Spiegelreflexkameras bieten einerseits eine Top-Qualität, andererseits gibt es sehr günstige Modelle. GIGA-Experte Sebastian nennt den Sieger bei Stiftung Warentest, hat Alternativen herausgesucht und erklärt, worauf man beim Kauf einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) achten sollte.

 

Kaufberatung

Facts 

Meiner Ansicht nach bekommt man bei einer Spiegelreflexkamera im Vergleich zu System- und Kompaktkameras meistens das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Markt ist groß, so dass jeder das passende Modell für sich finden sollte. Einsteigerkameras und Auslaufmodelle sind günstig, trotzdem sehr gut.

Im Folgenden stellen wir einzelne Modelle vor. Wer schon Objektive besitzt, bevorzugt natürlich eine Kamera mit dem passenden Anschluss.

Die besten digitalen Spiegelreflexkameras 2020: Testsieger im Überblick

Platzierung Produkt Preis Angebot
Stiftung-Warentest-Sieger Canon EOS 90D ca. 1.360 Euro Angebot bei Amazon
Testsieger Profi-DSLR Canon EOS 1D X Mark III ca. 7.100 Euro Angebot bei Idealo
Preis-Tipp Nikon Nikon D3500 ca. 430 Euro Angebot bei MediaMarkt
Preis-Tipp Canon Canon EOS 250D ca. 540 Euro Angebot bei MediaMarkt

Spiegelreflexkameras: Die Bestseller bei Amazon

Testsieger bei Stiftung Warentest: Canon EOS 90D

Für eine tolle Spiegelreflexkamera muss man nicht gleich über 2.000 Euro ausgeben – das zeigt das Testergebnis der Stiftung Warentest. Auf der Bestenliste der Spiegelreflexkameras ist aktuell die Canon EOS 90D mit dem Objektiv EF-S 18-55 1:3,5-5,6 IS STM ganz oben. Sie erhielt die Gesamtnote 1,8 („Gut“). Die Tester loben die guten Bilder, auch bei wenig Licht. Und das, obwohl die Canon 90D einen APS-C-Sensor besitzt, nicht einen größeren (und meist besseren) Vollformatsensor.

Ein Blick lohnt sich auch auf den Leistungs- und Funktionsumfang der Canon EOS 90D: Trotz der hohen Auflösung nimmt die Kamera laut Hersteller bis zu 10 Bilder pro Sekunde auf. Die 45 Kreuzsensoren und intelligenten Autofokusnachführung sollen für möglichst viele scharfe Fotos sorgen. Praktisch: Das Display kann man ausklappen und neigen. Gerade in höheren Preisklassen ist eine derartige Ausstattung keine Selbstverständlichkeit. In Verbindung mit dem abgedichteten Gehäuse bekommt man mit der Canon EOS 90D eine hochwertige DSLR zum attraktiven Preis. Wer das von Stiftung Warentest geprüfte Paket aufwerten will, kann sich für lichtstärkere Objektive und/oder Festbrennweiten entscheiden.

Canon EOS 90D mit Objektiv EF-S 18-55mm

Canon EOS 90D mit Objektiv EF-S 18-55mm

Vorteile:

  • Sehr gute Bildqualität
  • Hohe Auflösung (32,5 MP, 4K-Video)
  • Gut abgedichtetes Gehäuse
  • Canon-System ist sehr gut und umfangreich

Nachteile:

  • -

Interessenten am Nikon-System sollten sich die Nikon D7500 ansehen.

Beste DSLR: Testsieger bei fotoMagazin

Werfen wir unabhängig von Stiftung Warentest einen Blick in die Profi-Liga. Im FotoMagazin, Heft 7/2020 (zum Beispiel im Readly-Abo lesbar), liegt ebenfalls eine Canon-Kamera vorne – und zwar die EOS 1D X Mark III. Mit der Wertung 88 Prozent übertrifft sie knapp die Nikons D6 (87 Prozent). Spätestens bei dem Preis stellt man fest, dass diese Top-Kameras für Profis konzipiert sind: Beide Modelle kosten über 7.000 Euro – ohne Objektiv.

Preis-Tipp Spiegelreflexkamera: Einsteigerkamera Nikon D3500

Die Einsteiger-DSLR Nikon D3500 hat bei Stiftung Warentest Ende 2018 zusammen mit dem Kit-Objektiv EF-S 18-55 1:3,5-5,6 IS STM überraschend gut abgeschnitten: Gesamtnote 1,9.

