Abo-Modelle à la Netflix haben ihren Weg inzwischen auch in die Videospielwelt gefunden. Xbox Game Pass, EA Play oder Uplay+ machen es möglich. Damit ihr bei der immer größer werdenden Auswahl an Gaming-Abos nicht den Überblick verliert, stellt GIGA die beliebtesten Dienste vor. So erfahrt ihr auf einen Blick, was sie kosten und welche Vorteile sie sonst noch mit sich bringen.

 

Kaufberatung

Facts 

Nur einmal im Monat bezahlen und dann so viele Spiele zocken wie man möchte? Durch diverse Gaming-Abos ist dieser Traum längst zur Realität geworden. Ihr erhaltet bei solchen Spiele-Flatrates Zugriff auf eine stetig wachsende Bibliothek an Videospielhits und könnt sie dann auf eurem Gaming-PC oder eurer Konsole zocken. Wir stellen die gängigsten Dienst vor und helfen euch dabei, das beste Gaming-Abo für eure Bedürfnisse zu finden.

Gaming-Abo-Dienste 2020: Alle GIGA-Empfehlungen im Überblick

Verfügbare Spiele Preis (monatlich) Plattform Angebot
Xbox Game Pass 200+ ab 9,99 Euro PC, Xbox Bei Amazon
EA Play 130+ ab 3,99 Euro PC, Xbox, PS4 Bei Amazon
Uplay+ 100+ 14,99 Euro PC Im Ubisoft Store
Humble Choice 90+ ab 4,49 Euro PC Im Humble Store
Nintendo Switch Online 70+ 3,99 Euro Nintendo Switch Bei Amazon
Prime Gaming 20+ 7,99 Euro PC Bei Amazon
Apple Arcade 100+ 4,99 Euro Mac, iOS Im App Store
Google Play Pass 500+ 4,99 Euro Android Bei Google Play
Amazon Kids+ 1.000+ ab 2,99 Euro Fire-Tablet, Kindle, Android Bei Amazon

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Xbox Game Pass

Vorteile

  • Große Auswahl an Spielen
  • Für PC, Xbox und kombiniert verfügbar
  • Cloud-Gaming für Android
  • Xbox Live Gold enthalten
  • Zukünftig auch EA Play und Bethesda Games

Nachteile

  • PC-Versionen nur über Microsoft Store

Mit dem Xbox Game Pass erhaltet ihr uneingeschränkten Zugriff auf inzwischen über 200 Spiele – diese könnt ihr für 9,99 Euro pro Monat entweder auf eurer Xbox One oder aber am PC zocken. Alternativ könnt euch auch für den Game Pass in der Ultimate-Variante entscheiden. Dort zahlt ihr dann 12,99 Euro für Game Pass, Xbox Live Gold sowie die Möglichkeit, über 100 verschiedene Spiele auf euer Smartphone oder die Xbox zu streamen.

Es kommt noch besser: Ab dem 10. November 2020 wird EA Play Teil vom Xbox Game Pass und das sogar komplett kostenlos. Falls ihr den Game Pass für den PC oder aber die Ultimate-Version abonniert habt, könnt ihr also schon bald zahlreiche EA-Titel wie Titanfall 2, Need for Speed Heat oder FIFA 20 ohne Aufpreis zocken. Als wäre das noch nicht genug, wird zukünftig auch noch das Portfolio des von Microsoft geschluckten Publishers Bethesda wohl Teil des Game Pass: Doom, Fallout oder Wolfenstein kommen dann ins Angebot, sofern die Spiele es nicht bereits sind. Aufgrund dieses stetig wachsenden Angebots ist der Xbox Game Pass deshalb auch unser aktueller Preis-Leistungs-Sieger.

Für AAA-Zocker: EA Play

Vorteile

  • Stetig wachsende Sammlung an EA-Exklusivtiteln
  • Vorabzugang zu neuen Spielen
  • Mitgliederrabatte

Nachteile

  • Hoher Preis für das Premier-Abo
  • Neue AAA-Releases nur im teureren Abo dauerhaft verfügbar

Nicht nur Hersteller von Hardware wie Sony oder Microsoft, sondern ebenso Videospiel-Publisher bieten ihre Spiele längst im Netflix-typischen Abo an. EA bildet dabei keine Ausnahme und stellt es den Nutzern frei, ob sie die Spiele einmalig kaufen oder sie im Austausch für eine geringe monatliche Gebühr am PC, der PS4 und der Xbox spielen können. Dabei bietet Electronic Arts zwei verschiedene Modelle an: EA Play und EA Play Pro.

