The Surge 2 in der Vorschau: So schön können abgetrennte Arme sein

Franziska Behner

Wir haben uns in Paris das virtuelle Exoskelett übergezogen und sind für ein paar Stunden in die Welt von The Surge 2 eingetaucht.

Das deutsche Entwicklerstudio Deck 13 arbeitet derzeit an The Surge 2, dessen Vorgänger erst kürzlich als kostenloses PS Plus-Spiel erhältlich war. Dort schlüpfst du in die Rolle eines jungen Rekruten, der seine neue Stelle bei CREO beginnen möchte. Doch aufgrund einer Katastrophe wird der Protagonist ohnmächtig und erwacht mit einem schweren Exoskelett auf. Ab dieser Sekunde ist offensichtlich jeder in der Basis gegen dich und so wirst du dich in The Surge stundenlang durch den Untergrund kämpfen. Verrate uns doch gerne mal unten in den Kommentaren, ob du das harte Sci-Fi-Abenteuer gespielt hast! Im zweiten Teil geht es raus aus den limitierten Räumen des Untergrunds und an die vom Nanosturm verseuchte Luft von Jericho City. Wir haben uns jetzt mit dem zweiten Teil beschäftigt und durften einige Stunden hineinschnuppern.

Wenige Jahre später startet die Geschichte von The Surge 2. Auch hier wirst du plötzlich auf einer kalten Liege aufwachen und dich in einem neuen, veränderten Körper wiederfinden, der ordentlich an Power gewonnen hat. Ganz neu ist jetzt der Charakter-Editor, den sich viele Fans nach Teil 1 gewünscht haben. Du hast dabei die Wahl zwischen einem männlichen oder weiblichen Protagonist, den du nach Herzenslust modifizieren kannst. Eine Hand voll Frisuren, Augenfarben und Haarfarben ergänzen die Form des Kinns und einigen weiteren Extras. Es ist nicht vergleichbar mit einem Sims-Charakter-Editor, aber durchaus ein guter Start in das Spiel. Da The Surge 2 aus der 3rd Person-Perspektive gespielt wird, hast du deine Figur auch immer vor Augen.

Laut Deck 13 stellte sie das vor ein paar Herausforderungen im Spiel. The Surge 2 ist ein Rollenspiel-lastiges Souls-like-Game, das von schweren Kämpfen und den Dialogen lebt, die teilweise auf das individuelle Äußere eingehen. Wie es sich dann tatsächlich auf die Gespräche auswirkt, können wir an dieser Stelle noch nicht einschätzen. Unsere Preview-Session umfasste mehrere Stunden Spielzeit und einige Dialoge, bisher wurde der Charakter aber kaum angesprochen. Meist hörten wir nur die Bezeichnung „entflohenes Testobjekt“.

Das waren unsere ersten Eindrücke auf der gamescom 2018.

The Surge 2: Gamescom 2018 - Erste Eindrücke - Gameplay.

Schöne, neue Technik

Ein paar Jahre nach der Katastrophe am Ende von The Surge hat sich einiges in der Welt verändert. Die Technik ist weiter fortgeschritten und das macht sich auch bei den Gegnern bemerkbar. Hinter jeder Ecke wartet ein Feind, der dir an den Kragen möchte. Während sie am Anfang zur Eingewöhnung oft noch mit dem Rücken zu dir stehen und recht einfache Waffen schwingen, heizen die Schusswaffen der Hauptfigur ordentlich ein. Hier sollte noch ein wenig am Balancing geschraubt werden, denn manchmal feuern die Soldaten ungehemmt, obwohl eine Mauer klar im Weg steht und alle Kugeln abfängt.

Auch der Trefferradius wirkt an manchen Stellen etwas willkürlich. Die Feinde mit den Schusswaffen sind aber nicht deine einzigen Probleme: Es warten mehr als 80 verschiedene Waffen auf dich. Bisher haben wir davon nur eine Hand voll gesehen, die sich allerdings wirklich im Gameplay voneinander unterschieden haben. Schwere Zweihandwaffen schwingen sich realitätsgetreu sehr langsam und schwerfällig, während kurze Klingen dem Kampfgeschehen eine ganz andere Note verleihen. Einen Schild wird es nicht geben, den tragen nur ausgewählte Feinde mit sich.

