Schallplatten aus Vinyl sind eine Anschaffung für die Ewigkeit und stehen für erstklassigen Musikgenuss. GIGA-Audioexperte Stefan verschafft euch einen Überblick zum Thema Schallplattenspieler: Welche Marken sind gut? Was muss man beim Plattenspieler-Kauf beachten?

Die besten Plattenspieler 2020: Alle Testsieger und Empfehlungen im Überblick

Das in der Umgangssprache verwendete Wort „Vinyl“ ist eigentlich eine Abkürzung: Der vollständige Name des Schallplattenmaterials nennt sich „Polyvinylchlorid“, man spricht auch von „Hart-PVC“. Das kann man ruhig wörtlich nehmen – die „hartnäckige“ Schallplatte hat nämlich in den letzten Jahrzehnten zahlreiche andere Speichermedien für Musik überlebt (CD, Kassetten, Minidisc etc.) und ist auch heute noch ein Qualitätsgarant für eine einzigartige, analoge Soundqualität. Die Preisspanne bei Plattenspielern reicht von rund 100 Euro für ein brauchbares Einsteigergerät bis hin zu weit über 1000 Euro für ein High-End-Modell.

Platzierung Produkt Straßenpreis Angebot
Amazon-Bestseller Dual DT 230 BT ca. 116 Euro Zu Amazon
Preis-Leistungs-Tipp Sony PS-LX310BT ca. 180 Euro Zu Saturn
Testsieger WhatHifi Rega Planar 1 ca. 370 Euro Zu Amazon
Hi-Fi-Modell mit USB Teac TN-400BT ca. 450 Euro Zu MediaMarkt
DJ-Plattenspieler Technics SL-1210MK7 ca. 950 Euro Zu Thomann

Bestseller unter 150 Euro bei Amazon: Dual DT 230 BT

Dual DT 230 BT

Dual DT 230 BT

Vorteile:

  • Einsteigerfreundlich durch Vollautomatik (Tonarm aufsetzen und Auto-Stopp)
  • Bluetooth integriert

Nachteile:

  • Einfache Verarbeitungsqualität
  • Klanglich auf Einsteigerniveau

Schaut man in die ständig aktualisierte Liste der Plattenspieler-Bestseller bei Amazon, dann ist der Dual DT 230 BT entweder auf dem ersten Platz oder zumindest auf den vorderen Rängen anzutreffen. Es handelt sich mit einem Preis von 149 Euro (UVP) um ein Einsteigermodell, das laut Hersteller „vollautomatisch“ ist. Das bedeutet, das der Tonarm automatisch aufgesetzt wird und am Plattenende die Auto-Stopp-Funktion das Abspielen rechtzeitig beendet. Beides Vorgänge, die normalerweise die Aufmerksamkeit des Nutzers erfordern würden. Ein schaltbarer Phono-Vorverstärker ist integriert (Vorverstärker-Wahlschalter auf „LINE“), man ist also nicht zwingend auf einen Phono-Eingang am Verstärker/Receiver angewiesen. Das „BT“ im Produktnamen des Dual DT 230 BT steht für Bluetooth – der Plattenspieler kann also auch drahtlos mit einer Stereoanlage (bzw. BT-Lautsprecher oder Kopfhörer) verbunden werden (siehe Seite 15 in der PDF-Bedienungsanleitung).

Die Bewertungen auf Amazon sprechen eine klare Sprache: 4,3 von 5 Sternen, die meisten Käufer sind hochzufrieden. Gelobt werden: Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, der schnelle Aufbau und die einfache Bedienung. Weniger gut kommt die Verarbeitungsqualität (viel Plastik) weg. Auch sollte man in dieser Preisklasse keine klanglichen Höhenflüge erwarten. Übrigens: Wer die Bluetooth-Funktion des Dual DT 230 BT nicht braucht, kann sich auch das Schwestermodell Dual DT 210 USB für rund 100 Euro anschauen: Es ist noch etwas günstiger und bietet einen praktischen USB-Anschluss zum Digitalisieren von Schallplatten.

Preis-Leistungs-Tipp für Einsteiger: Sony PS-LX310BT

Sony PS-LX310BT

Sony PS-LX310BT

Vorteile:

  • Vollautomatik (Tonarm aufsetzen und Auto-Stopp)
  • Bluetooth integriert

Nachteile:

  • Klang: Für die Preisklasse in Ordnung, es fehlt aber an Details in den Höhen

Das japanische Unternehmen Sony wurde nicht nur aufgrund der erfolgreichen Playstation-Reihe oder damals unschlagbar guter Röhrenfernseher bekannt, sondern auch wegen seiner qualitativ starken Audiosparte. Der Plattenspieler Sony PS-LX310BT für 199 Euro (UVP) bestätigt, dass der Markenname „Sony“ auch heute noch ein Garant für durchdachte und zuverlässige Produkte ist.

