Spätestens seit dem Überraschungshit Hades aus dem vergangenen Jahr sind sogenannte „Roguelikes“ in aller Munde – doch was ist damit überhaupt gemeint? GIGA erklärt, was es mit dem Genre genau auf sich hat und was den Reiz solcher Spiele ausmacht. Zusätzlich stellen wir einige der aktuell beliebtesten Vertreter des Genres vor, um euch so hoffentlich auf den Geschmack zu bringen.

 

Supergiant Games

Facts 

Laut Wikipedia hat sich der Begriff bereits Anfang der 90er etabliert. Er bezog sich dabei unter anderem auf das namensgebende Spiel Rogue aus dem Jahr 1980, das sich seinerzeit großer Beliebtheit erfreute. Beim Versuch, einen übergeordneten Begriff für dieses und weitere ähnliche Spiele zu formulieren, hat sich die Community schließlich auf den nach wie vor geläufigen Begriff „Roguelike“ geeinigt.

So viel zur Geschichte, nun aber zum wesentlich interessanteren Teil: Was macht derartige Spiele so besonders und was haben ein Enter the Gungeon, Dead Cells oder Slay the Spire gemeinsam? An sich könnten die eben genannten Spiele nicht unterschiedlicher sein, was sie dann aber doch eint, ist die Tatsache, dass ihr zu Beginn vermutlich sehr oft das Zeitliche segnen werdet. Je mehr ihr allerdings spielt, desto besser werdet ihr selbst und oftmals auch euer Charakter, da euch in den meisten Fällen diverse Verbesserungen zur Verfügung stehen. Im Folgenden stellen wir eine kleine Auswahl beliebter Roguelike-Spiele vor, die gerade für Neulinge spannend sein dürften:

Der Überraschungshit: Hades

 

Hades (PlayStation 5)

Hades (PlayStation 5)

Verfügbare Plattformen: Nintendo Switch, PlayStation, Xbox und PC

Mit Hades hat das verantwortliche Entwicklerstudio Supergiant Games wahrlich einen Paukenschlag hingelegt. Das 2020 erschienene Roguelike-Abenteuer wurde mit zahlreichen Nominierungen sowie Preisen überhäuft. Und das völlig zu Recht, wie ich finde. Euch erwartet abwechslungsgreiches Gameplay mit Suchtpotenzial, eine wunderschön inszenierte Geschichte sowie ein enorm hoher Wiederspielwert. Noch mehr Details zum Spiel erfahrt ihr übrigens in unserer Bestenliste mit den beliebtesten Nintendo Switch Spielen.

Hades hat überhaupt erst meine Liebe für das Roguelike-Genre entfacht, obwohl ich vorher einen großen Bogen um solche Spiele gemacht habe. Wer also bis dato noch Zweifel hat, kann hier wirklich kaum etwas falsch machen. Es ist außerdem gut möglich, dass ihr das Spiel für die nächsten 20, 50 oder 100 Stunden nicht mehr weglegen können werdet und euch hinterher fragt, wo denn die Zeit geblieben ist. Ich spreche aus Erfahrung.

Sterben in AAA-Qualität: Returnal

Returnal (PlayStation 5)

Returnal (PlayStation 5)

Verfügbare Plattformen: PlayStation 5 (exklusiv)

Im Falle von Returnal handelt es sich um einen der ersten reinen Exklusivtitel für die PlayStation 5. Viel wichtiger ist jedoch, worum es in dem Spiel überhaupt geht: Ihr schlüpft in die Rolle einer Astronautin, die sich auf einem fremden Planeten in einer Art Zeitschleife befinden zu scheint. Natürlich seid ihr dort auch nicht alleine und müsst euch deshalb durch unzählige Horden an Aliens ballern – Bosskämpfe inklusive. Solltet ihr sterben, verliert ihr einen Großteil eurer Ausrüstung und müsst erneut an der Absturzstelle eures Raumschiffs starten.

Ihr schlüpft in die Rolle einer Astronautin, die sich auf einem fremden Planeten in einer Art Zeitschleife befinden zu scheint. Natürlich seid ihr dort nicht alleine und müsst – Moment mal, hab ich euch das nicht eben schon erzählt? Jedenfalls gilt es, insgesamt sechs unterschiedliche Areale zu erkunden, in denen sich auch nach und nach die Story entfaltet. In unserem Test zu Returnal gehen wir übrigens nochmal im Detail auf die Stärken und Schwächen des Roguelike-Shooters ein. Wer Lust auf schnelle Action hat und nicht vor der verhältnismäßig steilen Lernkurve zurückschreckt, wird hier aber definitiv auf seine Kosten kommen.

