Ein Klimagerät sollte man sich anschaffen, bevor die Sommerhitze Nachfrage und Preise steigen lässt. Und angesichts der aktuellen moderaten Temperaturen ist Verfügbarkeit von Klimageräten überwiegend gut. GIGA nennt Testsieger und erläutert, was man beim Kauf beachten sollte.

Eine kleine Klimaanlage kann man sich leicht „nachrüsten“: Ein Monoblockgerät (sprich: ein mobiles Klimagerät) stellt man sich einfach ins Zimmer und hängt einen Schlauch aus dem Fenster. Deutlich mehr beachten muss man bei der Festinstallation eines Splitgerätes, bei dem ein Modul im Innenraum, eines außen installiert wird. Für beide Gerätetypen nennen wir einen Testsieger der Stiftung Warentest. So kann man selbst an heißen Tagen gut die Zeit zu Hause verbringen – ob das nun für Freizeit oder Homeoffice sein wird.

Die besten Klimaanlagen 2020: Alle Testsieger im Überblick

Platzierung Produkt Preis Angebot
Stiftung-Warentest-Sieger Monoblockgerät De'Longhi Pinguino PAC N90 Eco Silent ca. 520 Euro bei Cyberport
Stiftung-Warentest-Sieger Splitgerät Daikin FTXP25M5V1B mit RXP25M5V1B ca. 900 Euro bei Idealo
Bestseller Mobiles Klimagerät Impuls 2.0 ca. 275 Euro bei Amazon

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Testsieger Monoblockgerät bei Stiftung Warentest: De'Longhi PAC N90 Eco Silent

Wer eine mobile Klimaanlage an einzelnen Tagen im Jahr aufstellen möchte, bekommt mit dem De'Longhi PAC N90 Eco Silent ein Top-Gerät in seiner Klasse. Der Hersteller verwendet zur Kühlung Propan (R290) statt klimaschädlichen Kältemitteln – letztere sind zum Teil seit 01.01.2020 verboten. Das hat auch einen direkten Vorteil für den Kunden: Er kann Kühlmittel nachkaufen. Dagegen wird R 410A aus älteren Modellen in ein paar Jahren schwer zu bekommen sein.

Bei der Stiftung Warentest (Heft 6/2020) erreichte das PAC N90 Eco Silent die Note 3,5 und ist damit der Testsieger unter den Monoblockgeräten. Vor allem die Energieeffizienz verhagelt den Monoblockgeräten die Testnoten. Eine derartige Klimaanlage sollte man sich deshalb möglichst nur dann nehmen, wenn man sie nur an einzelnen Tagen im Jahr nutzen möchte – genaueres siehe unten. In diesem Falle ist das De'Longhi PAC N90 eine gute Wahl: Laut Stiftung Warentest ist es im Vergleich zu den Konkurrenten in der Energieeffizienz besser als die Konkurrenz. Zudem sind die meisten anderen Geräte in der Kühlleistung nicht so gut.

DeLonghi PAC N90 ECO SILENT

DeLonghi PAC N90 ECO SILENT

Vorteile

  • Einfache nachträgliche Aufstellung
  • Propan als Kühlmittel

Nachteile

  • Hoher Stromverbrauch

Testsieger Splitgerät bei Stiftung Warentest: Daikin FTXP25M5V1B mit RXP25M5V1B

Splitgeräte sind die professionellere Wahl. Oft liegt der Energieverbrauch deutlich niedriger als bei den Monoblockgeräten, folglich sind die Betriebskosten niedriger. Dafür können sie mit ihren zwei Modulen nicht so eben aufgestellt werden. Die Installation erfolgt durch Fachbetriebe.

Das Daikin-Innengerät FTXP25M5V1B mit dem Außengerät RXP25M5V1B erreichte im Test 06/2020 der Stiftung Warentest nicht nur den ersten Platz. Es ist zugleich das Gerät mit den niedrigsten Stromkosten. Die Abkühlzeit ist besonders im Vergleich zu den Monoblöcken schnell, die Geräuschentwicklung im Innenraum moderat – vor allem im Flüstermodus. Mit optionalem WLAN-Modul lässt sich die Klimaanlage auch über das Netzwerk steuern.

