Was muss man beim Kauf einer SD-Card oder microSD-Karte beachten und wie findet man die Geschwindigkeit schon vor dem Kauf heraus? Was bedeuten die Zahlen und Symbole wie SDXC, U3, V60 und Class 10? Hier auf GIGA beantworten wir die wichtigsten Fragen zu den allgegenwärtigen Speicherkarten für Kameras, Smartphones und weitere Geräte.

 

SanDisk

Facts 

Wer sich heutzutage eine microSD-Karte anschaut, wird von Logos und Symbolen erschlagen. Neben der Marke und der Speichergröße in Gigabyte (GB) findet häufig 4 oder mehr weitere Zeichen auf den kleinen Speicherkarten. Diese Angaben können sehr nützlich sein, helfen aber nur dem weiter, der auch ihre Bedeutung kennt. Wie sich SD-Karten voneinander unterscheiden, was die kryptischen Symbole bedeuten und was ihr noch alles über SD- und microSD-Speicher wissen müsst, haben wir hier in einer FAQ zusammengefasst.

microSD Symbole SanDisk
Neben Hersteller und Speicherkapazität strotzt die kleine Karte vor Symbolen (Bild: SanDisk, Bearbeitung: GIGA)

Inhalt

SD-Karten: Diese Unterschiede solltet ihr kennen

Micro, Mini oder normal? Welche Größen von SD-Karten gibt es

Aktuell unterscheidet man zwischen drei Größen:

  • Die normale SD-Card wird heutzutage vor allem in Kameras, Camcordern und allgemein größeren oder stationären Geräten verwendet.
  • Die miniSD-Karte platziert sich von der Größe zwischen den beiden anderen Formaten, hat jedoch nur wenig Verbreitung gefunden. Die Produktion wurde 2009 eingestellt.
  • Die microSD-Karte wird überwiegend als Speichererweiterung von Smartphones, Tablets, der Nintendo Switch und weiteren Mobilgeräten genutzt.

Die microSD-Karte kann dazu mithilfe des entsprechenden Adapters in Geräten mit normalem oder miniSD-Anschluss verwendet werden. Gerade bei älteren Geräten muss man hierbei die maximal unterstützen Karten-Typen und Speichergrößen beachten. Da im Inneren der Adapter – abseits der Kontakte – keine elektrischen Bauelemente vorkommen, gibt es keinen signifikanten Einfluss auf die Geschwindigkeit oder sonstigen Features der microSD-Karte.

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Links: 1 microSD-Karte, rechts: 3 normale SD-Karten (Bild: GIGA)

Speicherplatz, Preis und Geschwindigkeit – was muss ich beachten?

Aktuell bekommt man bereits microSD-Karten von namhaften Herstellern bis zu einer Speicherkapazität von 512 Gigabyte ab 0,11 Euro pro Gigabyte. Bei den günstigen Karten muss man jedoch oft Abstriche bei der Lese-, Schreib- oder Zugriffsgeschwindigkeit machen.

Für diejenigen, die einfach nur zusätzlichen Speicher benötigen, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis somit aber fast durchgehend gleichbleibend – unabhängig davon, ob sie nun eine Karte mit 64, 128 oder 256 Gigabyte haben möchten. Wer nicht weiß, wie viel Speicherplatz er zusätzlich benötigt, sollte in den Einstellungen des jeweiligen Geräts nachschauen, wie viel Platz bereits belegt ist und welche Größen bestimmte Dateien benötigen..

Wer mit seinem Smartphone oder der Digitalkamera in hohen Auflösungen aufnimmt oder fotografiert – beispielsweise 4K-Videos oder Fotos im RAW-Format – sollte jedoch nicht nur auf die Speicherkapazität achten. In diesem Fall ist die Mindestgeschwindigkeit wichtig, die euch die verschiedenen Symbole auf der SD-Karte verraten.

Transcend 128GB micro SDXC/SDHC U3, V30, A1, UHS-I

Transcend 128GB micro SDXC/SDHC U3, V30, A1, UHS-I

SanDisk Extreme 128 GB microSDXC U3, V30, A2, UHS-I

SanDisk Extreme 128 GB microSDXC U3, V30, A2, UHS-I

SD-Karten-Typen: Was bedeutet SD, SDHC, SDXC und SDUC?

In diesen Buchstaben drückt sich die Generation und Fortentwicklung von SD-Karten aus, sie macht sich unter anderem in der Geschwindigkeit und maximal möglichen Speichergröße bemerkbar.

