Derzeit suchen viele man nach Wegen, um Strom zu sparen. Kleine Stecker wie „Voltplug“ oder „Voltbox“ wollen dabei helfen und versprechen eine Ersparnis von bis zu 90 Prozent. Kann das funktionieren?

 
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Auf Webseiten wie getvoltbox.com werden die kleinen angeblichen Helfer zum Preis von 59 Euro verkauft, die den „Stromfluss stabilisieren“ und „hochfrequenten Strom“ reduzieren sollen. Sparen könnt ihr mit diesen Teilen aber nicht. Stattdessen verliert ihr hier sogar noch Geld.

Ecotex, Voltplug, Voltbox & Co.: Rausgeworfenes Geld

So warnt die Webseite „Watchlist Internet“ vor dem Anbieter der Voltbox. Demnach handelt es sich bei der Beschreibung nur um „leere Versprechen“ von Betrügern. Heise hat das Produkt schon weit vor dem Ukraine-Krieg und der damit verbundenen Energiekrise auseinandergenommen und ist zum Schluss gekommen, dass das Produkt für den gedachten Fall nutzlos ist. So zeigt das Innenleben, dass die „Voltbox“ nicht viel mehr kann als grün zu leuchten und die Überspannung in geringem Maße zu begrenzen. Die versprochenen Effekte, mit denen man wie von Zauberhand Strom sparen kann, gibt es nicht.

Im Video werden weitere Stromspar-Mythen erklärt:

Auch an anderen Stellen zeigen Experten, dass die Voltbox nicht mehr als eine „LED mit Vorschaltung für 230V“ ist.

Wer noch mehr über das technische Innenleben und Funktionen solcher Boxen erfahren will, schaut in dieses ausführliche YouTube-Video rein:

Voltplug & Voltbox: Erfahrungen & Warnungen

Watchlist Internet warnt vor solchen Anbietern. Ihr solltet also skeptisch sein, wenn ihr auf entsprechende Angebote über die Google-Suche oder zum Beispiel Facebook-Anzeigen stößt. Immer wieder „kaufen“ Anbieter hohe Positionen in der Google-Suchmaschine auf relevante Suchbegriffe. Bei passenden Suchanfragen werden dann ganz oben bezahlte Ergebnisse präsentiert, die mit dem kleinen Schriftzug „Anzeige“ versehen sind.

Betrüger nutzen das immer wieder, um ihre Fake-Angebote bei viel gesuchten Begriffen zu platzieren. Ähnlich arbeitet zum Beispiel ein Anbieter für Suchbegriffe wie „Kirchenaustritt online“.

Stößt ihr auf unbekannte Shops im Netz mit sehr guten Angeboten, achtet vor allem auf Folgendes:

  • Ist ein Impressum vorhanden? Fake-Shops arbeiten ohne Unternehmensangaben.
  • Auch wenn ein Impressum mit Kontaktdaten im Ausland zu finden ist, solltet ihr nicht gleich zuschlagen. Selbst wenn es sich um einen seriösen Shop handeln sollte, habt ihr möglicherweise im Garantie- und Support-Fall mehr Aufwand.
  • Bei Voltbox ist zum Beispiel eine US-amerikanische Telefonnummer für den Support angegeben, der Anbieter selbst sitzt laut „Kontakt zu uns“-Seite aber in Litauen. Bis vor kurzem war der Sitz sogar noch in Island. Diese Kombination ist nicht unbedingt seriös.
  • Werft einen Blick auf Datenschutzerklärungen und AGB.
  • Häufig erkennt man Fake-Shops an einer seltsamen Grammatik und vielen Rechtschreibfehlern in ihren Beschreibungstexten auf der Seite.
  • Ist euch ein Anbieter oder Produkt unbekannt, recherchiert zunächst im Netz danach. Vertraut dabei auf bekannte und seriöse Seiten.
  • Solche betrügerischen Shops prahlen oft damit, schon bei seriösen Seiten erwähnt worden zu sein. Fehlt ein Link als Nachweis, ist zu bezweifeln, dass es eine solche Erwähnung jemals gab.
  • Lasst euch nicht von Bewertungen und Siegeln blenden, die zum Beispiel auf solchen Fake-Shops eingebunden sind. Diese lassen sich leicht fälschen.

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