noch in der Nische, kaum ein Spieler hat eine eigenen Brille zu Hause. Wer weiß: vielleicht vermag es Iron Man, genau das zu ändern. Damit wäre das Spiel der Lebensretter, nach dem VR so lange gesucht hat – Iron Man rettet also nicht nur Leben, sondern vielleicht auch die virtuelle Realität!

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