Von langen Lanzen bis zu Axt ähnlichem Angriffsspielzeug gibt es hier eine große Auswahl. Nur die Schusswaffen bekommst du nicht in die Hand. Dafür kann deine Drohne auf Knopfdruck erscheinen und Gegner aus der Distanz mit verschiedener Munition attackieren. Auch für sie gibt es eine große Auswahl an Angriffsmöglichkeiten, die sich zudem in der Handhabe unterscheiden. Während der Laserstrahl beispielsweise gedrückt gehalten werden muss, erfordern andere Geschosse ein rapides drücken der Angriffstaste.

Das Body-Part-System gibt dir was du brauchst

Du selbst startest mit deinem Exoskelett und den puren Fäusten in die Welt von The Surge 2, doch das wird nicht lange so bleiben. Ein Kernelement des Spiels ist das Body Armor-System, das dich immer wieder mit neuen Materialien für das Spiel versorgt. Gefällt dir beispielsweise die Waffe des Gegners oder du möchtest unbedingt seine Armrüstung haben? Dann ist dein Ziel nicht der schwächste Punkt seines Körpers, sondern exakt dieses Körperteil.

Mit dem rechten Analogstick (am Controller) kannst du den Gegner anvisieren und dabei Kopf, Körper und die einzelnen Gliedmaßen auswählen. Sie leuchten entweder blau oder gelb und zeigen dir so an, ob das entsprechende Körperteil besonders geschützt ist. Schlage dem Gegner den gepanzerten Arm ab, um so an neue Bauteile zu gelangen. Dazu benötigst du als erstes ein Schema. Das bekommst du beim ersten Mal Abtrennen des entsprechenden Körperteils und es dient als eine Art Bauplan, der dir verrät, welche Teile du dafür beschaffen musst.

TechScrap im Medibay verwenden

Dass Anvisieren der einzelnen (stärkeren und schwächeren) Körperteile ist eine gute Möglichkeit, um dich auf eine besonders schwere Schlacht vorzubereiten. Möchtest du beispielsweise gerade eine neue Rüstung basteln, kannst du die entsprechenden Body Parts so lange abschlagen, bis du alles zusammenhast. Damit gehst du zu einer nahe gelegenen MediBay und baust dir die Rüstung deiner Träume. Es wird im Laufe des Spiels aber auch immer wieder passieren, dass du nicht genügend technischen Platz an deinem Exoskelett hast, um die gewünschte Rüstung komplett anzulegen. Die Kernleistung muss also erhöht werden.

Das erreichst du mit TechScrap, den es als Belohnung nach jedem Sieg über einen Gegner gibt. Du kannst sie in dein technisches Inneres investieren und erhältst so mehr Platz für moderne Spielerein. Außerdem gelangst du damit an Skillpunkte, die in Lebensenergie, Stamina und Power-Balken investiert werden können.

Unser Tipp: Begib dich nach dem Tod so schnell es geht wieder an diesen Punkt und sammle das Säckchen TechScrap ein, das du beim Sterben verloren hast. Erst, wenn du sie an der MediBay verwendet hast, können die Komponenten nicht mehr verschwinden. Nach der Wiederbelebung bleiben dir nämlich immer nur wenige Minuten, um dein TechScrap zurückzubekommen.

Implantate für zusätzliche Skills

Du hast deine Kernleistung erhöht und plötzlich noch viele Slots offen, obwohl deine Rüstung komplett angelegt ist? Dann hast du womöglich noch nicht auf die weiteren Konfigurationsmöglichkeiten geschaut. Zusätzlich kannst du in The Surge 2 nämlich noch Implantate verwenden, die Boni mitbringen und dir Fähigkeiten verleihen. Sie lassen sich nach Herzenslust austauschen. Vorausgesetzt, du hast genügend Kernleistung frei. Das Sammeln von TechScrap und das Jonglieren von Kernleistungspunkten klingt im ersten Moment umständlich, ist aber leicht zu verstehen. Wenn du dich anfangs jedem Gegner stellst und alle Abzweigungen nimmst, schaltest du viele Abkürzungen zur MediBay frei, was den Tod oft nur halb so wild macht.