Die deutsche Fachzeitschrift Stereo lobt den „hervorragend ausgestatteten Plattenspieler ohne Stolperfallen für Vinyl-Neulinge“ und vergibt in der Kategorie „Preis-Leistung“ die Maximalwertung von 5 Sternen. Bestnoten gibt es auch von WhatHifi (2020) sowie von Trustedreviews (2019). Die Tester sind sich einig: Der vollautomatische Sony PS-LX310BT bietet eine Top-Leistung für einen attraktiven Preis. In die höchsten klanglichen Sphären dringt man mit einem solchen Einsteigermodell freilich nicht vor – da liegen die Vorteile schon eher bei einfacher Einrichtung und Bedienung, sodass man auch als Anfänger schnell auf Musikentdeckungsreisen gehen kann.

Testsieger bei WhatHifi: Rega Planar 1

Rega Planar 1  High-End-Plattenspieler inkl. Rega Carbon MM-Tonabnehmer

Rega Planar 1 High-End-Plattenspieler inkl. Rega Carbon MM-Tonabnehmer

Vorteile:

  • Sehr guter Klang
  • Einfacher Aufbau, solide Verarbeitung

Nachteile:

  • Ausstattung beschränkt sich auf das Wesentliche (kein Bluetooth, keine integrierte Phonovorstufe etc.)

Mit dem Rega Planar 1 für 380 Euro befindet man sich nicht mehr in der Einsteigerklasse und darf entsprechend höhere Erwartungen an Klang und Verarbeitungsqualität haben. Der Bestseller aus UK wurde im Laufe der Jahre immer weiter in kleinen Details verbessert. Der Rega Planar 1 war in mehreren Jahren der „Award-Winner“ bei WhatHifi (siehe Ausgabe „Vinyl Special“), der auch die begehrte 5-Sterne-Wertung im Test abräumen konnte. Der Klang ist präzise und ausdrucksstark, der Aufbau einfach, das Design minimalistisch und ansprechend.

Paul Rigby („The Audiophile Man“) vergibt nach dem Test des Rega Planar 1 sogar die ultra-seltene Auszeichnung „Golden Groovy“ und erläutert: „Ich habe auf dieser Webseite Testberichte zu fast 250 Produkten. Dies ist erst das vierte Mal, dass ich eine solche Auszeichnung vergebe – so gut ist dieser Plattenspieler.“ Seine Endnote: 10 von 10 Punkten.

Hi-Fi-Plattenspieler mit USB: Teac TN-400BT

Teac TN-400BT HiFi-Plattenspieler

Teac TN-400BT HiFi-Plattenspieler

Vorteile:

  • Sehr guter Klang
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Bluetooth, USB, Phono-Vorstufe

Nachteile:

  • Manuelle Bedienung: Vinyl-Einsteiger sollten vielleicht lieber zu einem Vollautomatik-Modell greifen

Riemenantrieb, zuschaltbare Phono-Vorstufe, Bluetooth, USB-Anschluss: Der Teac TN-400BT vereint Bewährtes mit modernen Zusatzfeatures, verpackt in ein edles und ansprechendes Gehäuse. „Zur satten Ausstattung kommt eine saubere Akustik: Der Teac TN-400BT liefert (...) ein angenehmes, ausgewogenes Klangbild mit schöner Dynamik, vollem Bass und präsenten Höhen,“ lobt Volker Frech in einem ausführlichen Review für das Lite Magazin. Die Redaktion von Stereoplay (Ausgabe 01/2017) erwähnt die hochwertigen und griffigen Bedienelemente aus Aluminium, stuft den Klang als druckvoll, ausgewogen und charmant ein. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt die Teilnote „überragend“.

Die Schwächen des Teac TN-400BT muss man mit der Lupe suchen. Ein möglicher Kritikpunkt: Die Ausstattung ist zwar beachtlich, aber letzten Endes nicht allumfassend. Wer etwa eine Tonarm-Automatik oder Auto-Stopp erwartet, wird hier enttäuscht. Alle anderen freuen sich über einen der besten manuellen Plattenspieler, die es in dieser Preisklasse zu finden gibt.

Robuster DJ-Plattenspieler: Technics SL-1210MK7

Vorteile:

  • Legendärer Direktantrieb
  • Legendäre Verarbeitungsqualität
  • Legendäres Design

Nachteile:

  • Krasse DJ-Skills und guter Musikgeschmack sind nicht im Karton, das muss man sich weiterhin über viele Jahre erarbeiten

Die Beastie Boys rappten über Technics-Plattenspieler („Unite“), ebenso EPMD („Funky Piano“) und viele andere: Hip-Hop und der Technics SL-1210, das hat einfach schon immer zusammengehört. Aber auch im gepflegten House-Club oder der Loft eines Vinyl-Sammlers/DJs ist die Chance sehr hoch, dass man auf die „Mutter aller Turntables“, den „1210er“, trifft. Eigentlich sollte man sparsam mit dem Begriff „Kult“ umgehen, im Falle des Technics kann man es hingegen nicht oft genug betonen. Es ist das Original, das oft kopiert, aber nie erreicht wurde. Selbst wenn ein Hersteller mit einem Modell technisch nah dran war oder sogar auf dem Datenblatt bessere Werte lieferte – an die popkulturelle Bedeutung des Technics SL-1210 kommt kein anderer Plattenspieler auf dieser Welt ran.