Diese Kamera ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie günstig man bei digitalen Spiegelreflexkameras wegkommen kann. Und trotzdem gibt es einen Sensor in APS-C-Größe mit guter Bildqualität. Bei spiegellosen Systemkamera zahlt man für Vergleichbares leicht mal das doppelte. Gut, Funktionen und Leistung der günstigen Kamera sind abgespeckt, zudem ist das Gehäuse ist nicht so robust konzipiert wie das von höherwertigen Modellen. Dafür ist die D3500 415 Gramm leicht (ohne Objektiv) – ideal für Reisen. Die Nikon D3500 findet man bestimmt nicht nur bei Fotografieeinsteigern in der Fototasche, sondern auch ambitionierten Hobbyfotografen.

NIKON D3500 mit Objektiv 18-55 mm

NIKON D3500 mit Objektiv 18-55 mm

Vorteile:

  • Gute Bildqualität
  • Leicht
  • Günstig
  • Nikon-System ist sehr gut und umfangreich

Nachteile:

  • Kein 4K-Video
  • Gehäuse nicht abgedichtet

Preis-Tipp Spiegelreflexkamera: Einsteigerkamera Canon EOS 250D

Auch für Canon-Fotografen haben wir einen Preis-Tipp. Die EOS 250D bietet ein ordentliches Gesamtpaket. Sie besitzt einen APS-C-Sensor mit 24 Megapixeln. Mit dem klapp- und schwenkbaren Monitor kann man Fotos selbst aus ungünstigen Positionen aufnehmen.

Bei dem Objektiv 18-55 Millimeter handelt es sich um eine günstige Lösung, dessen Qualität Luft nach oben lässt. Zudem ist es nicht besonders lichtstark, wie die Blende ab 1:4-5.6 verrät (1:2.8-4 wäre z.B. besser). Hat man sich in der DSLR eingearbeitet, kann man in Erwägung ziehen, sich für die Haupteinsätze noch besseres Zubehör zuzulegen.

CANON EOS 250D mit Objektiv 18-55 mm

CANON EOS 250D mit Objektiv 18-55 mm

Vorteile:

  • Günstiges Gesamtpaket
  • Noch gute Bildqualität
  • Canon-System ist sehr gut und umfangreich

Nachteile:

  • Kein 4K-Video
  • Gehäuse nicht abgedichtet

Digitale Spiegelreflexkamera: So wurde getestet

Bei den Tests von Spiegelreflexkameras benotet die Stiftung Warentest folgende Aspekte, die gewichtet in die Gesamtwertung eingehen:

  • Bild (40%): Betrachtung durch Experten, Auflösung, Farbwiedergabe, Blitzlicht etc.
  • Bild mit manuellen Einstellungen (10%): Messungen und Sehtest auf Basis von RAW-Dateien
  • Video (10%): Bewertung durch Experten
  • Sucher und Monitor (10%)
  • Handhabung (30%): Bewertung von Geschwindigkeit, täglicher Gebrauch, aber auch der Bedienungsanleitung.

Praktisch: Die Bildnote ist seit 2016 zwischen allen getesteten Kameras (auch Kompaktkameras) vergleichbar.

Spiegelreflexkamera kaufen: Das sollte man außerdem wissen

Im Folgenden noch ein paar Hintergrundinfos für Einsteiger, die sich eine Spiegelreflexkamera kaufen möchten:

Canon oder Nikon, was ist besser?

Beide Hersteller haben ihre Fans, die auf ihre Marke schwören. Falsch manchen kann man bei beiden Hersteller nichts – von der Einsteiger- bis zur Profikamera bieten sie Top-Qualität. Mal ist das Canon-, mal das vergleichbare Nikon-Modell etwas besser. Die Unterschiede sind aber meist so gering, dass man sich lieber für die bevorzugte Marke und das System entscheidet. Wer sich noch bei keinem Hersteller zu Hause fühlt, geht am besten in einen Laden und fasst die Modelle in der gewünschten Preisklasse an. Womit fühlt man sich wohler?

Hier werden Canon und Nikon genannt – was ist mit anderen Herstellern?

Im Bereich der Spiegelreflexkameras wird man am ehesten bei Canon und Nikon fündig, wenngleich es natürlich auch andere gute Hersteller gibt. Doch Sony hat sich mit Top-Leistung eher im Bereich der spiegellosen Systemkameras etabliert, Panasonic im Videobereich ebenfalls.

Lohnt sich eine Spiegelreflexkamera überhaupt noch?

