Die Nummer 0016465535819 beziehungsweise +16465535819 stammt angeblich aus New York, aber dahinter scheint ein türkisches Callcenter zu stecken. Und es handelt sich auch nicht um ein Immobiliengeschäft, sondern um hochkriminelle Rip-Deals. Was ist darüber bekannt?

 
Ratgeber
Facts 

Über die Rip-Deal-Masche haben wir bereits mehrfach berichtet. Die Kriminellen arbeiten oft mit Daten, die 2011 bei einem Hack von ImmobilienScout24 gestohlen wurden. Es geht ihnen auch nicht wirklich um Immobilien, sondern um euer Geld und dabei kann sogar euer Leben in Gefahr sein.

Nummer +16465535819 – was steckt dahinter?

  • Die Nummer ist nicht echt und wird durch „Call-ID-Spoofing“ erzeugt.
  • Wie etwa bei Tellows berichtet wird, stecken dahinter türkische Anrufer.
  • Im Internet wird diese Nummer mit einer Firma namens „Immobilien König“ aus New York in Verbindung gebracht.
  • Die Opfer sind durch die gestohlenen Daten als Immobilienbesitzer oder -Vermieter bekannt und werden deswegen zu Beginn des Gesprächs gefragt, ob sie ihre Immobilie verkaufen würden. Angeblich ist ein ausländischer Investor daran interessiert.
  • Bei Interesse werden dann Treffen ausgemacht, in deren Verlauf sich die Sache von einem Immobiliengeschäft schnell in einen gefährlichen Raub verwandeln kann.

Ebenso wie die Nummer, ist die gesamte Geschäftsanbahnung gefälscht. Es geht letztlich nur darum, das Opfer zur Übergabe großer Bargeldsummen zu bringen und sie dann auszurauben. Dabei gibt es auch schon mal Tote.

Wie funktionieren diese Rip-Deals?

Es gibt bei den Rip-Deals, also bei Geschäften, bei denen das Opfer brutal das Geld entrissen wird, verschiedene Varianten:

  • In der noch harmlosesten Variante sendet der angebliche Interessent den Kaufbetrag für eine Immobilie mit einem Kurier. Dann erfolgt die Nachricht, dass der Zoll dem Kurier das Geld abgenommen hat. Ein ausländischer Anwalt kann das Geld loseisen, aber dafür muss man ihm eine hohe Geldsumme als Kaution schicken – und dieses Geld ist dann weg.
  • Bei der nächsten Methode ist schnell von Immobilien keine Rede mehr. Stattdessen bietet der Interessent dem Opfer an, Schwarzgeld zu sehr interessanten Konditionen zu tauschen. Zu einem Treffen im Ausland bringt das Opfer einen hohen Bargeldbetrag mit, der zum Beispiel in die doppelte Menge Schweizer Franken getauscht werden soll. Im Verlauf des Treffens wird er dann um das Geld gebracht.
  • Dann gibt es noch einen „Geldwechseltrick“, bei dem der „Makler“ einen Teilbetrag für die Immobilie in 200-Euro-Banknoten anzahlen will. Der Verkäufer soll deswegen diese Summe in kleinen Scheinen zum Wechsel mitbringen. Auch wenn dahinter keine Logik steckt, sind bereits Opfer darauf hereingefallen.

Das Problem bei all diesen Geschäften ist, dass die Täter unerkannt verschwinden können, während sich die Opfer teilweise strafbar machen (Geldwäsche), wenn sie nicht gleich verletzt oder getötet werden.

Grundsätzlich solltet ihr euch auf diese Angebote gar nicht einlassen oder alles von einem Notar regeln lassen, der bei einem Immobiliengeschäft letztlich sowieso eingeschaltet werden muss.

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