Wir haben Huamis günstige Smartwatch für euch eine Woche lang getestet und sagen euch, ob sich der Kauf dieses Fitness-Trackers im Apple-Watch-Stil lohnt. Bei GIGA erfahrt ihr, wo die Stärken und Schwächen der Uhr liegen und was uns gut gefallen hat.

Smartwatch oder Fitnesstracker – was ist die Bip S denn nun?

Was beim Design der Huami Amazfit Bip S zuerst auffällt, ist die Ähnlichkeit zur Apple Watch. Viele Fitnesstracker kommen eher in der Form des „Fitness-Bands“ daher, während die meisten Smartwatches das runde Display endlich gemeistert haben und so auch im Alltag den Sehgewohnheiten bei Uhren entsprechen.

Und dann erscheinen die Amazfit Bip S und einige andere Uhren aus dem Hause Huami mit einem viereckigen Korpus und nehmen den Apple-Look auf. Doch dabei sollte man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, denn die Form allein macht noch keine Apple-Watch.

Die Uhr ist sauber verarbeitet, sieht nicht billig aus und besitzt die meisten Funktionen, die eine Smartwatch haben sollte. Natürlich zeichnet sie eure Trainingseinheiten auf, aber sie kann euch auch wecken, an Termine erinnern, die Musik auf dem Handy steuern und Benachrichtigungen von WhatsApp und Co anzeigen.

Das eingebaute GLONASS-GPS von Sony zeichnet eure Strecken auf, der Herzfrequenzsensor euren Puls und die Bewegungssensoren euren Schlaf.

Ihr müsst die Amazfit Bip S weder beim Duschen noch beim Schwimmen ablegen, weil sie bis zu einer Tiefe von 50 Metern wasserdicht ist. Die Tiefe haben wir nicht getestet, aber mit dem Duschen hatte sie keine Probleme.

Unter den derzeit verfügbaren „Watchfaces“ befinden sich auch anpassbare Ziffernblätter, bei denen ihr individuell einstellen könnt, welche Werte angezeigt werden. Hier ist sogar eine gewisse „Interaktivität“ möglich, mit der die meisten „Fitness-Bänder“ nicht aufwarten können: Tippt ihr auf die entsprechenden Felder, werden die zugeordneten Funktionen aufgerufen. Ein Tippen auf die Pulsfrequenz schaltet beispielsweise zur Pulsmessung.

Diese Features zusammengefasst, ist die Huami Amazfit Bip S also durchaus dem Feld der Smartwatches zuzuordnen. Sie bietet zwar nicht den Schick einer Apple Watch und auch keine nachinstallierbaren Apps, aber die Basisfunktionen dürften den meisten genügen, die nicht 300 Euro und mehr für so ein Gadget ausgeben wollen.

Denn man sollte nicht vergessen, dass ihr die Amazfit Bip S bereits zu Preisen um 70 Euro bekommt und dabei zwischen verschiedenen Farben wählen könnt. Außerdem bietet euch kaum eine andere Smartwatch mit dieser Funktionalität Akku-Laufzeiten von bis zu vier Wochen.

