Was muss man beim Kauf einer SD-Card oder microSD-Karte beachten? Was bedeuten die Abkürzungen und Zahlen wie SDHC, SDXC, A1 und U1? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den populären Speicherkarten für Kameras, Smartphones und andere Geräte. 

 

SanDisk

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Welche Größen von SD-Karten gibt es?

Zunächst einmal unterscheiden wir drei Größen: SD-Card, miniSD und microSD, so die offizielle Schreibweise. Gebräuchlich sind nur noch die größte und kleinste Variation. SD-Karten finden in vielen Kameras Einsatz. microSD-Karten in Smartphones, Action-Kameras und anderem Technikzubehör. Dank Adaptern lassen sich microSD-Karten in SD-Karten-Slots betreiben.

Die unterschiedlichen Größen gibt es jeweils in verschiedenen Speichergrößen und mit technologischen Unterschieden:

Speichergröße: Welche SD-Karte brauche ich?

Die Frage, die sich zunächst viele stellen: Welche Speichergröße benötige ich? 64- und 128-GB-Karten bieten ordentlich Platz und meist ein sehr gutes Preis-Leistungs-VerhältnisWer eine microSD-Karte als Zusatzspeicher für Smartphones und Tablets sucht, werfe am besten einen Blick in die Einstellungen seines Gerätes: Wie viel Platz ist schon belegt? Dann kann man sich überlegen, was man noch alles speichern möchte. Einzelne Filme und Apps können einige GB belegen.

SanDisk Ultra 64GB microSDXC + Adapter, Class 10, U1, A1

SanDisk Ultra 64GB microSDXC + Adapter, Class 10, U1, A1

Viel Speicher benötigt auch der, der mit seiner Digitalkamera viel filmt, viel fotografiert und eine hohe Auflösung nutzt (z.B. 4K-Videos, RAW-Fotos mit 20 Megapixel oder mehr). Für einen langen Urlaub dürfen es ruhig 128 GB sein – auch mit guten und schnellen 128 GB-Karten fährt man preislich sehr gut.

SanDisk Extreme 128GB SDXC, Class 10, U3, V30

SanDisk Extreme 128GB SDXC, Class 10, U3, V30

Die nächsten Überlegungen gelten dem Typ und der Geschwindigkeit einer Karte. Hierfür wirft man einen Blick auf die Zahlen und Abkürzungen:

SD-Karten-Typen: Was bedeutet SD, SDHC, SDXC und SDUC?

In diesen Buchstaben drückt sich die Fortentwicklung aus, sie macht sich in der Geschwindigkeit und maximal möglichen Speichergröße bemerkbar. SDHC („High Capacity“, bis 32 GB) ist der Nachfolger der gewöhnlichen „SecureDigital“-Karte (bis 2 GB). Darauf folgte SDXC („Extended Capacity“, bis 2 TB)). Neuster Standart ist SDUC – die Produkte sind noch teuer und für aktuelle Geräte nicht notwendig.

Problematisch ist, dass die neuen Karten nicht vollständig kompatibel mit alten Geräten sind. Wer sicher gehen will, zieht bei Kameras, Smartphones etc., die älter als nur ein paar Jahre sind, die Aufschrift auf dem Produkt oder in der Dokumentation zu Rate. Sie nennt normalerweise den neusten Standard, der unterstützt wird. Als Faustregel gilt: Für ältere Geräte SDHC-Karten nehmen, für neuere Geräte sind SDXC-Karten zu empfehlen.

Einen zu alten Standard kann man zwar auch bei ganz neuen Geräten einsetzen. Es kann allerdings sein, dass die Karte für hohe Auflösungen zu langsam ist.

  • SDXC-Speicherkarten funktionieren NUR mit SDXC-Geräten.
  • SDXC-Speicherkarten funktionieren NICHT mit SD/-SDHC-Geräten.
  • SDXC-Geräte unterstützen SD-, SDHC-und SDXC-Speicherkarten.
  • SDHC-Geräte unterstützen sowohl SD- als auch SDHC-Speicherkarten.
  • SDHC-Speicherkarten können mit SDHC- und SDXC-Geräten verwendet werden.

SD-Kartenbeschriftung: Was bedeuten Zahlen wie C10 und U3?