Übrigens: Wenn du mehrere bestimmte Items in größerer Zahl benötigst, kannst du im ersten Stadt-Level die MediBay immer wieder besuchen, um den fünf Meter entfernten Soldaten erneut erscheinen zu lassen. Optimal, um schnell und sicher TechScrap, sowie Materialien zu bekommen. Passt das erhaltene Material nicht zum Schema, kannst du es auch zerlegen und Komponenten von einem geringeren Mark-Level daraus erhalten.

Gestalte dir die Welt, wie es dir gefällt

Wir haben während der Session gute vier bis sechs Spielstunden (je nach Spielstil und Können) gesehen. Vor allem am Hafen und in Jericho City hat sich das Meiste abgespielt. Da das ein sehr großer Bereich ist, haben wie laut der Entwickler schon ein Viertel der Umgebung kennengelernt, es kommen aber noch weitere Bereiche, wie der Park, hinzu. Die Stadt selbst ist der Dreh- und Angelpunkt in The Surge 2 und deine Wege werden dich immer wieder dort hinführen, um neue Handlungsstränge zu erleben.

Rollenspieltypisch kannst du in den Dialogen mit NPCs verschiedene Antworten auswählen und so das Gespräch etwas in die gewünschte Richtung lenken. Bist du beispielsweise patzig zu einer helfenden Hand, dreht sie sich einfach weg und verschwindet. Vielleicht hätte diese Person ja wertvolle Tipps gehabt? Besonders wichtig war es den Entwicklern zu erwähnen, dass du bei der Gestaltung der Nebenaufgaben völlig frei bist. Du kannst sie alle ignorieren oder annehmen – das liegt ganz bei dir. Und wenn du lieber deine Ruhe haben möchtest, dann lassen sich nahezu alle NPCs umbringen. Ihre Quests wirst du dann natürlich auch niemals erhalten. Ausgenommen sind handlungsrelevante Charaktere und Menschen in den Hubs.

Es gibt zudem eine Online-Komponenten, die stark von Dark Souls inspiriert sind. Generell sind viele Aspekte des Spiels an das beliebte (und verdammt schwere) Game angelehnt. Du kannst einen Banner deiner Figur zum Beispiel an einem ganz besonderen Ort der Wahl platzieren. Entdeckt ihn kein Spieler, bekommst du nach einer festgelegten Zeitspanne Belohnungen. Das soll, ähnlich wie bei den Souls-Spielen, motivieren. Auch lassen sich Graffitis anbringen, um anderen Spielern den Weg zu einem Schatz oder einer Falle zu zeigen. Man kann leider nicht einstellen, dass diese Markierungen nur Freunde angezeigt bekommen. So siehst du nur sehr unwahrscheinlich den Banner eines Freundes in deinem Spiel, da die Anzeige zufallsmäßig ausfällt.

Am Ende erwarten dich mehrere Enden der Geschichte und ein Neues Spiel Plus, das mit zusätzlichen Gegnertypen, einer erhöhten Schwierigkeit und ein paar kleinen Kniffen darauf wartet, ebenfalls gemeistert zu werden.

Zum Schluss ein paar Tipps, die wir gern direkt gewusst & (nicht) umgesetzt hätten:

  • verdächtig rauchendes Wasser ist giftig und führt zum Tod
  • der Fall in JEDES Wasser führt zum Tod
  • Investiert frühzeitig eure Skillpunkte, um das Beste rauszuholen
  • Macht langsam! Ausweichen, Gegnerische Kampfmuster kennenlernen und Vorsicht sind der Schlüssel zum Sieg
  • Verschwendet nicht eure komplette Drohnen-Munition an kleine Gegner – sie ist selten!
  • Du musst nicht jeden Feind töten und jede Abzweigung nehmen – Hauptsache, ihr kommt voran!
  • Lass den rechten Stick nach Auswahl des Body Parts in Ruhe! Aus Versehen stellst du sonst ständig die Stelle um, die du treffen möchtest.

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