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Tohuwabohu: Kennt jeder, aber was bedeutet es?

„Was für ein Tohuwabohu“ ruft man schnell – doch was heißt das eigentlich? (© Wonderlane / Unsplash)
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„Das ist ja ein Tohuwabohu!“ – jeder hat das schon einmal gehört. Aber was bedeutet dieser Begriff und woher kommt er? Was sich ein bisschen wie ein indianischer Kriegsruf anhört, hat ursprünglich ganz andere Wurzeln, die sogar bis zur Schöpfung der Erde zurückgehen.

Das Wort Tohuwabohu bekommt fast jeder zum ersten Mal von seinen Eltern zu hören. Meist geschieht das dann, wenn sie in das Kinderzimmer kommen und dann die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil es so unordentlich ist. Eigentlich bedeutete Tohuwabohu mal genau das Gegenteil dessen, wofür es heute benutzt wird.

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Bedeutung und Herkunft von Tohuwabohu

Tohuwabohu ist hebräisch beziehungsweise aramäisch und wird „tōhū wā-bōhū“ ausgesprochen, wobei die Striche über den Buchstaben bedeuten, dass es sich um lang gesprochene Vokale handelt.

Ursprünglich bedeutet Tohuwabohu soviel wie „wüst und leer“. Bibelfeste Zeitgenossen werden diese Floskel aus dem 1. Buch Mose erkennen:

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war tohu wa-bohu.“

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Luther übersetze das mit „wüst und leer“. Aber das ist nicht das, was Tohuwabohu heutzutage bedeuten soll. Wer heute Tohuwabohu sagt, meint ein chaotisches Durcheinander. Man könnte genauso gut sagen: „Was herrscht hier für ein Chaos?“

In späteren Übersetzungen der Bibel wurde der Begriff auch anders gedeutet, sodass er mehr unser heutigen Verwendung entspricht. Da ist eher die Rede von einem ungeordneten Chaos ohne Regeln und Struktur – was ja durchaus dem ähnelt, was man damit aussagen will. Je nach Übersetzung ist dort jetzt „formlos und leer“ oder „Irrsal und Wirrsal“ zu lesen, um zu betonen, dass noch eine Ordnung fehlte.

In der deutschen Sprache wird das Wort seit dem 19. Jahrhundert in dieser Bedeutung genutzt. Tohuwabohu ist in altmodischen Romanen ebenso zu finden, wie in Science-Fiction-Geschichten. Dass es auf die Anfänge des Christentums zurückgeht, vermutet allerdings kaum jemand. Die meisten denken da eher an Romane von Karl May.

 

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