Das Plattform-Abenteuer Ori geht mit Ori and the Will of the Wisps in die zweite Runde und das erste Probespiel von Microsofts Hüpferei macht klar: Für PC und Xbox One erwartet euch ein liebevoll aufgemachtes 2D-Abenteuer voller Emotionen.

Schon mit Ori and the Blind Forest trumpfte 2015 der österreichische Entwickler Moon Studios mit einem prächtig aufgemachten Jump and Run auf, das spielerisch wie storytechnisch ans Pad fesselt. Mit Ori and the Will of the Wisps geht nun die Saga weiter. Nach dem Happy End des Vorgängers zieht mit der putzigen Eule Ku ein neues Mitglied in Oris Hausgemeinschaft. Doch Ku und Ori verlieren sich nach einem stürmischen Irrflug in das unbekannte Niwen-Gebiet, weit hinter dem Nibel-Wald vom ersten Teil.

Kaum verwunderlich seid ihr wieder allein unterwegs und müsst zahlreiche Geschicklichkeitspassagen meistern. Das Gameplay erinnert an selige „Jump and Run“-Zeiten und gewissermaßen auch an die Rayman-Reihe. Aus dem namensgebenden Held Ori ist ein erstaunlicher Kletterer geworden. Auch wenn er anfangs nicht mehr über die Fähigkeiten der Vorgängers verfügt. Werft einen Blick in die malerische Welt von Ori and the Will of the Wisps:

Ori and the Will of Wisps: Gameplay-Trailer (E3 2019).

Altbewährter Plattformspaß

Typischerweise springt ihr über Plattformen, hechtet per Wandsprung an vertikalen Klippen hoch und überwindet Dornenranken oder giftiges Wasser. Diesmal hangelt sich Ori aber auch an Moos entlang und kann sich selbständig an vertikalen Wänden festhalten (sobald er die Fähigkeit erlernt hat). Allein deswegen sind die Sprungpassagen erheblich weniger frustig als im Prequel. Diesmal erlernt der kleine Held nicht nur Doppel-, sondern sogar Dreifachsprünge.

Daneben kann er sich mittels Greifhaken an Vorsprünge heranziehen. Zudem darf sich Ori durch lose Untergründe wie Sand wühlen. Stückchenweise schalten sich neue Fertigkeiten frei. Allerdings nicht mehr auf lineare Weise wie in Teil 1. Stattdessen legt ihr bis zu drei erlernte Spezialfertigkeiten direkt auf die Action-Tasten. Gleichzeitig lassen sich drei passive Fähigkeiten ausrüsten.

Bedrohliche Tierwelt

Für die ständigen Kämpfe gegen auftauchende Gegner steht euch weitreichendere Ausrüstung zur Verfügung. Mit Pfeil und Bogen beschießt ihr Feinde sicher aus der Distanz oder löst Schalter aus. Wiederum kommt eine Schwertattacke zum Einsatz, zudem auch Hammer, Bomben und Fackel. Mit letzterer steckt ihr zudem entzündbare Umgebungen in Brand. Zwar bietet Ori wiederum simple Schalterrätsel, doch an manchen Stellen kommt ihr ins Grübeln, wie es denn weitergehen soll.

Ori and The Will of the Wisps baut stark auf das Metroidvania-Prinzip: Kommt ihr an einer Stelle nicht voran, macht ihr woanders weiter und schaltet das vielleicht entscheidende Element frei. So öffnet ihr Durchgänge mit eingesammelten Steinen, senkt den Wasserpegel oder zerschmettert Barrieren. Langsam eröffnet sich so eine immer größere 2D-Spielwelt mit vielen Geheimnissen und versteckten Boni. Etwaiges Backtracking kann sich also lohnen, sobald ihr neue Fertigkeiten erlernt habt.

Bezaubernde Kulissen

Was einen sofort in den Bann zieht, ist wiederum die märchenhafte Umgebung. Ori verzichtet auf opulente 3D-Grafik, baut stattdessen vollkommen auf liebevoll handgezeichnete Kulissen. Die gekonnte Farbgebung sorgt immer für die richtige Stimmung, wenn ihr euch zwischen Wäldern, Sümpfen und sandigen Gefilden bewegt. Der Blick auf die Übersichtskarte ist entscheidend, um euch zu orientieren, wo es weitergehen könnte.

Zudem erscheint die Welt weitaus lebendiger als der einsame Nibel-Wald des Vorgängers. Denn ihr begegnet allerlei freundlich gesinnten Charakteren. Diese bitten euch um Hilfe für eine Nebenquest oder bieten interessante Fähigkeiten zum Kauf an. Zudem erhaltet ihr nützliche Tipps oder Kartenfragmente. Will of the Wisps steckt voller kleiner Geschichten und Zwischensequenzen, was das gesamte Abenteuer größer und gehaltvoller erscheinen lässt. Falls ihr ab Release am 11. März 2020 in Oris Welt versinken wollt, könnt ihr euch vorbestellen.

Fazit

Nach dem Probespiel wird klar: Ori and the Will of the Wisps bietet mehr von allem, sei es Story, Charaktere, Fähigkeiten oder Größe der Spielwelt. Schön auch, dass der namensgebende Held über mehr Möglichkeiten verfügt, um Hindernisse und Gegner zu überwinden. Gleichzeitig punktet das Abenteuer in Sachen Atmosphäre. Vor allem dank der wundervollen, zweidimensionalen Naturumgebung mit ihren subtilen und vielfältigen Animationen sowie einer überzeugenden Tiefenwirkung. Obendrein hat der stimmige Soundtrack wiederum Ohrwurm-Qualitäten.