Aktuelle Mini-Stereoanlagen sind gut ausgestattet: Bluetooth, WLAN, Internetradio, DAB+ und mehr sind mittlerweile selbst bei preiswerten Kompaktanlagen zu finden. Der Klang kann dabei erstaunlich gut sein – wenn man das richtige Modell kauft und bei der Aufstellung aufpasst. GIGA-Audioexperte Stefan stellt einen Preistipp, einen Testsieger und zwei persönliche Favoriten vor.

Kompaktanlagen 2021: Alle Testsieger und Empfehlungen im Überblick

Preistipp GIGA-Tipp All-in-One GIGA-Klangtipp Stiftung-Warentest-Sieger
Modell LG CM1560DAB Teufel Musicstation Sonos Amp Panasonic SC-PMX94 EG
Preis (ca.) 85 Euro 600 Euro 700 Euro 270 Euro
Vorteil Günstig Kompakt & funktionsstark Top-Software Kräftiger Sound
Nachteil Nicht netzwerkfähig Display pixelig Wenige Funktionen Nicht netzwerkfähig
Angebot MediaMarkt Teufel (Direktvertrieb) HiFi Klubben MediaMarkt
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Preistipp: LG CM1560DAB

LG CM1560DAB Micro-Hifi Anlage

LG CM1560DAB Micro-Hifi Anlage

Vorteile

  • Vergleichsweise günstig
  • Mit CD, Bluetooth, USB und Radio

Nachteile

  • Nicht netzwerkfähig

Wenn das Budget knapp ist, dann muss man nicht automatisch zu einer No-Name-Stereoanlage greifen – es gibt da auch was vom bekannten Technik-Giganten LG. Die LG CM1560DAB ist verblüffend günstig und sicherte sich beim Vergleich der Stiftung Warentest (Ausgabe 01/2021) einen Überraschungserfolg. „Sehr günstig und noch gut im Ton“, so das Fazit der Tester. Unter elf untersuchten Modellen in der Kategorie „Nicht netzwerkfähig“ erreichte die LG CM1560DAB die Endnote 2,4 („gut“) und den 6. Platz. Somit kann das Einsteigermodell aus Südkorea sich sogar vor teuere Konkurrenzmodelle setzen, die bereits ein dreistelliges Preisschild tragen. Die Weiterempfehlungsrate für die LG CM1560DAB bei Otto-Kunden beträgt 97 Prozent.

Musik vom Handy kommt per Bluetooth auf die LG CM1560DAB (Bild: Hersteller)

Ein audiophiles Klangwunder sollte man von einem solchen Einstiegsmodell freilich nicht erwarten. Die LG CM1560DAB bietet aber einen für ihre Preisklasse guten Klang mit kräftigem Bass – wahlweise per Bluetooth-Audio-Streaming, per CD-Wiedergabe, per USB-Wiedergabe oder per UKW / DAB+ Radio. Sogar eine Line-In-Buchse für analoge Quellen ist auf der Vorderseite zu finden (siehe Bedienungsanleitung PDF). Eine einfache Fernbedienung gehört zum Lieferumfang. WLAN oder Netzwerk-Streaming wird nicht unterstützt.

GIGA-Tipp All-in-One-Stereoanlage: Teufel Musicstation

Vorteile

  • Kompakt gebaut ...
  • ... und trotzdem umfassend ausgestattet (CD, Bluetooth, USB, DAB+, UKW, Internetradio)
  • Virtuelle Verbreiterung der Klangbühne zuschaltbar

Nachteile

  • Display könnte besser sein

Die Teufel Musicstation ist ein Paradebeispiel für eine All-in-One-Stereoanlage, bei der fast keine Kompromisse gemacht wurden. Der Berliner Hersteller weiß, wie man aus kompakten Gehäusevolumen maximalen Sound herausholt – wer schon mal Bluetooth-Lautsprecher wie den Teufel Rockster Cross gehört hat, wird das bestätigen können.