EA Play kostet 3,99 Euro im Monat und gewährt euch Zugriff auf über 130 Spiele aus dem Hause EA. Darunter auch die neuesten Ableger von FIFA oder Battlefield, jedoch könnt ihr die nur in einem 10-Stunden-Trial spielen.

Hier kommt EA Play Pro ins Spiel, denn das Abo gewährt euch unbegrenzten Zugriff auf sämtliche Neuveröffentlichungen. Daher ist hier auch der erhöhte Preis von 14,99 Euro im Monat fällig – das lohnt sich aus unserer Sicht aber kaum. Inzwischen könnt ist der Dienst direkt in Steam verfügbar und man spart sich unter Umständen so die Installation eines zusätzlichen Launchers.

Für Mainstream-Gamer: Uplay+

Vorteile

  • Stetig wachsende Zahl an Ubisoft-Exklusivtiteln
  • Vorabzugang und Beta-Programme zu neuen Spielen
  • Abo enthält ebenso Premium-Editionen der Spiele inkl. DLCs

Nachteile

  • verhältnismäßig wenige Spiele
  • hoher Preis

Einen ähnlichen Ansatz wie EA verfolgt Ubisoft mit Uplay+. Dieses Abo für 14,99 Euro im Monat gewährt euch ebenfalls unbegrenzten Zugriff auf zahlreiche Ubisoft-Schätze. Dazu zählen so gut wie alle Ableger von Assassin's Creed oder Far Cry. Insgesamt sind in dem Abo über 100 Titel samt der jeweiligen Premium-Editionen und den dazugehörigen DLCs enthalten. Im Vergleich zu Origin Access mag sich das zunächst nach sehr wenig anhören, aber wie heißt es so schön: Qualität statt Quantität.

Leider gibt es nur diese eine Version des Abos. Daher ist es ratsam, sich vorher im Detail darüber zu informieren, welche Spiele tatsächlich in Uplay+ enthalten sind. Je nachdem woran ihr interessiert seid, könnte sich die Mitgliedschaft aber durchaus lohnen, zumal ihr auch früheren Zugang zu neuen Releases erhaltet.

Für Indie-Liebhaber: Humble Choice

Vorteile

  • Wachsende Bibliothek an Indie-Titeln
  • Unterstützt wohltätige Zwecke
  • Je nach Abo monatlich zusätzlich Spiele als Geschenk
  • Mitgliederrabatte

Nachteile

  • Kostenlose Spiele nur in den teureren Abos enthalten
  • AAA-Spiele sind hier eher die Ausnahme

Das komplette Kontrastprogramm zu den bisherigen Gaming-Abos bietet euch Humble Choice. Das Abo gibt es insgesamt in drei verschiedenen Varianten: Lite, Basic und Premium. Für 4,49 Euro pro Monat erhaltet ihr Zugriff auf die „Humble Trove“ – so heißt die stetig wachsende Bibliothek mit aktuell über 90 Indie-Spielen.

Humble Choice Basic und Premium kosten mit 13,99 oder 17,99 Euro zwar etwas mehr, dafür könnt ihr jeden Monat zusätzlich aus einer wechselnden Rotation von zehn Spielen wählen und je nach Abo drei oder sogar neun davon für immer behalten. Als wäre das noch nicht genug, unterstützt ihr mit jedem Humble-Choice-Abo gemeinnützige Organisationen, die ebenfalls monatlich wechseln.

Für Retro-Fans: Nintendo Switch Online

Vorteile

  • günstiger Preis
  • wachsende Sammlung von SNES- und NES-Spielen
  • Zusatzfunktionen wie Online-Gaming und Cloud-Speicher

Nachteile

  • Insgesamt geringer Funktionsumfang

Nintendo Switch Online ist streng genommen kein richtiges Gaming-Abo. Die meisten nutzen das Abo primär, um Zugriff auf bestimmte Online-Funktionen in Spielen zu erhalten. Beispielsweise, um in Pokémon Schwert & Schild online mit anderen Spielern zusammen Raids bestreiten, Freunde auf Animal-Crossing-Inseln besuchen oder Mario-Kart-Matches online bestreiten zu können. Ebenso werden eure Speicherstände in der Cloud gesichert.