Der Technics SL-1210MK7 ist das aktuelle Modell dieser seit Jahrzehnten gepflegten Modellreihe, preislich mit knapp 950 Euro allerdings schon etwas weit oben positioniert – zumal man als DJ gleich zwei davon braucht, um aufzulegen (ein passender DJ-Mixer gehört natürlich auch noch dazu).

Ob die robuste Verarbeitung, der starke Direktantrieb oder der satte Klang die entscheidenden Kaufargumente sind, das sei mal dahingestellt. Vielleicht holt man sich den Technics auch einfach nur, weil man die Legende zuhause haben will. Da spielen technische Details keine große Rolle mehr.

Plattenspieler 2020: So haben wir die Empfehlungen ausgewählt

GIGA-Redakteur Stefan hat in diese Zusammenfassung eigene Erfahrungen und Recherche in Fachzeitschriften einfließen lassen. Vorgestellt werden aktuelle Plattenspieler-Modelle, die besonderes Lob von Presse und Kunden erhalten haben und sich daher für einen Kauf empfehlen.

Verwendete Quellen: Stereo (Ausgabe 05/2020), WhatHifi (Online / Ausgabe „Vinyl Special“ Mai 2020, auch erhältlich bei Readly), Trusted ReviewsPaul Rigby („The Audiophile Man“)Lite MagazinStereoplay (Ausgabe 01/2017, auch erhältlich bei Readly)

Plattenspieler: Was man vor dem Kauf wissen sollte

Plattenspieler: Was man vor dem Kauf wissen sollte

Wo die kleinen Marken die großen Namen sind

Wie bei unseren Kaufempfehlungen oben zu sehen ist, können bei Plattenspielern offenbar auch kleine und weniger bekannte Marken zu den ganz großen Namen zählen. Spezialisierte Hersteller haben sich über viele Jahre einen exzellenten Ruf unter Audio-Kennern aufgebaut – während hingegen Technikgiganten wie Samsung, LG oder Apple in diesem Bereich nichts zu melden haben. Eine Liste mit wichtigen Markennamen für Plattenspieler und passendes Zubehör (z. B. Tonabnehmer), die man vor dem Kauf eines Plattenspielers gehört haben sollte (alphabetisch, ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Aufbau und Klangqualität von Plattenspielern

Der grundlegende Aufbau eines Plattenspielers: Auf dem (meist quaderförmigen) Sockel befindet sich der Plattenteller. Über diesem schwebt der Tonarm (befestigt an der Tonarmhalterung), an dessen Spitze ist das Cartridge mit der Nadel (Stylus) angebracht. Ist der Motor des Plattenspielers über einen Riemen mit dem Plattenteller verbunden (bei manchem Modellen sogar von außen sichtbar), dann spricht man vom Riemenantrieb – eine weit verbreitete und bewährte Bauweise, die Störgeräusche durch den Motor auf simple Weise minimiert. DJs bevorzugen aber meist einen kräftigen und schnell anlaufenden Direktantrieb ohne Riemen.

Zur Klangqualität von Plattenspielern sind schon zahlreiche Aufsätze geschrieben und endlose Debatten in Internetforen geführt worden. Ob nun das analoge Vinyl besser klingt als digitale Formate wie CDs und MP3 – oder ob die neueren Technologien letzten Endes doch klar überlegen sind – das wollen wir an der Stelle nicht entscheiden. Fakt ist: Musik mit dem Plattenspieler zu hören, ist eine besonders liebevolle Variante. Die großen und kunstvollen Plattencover, das gefühlvolle Auflegen der Nadel, die begrenzte Spieldauer (ca. 25 Minuten pro Seite bei einer LP), das sanfte (Staub-)Knistern – all das macht das Erlebnis „Plattenspieler“ einzigartig.

Lautsprecher integriert: Plattenspielern mit Boxen

Manche Plattenspieler verfügen über einen eingebauten Lautsprecher – diese Modelle sind aber für gewöhnlich in der untersten Preisliga zu finden, hier sollte man keine hohen Erwartungen an Klang und Verarbeitungsqualität mitbringen. Für das einfache Abspielen einer auf dem Flohmarkt ergatterten Platte sind diese Geräte selbstverständlich geeignet. Wer aber über viele Jahre Musik in hoher Qualität genießen möchte, sollte unbedingt etwas mehr investieren und sich eine Kombination aus einem der oben genannten Modelle und einer guten Stereoanlage mit Phono-Eingang anschaffen.

Stefan Bubeck
Stefan Bubeck, GIGA-Experte für Consumer Electronics, insbesondere Audio.

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