SDHC-Karten bieten Geschwindigkeitsklassen von 2 bis 10, aufgedruckt in einem nicht ganz geschlossenem Kreis – einem „C“. Zum Beispiel bedeutet „Class  4“, dass die Karte eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 4 Megabyte pro Sekunde (MB/s) bietet. Bei aktuellen Karten wird die Klasse oft gar nicht mehr genannt, denn:

Die „10“ ist bei SDXC-Karten Standard. Hier wird die Geschwindigkeit meist durch die Zahl in einem „U“ beschrieben, der UHS-Class (Ultra High Speed). U1 steht für eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 10 MB/s, U3 für 30 MB/s.

Vereinzelt werden die Zahlen durch die Angabe V10, V30 etc. ergänzt. Hierbei handelt es sich um die Video-Geschwindigkeitsklassen (siehe unten).

Was bedeutet A1, was bedeutet A2 auf einer SD-Karte?

Auch bei A1 und A2 handelt es sich um Geschwindigkeitsangaben – und zwar für die Anzahl der Ein- und Ausgabebefehle, die pro Sekunde durchgeführt werden können (IOPS). A1 kann bis zu 1500 IOPS lesen und 500 IOPS schreiben, A2 bis zu 4000 IOPS beziehungsweise 2000 IOPS – letzteres ist also besser.

SD-Karten-Geschwindigkeit: Nicht vom Hersteller täuschen lassen

Meist ergänzen die Hersteller die Karten um eine weitere Angabe, zum Beispiel „80 MB/s“. Achtung, hierbei handelt es sich häufig nicht um die Schreib-, sondern um die Lesegeschwindigkeit. Letztere kann deutlich niedriger liegen. Beispiel: SanDisk Ultra 80 MB/s, von uns gemessene Lesegeschwindigkeit 88 MB/s, Schreibgeschwindigkeit 48 MB/s.

Außerdem können weitere Klassifizierungen verwirren. SanDisk benutzt unter anderem die Begriffe „Ultra“ und – noch schneller – „Extreme“. Diese Bezeichnungen wurden aber mit den Jahren angepasst. Es gibt alte Extreme-Karten von SanDisk, die langsamer als neue Ultra-Karten sind. Also aufpassen, dass man kein Auslaufmodell erwischt (oder nur bewusst wegen eines Preisvorteils wählen).

SD-Karte: Welche Geschwindigkeit brauche ich?

Soweit die Theorie. Doch was benötigt man in der Praxis? Wer eine Karte als Datenspeicher für Musik etc. verwendet, kann sich mit günstigen Produkten begnügen. Zum Abspielen von Filmen, zum Beispiel in einem Tablet, sollten ebenfalls so ziemlich alle aktuellen Karten in der Lesegeschwindigkeit ausreichen. Wer große Dateien (Filme) hin- und herkopiert, der greift am besten zu Class 10 oder SDXC-Karten.

SanDisk Ultra 64GB microSDXC + Adapter, Class 10, U1, A1

SanDisk Ultra 64GB microSDXC + Adapter, Class 10, U1, A1

Nadelöhr ist bei modernen Kameras und Smartphone-Aufnahmen die Schreibgeschwindigkeit. Sie liegt erstens niedriger als die Lesegeschwindigkeit (siehe oben). Und wenn sie nicht ausreicht und der Kameraspeicher voll ist, bricht die Aufnahme ab oder startet gar nicht erst. Die notwendige Datenrate ist von Auflösung, Bildrate, dem Format und der Komprimierung abhängig, eventuell informiert die Bedienungsanleitung über die genauen Voraussetzungen. Am besten wählt man heutzutage Class-10/U1-Karten (preislich kein Akt), für 4K-Auflösung U3 beziehungsweise V30.

Siehe auch unseren Geschwindigkeitstest mit SD-Karten:

Bilderstrecke starten(14 Bilder)
SD-Karten im Geschwindigkeitsvergleich – mit SanDisk, Kingston und Transcend

SD-Karte schnell genug für Videoaufnahmen

Ein paar Minuten Full-HD-Aufnahme (1080p) gelang uns im Test mit einer Kamera selbst mit einer guten Class 4-Karte. Das muss nicht immer funktionieren: Bei hohen Datenraten können schon 10 MB/s (Class 10) grenzwertig sein. Die von uns getesteten SDXC U1-Karten von Markenherstellern (Samsung, SanDisk) waren trotzdem allesamt gut genug und boten viel Spielraum.