AMAZFIT BIP S, Smartwatch, 85 mm + 110 mm, Carbon Black Smartwatch | MediaMarkt

AMAZFIT BIP S, Smartwatch, 85 mm + 110 mm, Carbon Black Smartwatch | MediaMarkt

AMAZFIT BIP S, Smartwatch, 85 mm + 110 mm, White Rock Smartwatch | MediaMarkt

AMAZFIT BIP S, Smartwatch, 85 mm + 110 mm, White Rock Smartwatch | MediaMarkt

AMAZFIT BIP S, Smartwatch, 85 mm + 110 mm, Warm Pink Smartwatch | MediaMarkt

AMAZFIT BIP S, Smartwatch, 85 mm + 110 mm, Warm Pink Smartwatch | MediaMarkt

AMAZFIT BIP S, Smartwatch, 85 mm + 110 mm, Red Orange Smartwatch | MediaMarkt

AMAZFIT BIP S, Smartwatch, 85 mm + 110 mm, Red Orange Smartwatch | MediaMarkt

Erste Schritte mit der Amazfit Bip S

  • Wie bei den meisten elektronischen Gadgets mit Akku, solltet ihr auch den der Amazfit Bip S erst einmal ganz aufladen.
  • Anschließend tippt ihr aufs Display der Uhr und bekommt einen QR-Code angezeigt. Der Link darin führt euch zum Google Play Store, wo ihr die Amazfit-App installieren könnt.
Entwickler: Huami Inc.
Preis: Kostenlos
Entwickler: Huami Inc.
Preis: Kostenlos
  • Beim Start der App müsst ihr eine Region auswählen, ein Konto anlegen und den AGB zustimmen.
  • Anschließend müsst ihr weitere Angaben für die Fitness-Analyse machen. Diese umfassen unter anderem das Geschlecht, Gewicht und Geburtsdatum.
  • Jetzt tippt ihr in der App rechts oben auf das Plus-Zeichen, um ein Gerät zu verbinden.
  • Nachdem ihr einige nötige Genehmigungen (Standortabfrage, Bluetooth) erteilt habt, wird der QR-Code auf der Uhr noch einmal gescannt, um sie zu koppeln.
  • In der Regel werden anschließend ein paar Firmware-Codes, wie etwa das GPS aktualisiert, bevor ihr richtig loslegen könnt.

Sobald die Uhr gekoppelt ist, könnt ihr in der App verschiedene Grundeinstellungen vornehmen. Dazu gehören neben der Zifferblattauswahl auch Basics, wie etwa das Aktivieren der Benachrichtigungen, die Displayaktivierung beim Anheben des Arms oder die Zeitabstände der Pulsmessung (1-30 Minuten). Außerdem solltet ihr eure Wecker einstellen und festlegen, welche Apps euch auf der Uhr benachrichtigen dürfen.

Das klappt alles, ohne dass ihr auch nur einmal in das kleine mitgelieferte Handbuch sehen müsst. Die App ist gut gegliedert und verständlich. Sie verfügt sogar über Einstellungsoptionen und Funktionen, die teurere Geräte vermissen lassen.

Zwei der mitgelieferten Zifferblätter sind in gewissem Umfang konfigurierbar. Ihr könnt sie direkt an der Uhr aktivieren, indem ihr einfach auf das Display tippt und den Finger gedrückt haltet. Danach könnt ihr ein Ziffernblatt auswählen und wenn dort in einem blauen Button „Anpassen“ steht, könnt ihr einige angezeigte Funktionen frei wählen.

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Technik: Das kann und hat die Huami Amazfit Bip S

Für eine Smartwatch dieser Preisklasse ist die Amazfit Bip S gut ausgestattet.

  • Das Gehäuse besteht zwar nicht aus Metall, wie bei der deutlich teureren Konkurrenz, aber der verwendete Kunststoff ist gut verarbeitet. Immerhin ist sie laut Hersteller bis zu 50 Metern Tiefe wasserdicht (5 ATM).
  • Das Armband besteht aus Silikon und TPU und trägt sich sehr angenehm.
  • Der Lithium-Ionen-Akku hat nur eine Leistung von 200 mAh, aber damit kommt die Uhr verdammt lange ohne Aufladung aus. Angegeben wird eine Laufzeit bis zu 40 Tagen, aber realistischer sind etwa 2 Wochen bei durchschnittlichem Gebrauch von Pulssensor, Benachrichtigungen, GPS und Beleuchtung.
  • Für die lange Standzeit ist unter anderem das verwendete transflektive TFT-Display mit 64 RGB-Farben verantwortlich. Es kann bei guten Lichtverhältnissen auch ohne Hintergrundbeleuchtung abgelesen werden.
  • Dieses Always-On-Display hat allerdings nur eine Auflösung von 176 x 176 Pixeln bei einer Diagonale von 1,28 Zoll (32,5 mm). Es besteht aus 5D-Gorilla-Glass mit einer Beschichtung gegen Fingerabdrücke.
  • Mit Armband wiegt die Uhr nur 31 Gramm, was sie zu einem echten Leichtgewicht macht.
  • Die Amazfit Bip S hat einen optischen PPG-Sensor, bei dem der Puls mit Hilfe von Licht gemessen wird. Außerdem verfügt sie über einen dreiachsigen Beschleunigungssensor sowie über einen geomagnetischen Sensor.
  • Die Positionsbestimmung erfolgt über GPS und Glonass.
  • Über Bluetooth „BT5.0/BLE“ verbindet sich die Uhr mit dem Smartphone. Hier werden Geräte ab Android 5.0 beziehungsweise iOS 10.0 unterstützt.
  • Die Sensoren und das „Amazfit OS“ sind in der Lage 10 verschiedene Trainingsarten zu tracken. Allerdings werden einige davon erst bei einem kommenden Update nachfolgen.

