Kingdom Under Fire 2 in der Vorschau: Ein Spiel, das man mögen muss

Johannes Repp

Heute Nachmittag öffnet die Welt von Kingdom Under Fire 2 nach über zehn Jahren Entwicklungszeit der breiten Spielerschaft ihre Pforten. Ich habe den Titel schon angespielt – das halte ich davon.

Gameforge veröffentlicht zusammen mit Blueside nach über zehn Jahren Entwicklungszeit endlich den zweiten Teil von Kingdom Under Fire. Auf der Xbox war der Vorgänger ein Hit – doch was taugt der nächste Serienteil? Ich wurde auf ein Event eingeladen, wo ich den Titel für anderthalb Stunden anspielen durfte. In dem Spiel geht es um den Krieg zwischen Licht und Dunkelheit, das zwiegespaltene Königreich Bersia und euch als Auserwählten, der die entscheidende Wendung bringen soll – das ist der Stoff, aus dem Rollenspiele gestrickt sind.

Kingdom Under Fire 2: Cinematic Trailer.

Ein Mix aus RPG und RTS

Wie schon Conqueror’s Blade versucht sich Kingdom Under Fire 2 an einem Mix aus zwei Genres, die verschiedener nicht sein könnten. Vorrangig handelt es sich um ein klassisches MMO-Rollenspiel, wie wir es von World of Warcraft kennen. In diesem Bereich ist Gameforge bereits erfahren: Seit Jahren betreibt das Unternehmen das Online-RPG Aion. Allerdings wurde für die Kämpfe noch ein Echtzeit-Strategie-Feature aus der Vogelperspektive angeflanscht. Ebenfalls wurde für Kindom Under Fire das altbekannte Klassensystem ein bisschen aufgebohrt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gibt es fünf Charakterklassen zur Auswahl:

  • Der Schwertschütze erinnert an den klassischen Assassinen oder Schurken.
  • Die Kampfmagierin ist eine Magierklasse, die viel austeilen aber wenig einstecken kann. Am ehesten ist sie Priester
  • Mit dem Berserker seid ihr der Krieger, der viel Schaden einstecken kann.
  • Die Elementalistin könnte man am besten aus eine Mischung aus Jäger und Druide beschreiben.
  • Die Jägerin ist die typische Bogen-Fernkampfklasse, die man auch mit der in anderen Spielen typischen Jäger-Klasse verleichen könnte.

Das Klassensystem erinnert streckenweise ebenfalls an Diablo. Die tatsächlichen Neuerungen sind keine Neuerfindung des Rades, spielen sich aber relativ solide. So seid ihr als Schwertschütze (wie der Name schon sagt) sowohl mit dem Schwert, als auch zwei Pistolen unterwegs, während die Elementaristin sowohl mit Elementen, als auch mit tierischen Begleitern um sich schmeißt. Aber seht selbst:

Kingdom Under Fire 2: Gameplay Trailer.

Die Charaktererstellung ist MMO-typisch detailliert und nichts besonderes. Auch die ersten Quests verfallen schnell ins altbekannte: „Gehe hier hin, Laufe dort hin, töte drei Spinnen, sammle vier Wolfzähne …“, wer schon mehrere MMOs gespielt hat, wird sich hier sehr heimisch fühlen. Nach etwa einer Stunde Spielzeit wird man allerdings in ein weiteres, frisches Feature eingeführt: die Kämpfe.

Truppenkontrolle aus der Vogelperspektive

Während einiger bestimmter Raids erhaltet ihr die Kontrolle über mehrere Truppenteile. Während eines Kampfes könnt ihr mit nur einem Tastendruck aus der Third-Person-Sicht eures Charakters in die Vogelperspektive wechseln und größere Truppenverbände in die Schlacht manöverieren. Somit gestalten sich die Schlachten enormer als bei „reinblütigen“ MMO-RPGs, da auf dem Bildschirm einfach viel mehr passiert. Große Frontlinien aus Freund und Feind prallen aufeinander, links und rechts ertönt Kampfgeschrei und das Klirren von Waffen.

So sehen die Kämpfe in Kingdom Under Fire 2 aus: 

Kingdom Under Fire 2: RTS Trailer.

