Zu Besuch bei Square Enix im stürmischen Hamburg konnte unsere Redakteurin Laura 1,5 Stunden in Trials of Mana hineinzuschnuppern und berichtet euch in ihrer Vorschau, warum es sich bei bei diesem Spiel, um viel mehr als nur einen Klassiker im neuen Gewand handelt.

 

Trials of Mana

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Trials of Mana
Trials of Mana: Gameplay-Trailer zum 3D-Remake

Fans von japanischen Rollenspielen haben aktuell keinen Grund ihren Controller aus der Hand zu legen. Erst Pokémon: Schwert & Schild, jetzt Mystery Dungeon: Retterteam DX und bald Final Fantasy 7: Remake. Auch wenn es euch wahrscheinlich jetzt schon in den Fingern juckt, vor allem letzteres zu spielen, möchte ich euch ein weiteres Spiel ans Herz legen, das ihr auf jedem Fall auf dem Schirm haben solltet: Trials of Mana.

Ich war schon immer ein Fan von Secret of Mana. Neben Tetris gehörte dieses Spiel zu denen, die meine Leidenschaft für Games so richtig ins Rollen brachten. Nicht nur, dass ich unglaublich viel Spaß mit den Spielen hatte, ich lernte Lesen mit Secret of Mana. Umso gespannter war ich, Hände an die Fortsetzung dieses Spieles zu legen. Leider hatte ich auch nach dem Erscheinen der Collection of Mana, nicht die Muße, diesem J-RPG Zeit zu widmen, doch das wird sich in Zukunft ändern, denn die Neuauflage macht vor allem eines: Tierisch viel Spaß.

Trials of Mana [Nintendo Switch]

Trials of Mana [Nintendo Switch]

Drei Helden sollt ihr sein

Trials of Mana war schon 1995 ein sehr ambitioniertes Spiel, denn genau wie im Original, könnt ihr euch in der Neuauflage gleich zu Anfang des Spiels für einen Protagonisten und zwei Mitstreiter entscheiden, die euch bei eurer Reise unterstützen werden. Die Besonderheit von Trials of Mana ist die Geschichte, denn je nachdem für welche Charaktere ihr euch entscheidet, desto unterschiedlicher werden die Abenteuer sein, die ihr erlebt. Ändert ihr also die Kombination der Gruppe, verändert ihr auch den Handlungsverlauf. Ein anderer Handlungsverlauf ergibt einen anderen Bösewicht und sogar ein anderes Ende.

Jeder Charakter erzählt eine eigene Vorgeschichte. Gerade die von Kevin hat mich ganz schön mitgenommen.

Insgesamt könnt ihr zwischen sechs Charakteren wählen: Von Kevin, dem Thronerben des Königreichs Ferolia, der sich in einen Wolf verwandeln kann, bis hin zu Resi, der jungen Prinzessin des Königreichs Laurenzien und Kapitänin der Amazonen-Wache. Jeder Charakter erzählt nicht nur seine eigene (Vor-)Geschichte, sondern verfügt über unterschiedliche Fähigkeiten. Auf Basis dieser Fähigkeiten könnt ihr euch ein passendes Team zusammenstellen, je nachdem, ob ihr lieber Fernkämpfer seid oder den Gegnern im Nahkampf eines auf die Mütze gebt. Während Kevin zum Beispiel einen wilden Nahkampfstil an den Tag legt, verlässt sich Resi auf ihre Lanze, mit der sie aus etwas Distanz langsamer, aber größeren Schaden zufügen kann.

Außerdem gibt es ein ausgefeiltes Stufenaufstiegssystem mit dem eure Helden höhere Klassen erreichen. Habt ihr euch zum Beispiel gegen einen reinen Supporter entschieden, können selbst andere Charaktere Fähigkeiten erlernen, die euch im Kampfgeschehen zur Seite stehen. Des Weiteren entscheidet die ausgewählte Klasse, sowie die Zuteilung in Licht oder Dunkel, darüber wie euer Charakter aussieht und welche besonderen Skills, Spezialangriffe oder Magie euch zur Verfügung stehen.

Leider fällt die Kampfbekleidung auch im tiefsten Schnee oft eher knapp aus. Typisch J-RPG.

Ein neues altes Spiel

Ein furchtbarer Krieg, acht Mana-Steine, ein legendäres Schwert – während die Entwickler des Remakes vor allem der Story und dem Charaktersystem kein Haar krümmen, ist die Grafik von Trials of Mana rundumerneuert: Ihr findet euch in einer dreidimensionalen Welt wieder, in der ihr die Kamera frei schwenken könnt. Die Grafik ist rund. Die liebevoll gestalteten Charaktere fügen sich nahtlos ein. Der Stil erinnert an ein Dragon Quest. Die Umgebung, eure Helden und Widersacher versprühen soviel Charme, der euch in eure Jugend zurückversetzen wird, wenn ihr Secret of Mana gespielt habt.

Neben der Grafik enttäuscht auch die Sprachausgabe nicht. Während auf eine deutsche Synchronisation verzichtet wurde, könnt ihr zwischen Englisch und Japanisch wählen. Auch die Hintergrundmusik gibt es in zweifacher Ausführung, sodass ihr euch zwischen dem Original und neu arrangierten Stücken entscheiden könnt.

Das Kampfsystem ist flüssig, rasant und macht ordentlich Laune.

Außerdem dreht Square Enix auch ein paar Schrauben im Kampfsystem: Action-lastiger als im Original, wählt ihr aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Angriffen und führt diese in Kombination aus. Harte Schläge, Flächen- oder Sprungangriffe, aber auch Spezialattacken kommen nicht zu kurz. Die Kämpfe fühlen sich flüssig an, gar intuitiv. Führen eure Gegner einen Angriff aus, signalisiert das Spiel die Hitbox durch eine rote Fläche – das vereinfacht nicht nur das Ausweichen, sondern auch die Planung eures nächsten Angriffes.

Goodbye Koop-Modus

Ihr steht gerade? Dann setzt euch besser schnell hin. Denn laut Square Enix entschied man sich bewusst gegen den Mehrspieler-Modus aus dem Original, um einen guten Look & Feel in der neuen Perspektive zu ermöglichen. So sehr wir diese Entscheidung auch verstehen – bitter ist es trotzdem. Denn obgleich das Remake von Secret of Mana vieles verkehrt gemacht hat, einen Koop-Modus hat es Trials of Mana voraus.

Zum Glück spielt sich die Neuauflage auch im Einzelspielermodus gut und der Wechsel der Charaktere wird nie langweilig – und auch wenn Trials of Mana das Rad nicht neu erfindet, zeigt es, dass nicht immer ein riesiges Budget nötig ist, um ein Remake zu kreieren, dass mit seinem ganz eigenen Charme bezaubert. Trials of Mana wird jedem gefallen, der einen frischen Blick auf japanische Rollenspiele werfen oder für ein paar Stunden ganz nostalgisch in Erinnerungen schwelgen möchte. Ob es genug Abwechslung bietet, um bis zum Ende zu fesseln, wird sich schon bald herausstellen.

Trials of Mana erscheint am 24. April für PC, PS4 und auf Nintendo Switch.

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