Tatort Kritik: Im Schmerz geboren - Tarantino in Hessen

Marek Bang 1

„Tatort“-Fans aufgepasst: Heute startet unsere neue Reihe zum „Tatort“. Ab jetzt schauen wir immer montags auf die aktuelle Tatort-Folge vom Sonntagabend zurück. Den Anfang macht der eigenwillige Kommissar Murot, der es in Wiesbaden diesmal mit einer ganzen Flut an Leichen zu tun bekommen hat. Hier kommt die erste „Tatort“-Kritik von GIGA FILM.

„Tatort“-Kritik: Im Schmerz geboren

Story

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Alle aktuellen Tatort-Kommissare im Überblick

An einem abgelegenen Bahnhof werden drei Männer erschossen. Am Tatort befindet sich Richard Harloff (Ulrich Matthes), ein alter Freund von Kommissar Murot (Ulrich Tukur). Die beiden kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei der Polizeischule. Harloff ist jedoch nicht der Todesschütze gewesen, wie Videoaufnahmen beweisen.

Doch die Mordserie reißt nicht ab und Harloff ist immer unweit des Tatorts zu finden. Der Kommissar ist davon überzeugt, dass sein Jugendfreund nicht zufällig auf dem Bahnhof aufgekreuzt ist und weiß auch über dessen Vergangenheit als Gangster und Drogenhändler in Südamerika Bescheid.

Die beiden Männer beginnen, ihre dreißig Jahre zurückliegende Freundschaft wieder aufzufrischen, doch Murot wird schnell klar, dass sein ehemaliger Weggefährte etwas im Schilde führt. Der Ermittler erfährt, dass ihre gemeinsame Jugendliebe bei der Geburt von Harloffs Sohn David (Golo Euler) gestorben ist und ahnt, dass seitdem mit Harloff etwas gewaltig nicht stimmt.

Ermittler

Kriminalhauptkommissar Felix Murot gehört definitiv zu den schrägen Ermittlern im „Tatort“-Universum. Er arbeitet für das LKA Wiesbaden und pflegt außer zu seiner Sekretärin keine tieferen Kontakte zu anderen Menschen. Der Oldtimer-Fan ermittelt seit 2010 - zu Beginn litt er an einem Tumor, mit dem er Zwiesprache hielt und den er „Lily“ taufte.

Die bisherigen vier Fälle mit Felix Murot fallen alle aus dem Rahmen gewöhnlicher „Tatort“-Folgen am Sonntagabend. Hier wird weder launig im Team ermittelt noch gibt es das große Rätselraten nach dem Mörder unter zahlreichen Verdächtigen. Vielmehr entstehen kleine Filmkunstwerke, wie sie die „Tatort“-Reihe so noch nie gesehen hat. Die satirische Episode „Tatort: Das Dorf“ ist beispielsweise eine Hommage an die Edgar-Wallace-Krimis der frühen 1960er Jahre und fällt vor allem visuell aus dem Schema.

Felix Murot ist ein Exot unter den „Tatort“-Ermittlern und folgerichtig benimmt er sich auch in der gestrigen Folge nicht, wie sich der TV-Zuschauer einen Kriminalisten vorstellt. Dass er einst eine Dreier-Beziehung mit Harloff und ihrer gemeinsamen Jugendliebe Mariella führte, ist nur der Anfang zahlreicher seltsamer Begebenheiten im „Tatort: Im Schmerz geboren“.

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