In der Theorie klingt das nach einem ganz netten Feature, in der Praxis ist die Truppensteuerung allerdings ein wenig limitiert und der Kamerawechsel schadet der Immersivität, da sie euch aus dem Spielgeschehen reißt. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass durch dieses Feature die Motivationsspirale noch motivierender und spiraliger wird, da ihr neben den klassischen Rüstungsteilen, Waffen und Fähigkeiten auch neue Truppen für euren Charakter rekrutieren könnt.

Meine kleine Kaserne

Zu Release wartet Kingdom Under Fire mit 80 verschiedenen Truppen auf, von denen ihr bis zu vier gleichzeitig in den Kampf führen könnt. Levelt ihr eure Soldaten auf, erhalten sie besondere Fähigkeiten. Beispielsweise können eure Bogenschützen mit dem Flammenschuss weitaus mehr Schaden anrichten. Neben den klassischen Bogenschützen, Speerträgern und Reitern könnt ihr auch Skorpione, Orks und sogar hölzerne „Panzer“ freischalten. Diese können aus zehn verschiedenen Fraktionen rekrutiert werden.

Kennt ihr schon die Entstehungsgeschichte von World of Warcraft?

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Wie spielt es sich?

Kingdom Under Fire 2 spielt sich wie ein klassisches MMO-RPG. Die RTS-Komponente ist frisch, aber ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Truppensteuerung bietet für meinen Geschmack noch zu wenig Tiefe, um relevant zu sein. Letztendlich befiehlt man seinen Gruppen nur kurz den Angriff, wechselt dann wieder in die Third-Person-Ansicht und kloppt alles an Attacken raus, was man gerade auf der Pfanne hat. Allerdings hatte ich nur kurz Zeit, das RTS-Feature zu testen, im späteren Spielverlauf versprechen die Kämpfe deutlich taktischer zu werden. Trotzdem fällt die Truppensteuerung leider etwas klobig aus.

Euer Charakter selbst hat eine breite Auswahl an Combo-Attacken, die ihr ihm antrainieren könnt. Doch dem wird relativ schnell ein Strich durch die Rechnung gemacht: Gerade am Anfang des Spiels seid ihr unnormal stark und eure Gegner sind schon beim ersten Schuss oder Schlag tot. Coole Combos? Fehlanzeige! Höchstens in einigen Massenschlachten könnt ihr eure Angriffsketten unters breite Fußvolk feuern. Allerdings glaube (beziehungsweise hoffe) ich auch hier, dass mit fortlaufender Spielzeit der Schwierigkeitsgrad und die Tiefe des Spiels anzieht.

Die technische Umsetzung des Spiels ist größtenteils zufriedenstellend, es spielt sich eben wie ein normales Rollenspiel. Allerdings ist die Grafik aufgrund der langen Entwicklungszeit ein wenig angestaubt, was allerdings nicht über die schönen Welten hinweg täuscht. Die Gespräche in den vielen Cutscenes sind vertont, allerdings wirken die Gesichtsanimationen etwas steif und unnatürlich.  Natürlich darf auch das obligatorische Wippen an den weiblichen Rippen nicht fehlen.

Was kostet das Spiel?

Kingdom Under Fire 2 könnt ihr in drei verschiedenen Versionen erwerben:

  • Das Paket des Helden bekommt ihr für 29,99 Euro.
  • Das Paket des Imperators bekommt ihr für 49,99 Euro.
  • Das Paket des Kriegsgottes bekommt ihr für 99,99 Euro.

Die jeweiligen Pakete bieten euch auch Boni wie exklusive Kostüme, Ingame-Währung, Reittiere und Truppen. Auch wird es einen Ingame-Shop geben, in welchem ihr euch allerdings keine Vorteile erkaufen könnt. Lediglich die Grinding-Zeiten für bestimmte Gegenstände oder Truppen können übersprungen werden.

Fazit: Für wen ist Kingdom Under Fire 2 ein gutes Spiel?

Kingdom Under Fire 2 macht einiges neu, aber nicht alles richtig. Ich würde es Spielern empfehlen, die sich in MMO-RPGs zuhause fühlen, allerdings auch leicht taktische Echtzeitstrategie zu schätzen wissen. Wenn ihr Conquerors Blade oder Spiele wie WoW gut fandet, könnt ihr Kingdom Under Fire 2 auf jeden Fall eine Chance geben. Die Story ist innerhalb des Spiels eher nebensächlich, bietet allerdings Stoff für eine interessante Lore. Gerade Fantasy-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Ab heute könnt ihr euch in die bezaubernde Welt von Kingdom Under Fire 2 stürzen!

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