Pixel-Game mit Suchtfaktor: Dead Cells

Dead Cells (Nintendo Switch)

Dead Cells (Nintendo Switch)

Verfügbare Plattformen: Nintendo Switch, PlayStation, Xbox, PC und Android/iOS

Bei Dead Cells handelt es sich um ein Spiel, das schon 2018 das Licht der Welt erblickte. Es wurden seit jeher aber regelmäßig Updates veröffentlicht, wodurch auch ich auf dieses Juwel aufmerksam wurde. Was mir dabei sofort aufgefallen ist: die wunderschöne Pixel-Grafik. Das Kampfsystem hat mich aber gleichermaßen in seinen Bann gezogen. Ihr schaltet darüber hinaus immer mehr Fähigkeiten sowie Waffen frei. Auf diese Weise fühlt sich jeder Durchlauf anders an und gleichzeitig offenbaren sich euch in den zahlreichen Leveln jedes Mal neue Fragmente der Geschichte.

In unserem Test konnte das Spiel ebenso überzeugen, weshalb es beinahe die Höchstwertung von uns erhalten hat. Wer also auf der Suche nach einem actionreichen Roguelike-Platformer ist, sollte definitiv einen Blick auf Dead Cells werfen. Nicht zuletzt wegen der witzigen Easter-Eggs, die euch immer wieder im Spiel begegnen werden. Übrigens könnt ihr Dead Cells inzwischen sogar ganz bequem auf dem Smartphone zocken.

Roguelike der etwas anderen Art: Slay the Spire

Slay the Spire (Nintendo Switch)

Slay the Spire (Nintendo Switch)

Verfügbare Plattformen: Nintendo Switch, PlayStation, Xbox, PC und Android/iOS

Slay the Spire tanzt an der Stelle wohl etwas aus der Reihe. Im Kern handelt es sich bei dem Spiel eigentlich um einen Deckbuilder. Allerdings wurde dieser Aspekt wirklich clever mit typischen Roguelike-Elementen verknüpft. In jedem Durchlauf steht euch eine andere Kombination aus Karten sowie Relikten zur Verfügung – beides davon erhaltet ihr während einer Partie auch als zufällige Belohnung von besiegten Gegnern. Es gilt also, vorausschauend zu spielen, um euch nach und nach das ultimative Deck zusammenzustellen, damit ihr dann den finalen Boss erledigen könnt.

Hört sich kompliziert an? Ist es zu Beginn auch – zumindest meiner Erfahrung nach. Genau das macht aber den Reiz des Spiels aus, denn mit jeder Niederlage lernt ihr etwas dazu und bekommt immer mehr ein Gespür für kraftvolle Kartenkombinationen. Typischer Fall von: „Nur noch eine Runde, versprochen!“ Solltet ihr dennoch mal ein Pause einlegen oder Hilfe brauchen, haben wir einen passenden Guide zu allen Bossen parat. Ähnlich wie Dead Cells, könnt ihr Slay the Spire mittlerweile ebenfalls auf eurem Smartphone daddeln. Worauf wartet ihr also noch?

Das Familienabenteuer: Children of Morta

Children of Morta (Nintendo Switch)

Children of Morta (Nintendo Switch)

Verfügbare Plattformen: Nintendo Switch, PlayStation, Xbox und PC

Wie lässt sich Children of Morta am besten beschreiben? Vermutlich als eine Art Diablo 3 in Pixel-Optik mit einer deutlich familienfreundlicheren Geschichte. Ihr schlüpft demnach in die Rolle unterschiedlicher Charaktere der Familie Bergson, die den namensgebenden Berg Morta ihre Heimat nennt. Allerdings hat sich dort kürzlich Fäulnis breitgemacht, die nicht nur euer, sondern das Leben aller Menschen dort gefährdet. Daher heißt es nun, die Welt mit vereinten Kräften zu retten.