Die Mitgliedschaft enthält inzwischen aber ebenso zahlreiche Retro-Klassiker der NES- und SNES-Konsole. Zu Beginn waren das etwa 20 an der Zahl, doch das Angebot wächst stetig und wird somit zunehmend interessanter für wahre Retro-Fans.

Bilderstrecke starten(75 Bilder)
Nintendo Switch Online: Neue kostenlose SNES Spiele inklusive Star Fox 2

Mehr als nur Spiele: Prime Gaming

Vorteile

  • Regelmäßig neue PC-Spiele
  • Spiele gehören für immer euch
  • Teil von Amazon Prime

Nachteile

  • wenig hochkarätige Spiele

Prime Gaming ist kein Game-Abo im herkömmlichen Sinne, dennoch hat der Dienst des beliebten Versandhauses einige nützliche Features zu bieten.

Prime Gaming ist auch als Twitch Prime Loot bekannt – Unterschied: Hier gibt es einen Launcher, der unabhängig von der Twitch-App funktioniert. Funktionsweise und Angebot sind aber identisch: Jeden Monat gibt es für Amazon-Prime-Mitglieder neue Spiele, die man sich „abholen“ und fortan jederzeit am Windows-PC installieren kann, entweder über die Twitch-Prime-Loot-Seite oder den Amazon Games Launcher. Die meisten Titel sind wenig bekannt oder neu veröffentliche Konsolenklassiker (System Shock, fast jedes SNK-Prügelspiel) – mit Gone Home, Pillars of Eternity, Jotun und Superhot gab es zumindest einige bekanntere und von Kritikern gelobte Titel.

Neben den eigentlichen Spielen erhält man noch zahlreiche andere Boni, etwa In-Game-Währung und Lootboxen für beliebte Online-Spiele.

Ideal für unterwegs: Apple Arcade

Vorteile

  • Geringer Preis
  • Große Auswahl neuer Spiele verschiedener Genres
  • Steuerung per Controller möglich
  • ein Abo für die ganze Familie

Nachteile

  • Apple-exklusiv, nicht kompatibel mit Android oder Windows
  • Nicht kompatibel mit älterer Hardware (ab iOS 13 und Mac OS 10.15)

Apple geht mit seinem im September 2019 gestarteten Abo-Service andere Wege: Zum einen ist Apple Arcade kein Streaming-Dienst, denn ihr könnt alle enthaltenen Spielen herunterladen und optional sogar offline zocken. Zum anderen sind die Games der Apple Arcade exklusiv und nicht im App Store oder auf Android erhältlich. Es gibt keine Nerv-Faktoren wie Lootboxen, Mikrotransaktionen oder versteckte Kosten. Für 4,99 Euro im Monat bietet Apple aktuell eine Auswahl von über 100 Spielen, die von zahlreichen hochklassigen Entwicklern teils exklusiv für den Dienst entworfen worden. Ein Probemonat ist kostenlos und kann bis zu einem Tag vor Ablauf gekündigt werden.

Der iPhone-Hersteller fokussiert sich in der Arcade auf Puzzle-, Geschicklichkeits-, Adventure- und seichte RPG-Spiele aus dem Indie-Sektor. Das kinderfreundliche Angebot lässt sich auch mittels Familien-Account teilen. Schön, dass die Titel auf allen Apple-Geräten mit aktuellen Betriebssystemen (iOS 13, MacOS 10.15) laufen – egal ob iPhone, iPad, Apple TV oder Mac. Ältere Hardware bleibt jedoch außen vor.

Der wichtigste Titel in Apple Arcade ist das Action-Adventure Oceanhorn 2, das spielerisch und optisch stark an Zelda erinnert. Auch empfehlenswert: das Comic-RPG Yaga mit Diablo-Mechanik, kunterbunte Verfolgungsjagden in Agent Intercept und absurder Ballsport in What The Golf. Daneben warten Hüpfpassagen in Rayman Mini und Monomals sowie ein Kriminalfall in Tangle Tower. Viele Spiele bauen auf simple Touch-Steuerung, einige funktionieren auch mit Bluetooth-Controller, Dualshock 4 oder Xbox-Gamepad. Fazit: Mit einem Probemonat macht ihr nichts falsch.