Wer mit 4K-Auflösung aufnehmen will, sollte eine U3-Karte wählen. Eine solche verlangt zum Beispiel unsere ältere Redaktionskamera, die Sony Alpha 7S. Mit einer langsameren Karte startet sie in der 4K-Einstellung gar nicht erst die Aufnahme. Smartphones sind hier nicht so anspruchsvoll.

SanDisk Extreme PRO 128GB SDXC, Class 10, U3, V30

SanDisk Extreme PRO 128GB SDXC, Class 10, U3, V30

Bei Fotos kann es weniger zu Problemen kommen als bei Videoaufnahmen, solange der Zwischenspeicher der Kamera groß genug ist. Die Wartezeit bis zur Beendigung des Schreibvorgangs dauert nur länger. Spiegelreflex-Besitzer kaufen dennoch nichts unter Class 10.

SanDisk Ultra oder SanDisk Extreme?

Reicht mir eine neue SanDisk Ultra (80 MB/s) oder soll ich doch lieber die SanDisk Extreme (90 MB/s) für die Nikon-SLR nehmen? Eine Frage, die ich mir persönlich vor wenigen Jahren stellte. Letztendlich habe ich beide probiert. Die Messwerte der Karten am Rechner liegen überraschend nah beieinander, die Schreibgeschwindigkeiten der offiziell langsameren „Ultra“ ist im Blackmagic-Test allerdings ungleichmäßiger. In der Spiegelreflexkamera reicht sie locker, sowohl für Bilder als auch Videos (1080p mit 60 Bilder/s). 4K-Aufnahmen wollten zwei Sony-Kameras mit der SanDisk Ultra (80 MB/s) aber nicht aufnehmen.

SanDisk 400 GB microSD Speicherkarte im Hands-On

Bremst ein Adapter die Geschwindigkeit?

Nein, ich habe in Geschwindigkeitsmessungen keine nennenswerten Unterschiede einer Karte mit und ohne Adapter in einem Kartenleser feststellen können.

Welcher SD-Kartenleser ist empfehlenswert?

Ich bin mit dem SanDisk Mem Card Reader (siehe Test) sehr zufrieden. USB 3.0, mit Slot für SD, microSD, CompactFlash und mehr. In letzter Zeit haben wir keine neuen Kartenleser getestet. Vor dem Kauf sollte man überlegen: Welchen Anschluss sollte er haben, welchen Port bietet der Windows-PC/Mac? Und welche Speicherkarten muss er verstehen? Profis werden auf einen Kartenleser zurückgreifen, der neben SD-Karten auch XQD-Karten aufnehmen kann. Dieses teure Kartenformat wird in manch professionellen Kamera verwendet – derartige Card Reader gibt es auch günstige.

Hama Kartenleser USB 3.0

Hama Kartenleser USB 3.0

microSD-Karte für Android: Kann man andere microSD-Karten verwenden?

Es gibt microSD-Karten, die als „für Android-Smartphones“ vermarktet werden. Man kann aber auch gewöhnliche microSD-Karten in einem Smartphone verwenden. Nutzt man eine A2-Karte (siehe oben), kann sich dies positiv auf zügige Reaktionen auswirken. Wer nur Filme oder Fotos auf der Karte abspeichert, dem reicht eine Speicherkarte mit weniger möglichen IOPS.

Neben Bildern kann man übrigens auch Apps unter Android auf der SD-Karte installieren. Nach dem Einlegen einer leeren Karte sollte man sie zunächst formatieren.

Bilder auf SD-Karte verschieben oder speichern: So geht’s bei Android

Kann man SD-Karten für Android auch in Kameras verwenden?

Klar. Im Menü der Kamera sicherheitshalber die Karte vor Benutzung formatieren. Android verwendet in der Regel das Dateisystem ext2 oder ext4, bei Kameras, Musikplayern etc ist dagegen exFAT Standard.

Was muss ich sonst noch beachten?

Manchen microSD-Karten liegt ein Adapter auf SD-Größe bei, manchen nicht. Manchen liegt ein kleines Schutzcase bei, manchen nicht.

Außerdem sollte man darauf achten, keine Fälschung zu kaufen. Meint: Den Speicher direkt bei Amazon oder anderen seriösen Händlern anfordern. Auch bei einer seriösen Plattform wie Amazon kann man über Marketplace-Anbieter an minderwertige Produkte geraten. Davor warnen zumindest Käufer in den Kommentaren, die Fälschungen bekommen haben.