  • SD (SD 1.0 & 1.1): Die gewöhnliche „Secure Digital“-Karte hat eine maximal Kapazität von 2 Gigabyte.
  • SDHC (SD 2.0): Auf „High Capacity“-Karten (dt. hohe Kapazität) sind bis zu 32 Gigbyte möglich.
  • SDXC (SD 3.0): Mit „eXtend Capacity“-Karten (dt. erweiterte Kapazität) sind bis zu 2 Terabyte möglich.
  • SDUC (SD 7.0 & 7.1): Die „Ultra Capacity“-Karten (dt. ultra Kapazität) sollen Kapazitäten bis zu 128 Terabyte möglich machen.

Problematisch ist, dass neue Karten nicht immer mit alten Geräten kompatibel sind. Bei alten Geräten solltet ihr deshalb immer nachschauen, welche Standards und maximalen Kapazitäten unterstützt werden. Andersherum funktionieren alte SD-Karten für gewöhnlich zwar auch in neuen Geräten, können jedoch oft nur als einfacher Speicher verwendet werden. So könnt ihr beispielsweise keine SDHC-Karten für Aufnahmen in 4K nutzen, da die Karten dafür eine zu geringe Schreibgeschwindigkeit bieten.

SDXC-Karte Class 10, U3
SDXC-Karte, UHS-I, Class 10, U3 (Bild: GIGA)

Symbole und Zahlen der SD-Karten

Die Symbole und Zeichenkombinationen auf SD- und microSD-Karten stehen für verschiedene Geschwindigkeits- und Leistungsklassen.

Geschwindigkeitsklassen (C, U & V)

Die Zahl im Buchstaben C oder U stehen für die Geschwindigkeitsklasse und somit die Mindestschreibgeschwindigkeit. Das V mit der Zahl daneben steht für die sogenannte „Video-Geschwindigkeitsklasse“, wodurch sich leichter einschätzen lässt, in welcher Auflösung man filmen kann. Insgesamt stehen aber alle drei Symbole einfach für die Schreibgeschwindigkeit.

Klasse Schreibgeschwindigkeit (min) Videoaufnahme
C2 2 MB/s SD (576p)
C4 4 MB/s HD-ready (720p)
C6, V6 6 MB/s HD (1080i)
C10, U1, V10 10 MB/s Full-HD (1080p)
U3, V30 30 MB/s 4K
V60 60 MB/s 8K
V90 90 MB/s 8K

Busgeschwindigkeiten (UHS)

Die römische Ziffer I, II oder III neben dem SDHC, SDXC oder SDUC steht für die Busgeschwindigkeit. Eine alte Karte ohne römische Ziffer hat maximal eine Busgeschwindigkeit von 25 MB/s. Mit einer UHS-Bus-Schnittstelle sind folgende Werte möglich:

  • UHS-I (römisch 1): bis zu 104 MB/s
  • UHS-II (römisch 2): bis zu 312 MB/s
  • UHS-III (römisch 3): bis zu 624 MB/s

Anwendungsleistungsklassen (A1 & A2)

Die Anwendungsleistungsklasse beschreibt wie viele Prozesse gleichzeitig auf die Karte zugreifen können. Die Anzahl gleichzeitig ausführbaren Ein- und Ausgabebefehle pro Sekunde (IOPS) ist dabei unter anderem von der Lese- und Schreibgeschwindigkeit und der Zugriffszeit auf zufällige Speicherblöcke sowie dem Controller abhängig.

Anwendungsleistungsklasse Lesen Schreiben
A1 1500 IOPS 500 IOPS
A2 4000 IOPS 2000 IOPS

Vosicht vor Geschwindigkeitsangaben in MB/s und Hersteller-Bezeichnungen

Häufig ergänzen die Hersteller die Karten auch um eine weitere Geschwindigkeitsangabe wie zum Beispiel „80 MB/s“. Aber vorsicht: Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um die Lesegeschwindigkeit und nicht die Schreibgeschwindigkeit! Letztere kann deutlich niedriger liegen. So hatte eine von uns gemessene SanDisk Ultra 80 MB/s, zwar eine passende Lesegeschwindigkeit von 88 MB/s, jedoch nur eine Schreibgeschwindigkeit von 48 MB/s.

Zusätzlich können über die Zeit eigene Klassifizierungen von Herstellern noch weiter verwirren. SanDisk benutzt unter anderem die Begriffe „Ultra“ für schnelle und „Extreme“ für sehr schnelle Karten. Nun gibt es jedoch alte Extreme-Karten von SanDisk, die langsamer als neue Ultra-Karten sind. Beim Kauf solltet ihr deswegen immer auf die offiziellen Geschwindigkeitsklassen achten und nicht auf die eigenen Marketing-Beschreibungen verschiedener Hersteller.

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Die neue Ultra-Karte ist schneller als die alte – eigentlich bessere – Extreme-Karte (Bild: GIGA)

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