Teufel Musicstation: Schlank gebaut und trotzdem und klangstark (Bild: GIGA)

Die Ersteinrichtung geht schnell von Hand, der integrierte Assistent und WPS (Wi-Fi Protected Setup) verbinden die Anlage mit dem WLAN (2,4 und 5 GHz). Für meinen Test habe ich ein paar Kisten mit CDs aus der Versenkung geholt, denn die Musicstation spielt auch die guten alten Silberscheiben ab. Das Design ist eher elegant als protzig, die Anlage wirkt unaufdringlich und wie aus einem Guss. Die Bedienung erfolgt per Touch auf beleuchtete Symbole. Auch die beiliegende Fernbedienung fühlt sich erstaunlich hochwertig an. Das integrierte Farb-Display erfüllt seinen Zweck und zeigt alle wichtigen Infos, ist aber aus der Nähe betrachtet etwas pixelig und erinnert mich an Handys der 00er-Jahre.

Teufel Musicstation: Spielt fast alles ab und klingt dabei gut (Bild: Hersteller)

Der Klang hat mir auf Anhieb gefallen: Schön schnurrender Bass (aber nicht übertrieben), saubere Mitten, garniert mit angenehmen und detailreichen Höhen. Der Nachrichtensprecher auf Deutschlandfunk klingt authentisch und glasklar. Michael Jacksons „Billie Jean“ lässt den Fuss wippen. Einzelne Hi-Hats eines Jazz-Ensembles können sich seitlich ein wenig vom Zentrum lösen – das Stereopanorama wird dank zuschaltbarer „Dynamore“-Technologie virtuell verbreitert, dabei werden allerdings Gesangsstimmen leicht in den Hintergrund gerückt. Maximallautstärke und Dynamik sind klasse und sorgen für Top-Sound in kleinen und mittleren Räumen. Für die Beschallung einer derben Party sollte man aber größere Geschütze auffahren, etwa den brachialen Teufel Rockster. Mein Fazit: Wer ein edles Sideboard im Wohnzimmer hat, sollte eine Teufel Musicstation darauf platzieren, denn da gehört sie hin.

GIGA-Klangtipp: Sonos Amp + passende Lautsprecher

Sonos Amp: Stereo-Verstärker und Netzwerkplayer in einem sehr kompakten Gehäuse (Bild: GIGA)

Vorteile

  • Vorbildliche Software: Leistungsstark, übersichtlich, schnell eingerichtet
  • Kompakt, aber trotzdem stark (125 Watt an 8 Ohm pro Kanal)
  • Liefert – kombiniert mit hochwertigen Lautsprechern – erstklassigen Sound

Nachteile

  • Funktionen wie Bluetooth, CD oder UKW-Radio können nur mit weiteren Geräten genutzt werden
  • Raumeinmessung „Trueplay“ nur bei Verwendung von Sonos In-Wall oder In-Ceiling Speakern von Sonance Architectural

Das kalifornische Unternehmen Sonos ist bekannt für sehr gute WLAN-Lautsprecher mit vorbildlicher Software-Unterstützung. Wer das System bereits kennt, wird mit anderen Lösungen vielleicht nicht zufrieden sein. Die Vielzahl der unterstützten Musikdienste und die Bedienung per App sind hervorragend – kaum ein Hersteller kann mit dem Multiroom-Spezialisten in diesen Punkten mithalten. Es ist also gar nicht so abwegig, sich seine „Sonos-Kompaktanlage“ einfach selbst zusammenzustellen. Der zentrale Baustein ist dabei der Sonos Amp. Die schlicht gestaltete Wunderkiste vereint einen kräftigen Stereo-Verstärker mit einem leistungsfähigen Netzwerkstreamer, der Musik per WLAN entgegennimmt (kein Bluetooth!).

Sonos Amp Rückseite (Bild: GIGA)

Frei wählbare Passivboxen werden an der Rückseite des Sonos Amp angeschlossen. Als mögliche Kandidaten kommt alles ab der gehobenen Mittelklasse in Frage. Eine kleine Auswahl geeigneter Lautsprecher:

  • Nubert nuBox 383: Schwäbischer Quader mit neutralem Klangbild, für 496 Euro (Paarpreis).
  • Bose 301: Stiftung-Warentest-Sieger (Ausgabe 11/2018) mit raumfüllendem Sound, für ca. 390 Euro (Paarpreis).
  • Elac Debut 2.0 B6.2: Transparent klingende Box mit 5-Sterne-Bewertung bei WhatHiFi, für ca. 360 Euro (Paarpreis).

