Magic Updates der Woche: Neues Un-Set und Mystery Booster vorgestellt

Alexander Gehlsdorf

Am 10. Oktober wurden gleich zwei neue Magic-Sets vorgestellt: Das neue Un-Set Unsanctioned, sowie die Mystery Booster, die auf dem MagicFest Richmond eine große Rolle spielen werden.

Noch weiß niemand, was genau sich hinter den sogenannten Mystery Boostern verbirgt. Das Exemplar, das im offiziellen Weekly MTG-Livesteam präsentiert wurde, trägt die Aufschrift Mystery Booster - Convention Edition, was darauf schließen lässt, dass das mysteriöse Set ausschließlich im Rahmen besonderer Events erhältlich sein wird und nicht zum freien Verkauf im Laden.

Die Weltweit erste Möglichkeit eines der rätselhaften Booster zu öffnen, ist das MagicFest Richmond am 07. November 2019.

Ein anderes Produkt, über das schon deutlich mehr bekannt ist, ist das neue Un-Set Unsanctioned. Dieses tritt in die Fußstapfen der bisherigen Un-Sets Unglued, Unhinged und Unstable. Bei den Un-Sets handelt es sich um Parodie-Sets mit silbernen Kartenrahmen, die nicht in offiziellen Turnier-Formaten gespielt werden dürfen. Trotzdem erfreuen sie sich aufgrund des hohen Unterhaltungsfaktors bei Magic-Fans großer Beliebtheit.

Der größte Unterschied zu den bisherigen Un-Sets ist jedoch, dass Unsanctioned kein Draft-Set sein wird, sondern fünf vorkonstruierte 30 Karten-Decks beinhalten wird – eines in jeder der fünf Farben. Die Spieler können anschließend je zwei solcher Decks zu einem zweifarbigen, 60 Karten-Deck zusammenmischen und so die Welt der Un-Sets entdecken. Schließlich soll Unsanctioned eine ganze Reihe begehrter Reprints älterer Karten mit silbernem Rand enthalten. Unsanctioned erscheint am 29. Februar 2020.

MTG Arena verlässt die Offene Beta

Am 26. September 2019 verlässt MTG Arena offiziell die offene Beta und erscheint gut zwei Jahre nach der Ankündigung als Vollversion. Aus der regelmäßigen State of the Beta, in welcher die Entwickler von MTG Arena in den vergangenen Jahren über den Zustand des Spiels geredet haben, ist das State of the Game geworden.

Kontroverse Historic-Ankündigung rückgängig gemacht

Ende August schockte MTG Arena die eigenen Fans: Für das nicht-rotierende Format Historic sollen doppelte Wildcard-Kosten fällig werden. Nach massiver Kritik der Community machte Wizards of the Coast diese Änderung jetzt rückgängig.

Zwei Wochen lang gab es kaum einen größeren Kritikpunkt als das 2:1-Problem. Kaum ging ein Tweet oder Livestream der MTG Arena-Entwickler online, wurden die Kommentare mit jenen beiden Zahlen geflutet.

Konkret ging es um die Kritik daran, dass ab November 2019 Karten des Historic-Formats zwei statt nur einer Wildcard kosten soll und der Spielmodus somit zu einem kostenintensiven Premium-Format wird.

Der Protest hatte offenbar seine Wirkung nicht verfehlt, denn inzwischen veröffentlichte Wizards of the Coast ein umfangreiches Update zur umstrittenen Historic-Ankündigung. Unter anderem werden Historic-Karten auch in Zukunft im gewohnten 1:1-Verhältnis gegen Wildcards getauscht werden können.

Rückkehr nach Theros und Zendikar bestätigt

Wie geht es nach der Veröffentlichung von Throne of Eldraine weiter mit Magic the Gathering? Chefdesigner Mark Rosewater hat jetzt die kommenden Standard-Sets für das Jahr 2020 vorgestellt und die offizielle Veröffentlichung von MTG Arena bestätigt.

