Trickbetrüger haben sich neuee Telefonmaschen ausgedacht, um an euer Geld zu kommen. Das ist nämlich angeblich gefährdet und deshalb ruft euch ein Beamter von Europol an, um es in Sicherheit zu bringen. Dabei wird mit cleveren Tricks gearbeitet. Wir haben die Fakten zusammengetragen.

 
Ratgeber
Facts 

Europol ist die Polizeibehörde der EU. Dass diese Behörde deutsche Bürger anruft, um ihnen etwas mitzuteilen, ist eigentlich so gut wie unmöglich. Dafür ist sie nämlich gar nicht zuständig und würde bestenfalls die deutsche Polizei informieren. Trotzdem haben Gauner mit dieser Masche bereits Erfolg gehabt, wie die Polizei warnt.

Das ist nur eine von vielen Maschen, die wir euch hier vorstellen:

Telefonbetrug: Diese Maschen sollte man kennen Abonniere uns
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Wie funktioniert die „Europol-Masche“?

Aktuell gibt es zwei Methoden:

1. Mister Lucas ruft an.

  • Die Opfer bekommen einen Anruf, bei dem sich zum Beispiel ein angeblicher „Officer“ namens „Mr. Lucas“ von Europol meldet.
  • In der Regel finden die Gespräche auf Englisch statt und der angebliche Europol-Beamte liest eine gefälschte Identifikationsnummer vor, um sich auszuweisen.
  • Teilweise werden die Gespräche auch von einer Frau eingeleitet, die zum Beispiel erzählt, man habe Daten des Opfers sowie Drogen in dem Auto eines Drogenhändlers sichergestellt.
  • In allen Fällen wird den Opfern weisgemacht, dass sie und vor allem ihr Geld in Gefahr seien. Angeblich hat Europol ein „Sicherheitskonto“ angelegt, auf das man sein Geld übertragen solle, damit die entlarvten Betrüger nicht herankommen.
  • Danach werden die Opfer aufgefordert, die App „AnyDesk“ zu installieren. Anschließend wird der Bildschirm des Opfers auf dem Computer der Kriminellen angezeigt und kann von dort aus auch gesteuert werden.
  • Angeblich sollen die Opfer ihr Geld nach einer Identifikation über einen Videoanruf zurückerhalten, allerdings hat sich herausgestellt, dass die Rückrufnummer gar nicht existiert.

2. Eine Bandansage will, dass man die „1“drückt.

  • Diese Methode steckt derzeit mit den gefälschten Rufnummern 0163385385 und 0157839535 in Verbindung. Teilweise werden durch „Call-ID-Spoofing“ auch die Telefonnummern von unbescholtenen Privatpersonen vorgegaukelt. Die Täter sitzen aber ziemlich sicher im Ausland.
  • Eine deutsche Handynummer ruft euch mit einer englischen Bandansage an.
  • Weil angeblich eure Daten in einem Kriminalfall missbraucht wurden, will man euch informieren.
  • Dazu sollt ihr am Telefon die „1“drücken.

Daraufhin werdet ihr vermutlich umgeleitet oder angerufen, wobei man euch dann weismachen will, dass ihr euer Geld in Sicherheit bringen müsst. Das will Europol dann gern für euch übernehmen... gebt es einfach einem Boten.

Wie soll man sich verhalten wenn „Europol“ anruft?

  • Europol ruft nicht an. Die Behörde soll die europäische Polizeiarbeit koordinieren und kümmert sich nicht um Einzelfälle, um deren Geld zu sichern.
  • Wenn so ein Anruf kommt, dürft ihr sich nicht unter Druck setzen lassen, sondern müsst klar und deutlich sagen, dass ihr zur örtlichen Polizei gehen und die Sache prüfen werdet.
  • Wenn dann behauptet wird, dort würde man euch gleich festnehmen, sollte klar sein, dass der ganze Anruf Unsinn ist. Europol ruft nicht an, um euer Geld zu sichern, wenn die deutsche Polizei bereits einen Haftbefehl für euch hat.
  • Auf keinen Fall irgendeine Software installieren, wenn man dazu aufgefordert wird.
  • Die Polizei wird nie nach finanziellen Verhältnissen oder Konten fragen.

Was tun, wenn man auf den Europol-Anruf hereingefallen ist?

  • Zuerst sofort das Konto sperren. Das geht rund um die Uhr über den Sperr-Notruf 116 116.
  • Anschließend bei der Polizei eine Anzeige machen und dabei nach Möglichkeit wichtige Daten wie Telefonnummern und Uhrzeiten angeben.
  • Bei nächster Gelegenheit die Bank persönlich informieren und dort das Konto mit neuen Passwörtern oder PINs beziehungsweise TANs wieder freigeben lassen.
  • Wurde wegen des Telefonats irgendeine Software auf dem Computer oder Handy installiert, muss diese umgehend entfernt werden.

Das Geld von dem ausländischen Konto zurückzubekommen wird nahezu unmöglich sein. Augenblicke nach der Überweisung werden die Täter es weitertransferiert haben.

Online-Sicherheit und Privatsphäre: Wichtig oder nicht? (Umfrage)

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