Ich habe den winzigen Sonos Amp für einige Tage an zwei doch recht große JBL 4312G angeschlossen und hauptsächlich per Apple AirPlay 2 befeuert (Quelle: Amazon Music HD). Kann das gut gehen? Ja, sehr gut sogar. Der Sonos Amp spielt mit leicht abgerundeten Höhen etwas auf der dunkleren Seite, stellt Gesangstimmen stabil und klar in den Raum und schiebt in den Tiefen ordentlich an. Es mag überraschen, aber die kleine starke Kiste könnte im Tag-Team mit den Studiomonitoren vermutlich die Fensterscheiben aus meinem Wohnzimmer hauen. Ich habe es bei gehobener Lautstärke belassen und verzerrungsfreien Oberklasse-Sound genossen. Ist das schon die audiophile Sphäre? Nun, vielleicht ein Einstieg. Klanglich schlägt diese Kombo auf jeden Fall jede gebrauchsfertige Kompaktanlage, die mir bekannt ist. Einen Subwoofer habe ich zu keiner Zeit vermisst.

Sonos Amp (rechts) neben einem Yamaha R-N803D: Trotz des Größenunterschieds spielen beide Streaming-Verstärker in der selben Liga (Bild: GIGA)

Am Ende ist es mal wieder die Einfachheit, die überzeugt. Wo Sonos draufsteht, ist sorgenfreie Einrichtung und Bedienung drin. Dafür muss man aber auch mit gewissen Einschränkungen leben wollen: CD, DAB+, UKW, Bluetooth – all das bietet der Amp nicht (kann aber rückseitig per Cinch „nachgerüstet“ werden). Sonos setzt ganz klar auf digitale Dienste (z.B. mit dem neuen Sonos Radio).  Wenn dir mit Bedienelementen überfrachtete Mini-Anlagen beim Angucken schon Kopfschmerzen bereiten, dann ist der Sonos Amp vielleicht das geeignete Heilmittel.

Stiftung-Warentest-Sieger: Panasonic SC-PMX94 EG

PANASONIC SC-PMX 94 EG-K Kompaktanlage

PANASONIC SC-PMX 94 EG-K Kompaktanlage

Vorteile

  • Kräftiger Sound
  • Niedriger Stromverbrauch im Standby

Nachteile

  • Nicht netzwerkfähig

Die Panasonic SC-PMX94 EG ist einer der Stiftung-Warentest-Sieger unter den nicht-netzwerkfähigen Kompaktanlagen. Mit der Endnote 1,9 („gut“) teilt sie sich den Thron mit dem Technisat Digitradio 750 und der Yamaha MCR-B370D. Auf Amazon steht die Panasonic SC-PMX94 EG mit aktuell 4,6 von 5 Sternen in der Kundengunst.

Die Panasonic SC-PMX94 kann dank DAC-Funktion per USB direkt an den PC angeschlossen werden (Bild: Hersteller)

Die Ausstattung ist vorbildlich: Die Panasonic spielt CDs und kann DAB+. Mit an Bord sind auch Bluetooth, ein optischer Eingang (z. B. zum Anschluss eines Fernsehers), Cinch, AUX und USB (auch als DAC für den PC verwendbar). Eine ausführliche Auflistung aller Funktionen und Anschlüsse ist auf der Herstellerseite zu finden, ebenso die Bedienungsanleitung als PDF. Die Stiftung Warentest stuft den „kräftigen“ Klang der Anlage als „gut“ (Note 1,6) ein. Der Standby-Stromverbrauch wird mit niedrigen 0,4 Watt angegeben. Es handelt es sich bei der Panasonic SC-PMX94 EG eine tolle Mini-Anlage, die vielseitig ist – aber eben kein (W)LAN unterstützt, womit etwa Zuspielmöglichkeiten wie Airplay 2 entfallen.

Die besten Kompaktanlagen 2021: So wurden die Empfehlungen ausgewählt

Ich habe in diese Zusammenfassung meine eigenen Erfahrungen und Recherche in Fachzeitschriften einfließen lassen. Vorgestellt werden aktuelle Kompaktanlagen, die besonderes Lob von Presse und Kunden erhalten haben und sich daher für einen Kauf empfehlen. Die Testmuster der selbst getesteten Modelle (Teufel Musicstation, Sonos Amp) wurden uns von den Herstellern ausgeliehen. Mehr zu unseren eigenen Test auch hier:

Verwendete Quellen: Stiftung Warentest (Ausgabe 1/2021, Ausgabe 11/2018), WhatHiFi

Kompaktanlagen: Das sollte man vor dem Kauf beachten

Vor- und Nachteile von Kompaktanlagen

Mini-HiFi-Anlagen haben den Vorteil, dass sie klein sind (Danke, Captain Obvious) und damit weniger Raum einnehmen, als etwa eine klassische Stereoanlage aus mehreren gestapelten Komponenten. So passen sie auch in beengte Zimmer oder eine freie Stelle im Bücherregal. Wenn der Hersteller gute Arbeit leistet, sind die mitgelieferten oder integrierten Lautsprecher perfekt auf den Verstärker abgestimmt – das macht das Thema Musikgenuss auch Techniklaien zugänglicher. Durch die Unterbringung aller Komponenten in einem Gehäuse sind zudem Kostenspareffekte bei der Produktion möglich.

Trotzdem sollte man vor dem Kauf einer Kompaktanlage niemals vergessen, dass es sich letzten Endes um einen Kompromiss handelt: Möglichst viele Funktionen und möglichst guter Sound – das aber bei wenig Platzverbrauch! Mini-Anlagen spielen in der Liga „angenehme Beschallung für Zimmer mit 18 Quadratmetern“. Wer hingegen eine „kompromisslose“ Anlage für Konzerterlebnisse haben möchte, holt sich zwei fette Mono-Verstärker und Standlautsprecher mit Volumen wie Kühlschränke. Egal was die Hersteller von Kompaktanlagen als Produktversprechen abgeben – die klangliche Güte „großer“ Anlagen kann mit Mini-Formaten aus technischen und physikalischen Gründen nicht erreicht werden. Aber das ist ja auch okay – wir wollen schließlich diesen Kompromiss.

Anschlüsse und Features

Vor dem Kauf einer Kompaktanlage ist die Erstellung einer persönlichen Checkliste sinnvoll: Welche Features brauche ich unbedingt? Die wichtigsten Eigenschaften beziehungsweise Funktionen einer HiFi-Anlage sind:

  • Format der Lautsprecherboxen, ggf. mit Subwoofer
  • Radio: UKW, DAB+ und/oder Internet
  • CD-Player zur Wiedergabe von klassischen und MP3-CDs
  • Anschlüsse: Kopfhörer-Anschluss, analoge und digitale Eingänge, USB
  • Konnektivität: Bluetooth, App, WLAN, AirPlay, integrierte Musikdienste (z.B. Spotify Connect)
  • WLAN: 2,4 GHz und 5 GHz unterstützt?
  • Steuerung: Fernbedienung oder App? Wie erfolgt die Bedienung direkt am Gerät?

Nicht alle Komponenten müssen vorhanden sein. Wenn entsprechende Anschlussmöglichkeiten da sind, dann lassen sich CD- oder Plattenspieler auch noch nachträglich verbinden – wobei das wieder mehr Platz verbraucht. Wer gerne per Sprache Kommandos gibt, achtet auf die Kompatibilität (oder Erweiterbarkeit) mit Amazon Alexa oder Google Assistant.

Wer es noch minimalistischer mag und am liebsten alles vom Smartphone oder Tablet aus steuert, kann sich auch WLAN-Lautsprecher anschauen. Bei ihnen ist die gesamte Elektronik im Lautsprechergehäuse integriert. Vor allem größere Modelle können es klanglich mit einer Mini- oder Midi-Stereoanlage aufnehmen:

Aufstellung

Das Wichtigste zum Schluss: Wie eine Stereoanlage klingt, hängt sehr stark von der Aufstellung ab. Das Thema Raumakustik ist hochkomplex und wird gerne vernachlässigt. Dabei kann man sich auch als Laie ganz einfach herantasten, indem man einfach verschiedene Lautsprecherpositionen ausprobiert und genau hinhört: Dröhnt der Bass? Scheppert das Bücherregal mit? Kommen Echos von der Fensterfront zurück?

Einige Tipps für den Einstieg: Bei zu viel Bass den Abstand der Boxen zu Wänden verringern. Bei „stressigem“ Klangbild mit viel Hall sollte der Raum besser gedämpft werden – da kann bereits ein einzelner Teppich oder ein Vorhang ein Wunder bewirken. Entkoppeln der Lautsprecher mit Unterlegern hilft, wenn das Sideboard vibriert.