Marvel's Avengers: Wenn Disneys MCU dein Spiel vermiest

Sophie Jordan

Marvel’s Avengers legte auf der diesjährigen E3 ein eher glanzloses Debüt hin und das obwohl ihr Spiel auf einem beliebten Franchise basiert. Genau diese Verbindung könnte ihnen aber am Ende das Genick brechen.

Auf der E3 präsentierte Square Enix den ersten Trailer und das Release-Datum zu Marvel’s Avengers. Die darauffolgenden Reaktionen im Netz, waren vom Entwickler-Studio wahrscheinlich alles andere als geplant.

Die Lizenz zum - Versagen?

Nicht nur der Mangel an enthülltem Gameplay, war für viele eine große Enttäuschung. Vor allem das Design der Helden wirkte für einige wie eine generische, nachgestellte Version der Marvel-Helden aus Disneys MCU (Marvel Cinematic Universe).

Die Charakter-Modelle, wie die Gesichter der Superhelden, sind blass, emotionslos und generell austauschbar. Die Männer von der Partie sehen aus wie jeder x-beliebige schroffe Videospielcharakter und vor allem Black Widow, mit ihrem sehr kantigen Haarschnitt, wird häufig für ihr „zu männliches“ Aussehen kritisiert. Sie alle wirken monoton und, anders als von Marvel gewohnt, sehr düster. Und hier liegt das Problem.

Fluch und Segen zugleich

Bekannt für seinen Witz, die kreativen Settings und der uns ans Herz gewachsene Charaktere, etablierte sich Disneys Marvel Universum zu einem der erfolgreichsten und profitabelsten Franchise auf unserem Planeten. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich Square Enix mit Marvel’s Avengers ein Stück vom Kuchen mit abschneiden möchte. Auch wenn die Entwickler nicht über die Lizenz verfügen, die Gesichter der bekannten Schauspieler zu verwenden, wirkt das Charakterdesign sehr stark von dem des MCUs inspiriert. Die Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen und doch, sieht es anders aus als wir es kennen - und lieben.

Auch der Humor in Marvel’s Avengers fällt eher flach aus. Während in den Filmen Interaktionen zwischen Tony Stark und Thor zum Lachen anregen, löst der Witz im Spiel nicht mehr als ein verdutztes Naserümpfen aus. Marvel’s Avengers muss nicht unbedingt ein humorvolle Spiel sein, doch wenn das gesamte Konzept wie eine blasse Nachahmung des Originals wirkt, sollte es auch komplett durchgezogen werden.

Laut dem Creative Director Shaun Escayg, hätte es keine weiteren Pläne gegeben, dass Charakter-Design zu verändern. Doch nachdem die Community sich lauthals im Netz über das Aussehen der Helden beschwert hat und sich das Spiel zu diesem Zeitpunkt „glücklicherweise“ noch in der Pre-Alpha-Phase befand, werden diese bis zum Release optimiert. Gegenüber GameSpot äußerte sich der Creative Director Bill Roseman (von Marvel Games) dazu, dass die Kritik der Fans angekommen und wahrgenommen wurde und diese an die Entwickler weitergegeben werden.

Die Avengers gehen zum Face-Lifting

Im September wurden in Charakterprofil-Videos die frisch polierten Gesichter der Charaktere präsentiert. Auch wenn keine drastischen Veränderungen stattgefunden haben, wirkt sich das Ergebnis auf viele recht positiv aus. Vor allem Thor und Black Widow durchlebten eines ihrer größten Make-Over.

Anstatt wie ein ungepflegter Landstreicher auszusehen, erwartet uns nun ein vollbärtiger Nordischer Gott. Die Haare sind hinter dem Kopf zusammengebunden, der Bart ist gepflegt und der Blickt ähnelt schon eher dessen eines heroischen Kriegers. Reddit-User feiern diese Änderung mit Kommentaren wie ,,Er ist sooo heiß!“ bis zu ,,Er sieht aus wie ein GOTT. Ich liebe es.“.

Auch die Verwandlung von Black Widow wurde auf Reddit dankend angenommen. Die veränderte Frisur und der detailgetreuere Ausdruck im Gesicht, lassen negative Kommentare immer weniger werden.

Die restlichen Avengers erhielten ebenfalls ein Charakter-Video, doch da deren vorheriges Design keine so negative Wellen schlug, traten diese eher in den Hintergrund.

Diese Marvel-Spiele hatten es einfacher

Ein Spiel, das aus dem Schatten des MCU getreten ist und seine eigene Identität trotz bekannter Figuren entwickeln konnte, war Sonys Spider-Man. Sie schafften es das Alleinstellungsmerkmal des bekannten Kostüms mit ihren eigenen Ideen zu kombinieren. Auch die Darstellung von Peter Parker lenkte nicht vom eigentlichen Spielgeschehen ab. Ein Grund für die positiven Reaktionen der Fans könnte sein, dass sie schon viele Versionen des Kult-Charakters in Filmen wie in Videospielen miterlebt haben.

Dieses Glück hatte Marvel’s Avengers nicht, denn bisher hat das Publikum (mit Ausnahme der Comic-Leser) nur eine Version der Rächer kennen und lieben gelernt.

Ein weiteres Spiel, was es sich noch einfacher gemacht hat, ist das am 28 Februar erscheinende Iron Man VR von Sony. Hier steht gar nicht erst das Gesicht von Tony Stark im Fokus, sondern das Erlebnis zu diesem zu werden. Das eigene Interface erscheint vor seinen Augen, ihr könnt fliegen und schießen, man fühlt sich einfach wie Iron Man selbst. Mit diesen Features, erfüllt sich für viele ein Kindheitstraum.


Nach einem Jahrzehnt MCU ist es nicht verwunderlich, dass viele eine gewisse Verbundenheit mit den Charakteren verspüren und andere Versionen ihrer lieb gewonnenen Charaktere nur schwer akzeptieren können. Doch wenn sie ausgefallene Geschichten und Charaktere mit eigener Identitäten entwickeln, schaffen sie es, aus dieser Blase zu entfliehen.

Marvel's Avengers: Kamala Khan Embiggen Trailer.

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Marvel’s Avengers erscheint am 15. Mai 2020 auf PlayStation 4, Xbox One, PC und Stadia. Dort wird man am Ende sehen, wie die Kinofreie Story mit Einzelspieler- und Koop-Gameplay funktionieren wird. Jetzt heißt es erstmal abwarten.

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