Apple Arcade: Spiele im Überblick

Für (Android-)Familien: Google Play Pass

Vorteile:

  • Nutzung mit bis zu 5 Familienmitgliedern möglich
  • Zahlreiche Inhalte speziell für Kinder
  • Riesige Auswahl an Spielen und Apps
  • Steuerung per Controller möglich

Nachteile:

  • Große Qualitätsunterschiede bei den enthaltenen Spielen
  • keine Exklusivtitel

Einen ähnlichen Ansatz wie Apple Arcade verfolgt der Google Play Pass – hier erhaltet ihr Zugriff auf über 500 Spiele und Apps. Für das Abo sind 4,99 Euro pro Monat fällig. Im Gegenzug könnt ihr sämtliche Anwendungen ohne störende Werbung oder In-App-Käufe genießen. Der Clou an der Sache ist aber, dass sich das Abo ohne Aufpreis mit bis zu fünf Familienmitgliedern gleichzeitig nutzen lässt. Zusätzlich gibt es zahlreiche Inhalte, die speziell auf Kinder zugeschnitten sind.

Solltet ihr euch außerdem für ein Jahresabo entscheiden, dann zahlt ihr insgesamt nur etwa 30 Euro, was einer Ersparnis von 50 Prozent entspricht. Die Sammlung an verfügbaren Spielen wird dabei jeden Monat erweitert. Dennoch gibt es bereits jetzt etliche Highlights, die einen Blick Wert sind: Stardew Valley, The Gardens Between oder Limbo. Dennoch hat man den Eindruck, dass der Play Pass eher ein hektisch gebautes Gegenangebot zu Apple Arcade ist, dessen Titel weder exklusiv noch zuverlässig hochwertig sind. Immerhin: Viele der Spiele auch mit einem Gamepad wie dem Xbox-One-Controller gezockt werden.

Für die Kleinen: Amazon Kids+

Vorteile

  • Neben Spielen auch Lern-Apps, Hörbücher und mehr im Abo enthalten
  • Prime-Mitglieder erhalten ein vergünstigtes Abo

Nachteile

  • Kindle, Fire-Tablet oder Android-Gerät erforderlich
  • Nicht mit Apple-Geräten kompatibel

Neben Prime Gaming bietet der Versandgigant mit Amazon Kids+ (zuvor als Amazon FreeTime und FreeTime Unlimited bekannt) einen Dienst, der speziell für Kinder im Alter zwischen 3 und 12 Jahren zugeschnitten ist. Teil des Abos für 2,99 Euro im Monat sind neben kindergerechten Büchern sowie Hörspielen ebenso pädagogisch wertvolle Lern-Apps, Serien und Filme – ein Rundumpaket also.

Der Clou: Eltern behalten stets die Kontrolle, da die Anwendungen für das Fire-Tablet, das Kindle oder aber das Android-Gerät über umfangreiche Schutzmechanismen verfügen. So können etwa Nutzungszeit beschränkt oder Inhalte dem Alter entsprechend gefiltert werden. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass der Preis von 2,99 Euro nur dann gilt, wenn ihr bereits Prime-Abonnent seid – ohne kostet der Dienst nämlich 4,99 Euro. Für iOS-Geräte gibt es derzeit außerdem keine entsprechende Anwendung.

Cloud-Gaming vs. Game Passes: Was passt am besten zu mir?

Ob ein Game Pass à la Netflix oder ein Cloud-Gaming-Dienst besser zu euch passt, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Eure Hardware ist bereits in die Jahre gekommen und eine Neuanschaffung ist euch zu teuer? Hier könnte es durchaus sinnvoll sein, über Cloud-Gaming nachzudenken. Umso mehr, wenn ihr Zugang zu schnellem Internet habt. Die verhältnismäßig geringen monatlichen Kosten erscheinen gegenüber dem Preis eines neuen Gaming-PCs oder einer neuen Konsole mehr als attraktiv.
  • Ihr verfügt über die nötige Hardware, um sämtliche Spiele in bester Qualität genießen zu können, euch fehlt es aber an Games? In diesem Fall lohnt sich ein reiner Cloud-Gaming-Dienst eher weniger. Das kann und wird sich wohl auch irgendwann ändern, dennoch wäre es zum aktuellen Zeitpunkt eher ein Downgrade. Klassisches Gaming hat unter anderem nämlich den Vorteil, dass ihr bei Bedarf auch offline spielen könnt. Hier wäre ein Game Pass also die bessere Wahl.
Daniel Nawrat
Daniel Nawrat, GIGA-Experte für Computer, Gaming-Hardware und Games.

Ist der Artikel hilfreich?