Was mich am meisten fasziniert hat, war neben der herzerwärmenden Geschichte und der liebevoll gestalteten Pixel-Grafik ebenso das wirklich gelungene Gameplay. Jedes Familienmitglied, sei es der Vater, die Tochter oder der Sohn, verfügen jeweils über völlig unterschiedliche Fähigkeiten, wodurch für reichlich Abwechselung gesorgt ist. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern seid ihr mit der Story allerdings relativ zügig durch und neben einem New Game Plus gibt es (leider) kaum einen Grund, nochmal zurückzukehren. Wer aber ohnehin nur ungerne hunderte von Stunden in ein Spiel investiert, ist hier goldrichtig. Der enthaltene Coop-Modus ist ebenso ein netter Bonus.

Und täglich schießt das Murmeltier: Enter the Gungeon

Enter the Gungeon

Enter the Gungeon

Entwickler: Dodge Roll
Verfügbare Plattformen: Nintendo Switch, PlayStation, Xbox, PC und Google Stadia

Enter the Gungeon ist wohl das erste Spiele unserer Liste, was einerseits in totaler Frustration und andererseits in ekstatischer Euphorie münden kann. Grundlegend handelt es sich hierbei um einen klassischen Arcade-Shooter, dessen Ziel darin besteht, euren Gegnern das Licht auszuknipsen, bevor sie es euch gleich tun. Hierfür stehen euch mehrere Klassen sowie ein ausgiebiges Arsenal an Waffen zur Verfügung. Vor allem die Bosskämpfe haben es jedoch in sich und sind nichts für schwache Nerven.

Gut möglich, dass hier der eine oder andere Controller durch die Gegend fliegen wird. Im dazugehörigen Test auf GIGA wurde das aber keineswegs als Nachteil herausgestellt, denn genau dieser knackige Schwierigkeitsgrad sorgt für die notwendige Motivation. Solltet ihr dennoch mal verzweifeln, könnt ihr euer Glück ebenso im Coop-Modus versuchen. Geteiltes Leid ist bekanntlich ja halbes Leid. Für eingefleischte Fans gibt neuerdings außerdem noch das Spin-Off namens Exit the Gungeon.

Der Newcomer: Curse of the Dead Gods

Curse of the Dead Gods

Curse of the Dead Gods

Entwickler: Passtech Games
Verfügbare Plattformen: Nintendo Switch, PlayStation, Xbox und PC

Kommen wir schließlich zu einem etwas aktuellerem Zuwachs der Roguelike-Familie: die Rede ist von Curse of the Dead Gods. Nach ausgiebiger Reifephase im Early Access ist der Titel schließlich offiziell in Version 1.0 erschienen. Dabei sind die Einflüsse anderer beliebter Genrevertreter deutlich spürbar, was in dem Kontext aber keineswegs ein Nachteil ist. Ganz im Gegenteil, denn der Mix bekannter Aspekte aus anderen Spielen funktioniert hier erstaunlich gut. Gleichzeitig finden sich dennoch neue Elemente, was in der Summe für ein wirklich gelungenes Spielerlebnis sorgt.

Zugegebenermaßen war ich zu Beginn noch etwas enttäuscht, weil die Story bei Curse of the Dead Gods, gelinde gesagt, eher eine untergeordnete Rolle spielt. Hier wurde ich durch Titel wie Hades wohl sehr stark verwöhnt. Dennoch hat das Spiel seine Daseinsberechtigung, zumal das Kampfsystem um einiges taktischer und bei weitem nicht so hektisch ist, wie ich es bisher von anderen Spielen kannte. Was meiner Meinung nach ebenso gelungen ist: die drei unterschiedlichen Tempel.

So ist die Dauer eines einzelnen Durchlaufs nicht übermäßig lang, was sich gerade dann bezahlt macht, wenn ihr zwischendurch eine schnelle Runde zocken wollt. Zusätzlich ist so stets für genügend Abwechslung gesorgt, da jeder Tempel neue Umgebungen, Monster sowie Bosse mit sich bringt.

Honorable Mentions: Metroidvania, Soulslike oder doch Roguelite?

Mit der stetig wachsenden Fülle an Spielen, sind auch die Grenzen der zahlreichen Gattungen nicht immer klar trennbar. Da wir euch aber nur ungern Spieleperlen vorenthalten möchten, kommt hier eine weitere Auswahl an Spielen im Schnelldurchlauf: