Spielkonsole, Fernseher, Notizblock, Videotelefon, Zeichenbrett, Smart-Home-Zentrale, „Second Screen“ und noch so viel mehr: Tablets sind echte Multifunktionsgeräte und werden oft von der ganzen Familie benutzt. Das richtige Gerät für die eigenen Anforderungen zu finden ist nicht einfach. GIGA trägt für euch die aktuell besten Tablets zusammen und gibt Tipps für den Kauf.

 

Kaufberatung

Facts 
Preis-Lei­stungs-Tipp Test­sieg­er Test­sie­ger An­droid Bestes Win­dows-Ta­blet Preis­tipp
Pro­dukt Apple
iPad 10.2 (2020)
Apple
iPad Pro 11 (2020)
Samsung
Galaxy Tab S7
Microsoft
Surface 7 Pro
Amazon
Fire HD 10
Preis (ca.) ab 350 Euro ab 820 Euro ab 660 Euro ab 800 Euro ab 150 Euro
Shop Ama­zon Media­Markt Ama­zon Ama­zon Ama­zon
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Ob nun das iPad oder die Konkurrenten von Samsung und anderen Herstellern – die besten Allround-Tablets sind teuer. Man kann aber auch Geräte für wenig Geld finden, wenn man darauf achtet, dass sie den eigenen Anforderungen entsprechen. Wir geben Tipps zu guten Tablet-PCs und nach welchen Kriterien man die Wahl treffen sollte.

Preis-Leistungs-Tipp: iPad 10.2 (8. Generation, 2020)

Apple iPad (10,2 Zoll, 8. Gen., 2020)

Apple iPad (10,2 Zoll, 8. Gen., 2020)

Vorteile:

  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (für ein Apple-Gerät)
  • leistungsstark dank A12-Bionic-Chip
  • gutes, hochauflösendes Display
  • Lightning-auf-USB-C-Kabel inklusive
  • gute Akkulaufzeit
  • Klinkenanschluss für Kopfhörer

Nachteile

  • außer Prozessor keine Verbesserungen zur Vorgänger-Generation
  • mittelmäßige Kameraqualität
  • nur 3 GB RAM
  • keine Nutzerprofile
  • zu wenig Speicher bei 32-GB-Version
  • Zubehör oft teuer

Das reguläre iPad, ohne Zusatz „Air“, „Mini“ oder „Pro“, ist das meistverkaufte. In der aktuellen 8. Generation von 2020 hat das Apple-Tablet einen flotteren Prozessor spendiert bekommen. Besonders bei Bildbearbeitung oder grafikintensiven Spielen ist die Power des A12 Bionic-Prozessors zu spüren. Die 3 GB Arbeitsspeicher könnten aber in der Zukunft als zu knapp erweisen. Verglichen mit der Ausstattung vieler Android-Geräte und auch des iPhone ärgert Apples Knausrigkeit mit nur 3 GB RAM etwas – insbesondere weil ein Tablet häufiger zum Multitasking (Ausführung mehrerer Apps gleichzeitig) verwendet wird als ein Smartphone.

Das nicht laminierte 60 Hz LC-Display mit 10,2-Zoll-Diagonale ist farbintensiv und hochauflösend, wenn auch nicht ganz so gut wie das von iPad Air (laminiert) und Pro (laminiert, 120 Hz). Die „Wifi + Cellular“-Variante bietet die Möglichkeit zum mobilen Surfen, kostet dementsprechend aber auch mehr und erfordert einen Datentarif. Wer aufs Surfen von unterwegs verzichten kann, sollte zur günstigeren Variante ohne LTE-Funktion greifen.

Die 8-Megapixel-Kamera ohne Ausbuchtung schießt zufriedenstellende Fotos und kann Videos in 1080p und 30 FPS aufzeichnen. Die Frontkamera, bleibt mit 1,2 Megapixeln und einer Videoqualität von 720p hinter den Erwartungen zurück, reicht aber für Videotelefonie aus. Das Gerät ist schick, gut verarbeitet und dünn. Die breiten Display-Ränder mögen altmodisch wirken, bieten aber eine angenehme Grifffläche und verhindern versehentliches Tippen und Verrutschen.

Beim Genuss von Videos kommt kommt das iPad mit vollem Akku auf knapp 11 Stunden, beim Surfen im Internet hält das Tablet mindestens 8 Stunden durch. Eine volle Aufladung mit dem mitgelieferten Netzteil dauert 4:45 Stunden. Mit der an Tablets angepassten iOS-Anpassung iPad OS 14 setzt Apple auf einen Mix aus Produktivität und einfacher Handhabung. Die Bedienung ist leicht, bietet im Bereich Multitasking und Gesten aber auch erweiterte Funktionen für Powernutzer.

Das iPad unterstützt per Bluetooth zahllose Peripherie – von Tastaturen über Mäuse bis hin zu Spiele-Controllern. Viele Tastaturen lassen sich in Kombination mit einem Stand/Case auch über den Smart Connector nutzen. Am Gerät ist allerdings noch der klassische Lightning-Anschluss statt dem vielseitigeren USB-C-Port verbaut. Praktisch ist der im Home-Button verbaute Fingerabdrucksensor zum schnellen Entsperren – auf Face-ID-Gesichtsentsperrung muss man aber verzichten. Per Stylus-Stift zeichnen und Notizen nehmen kann man mit dem iPad, wenn auch nicht ganz so komfortabel wie mit dem iPad Pro – das Tablet ist mit dem Apple Pencil in 1. Generation kompatibel.

Verfügbar ist das iPad 10.2 mit 32 oder 128 GB. 32 GB sind aber für viele Nutzer zu wenig – zumindest wer Videos schaut und spielt, sollte zur Version mit mehr Speicher greifen.

Der Testsieger: iPad Pro 11 (2. Generation, 2020)

Apple iPad Pro 11 (2020)

Apple iPad Pro 11 (2020)

Vorteile 

  • extrem leistungsstark dank A12Z Bionic-Chip, 6 GB RAM
  • hervorragendes 11-Zoll-Display mit 120 Hz, 2.388 × 1.668, 265 ppi
  • gute Kamera
  • kompatibel mit Mäusen, Trackpads, Tastaturen,
  • Speicherkapazität bis 1 TB
  • ausgezeichnete Akkulaufzeit
  • Stylus-Unterstützung (Apple Pencil 2)

Nachteile

  • teuer
  • keine Kopfhörerbuchse

Das iPad Pro 11 ist das Flaggschiff unter den Tablets, weshalb es auch bei der Stiftung Warentest zum Testsieger gekürt wurde. Und nicht nur dort: Das iPad Pro gilt für zahlreiche Medien weltweit als Nonplusultra in Sachen Tablets.

Der A12Z Bionic Chip macht das Tablet schneller als manch einen Desktop-Rechner. Dank der in iPad OS mittlerweile integrierten Kompatibilität mit Mäusen, Trackpads und Keyboards lässt sich das Gerät in vielen Anwendungsbereichen bereits als PC-Alternative verwenden. 6 GB Arbeitsspeicher sind, auch auf absehbare Zeit, genug für das Ressourcen schonende Betriebssystem, zumal auch viele Apps – wie zum Beispiel Adobe Photoshop – speziell für das iPad Pro optimiert wurden.

Das so genannte Liquid-Retina-Panel kann sich dank „True-Tone“-Technologie an die Lichtverhältnisse anpassen, sodass die Farben immer gleich aussehen. Das LC-Display ist knackscharf, extrem hell und die Blickwinkelstabilität sehr gut. Bei der Bildwiederholrate punktet das Tablet mit zeitgemäßen 120 Hz, die sich in der Sanftheit praktisch aller Animationen niederschlagen. Sinnvoll ist das auch für den Input Lag beim Zeichnen mit dem Apple Pencil 2. Der Klang der vier Lautsprecher kann mit einfachen Bluetooth-Lautsprechern mithalten und rundet das audiovisuelle Gesamtpaket ab. Einziger Haken: Das Gerät besitzt keinen Kopfhöreranschluss.

Das iPad Pro 11 besitzt eine 12-MP-Hauptkamera mit optischem Bildstabilisator und ein 10-MP-Ultraweitwinkelobjektiv. Videos könnt ihr in 4K bis 60 FPS aufzeichnen und anschließend direkt auf dem Gerät bearbeiten. Auch die Frontkamera erzeugt mit 7 Megapixeln dank Porträtlicht und Smart HDR scharfe und gut aufgehellte Bilder – perfekt für Videokonferenzen.

Mit einer Akkulaufzeit von fast 12 Stunden während des Abspielens von Videos reiht sich das Tablet in die Topliga ein. Auch beim Surfen im Internet kommt das Modell mit ca. 10 Stunden Laufzeit auf ein beeindruckendes Ergebnis. Die Ladezeit beträgt keine 3 Stunden. Das iPad Pro 11 ist mit Speicherkapazitäten von 128 GB bis 1 TB erhältlich.

Einen Einblick in die neuen Features von iPad OS 14 gibt euch dieses Video:

iPadOS 14: Das sind die neuen Funktionen

Testsieger Android: Samsung Galaxy Tab S7

Samsung Galaxy Tab S7

Samsung Galaxy Tab S7

Vorteile

  • hohe Performance dank Snapdragon 865 Plus & 6 GB RAM
  • 11 Zoll-LCD-Display mit 2.560 × 1.600 Pixel, 276 ppi und 120 Hz
  • 4 klangstarke Lautsprecher
  • Hervorragende Akkulaufzeit
  • S-Pen inklusive

Nachteile

  • keine Kopfhörerbuchse
  • weniger Leistung als iPad Pro
  • weniger fürs Tablet angepasste Apps für Android

Egal ob für die Mediennutzung, Office-Anwendungen oder leistungsfordernde Games: Das Samsung Galaxy Tab S7 ist ein wahrer Allrounder und bietet mit dem Qualcomm Snapdragon 865 Plus und 6 GB RAM ein hohes Arbeitstempo und eine stabile Performance. Aufwändige Arbeitsanwendungen und Spiele sind für das Tablet kein Problem.

Das 11-Zoll-LCD-Panel löst in 2.560 × 1.600 Pixel auf und kommt auf eine Pixeldichte von 276 ppi. Anders als beim iPad haben wir es hier mit einem Schirm im 16:9-Format zu tun, was für die meisten YouTube-Videos und Netflix-Sendungen besser ist. Die Bildwiederholrate beläuft sich auf extrem flüssige 120 Hz und die Helligkeit liegt mit 569 cd/m² ebenfalls im sehenswerten Bereich. Die vier Lautsprecher liefern zudem einen für Tablet-Verhältnisse starken Sound. Besonders wenn es um Filme, Serien und Games geht, liefert das Galaxy Tab S7 ein außerordentliches audiovisuelles Gesamtpaket. Lediglich eine Kopfhörerbuchse fehlt.

Die Rückseite des edlen Gehäuses ist mit einer 13-MP-Weitwinkel- und 5-MP-Ultraweitwinkel-Kamera ausgestattet, während die Front von einem 8-MP-Objektiv verziert wird. Natürlich bewegt sich die Kameraqualität nicht Bereich von High-End-Handys, für Schnappschüsse oder Videocalls ist das Tablet jedoch hinreichend ausstaffiert. Reguläres Telefonieren ohne Bild ist ebenfalls möglich und für den Einsatz unterwegs kann man das Tablet auch in einer geringfügig teureren Variante erstehen, die dank SIM-Slot auch Telefonie und LTE-Konnektivität beherrscht.

Mit einer Laufzeit von ca. 14 Stunden beim Abspielen von Videos erweist sich der Akku als wahnsinnig stark. Auch beim Surfen kommt ihr auf eine Betriebszeit von etwa 10 Stunden. Nach nur 2,5 Stunden ist das Gerät wieder bei 100%. Betrieben wird das Tablet mit Android 10 und der funktionsreichen Benutzeroberfläche One UI. Dank DeX-Funktion kann man das Tablet auch wie einen Desktop-Rechner benutzen. Im Lieferumfang befindet sich außerdem der S-Pen, der nicht nur bei Arbeitsprozessen als filigranes Werkzeug dient, sondern auch als intuitive Fernbedienung benutzt werden kann. Aus bis zu 10 m Entfernung könnt ihr mit dem Stift Apps öffnen, die Lautstärke regulieren oder die Kamera auslösen. Mittels magnetischer Verbindung kann der S-Pen an die Rückseite des Tablets gehaftet werden, wo er zugleich auch aufgeladen wird.

Mit dem Galaxy Tab S7 hat Samsung einen heißen Konkurrenten fürs iPad Pro im Android-Feld. Das Gerät wird freilich Schwestergerät vom Galaxy Tab S7+ getoppt. Das hat nicht nur ein größeres Display (12,4 statt 11 Zoll) mit AMOLED- statt LTPS-Technologie, sondern auch 8 GB statt 6 GB RAM und besitzt auf Wunsch ein 5G-Modem – ist aber auch deutlich teurer.

Hier ist unser ausführlicher Testbericht:
Samsung Galaxy Tab S7 im Test

Das beste Windows-Tablet: Microsoft Surface Pro 7

Microsoft Surface Pro 7

Microsoft Surface Pro 7

Einen Desktop-Rechner ersetzen wollen praktisch alle aktuellen High-End-Tablets. Niemand macht das allerdings so konsequent wie Microsoft beim Surface Pro 7. Das Tablet hat ein funktional uneingeschränktes Windows 10 Home vorinstalliert und wird mit Intel-x86-Prozessoren (Core-i3, i5 und i7 verfügbar) ausgeliefert, es gibt Varianten mit 4, 8 und 16 GB RAM. Angeboten wird das Tablet mit 128, 256, 512 GB und 1 TB. Auch hier kann der Speicher per microSDXC-Karte erweitert werden – oder mit externen Festplatten per USB.

Die Konfigurationsmöglichkeiten erinnern eher an Laptops als an Tablets und so versteht Microsoft sein Gerät auch. Folgerichtig macht ein Surface Pro dann am meisten Sinn, wenn man es mit einem Tastatur-Cover und einer Maus verwendet. Trotzdem geht auch die Touch-Steuerung im Tablet-Modus leicht von der Hand – wenn auch nicht ganz so intuitiv wie bei der Konkurrenz im Apple- und Android-Lager.

Neben der selbst wählbaren Leistungs- und Speicherausstattung ist natürlich auch das Display wichtig, und das lässt sich vorzeigen: Scharf, hell und mit dem 3:2-Format auf den Produktiveinsatz ausgerichtet kann der Bildschirm überzeugen, mit Ausnahme von den unterdurchschnittlichen Kontrasten. Das Hybrid-Gerät verfügt nun auch über eine USB-C-Schnittstelle. Kopfhörer-Buchse, Displayport-Unterstützung und USB-Typ-A- sowie der Surface-Connect-Port sind ebenfalls vorhanden.

Die 8-MP-Rückkamera mit Autofokus und die 5-MP-Frontkamera mit Iris-Scanner liefern durchaus taugliche Fotos. Auf der Rückseite befindet sich das für die Surface-Modelle übliche ausklappbare Standbein, nur die ansteckbare Tastatur ist im Gegensatz zu den Vorgängermodellen nicht mehr im Lieferumfang enthalten. Auf eine LTE-Version verzichtet Microsoft ebenfalls.

Für eine Ladezeit von unter 2 Stunden hält das Surface Pro 7 in der Videodauerschleife 8:30 Stunden durch. Beim Netzbetrieb kommt der Akku auf etwa 7 Stunden. Insgesamt ist das Tablet sowohl für leistungsfordernde Office-Anwendungen als auch für die freizeitliche Verwendung geeignet. Nur wenn es um anspruchsvollere Games geht, kommt das Gerät auch mit höchster Leistungsausstattung an seine Grenzen. Mehr als mittlere Grafikeinstellungen und 720p-Auflösung sind selbst bei hardwareseitig anspruchslosen Spielen wie Overwatch nicht drin. Immerhin: PC-Games überhaupt ausführen können die Mitbewerber nicht. Für Casusal- und Indie-Games sind iPads dennoch die besseren Maschinen.

Vorteile

  • auch als Laptop verwendbar
  • Leistung konfigurierbar
  • Kompatible mit PC-Anwendungen dank Intel-Prozessor, Windows 10
  • helles, gutes 12,3-Zoll-Display
  • USB-A- und USB-C-Schnittstellen und Kopfhörerbuchse

Nachteile:

  • hoher Preis
  • Tastatur nicht mehr inklusive
  • Keine LTE-Option

Das beste günstige Tablet: Amazon Fire HD 10

Amazon Fire HD 10

Amazon Fire HD 10

Vorteile

  • sehr günstig
  • Smart Home-Sprachsteuerung dank Alexa-Integration
  • USB-Typ-C-Schnittstelle
  • gute Akkulaufzeit

Nachteile

  • Android ohne Google
  • Amazon-Werbung oder Aufpreis
  • mittelmäßiges Display
  • wenig Leistung
  • keine LTE-Option

Als extrem günstiges Tablet reiht sich das Amazon Fire HD 10 (2019) in unseren Test ein. Für diesen Preis ist das Tablet eher zweckmäßig ausgestattet. Der MediaTek MT8183-Prozessor und die 2 GB RAM grenzen das Multitasking am Tablet etwas ein. Für Multimedia-Anwendungen sowie die Smart Home-Steuerung reicht die Leistung aber locker aus. Wie bei den Fire- und Kindle-Geräten üblich gibt es personalisierte Werbung auf dem Lockscreen, die ihr jedoch für einen Aufpreis von ca. 15 Euro entfernen könnt.

Außerdem seid ihr bei dem Tablet ausschließlich an Amazon-Dienste gebunden. Mit der Fire-Toolbox aus dem XDA-Developers-Forum könnt ihr allerdings auch Google-Anwendungen installieren. Das 10,1 Zoll-Full HD-Display löst in FHD+ (1.920 × 1.200) auf. Die Helligkeit könnte mit einem Maximum von 380 cd/m² etwas höher sein, Farben und Kontrasten sind ebenfalls Mittelmaß. Die beiden Kameras sind mit 2 Megapixel weniger tauglich – aber für ein Tablet auch in der Regel nicht von zentraler Bedeutung.

Ganz anders sieht es bei der Akkuleistung aus. Beim Abspielen von Videos kann das Fire HD 10 mit einer starken Laufzeit von 15:30 h punkten. Knapp 13 Stunden sind es bei intensiver Internetnutzung. Mit 4:15 h ist die Ladezeit aber auch recht lang. Erstmals gibt es eine USB-Typ-C-Schnittstelle und die 3,5-mm-Klinkenbuchse ist nach wie vor enthalten, im Gerät sind Stereo-Lautsprecher verbaut. Erhältlich ist das Tablet mit 32 oder 64 GB an internem Speicher, beide Varianten haben die Möglichkeit zur Speichererweiterung via microSD.

Wer seine Tablet-Nutzung demnach auf Surfen, Streamen und Amazon-Dienste beschränkt, ist mit dem Preis-Knüller gut versorgt. Für Smart Home-User ist das Gerät ebenfalls interessant. Denn ihr könnt das Tablet dank der Integration des Alexa-Sprachassistenten als Smart Display verwenden. Auf GPS sowie ein LTE-Modem fürs Surfen von unterwegs muss man beim Fire HD 10 jedoch verzichten.

Tablet kaufen: Was muss ich beachten?

Betriebssystem

Die Frage nach dem Betriebssystem, welches das Tablet haben soll, ist natürlich Geschmackssache. Allerdings gibt es ein paar Faktoren, die man bedenken sollte: Die iPads werden von Apple regelmäßig mit Stabilitäts- und Sicherheitsupdates versorgt, während bei Android-Geräten die Hersteller oftmals hinterherhinken. Vor allem bei Modellen aus günstigeren Preisklassen lassen derartige Updates länger auf sich warten oder kommen überhaupt nicht. Auch beim App-Ökosystem hat Apple gegenüber Google die Nase vorn und bietet ein Füllhorn von Anwendungen, die den Tablet-Formfaktor ausnutzen, Android-Anwendungen sind oft nicht für Tablets optimiert, auch ist die Auswahl an guten Apps nach unserer Erfahrung geringer. Sonderfall: Die Fire-Tablets von Amazon nutzen zwar Android, allerdings ohne Google-Dienste und -Apps. Ihr seid also an die Amazon-Dienste gebunden und könnt nur über Umwege Google-Apps installieren.

Größe und Gewicht

Von den kompakten Modellen, die nur unwesentlich größer sind als große Smartphones, bis hin zu den Geräten der oberen Liga, die mit ihrer Bildschirmdiagonale sogar an die Bildschirme von Laptops heranreichen: Tablets gibts in groß und klein – ihr solltet euch gut überlegen, zu welcher Größe ihr greift.

  • Kleinere Modelle mit einer Diagonale von 7 bis 9,5 Zoll eignen sich vor bestens für die „passive Nutzung“, für Videos, zum Lesen, Surfen, Spielen, als Second-Screen beim Fernsehen, für Videochats und als Smart-Home-Zentrale. Sie sind meist günstiger und leichter zu transportieren – 7- bis 8-Zoll-Modelle passen oft sogar noch in Manteltaschen – bieten aber im „Taschenbuch-Format“ dennoch deutlich mehr Bildschirmfläche als Smartphones. Aufgrund des Formates und des geringen Gewichts ist auch die einhändige Nutzung einfacher möglich. Stellt euch die Frage: Möchte ich mit dem Tablet in der Hand lesend oder ein Video schauend gleichzeitig eine Tasse Kaffee (oder Tee, wenn das eher eure Sache ist) trinken? Ist euer Handy auch von der kleineren Fraktion? Dann greift zu einem kleineren Tablet.
  • Größere Modelle mit einem Schirm von 9,5 bis 13 Zoll sind nicht nur für oben genannte Anwendungsfälle geeignet, sondern auch für Produktivaufgaben. Mit angesteckter Tastatur zum Schreiben, mit Stylus zum Zeichnen, für Videoschnitt und Bildbearbeitung, oder zum Zocken mit einem gekoppelten Controller (falls die Leistung stimmt). Soll heißen: Wenn ihr dazu tendiert, euer Tablet als Notebook-Ersatz verwenden zu wollen, ist ein größeres Format sinnvoll.

Prozessor und Arbeitsspeicher: Wie viel Leistung braucht mein Tablet?

Tablets gibt es verschiedenen Leistungsklassen. Faustformel: je mehr Power, desto teurer. Um ein für euch passendes Preis-Leistungs-Verhältnis zu ermitteln, solltet ihr bedenken, für was ihr euer Tablet nutzen möchtet. Zum Chatten, Kommunizieren, YouTube-Filmchen schauen, Lesen und Musikhören reicht ein Einsteiger-Tablet mit niedrigeren Leistungswerten vollkommen aus.

Wer jedoch Bild- und Videobearbeitungsprogramme nutzen oder leistungsfordernde Spiele zocken möchte, benötigt mehr Power. Genug Arbeitsspeicher und ein entsprechender Prozessor sind für schnelle und flüssige Darstellungen, vor allem beim Multitasking, unverzichtbar. Aber wie viel ist genug? Das lässt sich nicht generalisieren, da die Leistung eines Geräts von vielen Faktoren abhängt – zumindest sofern das Gerät die Mindestanforderungen erfüllt, die aus unserer Sicht 2020 bei einer Quad-Core-CPU mit 64-Bit, 2,0 GHz Takt und mindestens 3 GB RAM liegen. Wir empfehlen euch, vor dem Kauf Nutzerberichte im Netz zu studieren und gegebenenfalls Benchmarks zu vergleichen, um das Leistungsniveau des von euch gewünschten Geräts besser einschätzen zu können.

Bildschirm

Die Helligkeit wird bei Tablets in Candela pro Quadratmeter (cd/m²) angegeben, gelegentlich auch in nit – die Einheiten sind gleichbedeutend. Tablets sollten auf jeden Fall einen Mindestwert von etwa 300 cd/m² besitzen, damit ihr in Innenräumen ein ausreichend helles Bild habt. Für Tablets, die auch draußen zum Einsatz kommen, empfiehlt sich ein Wert ab 400 cd/m² oder höher. So habt ihr selbst bei Sonneneinstrahlung ein klar zu erkennendes Bild. Generell gilt bei der Helligkeit: Je höher, desto besser.  Allerdings ist auch wichtig, wie stark das Display spiegelt.

Speicher

Wie viel internen Speicher brauche ich? Diese Frage solltet ihr euch besonders bei iPads stellen. Denn diese bieten im Gegensatz zu den Android-Geräten keine Möglichkeit zur Erweiterung des Speichers. Wenn ihr das Tablet also langfristig nutzen wollt und Bilder, Videos oder Musik speichern wollt, solltet ihr lieber zu einem Modell mit etwas mehr Speicher greifen. Bei vielen Android-Geräten lässt sich der Speicher jedoch mit einer externen microSDXC-Karte günstig erweitern. Hier ein paar Anhaltspunkte aus unserer Erfahrung, wie viel Speicher man für welche Anwendungsgebiete braucht:

  • mindestens 32 GB: Lesen, YouTube, Surfen, Mailen, gelegentliches Spielen, Videochat, Smart Home steuern, Social Media
  • mindestens 64 GB: gelegentlich Fotos aufnehmen und Videos (bis Full HD) aufzeichnen, größere Spiele, Notizen und Zeichnungen anfertigen
  • mindestens 128 GB: Videos (4K) aufzeichnen, Fotos und Videos im Archiv betrachten (ohne Cloud), regelmäßig und/oder unterwegs Filme schauen und Musik hören (synchronisiert/lokal gespeichert)
  • 256 GB und mehr: RAW-Bildbearbeitung, Videoschnitt, große Foto-Archive ohne Cloud

Konnektivität

Aufgrund der flachen Bauart sind Tablets recht sparsam mit Steckanschlüssen ausgestattet. Mittlerweile besitzen die meisten Modelle nicht mal mehr eine Klinkenbuchse für Kopfhörer. Immerhin verbreitet sich der universelle USB-C-Standard bei neu vorgestellten Tablets immer weiter, das reguläre iPad sei hier als unrühmliche Ausnahme genannt. Über die Buchse lässt sich das Gerät nicht nur laden, per Dongle oder Adapter lässt sich auch eine Vielzahl an Peripherieprodukten anhängen – USB-Hubs, Controller, Mäuse, Tastaturen, Speichersticks, externe Festplatten, Speicherkartenleser und vieles mehr. Android hat in Sachen Hardware-Kompatibilität die Nase vorn, das iPad hat seit iOS/iPadOS 13 aber aufgeholt.

Mobilfunkoption

Wem das heimische WLAN sowie Hotspots in Cafés, der Bahn und Hotels ausreichen, kann bei einem Tablet ohne LTE-Funktion bleiben. Denn die Funktion zum mobilen Surfen erfordert bei Tablets oft Aufpreise von 100 Euro und mehr, von dem zusätzlichen Datenvertrag, den man dafür abschließen muss, ganz zu schweigen. Manch eine:r, die/der häufig unterwegs ist, weiß die so gewonnene Freiheit aber zu schätzen und zahlt den Aufpreis gern.

Tipp: Wer nur gelegentlich unterwegs mit dem Tablet ins Netz will, kann auch die Mobilfunkverbindung des Handys weiterleiten – je nach Modell sucht man hierfür in den WLAN-Einstellungen des Handys nach dem Punkt „Mobiler Hotspot“ oder „Tethering“.

Kamera

Tablets können in der Regel keine High-End-Smartphone-Kameras ersetzen. Wollen sie auch nicht, denn die Kameraeinheiten sind teure Komponenten in den Geräten, die den Preis in der Fertigung nach oben treiben. Tendenziell fotografiert man mit einem Tablet aber aufgrund der „Hosentaschen-Feindlichkeit“ und des Formats seltener. Wer mit seinem Gerät gelegentlich Schnappschüsse machen möchte, die nicht zwingend das höchste Ausmaß an Qualität erfordern, der kann mit teureren Modellen aber trotzdem durchaus sehenswerte Ergebnisse erzielen.

Wichtig sind gute Kameras aber zumindest für zwei Tablet-spezifische Anwendungszwecke: das Abfotografieren von Dokumenten per Rückkamera und Videotelefonie mit der Frontkamera. Wer hierfür ein Tablet nutzen möchte, sollte auf solide Qualität achten.

Akku

Natürlich kommt es beim Akku besonders darauf an, ob ihr das Tablet hauptsächlich in den eigenen vier Wänden oder unterwegs nutzt. Wer beispielsweise lange Bahnfahrten ohne zwischenzeitliche Ladepausen überbrücken möchte, sollte auf ein Gerät mit hoher Akkulaufzeit zurückgreifen. Im Vergleich zu Smartphones verbrauchen Tablets zwar überproportional mehr Energie für das größere Display, das machen sie aber mit bedeutend mehr Akkukapazität wett. Zudem sind Tablets häufig für längere Zeit im Standby und müssen deshalb seltener aufgeladen werden als Smartphones. Soll heißen: Die meisten Tablets haben hinreichend große Akkus – ob das Gerät nun 11 oder 12 Stunden Laufzeit pro Ladung hat, ist für die meisten Nutzer nicht allzu wichtig.

App-Auswahl

Die meisten Apps werden sowohl im Apple App Store als auch bei Google Play angeboten. Die Meisten heißt allerdings nicht alle. Besonders bei den Fire-Tablets sind einige Apps im Amazon-Store nicht erhältlich. Aber auch im Google Play Store ist das Angebot an für Tablet optimierten Apps und Spielen nicht so groß wie bei Apple – oft bekommt man hier nur vergrößerte Versionen der Smartphone-Anwendungen. Im Bereich Spiele sind ebenfalls diverse hochklassige Titel nur für das iPad, aber nicht für Android verfügbar oder werden erst später veröffentlicht.

Andererseits spielt auch die Investierung in ein App-Ökosystem eine Rolle: Wer bereits einen Haufen Apps für Android gekauft hat, will diese sicher kein zweites Mal kaufen. Und schließlich ist dann noch die simple Tatsache zu nennen, dass viele Nutzer gar nicht unbedingt ein großes App-Portfolio benötigen, oft reichen bereits die vorinstallierten und ein halbes Dutzend Apps, die auf allen Plattformen verfügbar sind.

Widevine-Level

Wichtig, wenn man einige Videostreaming-Dienste, vor allem Netflix, auf einem Android-Gerät mit Google-Lizenz nutzen möchte, ist das so genannte Widevine-Level. Widevine regelt das Digitale Rechte-Management (DRM) unter Android und damit, ob und in welcher Qualität man Filme von bestimmten Streaming-Plattformen auf Android-Geräten abspielen kann. Hintergrund ist, dass die Plattformen das einfache Kopieren ihrer Inhalte verhindern möchten.

Die meisten in Deutschland verkauften Modelle haben Widevine Level 1 (L1), mit dem man Netflix auch in hohen Auflösungen genießen kann. Aber: Android-Tablets ohne Google-Lizenz (etwa das Huawei MatePad Pro), viele preiswerte China-Geräte und Tablets/Smartphones, die gerootet sind, haben kein Widevine und können Netflix nicht oder nur eingeschränkt streamen. Wir empfehlen euch, vor dem Kauf zu recherchieren, welches Widevine-Level von dem Tablet unterstützt wird, das ihr kaufen möchtet. Mit der App DRM Info kann man überprüfen, welches Widevine-Level das eigene Gerät unterstützt.

Amazons Fire-Tablets haben kein Widevine, Netflix kann man darauf jedoch in HD-Auflösung (720p) nutzen, Apple iPads nutzen ein anderes DRM-System – Netflix und und andere Streaming-Anbieter sind hier problemlos auch in hohen Auflösungen nutzbar.