Daikin Klimaanlage R-32 Mono Split 2,5 kW

Daikin Klimaanlage R-32 Mono Split 2,5 kW

Vorteile

  • Günstige Betriebskosten
  • Kühlt schnell
  • Vergleichsweise leise

Nachteile

  • Installation notwendig
  • Teuer

Bestseller Mobile Klimageräte: Suntec Impuls 2.0 Eco R290

Wem das alles zu teuer war, der werfe einen Blick auf den Bestseller bei Amazon: Suntec Impuls ist eines der meistgekauften Klimageräte und mit der Nutzerwertung von 4,1 von 5 recht gut bewertet. Es gibt verschiedene Ausführungen. Unbedingt sollte man auf den Zusatz Eco R290 achten, um ein zeitgemäßes Kühlmittel zu bekommen.

Wer nicht ordentlich sein Fenster abdichtet, aus dem der Abluftschlauch hinausführt, den könnte bei häufigem Einsatz die nächste Stromrechnung schockieren. Denn bei dem Suntec-Gerät handelt es sich um ein Monoblockgerät. Und die sind – wie oben schon gesagt – sehr ineffizient. Die leistungsfähigere Version Impuls 2.6 Eco R290 hatte die Stiftung Warentest im Test. Mit Note 4,8 schnitt das Gerät wegen schlechter Energieeffizienz und Kühlung nicht gut ab. Für kleinere Räume sollte aber das günstigere, schwächere und damit auch sparsamere Modell reichen:

Suntec mpuls 2.0 Eco R290 mobiles Klimagerät

Suntec mpuls 2.0 Eco R290 mobiles Klimagerät

Vorteile

  • Einfache nachträgliche Aufstellung
  • Propan als Kühlmittel
  • Günstig

Nachteile

  • Hoher Stromverbrauch

Klimaanlagen: So wurde getestet

Die Stiftung Warentest setzte im Test 06/2020 die Gesamtnote aus mehreren Teilnoten zusammen. Im Gegensatz zu bisherigen Tests gewichteten die Tester den Bereich Umwelt und Energieeffizienz am stärksten, mit 50 Prozent. Die Teilnote Kühlen ging mit 35 Prozent in die Endnote ein, die Handhabung mit 15 Prozent.

Im letzten Test 2018 war das noch anders: Hier zählten Kühlleistung/Energieeffizienz 30 Prozent, der Kühlkomfort 20 Prozent. Umwelteigenschaften, Handhabung sowie Sicherheit/Verarbeitung und sogar das Heizverhalten gingen ebenfalls in die Endnote mit ein. Wer im Handel Geräte aus unterschiedlichen Tests der Stiftung Warentest ansieht, kann die Noten aus unterschiedlichen Jahren unserer Ansicht nach nicht vergleichen.

Klimaanlage für zu Hause kaufen: Das sollte man wissen

Bei Klimaanlagen gilt es mehr zu beachten als beim Kauf einer Waschmaschine. Vor der Entscheidung für einen Modelltyp sollte man ein paar Dinge wissen:

Splitgerät: Das sollte man vor dem Kauf wissen

Ein Splitgerät besteht aus zwei Teilen: einem Innen- und einem Außenmodul. Über ein Kühlmittel sind die beiden Module miteinander verbunden. Installation, Reparaturen und den Ausbau übernehmen Fachbetriebe oder der Kundendienst des Herstellers.

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Wer Haus oder Wohnung gemietet hat, wird ohne Einverständnis des Vermieters den Einbau im Normalfall gar nicht vornehmen dürfen. Ein Blick in den Mietvertrag verrät mehr. Übrigens: Unmittelbare Nachbarn könnten über die Klimaanlage nicht sehr erfreut sein. Denn nicht nur das Innenmodul erzeugt Geräusche, sondern auch das Außenmodul.