Wer eine sehr gute Kamera zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis möchte, dem empfehle ich immer noch eine Spiegelreflexkamera. Der schwächelnden Markt ändert nichts daran. Zwar fotografieren immer mehr spiegellose Systemkamera auf ähnlich hohem Niveau. Die Preise vergleichbarer Geräte liegen aber höher. Dagegen bieten viele Kompaktkameras eine deutlich geringere Bildqualität als Spiegelreflexkameras. Oder, sofern sie einen sehr großen Sensor besitzen, sind sie teurer als gleichwertige Spiegelreflexkameras. Smartphones, wenngleich deren Kameras immer besser werden, können auch noch lange nicht in Bildqualität und Funktionen mit Spiegelreflexkameras mithalten.

Eine Spiegelreflexkamera ist also eine sehr gute Wahl. Einen Überblick über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Kategorien siehe in der Kaufberatung: Kompaktkamera, Systemkamera oder Spiegelreflexkamera?

Spiegelreflexkameras: Die Bestseller bei Amazon

Woher stammt der Name Spiegelreflexkamera?

Im Gehäuse ist ein Spiegel verbaut, der das Bild vom Objektiv zum Sucher leitet. In der Sekunde der Aufnahme klappt der Spiegel hoch, so dass das Bild auf den Sensor fällt. Manche Hersteller arbeiten auch mit einem halbdurchlässigen Spiegel, der nicht nach oben klappt. Deshalb heißen sie Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR).

Dagegen bieten spiegellose Systemkameras einen elektronischen Sucher. Hier wird das vom Sensor aufgenommene Bild angezeigt. Übrigens: Natürlich sind auch Spiegelreflexkameras Systemkameras. Vereinzelt sind mit dem Begriff „Systemkamera“ nur spiegellose Modelle gemeint, während die mit Spiegel eben als Spiegelreflexkamera bezeichnet werden.

Brauche ich ein teures Objektiv?

„Das Objektiv entscheidet über die Bildqualität. Kaufe lieber ein teures Objektiv als eine teure Kamera.“ Diesen Spruch hört man immer noch, ich halte ihn im Zeitalter der Digitalkameras aber für falsch: Sensor und Verarbeitung in der Kamera sind maßgeblich entscheidend, das Objektivs liefert also nur einen Anteil an der Bildqualität.

Im Vergleich zu Smartphones und Kompaktkameras sind selbst billige Kit-Objektive (also beiliegende Objektive) gut. Wer lieber einmal die Geldbörse zückt und nicht in ein paar Monaten wegen zu schlechter Bildqualität schon erneut Ausgaben treffen will, der sollte vorausschauend ein besseres Objektiv mit der Kamera wählen. Wer noch keine Ahnung hat, was er überhaupt fotografieren will und braucht, kann ruhig erst mal mit dem günstigen Kit-Objektiv starten und dann mit Erfahrung und Wissen die passende Linse – vielleicht sogar eine Festbrennweite – nachkaufen.

Ein Objektiv kauft man besser. Den Regenschutz kann man selbst bauen:

DIY: Kamera-Regenschutz für 1 € bauen

Welche Speicherkarte benötige ich?

Viele Spiegelreflexkameras (auch die oben genannten) verwenden SD-Karten. Hohe Geschwindigkeiten des Speichermediums sind vor allem dann wichtig, wenn man große Dateigrößen in kurzer Zeit produziert, also zum Beispiel in 4K-Auflösung filmt oder RAW-Bilder in Serie aufnimmt. Eine langsame Speicherkarte kann den Vorgang ausbremsen oder sogar zum Abbruch führen. Gute Speicherkarten gibt es aber selbst mit 128 GB Speicher schon unter 40 Euro*.

SanDisk Extreme PRO 128GB SDXC, Class 10, U3, V30

SanDisk Extreme PRO 128GB SDXC, Class 10, U3, V30

Bilderstrecke starten(14 Bilder)
SD-Karten im Geschwindigkeitsvergleich – mit SanDisk, Kingston und Transcend

Zum Thema:

Was muss ich sonst noch beim Kauf einer Spiegelreflexkamera beachten?

Wer selbst noch tiefer in die Kamerarecherche einsteigen will, überlege sich: Wofür möchte ich die Kamera einsetzen? (Wer Sportfotos macht, legt eher auf einen schnellen Autofokus Wert als wer nur Landschaftsfotografie betreibt.) Was ist mir sonst an der Kamera wichtig? Und nicht zuletzt: Wie viel möchte ich ausgeben? Zu den zentralen Merkmalen kann man zählen:

  • Bildqualität
  • Autofokus
  • Bedienung
  • Größe und Gewicht

Auf dieser Basis kann man dann einerseits die Kameraklasse, andererseits den gewünschten Hersteller wählen. Besitzt man erst einmal ein paar Objektive und ist die Bedienung gewöhnt, bleibt man beim Neukaufen der Kamera normalerweise beim selben Hersteller.