Am 26. September 2019 ist es soweit: MTG Arena verlässt die Beta und erscheint offiziell auf dem PC und dem MAC. Zeitgleich wird auch das neue Set Throne of Eldraine spielbar, dass du allerdings bereits zwischen dem 4. und 9. September im Rahmen des Eldraine Courtside Brawl-Events spielen kannst.

Im Rahmen eines Live-Streams hat Chefdesigner Mark Rosewater jetzt bekannt gegeben, mit welchen Sets Magic the Gathering im Jahr 2020 bereichert werden wird. Den Beginn macht das Set Theros: Beyond Death im Q1 2020 – eine Rückkehr auf das Plane rund um die griechische Mythologie, das zuletzt 2014 besucht wurde.

Im Q2 folgt das Set Ikoria: Lair of Behemoths, ein neuer Plane rund und Monster und Riesen. Im Q3 folgt das alljährliche Core Set. Den Abschluss bildet Zendikar Rising, eine Rückkehr auf das beliebte Plane, das erstmals 2009 und zuletzt 2016 besucht wurde.

Doppelte Kosten für Historic in MTG Arena, Community schockiert

Was passiert mit meinen MTG Arena-Karten, wenn sie aus dem Standard-Format rotieren? Die Antwort lautet Historic. Allerdings hat das kommende Format bisher fast nur Kritik einstecken müssen. Jetzt hat Wizards of the Coast einige große Änderungen angekündigt und damit das Problem konsequent verschlimmbessert.

Bereits Anfang Juli habe ich dem kommenden Historic-Format einen ganzen Artikel gewidmet, denn in der ursprünglich geplanten Form, war das Format eine absolute Enttäuschung. Kein Ranked-Modus, keine kompetitiven Events und vorerst keine alten Sets, um das Format abwechslungsreicher zu Gestalten.

Offenbar hat Wizards of the Coast die Kritik der Community gehört und das Format generalüberholt. So sollen zwar wie geplant ab dem Release des kommnenden Sets Throne of Eldraine zunächst nur casual-Spiele über die Play-Queue möglich sein, allerdings soll das Format ab November offiziell starten und fortan auch einen traditionellen Best-of-Three-Modus sowie monatliche Events bieten. Ein gutes Signal.

Ein wohl noch spannenderer Punkt ist die Ergänzung alter, bekannter Karten aus der 25 jährigen Geschichte des Spiels. Statt also komplette Sets mit mehreren hundert Karten zu veröffentlichen, können die Entwickler dem Format gezielt einzelne Karten hinzufügen, die für Constructed Decks wirklich spannend sind. Mögliche Karten die als Beispiel genannt wurde waren Brainstorm, Firebolt und Dark Confidant.

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Bisher klingt all das großartig und entspricht weitestgehend genau den Wünschen der Fans. Insbesondere das gezielte Hinzufügen alter Karten sorgte für allerhand Begeisterung. Doch es gibt einen Haken: Um Karten des Historic-Formats zu craften, sind doppelt so viele Wildcards nötig.

Update: Nach massiver Kritik der Community hat Wizards of the Coast einige der Ankündigungen Rückgängig gemacht. Das wichtigste Zugrständnis ist dabei, dass Historic-Karten auch im Zukunft im Verhältnis 1:1 gegen Wildcards getauscht werden, statt den doppelten Preis zu verlangen.

Wer also Beispielsweise nach der Standard-Rotation ein Playset der Karte Teferi, Hero of Dominaria craften will, muss dafür nicht wie bisher vier Mythic Wildcards, sondern gleich acht investieren. Noch arger sieht es bei Dual-Lands aus, da ein kompletter Cycle, etwa die Checklands aus Ixalan und Dominaria, bereits jetzt ganze 40 Rare Wildcards verschlingen.

Dementsprechend angespannt ist die Stimmung in der Community, denn dort stieß die Ankündigung ausnahmslos auf negatives Feedback.