Monoblockgerät: Das sollte man vor dem Kauf wissen

Gegenüber dem Splitgerät ist das Aufstellen eines Monoblockgerätes unkompliziert und selbst durchführbar. Wissen sollte man allerdings: Vom mobilen Klimagerät läuft ein Schlauch ins Freie, die Aufstellung muss deshalb in Fensternähe geschehen.

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Ziemlich unsinnig ist es natürlich, wenn man die Klimaanlage anschaltet und wegen des Schlauches das Fenster offen hält – wodurch wieder heiße Luft ins Zimmer gelangt. Manchen Geräten liegen Abdeckungen bei, die den verursachten Spalt bei einem Schiebefenster abdecken. Bei Amazon gibt es auch für normale Fenster mehr oder weniger provisorische Lösungen, die die warme Luft weitgehend draußen halten.

HOOMEE Fensterabdichtung für Mobile Klimageräte

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In seinem Eigenheim könnte man natürlich anstelle der Fensterlösung ein Loch für den Luftschlauch bohren. Davon ist aber abzuraten, weil hier für die Winterkälte nicht mehr ausreichend isoliert ist.

Beim Kauf des Gerätes sollte man darauf achten, ob es sich wirklich um ein Klimagerät mit Kühlmittel handelt oder lediglich um einen Luftbefeuchter. Letzterer lässt sich noch einfacher aufstellen (er benötigt keinen Schlauch nach draußen), die Kühlleistung mit Gefrierakkus ist aber sehr begrenzt.

Klarstein Skyscraper Ice – Luftkühler, Ventilator, Luftbefeuchter & Luftreiniger

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Klimaanlage kaufen: Zimmergröße berücksichtigen

Wer sich eine Klimaanlage kaufen möchte, sollte aber nicht nur auf den Typ und die Testergebnisse achten. Um das passende Modell zu wählen, sollte man die Zimmergröße mit der vom Hersteller empfohlene Raumgröße abgleichen. Wichtig: Die Angaben werden manchmal in Kubikmeter, nicht Quadratmeter getroffen. Man multipliziert zur Länge und Breite also noch die Höhe des Zimmers (oft an die 2,50 Meter, Altbauten sind höher).

Klimaanlage kaufen: Umweltschutz und Kosten

Erzeugt man sich seinen Strom nicht über eine Photovoltaikanlage, ist ein großer Stromverbrauch für Umwelt und Geldbeutel nachteilhaft. Die Unterschiede sind enorm: Die Stiftung Warentest hat errechnet, dass sich die Stromkosten über einen Zeitraum von 10 Jahren von 380 Euro bis über 800 Euro belaufen können. Viele Splitgeräte sind effizienter als viele Monoblockgeräte.

Wer der Umwelt etwas gutes tun möchte, achte zudem auf ein Kühlmittel wie Propan. Diflourmethan plus Pentaflourethan ist wesentlich klimaschädlicher. Für die Umwelt am besten ist es letztendlich, überhaupt keine Klimaanlage einzusetzen.

Alternativen zum Klimagerät

Mit ein paar Tricks kann man es auch ohne Klimaanlage halbwegs kühl halten: Einerseits sollte man früh morgens gut lüften und während der Mittags- und Nachmittagshitze die Fenster geschlossen halten. Andererseits bewirken geschlossene Jalousien (vor allem draußen vor dem Fenster), dass das Zimmer nicht noch durch hereinscheinende Sonne aufgewärmt wird.

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Ein Gefühl von Kühle – wenngleich nicht wirklich kältere Luft – bekommt man mit einem Ventilator (Test). Während Deckenventilatoren fest montiert werden, lassen sich Tisch- oder Standventilatoren an heißen Tagen schnell aufstellen und über den Winter wieder in den Keller räumen. Ein Luftbefeuchter (meist mit einem integrierten Ventilator) kann ebenfalls für ein angenehmeres Raumklima an heißen Tagen sorgen.