Was bedeutet es eigentlich, wenn jemand sagt „Oh, das würde ich gerne schnabulieren“? Im Grunde kann man es fast immer aus dem Kontext herleiten, aber GIGA erklärt euch genau, was damit gemeint ist und woher der Ausdruck schnabulieren stammt.

 

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Facts 

Das Wort schnabulieren wird häufig falsch verwendet. Es geht, wie man sich angesichts der Verwendung denken kann, schon darum, etwas zu essen. Aber schnabulieren gibt gleichzeitig einen Hinweis auf die Art des Essens und damit landet man auch bei der Herkunft des Begriffs.

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Was bedeutet schnabulieren?

Ein gutes Beispiel für die Bedeutung und Verwendung des Ausdrucks ist ein Satz wie „Wir haben an diesem Abend ganz vortreffliche Köstlichkeiten schnabuliert“.

Man kann daran gleich drei Dinge ablesen: Es wurde etwas gegessen, es handelte sich um Delikatessen und der Sprecher will zum Ausdruck bringen, dass es sich um ein besonderes Ereignis und um einen großen Genuss gehandelt hat.

„Schnabulieren“ verwendet man in eher übertriebenen Sätzen, in einer Sprechweise, die man normalerweise nicht nutzen würde. Und dann soll es ausdrücken, dass es sich dabei um etwas Besonderes handelte.

Ironisch kann man natürlich auch sagen „Ich habe gestern Abend eine köstliche Portion Currywurst und Pommes schnabuliert“ und auch das entspricht der Wortbedeutung.

Eigentlich geht es beim Schnabulieren nämlich um die Art, wie man solche besonderen Mahlzeiten zu sich nimmt. Dabei muss man sich ansehen, wie sich der Begriff entwickelt hat.

Woher kommt schnabulieren eigentlich?

Der Wortstamm steckt bereits in schnabulieren: Der Ausdruck stammt vom Schnabel ab. Und weil das so ist, gibt es zwei verschiedene Interpretationen dieser Tätigkeit. Einerseits kann man schnabulieren als vorsichtiges Probieren und das „Aufpicken“ kleiner Happen sehen. Andererseits aber auch als wildes, ungezügeltes Hacken und schnelles Schnappen, wie etwa bei Hühnern. So wurde es zumindest im Wörterbuch der Gebrüder Grimm um etwa 1854 beschrieben. Damals existierte auch noch das Wort schnabelieren.

Photo by chatnarin pramnapan on Unsplash

Mit der Zeit veränderte sich der Begriff und es ging darum, mit Genuss Leckerbissen zu essen. In dem Zusammenhang kann man also alles schnabulieren, das man persönlich als Leckerbissen betrachtet. Das schließt Austern, Kaviarhäppchen oder gebratene Gänse genauso ein wie, etwa Currywurst, frisches Brot oder einen veganen Hamburger.

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