In einem Livestream kurz nach der Ankündigung gab MTG Arena-Entwickler Chris Cao zu verstehen, dass die Entscheidung zugunsten der „Gesundheit des Spiels“ getroffen wurde. Der Fokus des Spiels sei das Standard-Format und man wolle sicherstellen, dass weiterhin genügend Spieler Standard spielen, um ein gutes Matchmaking zu garantieren.

Allerdings half diese Erklärung wenig, die Wogen zu Glätten. Im Gegenteil. Caos Statement wird in erster Linie so interpretiert, dass der Zugang zum Historic-Formats bewusst erschwert werden soll, damit es Standard –das für WOTC finanziell deutlich lukrativere Format – nicht in den Schatten stellt.

Dennoch muss betont werden, dass Wildcards nicht die einzige Möglichkeit sind, Karten für das Historic-Format zu erlangen. So sollen die aus den alten Sets neu hinzugefügten Karten bereits für die (kostenpflichtige) Teilnahme an den monatlichen Historic-Events der eigenen Sammlung hinzugefügt werden.

Hogaak und Faithless Looting gebannt, Stoneforge Mystic unbanned

Seit Wochen erschütterte Hogaak das Modern-Format von Magic the Gathering. Jetzt ist die Schreckensherrschaft des legendären Avatars vorbei, allerdings fielen auch eine Reihe weiterer Karten dem Bannhammer zum Opfer. Grund zur Freude gibt hingegen für Besitzer der Karte Stoneforge Mystic. Eigentlich waren sich alle Magic-Spieler sicher, dass Hogaak, Arisen Necropolis das Banned & Restricted Update vom 26. August 2019 nicht überleben wird. Kaum ein anderes Deck in der Geschichte des Kartenspiels war je so dominant und erfolgreich, sodass ein Bann für alle der logische Schritt war.

Bereits im Juli 2019 wurde die Karte Bridge from Below verboten, um das berüchtigte Hogaak Deck zu schwächen, jedoch ohne Erfolg. Der Bann vom 26. August 2019 hat dem Deck hingegen jetzt endlich den letzten Sargnagel verpasst. Allerdings hielt die jüngste Ankündigung noch zwei weitere Überraschungen für Modern-Spieler parat: Faithless Looting wurde ebenfalls gebannt – ein starker Kartenfilter-Effekt, der in den allermeisten roten Decks gespielt wurde und vor allem Decks, die den Friedhof nutzen, gute Dienste geleistet hat. Zu gute Dienste.

Die wohl größte Überraschung ist jedoch die Rückkehr von Stoneforge Mystic. Die Karte war noch nie im Modern-Format erlaubt, sondern wurde direkt bei der Gründung im Jahr 2011 gebannt. Jetzt wird die Karte, die damals einem besonders dominanten Standard-Deck angehört hat, endlich auch in Modern erlaubt sein. Das gleiche Schicksal traf bereits 2018 Jace, The Mind Sculptur. 2011 wurde diese Karte ebenfalls gemeinsam mit Stoneforge Mystic im berüchtigen Cawblade-Deck gespielt und war ab dem ersten Tag in Modern gebannt, nur um Jahre später doch überraschend zugelassen zu werden.

Auch Standard-Spieler können sich über eine kleine Änderung freuen. Rampaging Ferocidon wurde im Mai 2018 im Standard-Format gebannt und wurde jetzt wieder freigegeben – allerdings lediglich einen Monat, bevor die Karte ohnehin aus dem Format rotiert. Darüber hinaus ist die Karte ausschließlich im traditionellen Best-of-Three-Format erlaubt. MTG Arena-Spieler, die das Best-of-One-Format bevorzugen, müssen weiterhin auf die Karte verzichten.

Eine komplette Übersicht aller aktuelle Banns sowie einige Änderungen im Vintage-Format findest du auf der offiziellen Webseite.