Die Uhr wird mit Ladekabel und einem kleinen Ladedock geliefert, in das ihr sie zum Laden einklemmen könnt. Ein Netzteil wird nicht mitgeliefert, aber von denen besitzt ja heutzutage sowieso schon jeder mehrere.

Was uns an der Huami Amazfit Bip S gefiel

  • Die Einrichtung und Inbetriebnahme der Uhr ist sehr unkompliziert.
  • Mit der Akkulaufzeit hat Huami nicht übertrieben. Während des einwöchigen Tests wurde circa 30 % der Ladung verbraucht, obwohl die Displaybeleuchtung ziemlich hell eingestellt war, den ganzen Tag Benachrichtigungen kamen und das GPS mehrmals genutzt wurde. 2-3 Wochen Zeit zwischen den Aufladungen erscheint uns durchaus realistisch.
  • Das integrierte GPS funktioniert draußen recht gut. Dort wird die aktuelle Position schnell gefunden.
  • Die App ist vernünftig und durchschaubar strukturiert. Sie macht die Konfiguration und Überwachung der Uhr einfach.
  • Zwar hat man keine leuchtstarke OLED-Anzeige, aber dafür ein stromsparendes Always-On-Display, das bei Tageslicht (ähnlich einem e-Paper-Display) auch ohne Beleuchtung ablesbar ist.

Das gefiel uns an der Amazfit Bip S nicht so gut

  • Das ohnehin sparsame Angebot an Ziffernblättern ist durchweg englischsprachig. Das ist für die Wochentage noch halbwegs erträglich, aber bei der verqueren US-amerikanischen Datumsreihenfolge wird es ärgerlich.
  • Die Touch-Sensibilität des Uhr-Displays ist nicht einstellbar und hat bisweilen Probleme, Eingaben zu erkennen. Das ist allerdings nur bei den seltenen Gelegenheiten relevant, zu denen man an der Uhr selbst etwas einstellt.
  • Die verwendete Systemschrift ist sehr klein. Das macht einem „Lesebrillenträger“ wenig aus, während er sie einrichtet. Doch wenn unterwegs Benachrichtigungen eintreffen und man zum Beispiel den Betreff einer E-Mail auf der Uhr lesen will, ist das schwer bis unmöglich. Eine Einstellungsoption gibt es dafür nicht.

Huami Amazfit Bip S: Testfazit

Die Amazfit Bip S ist ihr Geld wert. Zugegeben, sie wartet nicht mit einem ultrascharfen OLED-Display auf und kann auch keine Navigations-Apps nachladen oder Fotos machen, aber sie hat alles, was die meisten von uns brauchen.

Zu einem Bruchteil des Preises „richtiger“ Smartwatches bekommt ihr einen guten Fitnesstracker mit Sonderfunktionen. Integriertes GPS ist bei dem Preis nicht selbstverständlich, ebenso wie die Individualisierbarkeit durch Watchfaces.

Wer ein paar Abstriche machen kann, nicht 50 verschiedene Sportarten tracken will oder unbedingt noch Uhr-Apps installieren muss, für den ist die Amazfit Bip S die richtige Smartwatch. Schließlich ist es auch smart, Geld zu sparen...