Die Zukunft des eSport von Magic the Gathering vorgestellt

Ein langer Blogeintrag mit dem Titel Die Zukunft des eSport bei Magic hat die Fragen der Community jetzt endlich beantwortet und die Pläne für die Saison 2020/21 offenbart. Die wichtigsten Änderungen dabei sind:

  • Neben der MPL, der Magic Pro League, wird es zusätzlich die Rivals Leage geben, vergleichbar mit einer zweiten Liga. Pro Saison können die besten Spieler*Innen der Rivals League in die MPL aufsteigen, während die schwächsten Spieler der MPL in die Rivals Leage absteigen.
  • Der beste Weg sich für die Rivals Leage zu qualfizieren ist ein Sieg bei der neuen Players Tour. Diese findet jährlich dreimal pro Region (Europa, Nord-/Südamerika/Asien) mit jeweils etwa 3.600 Spieler*Innen statt.
  • Für die Players Tour hingegen qualifizierst du dich, indem du bei einem Event auf der Qualifikationsebene gut abschneidest. Dazu gehören Players Tour Qualifiers, WPN Qualifiers, Grand Prix, Player Tour Premier Series und Magic Online Events.
  • Pro Saison werden außerdem die 1.200 Spieler mit dem besten Rang in MTG Arena zu Mythic Qualifier-Turnieren sowie zu Mythic Point Challenge-Turnieren eingeladen. Auf diese Weise können Mythic Points verdient werden, die ebenfalls zu einer Qualifikation für die Rivals League dienen können.

Eine komplette Übersicht der geplanten Turnierorganisation findest du im offiziellen Blogeintrag.

Magic the Gathering wird 20 Prozent teurer

Seit Ende Juli sorgt ein Facebook-Post für Aufmerksamkeit, der die zukünftige Preisentwicklung für Magic the Gathering erläutert. So werden die Kosten für das Sammelkartenspiel mit der Veröffentlichung des Herbst-Sets Throne of Eldraine steigen. Konkret sollen in Deutschland 20 Prozent mehr fällig werden. Die Preise für ein Display mit 36 Boostern werden somit auf knapp 100 Euro steigen.

Bereits im Februar kündigte Wizards of the Coast an, dass keine unverbindliche Preisempfehlung mehr angegeben werden wird. Dadurch sind die Läden in der Lage, ihre Preise selbst festzulegen – und wenn nötig auch zu erhöhen. Genau das wird spätestens ab Oktober auch notwendig sein, damit sich der Verkauf von Boostern und die Veranstaltungen von Turnieren nicht zum Verlustgeschäft entwickelt.

Global betrachtet ist handelt es sich streng genommen nicht um eine Preiserhöhung, sondern um eine Angleichung. Die Kosten für Magic-Produkte in Deutschland haben sich in den letzten zehn Jahren trotz Inflation praktisch kaum verändert. Allerdings sind europäische Spieler von der Änderung aufgrund der hohen Mehrwertsteuer besonders stark betroffen. International betrachtet sind Preise von vier Dollar und mehr, etwa in Kanada, schon längere Zeit normal.

Die günstigste Möglichkeit Magic the Gathering zu spilene bleibt der F2P-Ableger MTG Arena:

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Die Judge Academy startet im Oktober

Eine weitere wichtige, für die meisten Spieler jedoch unsichtbare Änderung ist die Judge Academy. Diese startet am 1. Oktober 2019 und übernimmt die Organisation und Ausbildung der Magic-Judges.

Der wichtigste und kontroverse Unterschied zum bisherigen Modell: Judges müssen einen jährlichen Beitrag zahlen. Im Gegenzug verspricht die Judge Academy Zugang zu hochwertigem Weiterbildungsmöglichkeiten sowie zweimal jährlich exklusive Promo-Karten. Genauere Informationen dazu findest du auf der offiziellen Webseite.

Die Ankündigung hat in der Magic-Community durchaus zu Diskussionen geführt, die gute Nachricht ist jedoch, dass sich die Spieler kaum auf Veränderungen einstellen brauchen beziehungsweise diese Veränderungen in erster Linie positiv ausfallen dürften. Unter anderem werden Level 1-Judges verstärkt in sozialen Kompetenzen geschult, sodass Judge Call auch in Zukunft fair und problemlos ablaufen.

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